mini|Satellitenbild-Mosaik Afrikas: Deutlich sind die ariden Gebiete mit Wüstenklima in Nordafrika (Sahara), am Horn von Afrika und im Westen des südlichen Afrikas (Kalahari) erkennbar. Als Folge der globalen Erwärmung wird eine Ausweitung dieser im Norden der Sahara und in Südwestafrika prognostiziert, jedoch ein Rückgang im Süden der Sahara und im äquatorialen Ostafrika.

Die Folgen der globalen Erwärmung in Afrika umfassen die regionalen Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels in Afrika. Nach Angaben des Weltklimarats IPCC gehört Afrika zu den Kontinenten, die am stärksten von der globalen Erwärmung betroffen sind. Diese hat global bereits zu einer Temperaturerhöhung von 1,2 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit geführt.

Für den Großteil Afrikas wird bei gleichbleibender globaler Entwicklung der Treibhausgaskonzentration ein Temperaturanstieg von über 3 °C prognostiziert. Für Nordafrika und den Südwesten des südlichen Afrikas wird mit einer Abnahme der Gesamtniederschläge bis zum Ende des 21. Jahrhunderts gerechnet. Im südwestlichen Indik ist bei zunehmenden Temperaturen mit einer Abnahme der Anzahl an Zyklonen bei gleichzeitiger Zunahme ihrer Intensität zu rechnen. Darüber hinaus werden Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Starkregen und Dürren häufiger und dehnen sich zeitlich und räumlich aus.

Die klimatischen Veränderungen haben insgesamt negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und Ernährungssicherheit. Zu den gesundheitlichen Folgen zählen auch ein Anstieg der hitzebedingten Todesfälle und eine Ausweitung durch Stechmücken übertragener Infektionskrankheiten wie Malaria mit regionalen Ausnahmen. Ökologisch ist eine Zunahme der Gehölzbedeckung bzw. in trockenen Gebieten der Graslandbedeckung zu beobachten. Marine Hitzewellen bedrohen Korallenriffe, Seegraswiesen und Mangrovenwälder. Hinsichtlich dem prognostizierten Verlust an biologischer Vielfalt liegt der Kontinent an zweiter Stelle hinter Südamerika. Die letzten in Ostafrika gelegenen Gletscher des Kontinents werden voraussichtlich bis 2040 verschwunden sein. Der Meeresspiegelanstieg wirkt sich zudem negativ auf Küstenregionen aus, wo stark zunehmende Bevölkerungszahlen verzeichnet werden. Auch für sich dort befindende Stätten des kulturellen Erbes stellt der Meeresspiegelanstieg eine Bedrohung dar.

Der eigene Beitrag Afrikas zur globalen Erwärmung ist mit 2 bis 3 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen geringfügig.

Klimatische Veränderungen Klimazonen Nordafrika und der äußerste Südwesten des Kontinents mit der Kalahari sowie das Horn von Afrika weisen in der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger heiße Wüstenklimate (BWh) auf, mit Jahresmitteltemperaturen über 18 °C. Im Norden Afrikas umfassen diese die Sahara, die größte Trockenwüste der Erde. Dort fallen weniger als 25 mm Regen im Jahr und die Temperaturen reichen von über 50 °C im Sommer bis unter den Gefrierpunkt im Winter. Kühler und deutlich weniger trocken ist es im Atlas im Norden Marokkos, Algeriens und Tunesiens, wo bis zu 1500 mm Regen pro Jahr fallen. Südlich der Sahara zwischen etwa 10 und 20 Grad nördlicher Breite liegt die etwa 600 km breite und über 5000 km lange semiaride Sahelzone. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt dort je nach Region zwischen etwa 100 und 600 mm im Jahr und die Trockenzeit dauert 8 bis 10 Monate. Kalte Wüstenklimate (BWk) mit einer Jahresmitteltemperatur unter 18 °C finden sich im Nordosten Marokkos und dem angrenzenden Nordwesten Algeriens sowie im Südwesten Südafrikas und im Süden Namibias. Angrenzend an diese herrschen im Norden Marokkos und Algeriens sowie im Inneren Südafrikas kalte Steppenklimate (BSk) sowie sommerheißes Mittelmeerklima (Csa) nördlich an der Küste Marokkos und Algeriens. Die Gebiete südlich der Sahelzone weisen heiße Steppenklimate (BSh) auf, gefolgt von Savannenklimaten (Aw/As). Um den Äquator herrscht schließlich tropisches Monsunklima (Am) bis tropisches Regenwaldklima (Af) weiter im Inneren des Kontinents. Monsunbeeinflusstes feucht subtropisches Klima (Cwa) findet sich vor allem südlich des Äquators im Südosten Angolas und in Sambia.

In der für den Zeitraum 2071–2100 nach Szenario RCP8.5 der Treibhausgaskonzentrationen prognostizierten Klimaklassifikation für Afrika weichen in Angola und Sambia die monsunbeeinflussten feucht subtropischen Klimate den nördlich angrenzenden Savannenklimaten und die Steppenklimate im Süden verschieben sich weiter nach Norden. Im südlichen Afrika gehen die Regionen mit kaltem in heißes Wüstenklima über, d. h. sie werden Jahresmitteltemperaturen über 18 °C erreichen. Auch im Norden Marokkos und Algeriens breiten sich die heißen Wüstenklimate nach Norden aus, wohingegen im Süden der Sahara und im äquatorialen Ostafrika mit einem Rückgang dieser gerechnet wird. Insgesamt könnten sich die ariden Gebiete bis 2100 um etwa ein Viertel ihrer Größe von 1990 ausweiten, während bei reduzierten Treibhausgasemissionen nach Szenario RCP4.5 die Ausweitung auf etwa ein Zehntel der Größe von 1990 begrenzt werden könnte.

Temperaturen

mini|Zugbahn aller zwischen 1980 und 2005 aufgetretenen Stürme im südwestlichen Indik mit Farblegende nach alter Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala:

Die Temperaturen auf dem afrikanischen Kontinent sind wegen des menschengemachten Klimawandels seit Beginn des 20. Jahrhunderts gestiegen. Besonders stark ist der Anstieg seit Mitte des 20. Jahrhunderts mit Raten von 0,2 bis in einigen Regionen 0,5 °C pro Jahrzehnt. In Nordafrika ist die Rate in den meisten Regionen doppelt so hoch wie im globalen Durchschnitt. Seit den 1970er Jahren stiegen die Temperaturen dort um 0,2 bis 0,4 °C pro Jahrzehnt. In Ostafrika erhöhten sich die Durchschnittstemperaturen zwischen 1973 und 2013 um insgesamt 0,7 bis 1 °C, im südlichen Afrika zwischen 1961 und 2015 um 1,04 bis 1,44 °C, in Westafrika seit 1970 um 1 bis 3 °C und in Zentralafrika seit 1960 um 0,75 bis 1,2 °C.

Für die zukünftige Temperaturentwicklung wird nach Stand des Sechsten Sachstandsberichts des IPCC für das Szenario RCP8.5 („Weiter wie bisher“) mit einem Anstieg von über 3 °C für alle Teile Afrikas gerechnet, mit Ausnahme von Zentralafrika, wo ein geringerer Anstieg von über 2,5 °C prognostiziert wird. Für die Anzahl der Tage mit Höchsttemperaturen über 35 °C wird bis 2050 mit einer Zunahme um 50 bis 100 Tage pro Jahr für Nordostafrika, Westafrika und den Osten und Westen des südlichen Afrikas gerechnet. Für Kältewellen wurde dagegen in den letzten Jahrzehnten eine Abnahme beobachtet und eine Fortsetzung dieses Trends ist wahrscheinlich. Die Meere erwärmen sich zeitverzögert mit den steigenden Temperaturen der Erdatmosphäre.

Niederschläge Die Entwicklung der Niederschlagsmengen in Afrika ist regional sehr unterschiedlich und weniger eindeutig. In Nordafrika nahm die Aridität zu. Der jährliche Gesamtniederschlag ging zwischen 1971 und 2000 zurück, jedoch wurde seit 2000 in Algerien und Tunesien und seit 2008 in Marokko wieder ein allmählicher Anstieg der Niederschläge beobachtet, die in den Maghrebstaaten vor allem in der Regenzeit im Herbst bis Frühling fallen. Starkregenereignisse nahmen in Nordwestafrika an Häufigkeit zu, wohingegen im Osten Nordafrikas seit den 1960er Jahren die Anzahl der Tage mit mehr als 10 mm Niederschlag abnahm. In der Sahelzone nahmen die Niederschlagsmengen zu Beginn des 20. Jahrhunderts insgesamt ab, mit zahlreichen Dürren in den 1970er und 1980er Jahren. In den letzten 20 Jahren erholten sich die Niederschlagsmengen dort. Auch in Westafrika nahmen die Niederschläge zwischen 1960 und 1980 ab und ab etwa Mitte der 1990er Jahre wieder zu, mit weniger, aber intensiveren Niederschlagsereignissen. Stärkere Niederschlagsereignisse traten ebenfalls im Sahel und am Golf von Guinea auf, insbesondere eine Verdreifachung mesoskaliger konvektiver Systeme zwischen 1982 und 2017 in der westafrikanischen Sahelzone. Im Sahel und in Westafrika wurden zudem ein später im Jahr auftretender westafrikanischer Monsun beobachtet, wobei dies im Sechsten Sachstandsbericht des IPCC mit „low confidence“ (geringe Verlässlichkeit) bewertet wird. In Zentralafrika gibt es aufgrund der sehr geringen Dichte an Wetterstationen nur wenig verlässliche Aussagen über die bisherige Entwicklung der Niederschlagsmengen, die jedoch auf eine Abnahme des Gesamtniederschlags hinweisen. In Ostafrika wurde am Äquator für die Regenzeit von Oktober bis Dezember eine Zunahme der Niederschlagsmengen seit den 1960er Jahren gemessen, während sich die von März bis Mai dauernde Regenzeit verkürzt hat und zwischen 1986 und 2007 deutlich abnehmende Niederschlagsmengen verzeichnete. Die steigenden Niederschläge im Oktober bis Dezember werden mit der Erwärmung des Indischen Ozeans in Verbindung gebracht. Im südlichen Afrika nahmen zwischen 1980 und 2015 in einigen Regionen in Namibia, Botswana und im Süden Angolas die Niederschläge zu. In Südafrika wurde dagegen in einigen Gebieten eine Abnahme der Niederschläge verzeichnet.

Die zukünftige Entwicklung der Niederschlagsmengen in Afrika lässt sich schwerer prognostizieren als Temperaturtrends. Simulationen gehen jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Rückgang der mittleren jährlichen Niederschlagsmengen in Nordafrika und im Südwesten des Südlichen Afrikas bis zum Ende des 21. Jahrhunderts aus.

Stürme mini|Bild des Terra-Satelliten von Medicane Daniel, der am 10. September 2023 auf die libysche Küste trifft.

Im südwestlichen Indik treten jedes Jahr durchschnittlich neun tropische Wirbelstürme auf, die in dieser Region Zyklone genannt werden. Von diesen treffen etwa fünf Prozent auf die Ostküste des südlichen Afrikas, wo sie in Mosambik, Simbabwe und Südafrika oft Überschwemmungen verursachen. Nach Stand des Sechsten Sachstandsberichts des IPCC gibt es bisher nur wenige Hinweise auf eine Zunahme an besonders starken Zyklonen in der Region. Mit der globalen Erwärmung wird jedoch eine Zunahme an Intensität der Zyklone prognostiziert bei gleichzeitiger Abnahme der Anzahl an Zyklonen insgesamt und einer Verschiebung der Zugbahn nach Norden. Einhergehend damit werden erhöhte Niederschlagsmengen weiter nördlich in Mosambik und im Süden Tansanias für die Monate Januar bis März erwartet, aber abnehmende südlich davon. Die abnehmenden Niederschläge würden insbesondere das Einzugsgebiet des Limpopo, eines Grenzflusses im Norden Südafrikas und Süden Mosambiks, betreffen. Durch die steigende Intensität der Zyklone ist zudem mit größeren Schäden in den betroffenen Ländern zu rechnen.

Im Nordafrika betreffenden Mittelmeerraum wurde laut dem Sechsten Sachstandsbericht des IPCC bisher ebenfalls keine deutliche Zu- oder Abnahme von Medicanes beobachtet. Jedes Jahr treten durchschnittlich 1 bis 2 dieser Stürme auf, die in etwa eine Kategorie 1 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala entsprechende Stärke erreichen. Für die Zukunft wird wie für die Zyklone im Südwestindik ein weniger häufiges, aber intensiveres Auftreten als wahrscheinlich angesehen.

Auswirkungen mini|Afrika mit betroffenen Gebieten bei einem Meeresspiegel­anstieg um 6 Meter in rot

Afrika ist einer der für die Auswirkungen des Klimawandels anfälligsten Kontinente, der dort zu einer stärkeren Erwärmung als im globalen Durchschnitt führt. Die Auswirkungen betreffen unter anderem den Wohlstand, die Ernährungssicherheit und die Gesundheit der Menschen in Afrika. Die ärmsten Teile der Bevölkerung sind von den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark betroffen.

Meeresspiegelanstieg Der Meeresspiegel stieg 2019 um 5 mm pro Jahr in einigen Küstenregionen Afrikas und überstieg diesen Wert im Südwesten des Indischen Ozeans bei Madagaskar und östlich in Richtung Mauritius. In allen anderen Regionen entsprach der Meeresspiegelanstieg dem globalen Trend von 3 bis 4 mm pro Jahr. Nahe der Küste können die Werte jedoch noch einmal wenige Millimeter pro Jahr stärker oder schwächer ausfallen wie durch Altimeter-Messungen gezeigt wurde.