Die Schlacht von Deorham des Jahres 577 war eine entscheidende Auseinandersetzung zwischen den britonischen Königreichen Britanniens und den Angelsachsen, die die Schlacht für sich entschieden.
Vorgeschichte Die Gewissæ waren eine sächsische Volksgruppe, die gegen Ende des 5. Jahrhunderts an der oberen Themse in England siedelte.Barbara Yorke: Gewisse. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 978-0-631-22492-1, S. 203–204. Seit der Mitte des 6. Jahrhunderts expandierten die Gewissæ nach Westen: Cynric kämpfte gemeinsam mit Ceawlin im Jahr 556 bei Beranburh (Barbury Castle) gegen die Britonen.Angelsächsische Chronik zum Jahr 556. Nach Cynrics Tod folgte ihm sein Sohn Ceawlin im Jahr 560 auf den Thron.Angelsächsische Chronik zum Jahr 560. 571 wird ein Sieg Cuthwulfs über die Britonen bei Bedcanford (Bedford in den Chiltern Hills?) und die Eroberung der Städte Limbury (Bedfordshire), Aylesbury (Buckinghamshire), Bensington (Oxfordshire) und Eynsham (Oxfordshire) erwähnt.Angelsächsische Chronik zum Jahr 571.
Die Schlacht und ihre Nachwirkung Als Ort der Schlacht von Deorham gilt das heutige Dyrham, nördlich der Stadt Bath in Wiltshire.H. R. Loyn: Deorham. In: Heinrich Beck (Hrsg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 5. de Gruyter, 1984, ISBN 978-3-11-009635-4, S. 319–320. Um 577 unternahmen die Gewissæ unter Ceawlin und seinem Sohn Cuthwine einen Vorstoß nach Nordwesten. Vermutlich besetzten sie zunächst handstreichartig die alte eisenzeitliche Befestigung auf dem 200 m hohen Hinton Hill etwa 1 km nördlich von Dyrham.William St. Clair-Baddeley: (PDF; 317 kB). In: Transactions of the Bristol and Gloucestershire Archaeological Society Vol. 51, 1929, S. 95–101. In der folgenden Schlacht fielen die drei britonischen Könige Coinmail (Cynvael), Condidan (Cynddylan) und Farinmail (Ffernvael). Die archaischen Namensformen der britonischen Könige lassen auf eine sehr alte, möglicherweise zeitgenössische schriftlicheJohn Nowell Linton Myres: The English settlements. Oxford University Press, 1989, ISBN 978-0-19-282235-2, S. 168–169. Überlieferung schließen. Die Gewissæ konnten den südlichen Teil von Gloucestershire mit den Orten Gloucester, Cirencester und Bath erobern.Angelsächsische Chronik zum Jahr 577. Mit der Eroberung dieser strategisch wichtigen Orte konnte die sächsische Besiedlung des Gebietes gesichert werden. Ceawlin war es damit gelungen, den Severn zu erreichen und die britonischen Königreiche von Wales und Cornwall voneinander zu trennen. Im 7. Jahrhundert kam das eroberte Gebiet unter die Oberherrschaft von Mercia.Frank Merry Stenton: Anglo-Saxon England (Oxford History of England Vol 2), 3. Auflage, Oxford University Press, 1971, ISBN 978-0-19-821716-9, S. 29.
Quellen anonym: Angelsächsische Chronik, Online im Project Gutenberg (englisch)
Literatur H. R. Loyn: Deorham. In: Heinrich Beck (Hrsg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 5. de Gruyter, 1984, ISBN 978-3-11-009635-4, S. 319–320. Frank Merry Stenton: Anglo-Saxon England (Oxford History of England Vol 2), 3. Auflage, Oxford University Press, 1971, ISBN 978-0-19-821716-9. John Nowell Linton Myres: The English settlements. Oxford University Press, 1989, ISBN 978-0-19-282235-2 Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of Early Anglo-Saxon England. Routledge, London-New York 2002, ISBN 978-0-415-16639-3. PDF (6,2 MB) Barbara Yorke: Wessex in the early Middle Ages (Studies in the Early History of Britain), Continuum, 1995, ISBN 978-0-7185-1856-1.
Weblinks William St. Clair-Baddeley: The Battle of Dyrham AD 577 (PDF; 317 kB). In: Transactions of the Bristol and Gloucestershire Archaeological Society Vol. 51, 1929, S. 95–101. T. G. P. Hallett: The Battle of Deorham (PDF; 281 kB). In: Transactions of the Bristol and Gloucestershire Archaeological Society Vol. 8, 1883–84, S. 62–73.
Einzelnachweise
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