Weiher (oberfränkisch: WaijeE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 201.) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Weiher liegt in der Gemarkung Mangersreuth.
Geografie Das ehemalige Dorf bildet eine geschlossene Siedlung mit Kulmbach im Norden und Herlas im Süden. Sie befindet sich am Fuße des Rehberges (, 1,2 km nordöstlich), im Tal des Weiherbaches und am nach Süden gerichteten Hang nördlich davon. Beiderseits der Friedrich-Schönauer-Straße sind noch einige ehemals als Bauernhöfe genutzte Anwesen zu erkennen.
Der Gesteinsuntergrund wird aus Schichten des Keuper aufgebaut; über der pleistozän-holozänen Talfüllung stehen (von unten nach oben) Blasensandstein und Coburger Sandstein aus der Hassberge-Formation und Unterer Burgsandstein aus der Löwenstein-Formation an. Letzterer bildet mit seinen morphologisch widerständigen Gesteinen auch die Höhe zwischen Weiher und Kulmbach.
Geschichte 1323 wurde ein Landknecht „de Wiger“ urkundlich erwähnt, was zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes ist. 1398 wurde der Ort im Landbuch des burggräflichen Amtes Plassenburg als „Weyer“ aufgelistet. Schon die ursprüngliche Form bedeutete Weiher; die Ersetzung des h durch g,y oder j war durchaus üblich und spiegelt sich auch in der mundartlichen Aussprache wider.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 175f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Weiher 21 Anwesen. Das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach übte das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft aus. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (2 Tropfgütlein, 2 Tropfhäuser, 1 Tropfhäuslein), der markgräfliche Lehenhof Bayreuth (1 Halbhof, 1 Gut, 10 Gütlein, 2 Söldengütlein) und das Rittergut Weiher (2 Söldengütlein).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 650f.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Kessel dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Melkendorf zugewiesen.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 786. 1812 erfolgte die Überweisung an den Steuerdistrikt Mangersreuth und der neu gebildeten gleichnamigen Ruralgemeinde. Am 1. April 1946 wurde Weiher nach Kulmbach eingegliedert.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 746.
Ehemaliges Baudenkmal Fröbelstraße 3: Privathaus. Ehemals Edelsitz der Herren von Weiher. Zweigeschossig, auf Anhöhe; innen am Nordgiebel Bauinschrift auf Putzfeld, von 1662. An der Südseite Gesimsrest, gekehltes Fenstergewände. In Erdgeschossräumen Tonnen mit Stichkappen.A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Kulmbach, S. 44. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 183 138 206 271 371 568 757 1034 831 107 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 21 35 52 76 114 130 Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 727.
Religion Weiher ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach Unsere Liebe Frau (Mangersreuth) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Geographie (Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1323