Frank Düwel (* 23. April 1963 in Lübeck) ist ein deutscher Regisseur, Autor, Festivalleiter/Theaterproduzent und Dozent.
Leben und Wirken Frank Düwel studierte Theaterwissenschaften, Pädagogik und Neue Deutsche Literatur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und No-Theater bei Yoshi Oida. Von 1997 bis 2002 arbeitete er als Regie-Assistent, Regisseur, Dramaturg und Leiter der Sonderspielstätten am Theater Lübeck. Seit 2000 ist er als Mitglied des Internationalen Theaterinstituts (ITI) unter anderem als leitender Regisseur der New Project Group tätig.
Von 2003 bis 2007 war er Oberspielleiter und stellvertretender Intendant am Theater Heilbronn. Im Jahre 2007 gründete er die norden‐theaterproduktion zur Entwicklung und Kooperation in Theaterprojekten. An der Hochschule für Musik und Theater Hamburg ist er seit 2009 Projektleiter und Dozent für Musiktheater-Regie. Von 2009 bis 2024 war er Intendant im KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg und ist seit 2014 Kurator von Festival Stimme X neues Musiktheater in Hamburg, ermöglicht durch die Hamburgische Kulturstiftung.
Produktionen (Auswahl) 1999–2002: Die Signalgeber, Festival Theater der Welt Berlin, Hamburg, Lübeck, Hannover u. a. 1999: Der Elefantenmensch, B. Pomerance, Theater Lübeck 2000: Der Spiegel der See, am Hafen in Lübeck, für das Theater Lübeck 2000: Verrückt nach Vincent, H. Gibert, Theater Lübeck 2004: Der Spieler, F. Düwel nach F.M. Dostojewski, Theater Heilbronn 2004: My fair Lady, Loewe/Lerner, Theater Heilbronn 2004: Professor Unrat – Zum blauen Engel, P. Zadek, Theater Heilbronn 2005: Wild Party, A. Lippa, Theater Heilbronn 2000–2020: Der Schimmelreiter / Die Schatzinsel / Das Geisterschiff / Der Fischer und seine Frau, jeweils in der Dramatisierung von Frank Düwel, Bühne am Meer 2000 Plätze, Dangast 2005–2009: Der verlorene Sohn, Gesang der Jünglinge im Feuerofen und Fluss der Möwen, die drei Kirchenopern von Benjamin Britten, für das KirchenmusikFestival Musica Sacra, Paderborn, in Koproduktion mit dem Landestheater Detmold 2006: Lucia di Lammermoor, G. Donizetti, Landestheater Detmold 2008: Mondlicht und Magnolien, R. Hutchinson, Theater Heilbronn 2006–2011: The Borges Project, Manila / Ifdentity, Madrid / house home, Xiamen, New Project Group für das Internationale Theaterinstitut (ITI) 2006–2020: Der Schimmelreiter – Trilogie: Haukes Jugend; der junge Deichgraf und Stolz und Abgrund, John Riew’, Immensee, jeweils in der Dramatisierung von Frank Düwel, Bürgerbühne in Hanerau-Hademarschen 2009–2020: Kanu-Wander-Theater / Bismarck und sein Förster, Frank Düwel nach Zeitzeugenberichten (mit der Otto-von-Bismarck-Stiftung) / Barlach, als ich Indianer war, Frank Düwel nach E. Barlach: Mein selbst erzähltes Leben (mit der Ernst Barlach Gesellschaft), als Projekte im KulturSommer am Kanal 2010: Der nackte Wahnsinn, M.Frayn, Theater Stendal 2011: Anabasis, Arnold Schönberg Chor – Wien, Festival Musica Sacra Paderborn 2015: Rastlos… Grenzenlos… Unterwegs – Bez wytchnienia… bez grani… w drodze, gesungene und getanzte Poesie, Jugendprojekt, Bielsko-Biala (Polen), Neue Bühne Senftenberg 2017: 200 Jahre Theodor Storm: STORM – Das Meer – Die Geister – Du, Husum, Lichthoftheater Hamburg 2017: Stimmen der Nacht – szenische Symphonie von Jochen Neurath nach Joseph von Eichendorff, mit dem ensemble für neue musik zürich und Chor, Zürich, Solothurn, Heilbronn 2018: Das Spektakel: Stürme!, Der Sturm von William Shakespeare mit einem Prolog von Frank Düwel nach Texten von Herman Melville, Joseph Conrad u. a., Neue Bühne Senftenberg u. a. mit dem Chor der Bergarbeiter 2018: Donnerstag aus Licht / Dritter Akt „Michaels Heimkehr“, Karlheinz Stockhausen, Elbphilharmonie Produktion, Kampnagel Hamburg 2019: Sechs Tanzstunden in sechs Wochen, Richard Alfieri, Neue Bühne Senftenberg 2020: Elegie. Oder Ode. (An Friedrich H.), Jochen Neurath, Bamberg 2021: Ganz anders wer: Erwin