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Mangersreuth (oberfränkisch: Mangeasch-raidE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „mangeʳschraid“.) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Mangersreuth hat eine Fläche von 7,907 km². Sie ist in 2974 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 2658,85 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Forstlahm, Gelbe Weiden, Herlas, Kessel, Oberkodach, Plosenberg, Tiefenbach, Weiher und Wickenreuth.

Geografie Das Pfarrdorf Mangersreuth bildet mit Kulmbach im Norden eine geschlossene Siedlung. Die B 85 führt zur B 289 (2 km nordwestlich) bzw. nach Forstlahm (2,4 km südöstlich). Eine Gemeindestraße führt nach Wickenreuth (1,8 km südlich), ein Anliegerweg nach Oberkodach (0,7 km westlich).

Geschichte Der Ort wurde 1361 als „Meingosrewt“ erstmals urkundlich erwähnt. 1398 wurde der Ort „Mengersrewt“ genannt. Das Grundwort reuth bedeutet Rodung, das Bestimmungswort ist der Personenname des Siedlungsgründers Megingaud.F. E. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 106.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Mangersreuth 20 Anwesen. Das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach übte das Hochgericht aus und hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (Kastenamt Kulmbach: 2 Höfe, 10 Gütlein, 2 Tropfgütlein, 1 Tropfhaus, 1 unbewohnte Tropfhofstatt; Markgräflicher Lehenhof Bayreuth: 1 Söldengütlein, 2 Sölden; Klosteramt Kulmbach: 1 Tropfhäuslein), das Rittergut Steinenhausen (1 Gütlein). Außerdem gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus und ein Schulhaus.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 618f.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1811 der Steuerdistrikt Mangersreuth gebildet, zu dem Oberkodach gehörte. 1812 kamen folgende Orte zum Steuerdistrikt hinzu: Forstlahm, Gelbe Weiden, Herlas (hinteres, mittleres, vorderes), Tiefenbach, Weiher und Wickenreuth. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Mangersreuth, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten einige Anwesen bis 1848 Patrimonialgerichten an, die aus den ehemaligen Rittergütern entstanden sind.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 746f. 1812 wurden Kessel und Plosenberg von Melkendorf an das Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Mangersreuth überwiesen.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 765f. Ab 1862 gehörte Mangersreuth zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in das Amtsgericht Kulmbach umgewandelt). Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,929 km².

Am 1. April 1946 wurde die Gemeinde Mangersreuth nach Kulmbach eingegliedert.

Baudenkmäler Evangelisch-lutherische Pfarrkirche Unsere Liebe Frau Pfarrhaus Wohnstallhaus

Einwohnerentwicklung Gemeinde Mangersreuth Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939Einwohner 513 710 724 732 749 817 814 868 926 955 1001 1063 1303 1347 1424 1475 1564 1698 1737HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 88 112 124 132 156 202 Quelle

Ort Mangersreuth Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 138 122 176 181 198 309 353 623 602 149 Häuser 23 32 44 61 85 94 Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 725.

Religion Mangersreuth ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei Unsere Liebe Frau (Mangersreuth).

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Kulmbach) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1361 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1946 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach