Das Castello del Malconsiglio ist eine Höhenburg in der Gemeinde Miglionico in der italienischen Region Basilikata, Provinz Matera. Sie wurde im 8.–9. Jahrhundert auf einem Hügel der Gemeinde in einer strategisch günstigen Lage erbaut und wurde dafür bekannt, dass dort 1485 die Verschwörung der Barone stattfand. Nach ihrem Bau wurde die Burg zweimal erweitert, einmal 1110 und dann 1400. Die Anlage hat die Form eines Parallelogramms und ist von sieben Türmen flankiert, die älteren davon mit quadratischem Grundriss, zwei Doppeltürme und weitere Rundtürme, die an den Ecken der Anlage stehen.
Der heutige Eingang liegt auf der Nordostseite, wogegen der ursprüngliche auf der Südseite 1857 bei einem Erdbeben zerstört wurde. Im Inneren, im Obergeschoss gibt es das „Androeceum“ (dt.: Männerraum) und das „Gynaikonitis“ (dt.: Frauenraum), den „Salone del Malconciglio“, in dem sich die Verschwörung abspielte, und den „Sala della Stella“ (dt.: Sternsaal) oder „Sala degli Spiriti“ (dt.: Saal der Geister), den schönsten und geheimsten Teil der Burg mit einer Sternendecke und mit Schatullen, in denen die Schätze und wertvollsten Dokumente aufbewahrt wurden.
Die Burg gehörte über die Zeit dem Grafen Alessandro di Andria, der Familie Sanseverino aus Bisignano, Ettore Fieramosca, der Familie Pignatelli, den Caracciolos und der Familie Revertera, Fürsten von Salandra.
8.–14. Jahrhundert miniatur miniatur In der ersten Bauphase entstand eine parallelogrammförmige Anlage mit nur einem oberirdischen Stockwerk. Diese Überlegungen ergeben sich, zusätzlich zur Überprüfung und Kenntnisnahme dessen, was Ricciardi über das Alter des Erdgeschosses im Vergleich zum Obergeschoss in Bezug auf dessen Existenz sagt, wobei die Zinnen an den Begrenzungswänden heute noch klar erkennbar sind, aus den typologischen und räumlichen Unterschieden der Säle, die sich vor allen Dingen im Flügel des „Sala del Malconsiglio“ bemerkbar machen: Das Erdgeschoss besteht aus einer Folge von Räumen, die mit Kreuzgewölbedecken und eleganten, schlanken Spitzbögen versehen sind, wogegen das Obergeschoss durch imposante Rundbögen charakterisiert ist, die die Entwicklung der Tonnengewölbe markieren. Der Südwestbereich hat eine streng rechteckige Auslegung, bei der der rechte Flügel weiter als der linke ist, aber beide sind räumlich perfekt modular verteilt und der verbindende Querflügel, hat, gerade, weil er keine solche geometrische Regelmäßigkeit zeigt, einige Verwirrung über den gleichzeitigen Bau zusammen mit den beiden anderen Flügeln verursacht. Diese Verwirrung zeigt sich auch und vor allem in der mangelnden Ausrichtung der rechten Ecke der inneren Fassade, die sich im Obergeschoss in Zusammenhang mit dem Zugang zum „Sala della Stella“ findet. Diese Anomalie führt dazu, dass man denkt, der Bau dieser Seite sei nach der Errichtung der anderen beiden durchgeführt worden, und, dass die Umfassungsmauer nur dem Wehrgang diente. Eine logischere Alternative zu dieser Hypothese wäre, dass die nach dem Erdbeben geschaffene Ecke zur effektiveren Verteilung der Zugänge zu den einzelnen Räumen geschaffen wurde. Auf der anderen Seite ist die Galerie, durch die man in dem „Sala della Stella“ gelangt, klar eine moderne Ergänzung. Eine letzte Betrachtungsweise, die diese These unterstützt und in einer weiteren Beschreibung von ‚‘Ricciardi‘‘ besteht, der, nachdem er berichtet hatte, dass „man, um im Übrigen in das Obergeschoss zu gelangen, nachdem eine lange Reihe von Sälen und Zimmern auf beiden Seiten der Burg durchschritten hat, auf der Nordseite ankommt, an deren Nordwestecke man einen Saal sieht, „Sala della Stella“ genannt wird (…)“, klärt, dass „man von diesen Orten hier spricht, wie sie vor dem 16. Dezember 1857 waren. Alles hat sich jetzt aufgrund des damals aufgetretenen Erdbebens geändert.“ Dieser Bereich besteht aus dem bewohnten Kern der Burg. Der Baukörper im Nordosten, der aus dem ursprünglichen Eingangstor und dem sogenannten Bergfried besteht, von dem wir in der Folge sprechen wollen, erstreckt sich in Dreiecksform und ist, da er eine Art Vormauer enthält, für die Waffenschmiede reserviert. Die Umfassungsmauern dieser Anlage sind mit Türmen übersät, runde an den Ecken und solche mit rechteckigem Grundriss dazwischen. Eine ähnliche Anlage beschwört Analogien zu den Militärbauten Kaiser Friedrichs II. herauf: In der reichhaltigen Literatur gibt es jedoch keinen Hinweis darauf, dass Friedrich II. irgendwelche Befestigungswerke in der Burg von Miglionico hätte bauen lassen; vermutlich wurden sie nach dieser Zeit erstellt und wir können ihren Ursprung auf die Mitte des 14. Jahrhunderts zurückverfolgen. Andererseits würde eine sorgfältige Betrachtung der architektonischen Merkmale diese These stützen: Türen und Fenster mit Spitzbögen im gotischen Stil sind im Erdgeschoss häufig. Es ist daher wahrscheinlicher, dass die Baumeister die staufischen Anlagen als Vorlage nahmen und nur die Orographie des Landes eine Anlage entsprechend der des Castello di Lagopesole verhinderte. Neue und dringende Verteidigungsbedürfnisse werden die Erbauer veranlasst haben, die Türme in konkreterer Weise aus der Umfassungsmauer hervorstehen zu lassen. Die hypothetische Rekonstruktion dieser ersten Bauphase hebt drei grundlegende Elemente hervor:
1.) Die südöstlichen Außenmauern des Gebäudes weisen keinerlei Artefakte auf, die aus einer späteren Erweiterung stammen: a.) Der Baukörper zwischen den beiden großen Barbakanen lässt sich den Phasen des 16. und 17. Jahrhunderts zuordnen; b.) Der Bau, der sich neben dem heutigen Eingangstor erhebt, ist eine Konstruktion, die dem ausgehenden 19. und dem beginnenden 20. Jahrhundert zuzuordnen ist; c.) Bei der sogenannten Kapelle, die die geschichtlichen Quellen und die formalen Charakteristiken auf das 14. Jahrhundert datieren lassen, führen offensichtliche, logistische Gründe (sie befindet sich außerhalb des Mauerrings) dazu, dass man diese Annahme nicht akzeptieren kann. Die zahlreichen Umbauten und Nutzungsänderungen, denen diese Räumlichkeiten unterzogen wurden (zuerst Ölmühle, dann Zimmermannswerkstatt), hindern uns derzeit daran, das Problem zu klären;
2.) Entlang den südöstlichen Außenmauern des Gebäudes, die – wie oben erwähnt – frei von den genannten Artefakten sind, erheben sich drei weitere Türme, ähnlich wie auf der gegenüberliegenden Seite: zwei mit rechteckigem Grundriss in der Mitte und ein Rundturm am Schnittpunkt des rechteckigen Baukörpers mit dem dreieckigen. Die Ostseite des dreieckigen Baukörpers besteht daher ausschließlich aus dem rechteckigen, mittleren Turm der Umfassungsmauer, an den sich auf der Innenseite die Treppe anlehnt, über die man zum Wehrgang auf der genannten Umfassungsmauer gelangt und zu denen am gesamten Umfang der Burg: Diese Umfassungsmauer ist, wie bereits erwähnt, durch Zinnen charakterisiert, die man noch im Mauerwerk erkennt. An deren Innenfassade auf der Nordseite über der Decke der Räume, die nach dem Erdbeben wiederhergestellt wurden, sieht man Löcher zur Aufnahme der Holzbalken, die den Wehrgang unterstützten. Oben im dreieckigen Bereich und höchstwahrscheinlich an der Stelle, an der heute das nicht originale, nach dem Erdbeben 1829 erbaute Eingangstor liegt, und mit offensichtlichen Restaurierungsspuren, vermutlich von einer Restaurierung nach dem Erdbeben, kann man die Existenz des Bergfrieds annehmen. Ein Zeugnis in diesem Sinne kommt von Nicola da Ruggeri, der 1940 die Burg beschrieb und sie als ausgestattet mit „sieben Türmen, drei quadratischen, drei an den Ecken aus zwei Türmen gebildet und einen eingestürzten rechts von Eingang (…)“ bezeichnete. Wenn man bedenkt, dass auch Ricciardi von sieben Türmen spricht, und, dass die, die in die Erweiterungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert integrierten auf der Südostseite nicht mehr existieren, könnte man in guter Näherung sagen, dass das heutige Eingangstor durch die Existenz dieses Turms charakterisiert ist, der höher als die anderen ist und von dem aus man nicht nur das umgebende Gelände, sondern auch das gesamte Dorf überblicken kann. Die so eingerichtete Anlage von Miglionico würde den Kanonen befestigter Gebäude mit der ständigen Existenz des Bergfrieds entsprechen. Darüber hinaus dient dieser Turm auch als Verteidigungselement des alten Eingangstores.