Strittmatter, Frank Düwel, Neue Bühne Senftenberg 2021: InferNO! – Zu Dante Alighieris 700. Todesjahr, Jochen Neurath, Bamberg 2021: ODYSSEE, Jochen Neurath, mit dem ensemble für neue musik zürich, Zürich 2022: Immensee – Beim Durchschreiten der Novelle, Frank Düwel, Hanerau-Hademarschen 2022: Der Nix – Tanz mit dem Wassermann, Frank Düwel, im Lausitz Festival – Europas Kunstfestival 2022: Alte Liebe, E. Heidenreich und B. Schroeder, Neue Bühne Senftenberg 2023: Das Stück zur Zeit – Wallenstein, F. Schiller, für das Festival KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg 2023: Vom Fischer und seiner Frau – eine fantastische Komödie, Frank Düwel, Freilichttheater Varel 2024: Franz Kafka: Das Schloß – Eine begehbare musikalische Skulptur, Jochen Neurath, Bamberg 2024: TRISTAN – Szenische Kammermusik nach Zeilen von August v. Platen, Jochen Neurath, Bamberg 2024: Schimmelreiter – Festspiele, Frank Düwel, Hanerau-Hademarschen 2024: Lear – Königin im Moor, Kammerspiel mit Orgelbegleitung, Herma Koehn als Lear, unter anderem in Ratzeburg, Heilbronn und Bamberg 2024: Musik meines Lebens – Eine inklusive Revue, mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtungen der Diakonie in Kropp und Schleswig, Frank Düwel 2025: Die Villa – Eine Nacht in Bogotá, Eine Gesellschaftskomödie in der Direktorenvilla der Dynamit Nobel AG, Frank Düwel, Geesthacht 2025: Felix in Media, Musiktheater nach Thomas Mann, Frank Düwel, Jochen Neurath, Bamberg 2025: Von Krieg und Frieden, Chor-Musiktheater mit Musik von Claudio Monteverdi und Texten von N. Machiavelli, Frank Düwel, für den Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg
Frank Düwel entwickelt Spielorte und Geschichten, in denen Landschaft und Menschen Ausgangspunkt der Theaterarbeit sind. Diese Begegnungen an ungewöhnlichen Orten beschreiben ein neues Volkstheater.
In Dangast am Nordseedeich bei Wilhelmshaven in einer Arena mit 2000 Plätzen schuf er Der Schimmelreiter, Die Schatzinsel, Das Geisterschiff und Der Fischer und seine Frau, jeweils in eigener Dramatisierung.
In Hanerau-Hademarschen, dem letzten Lebensort von Theodor Storm, den Schimmelreiter als Kammerspiel-Trilogie, sowie die Novellen John Riew´ und Immensee – beim Durchschreiten der Novelle, jeweils als eigene Dramatisierung.
Von 2009 bis 2024 war Frank Düwel Intendant im KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg. Ein sommerliches Festival mit 90 Veranstaltungen in allen Künsten. Ein Schwerpunkt sind Theaterprojekte in der Natur und in der urbanen Landschaft. Im Kanu-Wander-Theater erreicht das Theater die Gäste vom Ufer her. Das Schauspiel Bismark und sein Förster wird als Wander-Theater im Sachsenwald erlebt. Barlach, als ich Indianer war ist eine theatrale Begegnung an Barlachs Kindheitsort. Mit Beat ´n´Dance und Parkgeflüster entwickelt Frank Düwel zahlreiche Projekte mit und für junge Menschen.
Theater als Bürgerfest:
2012: Ein Schiff wird kommen – 800 Jahre Schiffbek, Performance mit 800 Bürgern im öffentlichen Raum als fantastischer Straßenumzug mit Musik und Signalen von den Dächern, Hamburg/Billstedt
2013: Paderquellen der Identität, Theaterprojekt mit 300 Bürgern aus Paderborn. Unterschiedliche theatral-performative Verschiebungen im öffentlichen Raum im Verlauf einer Woche, Paderborn, Gewinner der Projektausschreibung Ab in die Mitte des Landes NRW
Lehre Dozent für Musiktheaterregie und Projektleiter an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Dozent für Bühnenpräsenz an der Staatsoper unter den Linden, an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Theaterfabrik Kampnagel in Hamburg.
Auszeichnungen und Ehrenmitgliedschaften 2015: Lehrpreis der Freien und Hansestadt Hamburg 2018: Theodor-Storm-Preis der Stadt Husum 2022: Ehrenmitglied des Erwin-Strittmatter-Vereins e.V.
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Person (Hanerau-Hademarschen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Mann