Kirchheim () ist ein Ortsteil der Gemeinde Amt Wachsenburg im thüringischen Ilm-Kreis. Für die Ortsteil Kirchheim und Werningsleben gibt es eine gemeinsame Ortsteilverfassung nach der Thüringer Kommunalordnung und damit einen Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister.

Geografie Geografische Lage mini|Kirche St. Laurentius in Kirchheim () mini|Gelände der Volkssternwarte Kirchheim

Kirchheim liegt nordöstlich von Arnstadt an der Wipfra, einem Nebenfluss der Gera.

Nachbarorte Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Erfurt, Klettbach, Elleben, Elxleben, Alkersleben, Arnstadt.

Geschichte Die urkundliche Ersterwähnung von Kirchheim war im Dezember 1074.Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer.Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 142 Schon damals bezeichnete Kirchheim eine „Siedlung bei der Kirche“. Als Dekanatssitz mit 16 Dörfern erlangte der Ort später eine besondere Bedeutung. Seine Geschichte wurde durch wechselhafte Herrschaften bestimmt. Von 1343 bis 1357 gehörte der Ort den Grafen von Henneberg, die es zusammen mit der Burg und dem Amt Ilmenau von Graf Günther von Käfernburg dem Jüngeren für 2000 Mark lötiges Silber gekauft hatten.Cyriacus Spangenberg: Hennebergische Chronica der uralten loblichen Graven und Fürste zu Henneberg. Straßburg, 1599, S. 195 Im Jahre 1414 erwarb das Kartäuserkloster Erfurt vom Ichtershäuser Kloster sämtlichen Besitz in Kirchheim. Im Mittelalter galt der Ort wegen des größten Waidanbaugebietes der Region und der sieben Waidmühlen als wohlhabend, auch Kloster und ein Gut trugen dazu bei. des Ortes auf vg-riechheimer-berg.de, gesehen am 16. Juni 2014

Der Ort gehörte bis 1802 zum Stadtamt im kurmainzischen Gebiet der Stadt Erfurt. 1802/03 kam das Erfurter Gebiet zu Preußen und zwischen 1807 und 1814 zum französischen Fürstentum Erfurt. Mit dem Wiener Kongress kam der Ort mit dem Stadtamt Erfurt wieder zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Erfurt in der preußischen Provinz Sachsen angegliedert. 1932 kam die Gemeinde zum preußischen Landkreis Weißensee und 1950 zum thüringischen Landkreis Arnstadt.

1923 wurde das frühere Klostergut des Kartäuserklosters Erfurt (169 Hektar) von Pächter Ernst Schmidt bewirtschaftet.

Kirchheim war und ist ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Die Bauern und Güter gingen dann den Weg der Landwirtschaft in SBZ und DDR. Nach der Wende orientierten sie sich neu.

2018 sprachen sich 92 Prozent der Bürger für eine Eingliederung in die Nachbargemeinde Amt Wachsenburg aus. Diese wurde am 1. Januar 2019 umgesetzt.Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 14/2018 S. 795 ff., aufgerufen am 3. Januar 2019 Die bisherigen Ortsteile von Kirchheim, Bechstedt-Wagd und Werningsleben, wurden dabei mit Kirchheim gleichrangige Ortsteile von Amt Wachsenburg.

Kirchheim war Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg, der sie aber seit 2019 mit der Eingemeindung nach Amt Wachsenburg nicht mehr angehört. Der Sitz zog im Jahr 2021 nach Osthausen-Wülfershausen um.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl: 1843 – 1.018Quelle für schwarzburgische und sächsische Orte: Johann Friedrich Kratzsch: Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten. Naumburg, 1843. Online abrufbar bei Google Books. Quelle für preußische Orte: Handbuch der Provinz Sachsen. Magdeburg, 1843. Online abrufbar bei Google Books 1939 – 1.049 1989 – 698 (PDF; 18 kB) 2005 – 1.231 2010 – 1.215 2015 – 1.229 Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Politik Ortsteilbürgermeister und Ortsteilrat Die zu Amt Wachsenburg gehörigen Ortsteile Kirchheim und Werningsleben haben eine gemeinsame Ortsteilverfassung gemäß § 45 Thüringer Kommunalordnung, sodass für beide Ortsteile ein gemeinsamer Ortsteilbürgermeister und Ortsteilrat zuständig ist.

Der ehrenamtliche Ortsteilbürgermeister ist Steve Spindler. Er wurde zuletzt bei den Kommunalwahlen in Thüringen am 26. Mai 2024 im Amt bestätigt. Zusammen mit sechs weiteren Mitgliedern bildet Spindler den gemeinsamen Ortsteilrat von Kirchheim und Werningsleben.

Wappen Blasonierung: „In Rot mit grünem Schildfuß eine goldene Kirche mit linkem Turm, über dem Dach schwebend drei (2:1) silberne sechsspeichige Wagenräder.“

Partnerschaften Eine Partnerschaft besteht mit der Gemeinde Kirchheim am Neckar in Baden-Württemberg.

Sehenswürdigkeiten Sternwarte In Kirchheim befindet sich die 1969 errichtete Volkssternwarte Kirchheim.

Dorfkirche

Die dem heiligen Laurentius gewidmete Kirche existiert seit 1357. Sie wurde anstelle eines Vorgängerbaus errichtet.

Der Turm Der Turm entstand zwischen 1400 und 1440. Seit 1921 läuten neue Glocken im Turm. 1993 wurden eine funkgesteuerte Turmuhr und ein neues Zifferblatt installiert.

Das Innere mini|Innenraum-Panorama St. Laurentius Im Innern ist das Sandsteinrelief aus der Zeit der Erbauung des Turms, das die Ölberggruppe darstellt, besonders sehenswert. Das Relief besteht vermutlich aus Teilen der Vorgängerkirche und wurde später an der heutigen Stelle angebracht. Im Jahr 1685 wurde der barocke Tauftisch mit geschnitzter Figurengruppe (Taufe Jesu) von den Brüdern Beyer aus Arnstadt gestiftet. Die Deckenmalerei aus dem Jahr 1898 mit biblischen Szenen ist ein Werk des Malers Ernst Liebermann. Die Sakristei erhielt 1989 eine Sanierung. Weitere Sanierungsarbeiten begannen 1996. 2006 wurde der Taufstein restauriert und anlässlich der Ausstellung „Tausend Jahre Taufen in Mitteldeutschland“ im Magdeburger Dom dem Publikum präsentiertWebsite des Fördervereins der Kirche. Der spätgotische Schnitzaltar mit bemalten Außenflügeln entstand um 1440 in einer Erfurter Werkstatt. Die wertvolle Wagner-Orgel ist derzeit (2016) nicht bespielbar und soll für etwa 80.000 Euro saniert werden.

Weitere Sanierungsarbeiten Da die Kirche durch Hausschwamm bedroht war und auch andere Sanierungsarbeiten dringend nötig wurden, wird die Kirche seit dem Herbst 2010 unter der Betreuung des Architekten Peter Tandler aus Erfurt aufwändig restauriert. Das Kirchenschiff erhielt unter Mitverwendung noch erhaltener historischer Ziegelplatten ein neues Pflaster. Auch der Putz und die Beleuchtung sind neu. Die bislang gesperrten Emporen sind wieder begehbar, die Fundamente unter den Stützen wurden erneuert sowie eine statisch wirksame Holzscheibe eingebaut und mit dem Westgiebel verbunden. An der Südseite des Gotteshauses (siehe Bild) wurde ein Teil der Wandfläche verputzt, so dass man jetzt schon eine Vorstellung haben kann, wie die Kirche später aussehen kann. Es fehlen noch eine Außentreppe und die Wegbeleuchtung. Die Eingangstüren und der Haupteingang können wieder genutzt werden.Zeitungsartikel in der Thüringer Allgemeinen vom Mai 2011 Im Herbst/Winter 2011 erhielt das Kirchendach eine neue Schiefereindeckung, am 18. November 2011 wurde ein feierliches Knopffest begangen.

Die „Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler“ (Stiftung KiBa) kürte die Kirche zur Kirche des Jahres 2015 in Deutschland.

Weitere Bilder der Kirche

Sport Der Amateurfußballverein SG Eintracht Kirchheim 46 ist in Kirchheim ansässig.

Persönlichkeiten Johann Andreas Buttstedt (1701–1765), Rektor in Osterrode am Harz, Hildesheim, Gera, Coburg und Hochschullehrer an der Universität Erlangen Gerhard Neumann (1907–2004), Maler und Grafiker, lebte von 1946 bis 1950 in Kirchheim Liane Bahler (1982–2007), Radsportlerin, wurde in Kirchheim geboren Kathleen Frontzek (* 1993), Schauspielerin, geboren in Kirchheim Lisanne Frontzek (* 1995), Schauspielerin, geboren in Kirchheim Adrian Frontzek (* 1998), Schauspieler, geboren in Kirchheim

Weblinks

Seite über Kirchheim auf der Website der Gemeinde Amt Wachsenburg

Einzelnachweise

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