Diese Liste bietet eine Übersicht bisheriger Unterwasserstationen.
Berücksichtigt wurden dabei schwimmende, per Korridor erreichbare, halb-autarke und autarke Konstruktionen.
Primäre Projekte JahrZustandmax. TiefeBeschreibungzentriert|rahmenlos|234x234px1962eingestellt61 mMan in the Sea I, USA Der erste Aquanaut war Robert Stenuit im Projekt Man-In-The-Sea I von Edwin A. Link. Am 6. September 1962 verbrachte er 24 Stunden und 15 Minuten auf 61 m Tiefe in einem Stahlzylinder und absolvierte dabei mehrere Ausstiege.zentriert|rahmenlos|150x150px1962eingestellt10 mConshelf I bzw. Precontinent I (Jacques-Yves Cousteau), Frankreich Dieses erste Projekt von Jacques Cousteaus Conshelf- bzw. Precontinent-Serie wurde mithilfe des Habitats Diogenes vor der Küste Marseilles in einer Tiefe von 10 m durchgeführt. Albert Falco und Claude Wesley lebten darin für eine Woche. Diogenes war ein Stahlzylinder von 5 m Länge und 2,5 m Durchmesser und verfügte über Fernseher, Radio, Bibliothek und ein Bett.zentriert|150x150px1963eingestellt25 mConshelf II bzw. Precontinent II (Jacques-Yves Cousteau), Frankreich/Sudan Diese Anlage im Riff Shaab Rumi vor Port Sudan bestand aus drei Unterwasserstationen:
das Haupthaus Starfish in Form eines Seesterns in 10 m Tiefe eine Garage für das U-Boot Diving Saucer in 10 m Tiefe das Tiefenlabor Deep Station in 25 m Tiefe
Fünf Personen lebten einen Monat lang im Haupthaus, zwei weitere eine Woche in der Deep Station.1964eingestellt126 mMan in the Sea II, USA Im Juni 1964 verbrachten Robert Stenuit und Jon Lindbergh 49 Stunden auf einer Tiefe von 126 m in Edwin A. Links Man-in-the-Sea II-Programm. Das Habitat bestand dabei aus einem elastischen Ballon namens SPID (submerged portable inflatable dwelling, englisch für tauchfähige, portable, aufblasbare Behausung).zentriert|150x150px1964eingestellt59 mSealab I, USA Sealab I war ein Habitat der U.S. Marine. Im Juli 1964 verbrachten darin vier Taucher neun Tage auf 59 m Tiefe. Die Anlage hatte eine Länge von 12,19 m (40 Fuß) und einen Durchmesser von 2,74 m (9 Fuß), folglich also eine Nutzfläche von etwa 33 m².zentriert|150x150px|Sealab 11965eingestellt62,5 mSealab II, La Jolla/Kalifornien, USA Sealab II fand zwischen dem 28. August und 14. Oktober 1965 etwa 1 km vor der Seebrücke des Scripps Institution of Oceanography in La Jolla, Kalifornien auf einer Tiefe von 62,5 m (205 Fuß) statt, um den Nutzen von Stationen am Meeresboden zu erforschen. Das Habitat bestand aus einem Stahlzylinder mit einem Durchmesser von 3,66 m (12 Fuß) und einer Länge von 17,37 m (57 Fuß), hatte folglich also eine Nutzfläche von etwa 63,57 m².zentriert|rahmenlos|150x150px1965eingestellt11 mGlaucus, Plymouth, Großbritannien Dieses Selbstbau-Habitat bestand aus einem Zylinder von 3,7 m Länge und 2,1 m Höhe und wog 2 Tonnen. Colin Irwin (19) und John Heith (22), beide Mitglieder im Bournemouth and Poole Sub Aqua Club, wohnten darin für eine Woche in einer Tiefe von 11 m. Das Habitat verfügte über zwei Betten und ein Telefon. Die Entwicklung dauerte etwa sechs Monate und kostete 1000 £. CO2 wurde per Atemkalk aus der Luft gefiltert und gegen Sauerstoff ersetzt, so dass keine Luftversorgung von der Wasseroberfläche nötig war.
Das Human Interface Technologies Team der University of Birmingham fügte der virtuellen Simulation des Plymouth Sounds eine digitale Rekonstruktion des Habitats hinzu, so dass die Anlage zumindest virtuell wieder begehbar ist.zentriert|150x150px1965eingestellt100 mConshelf III bzw. Precontinent III (Jacques-Yves Cousteau), Frankreich Dieses Projekt wurde in der Nähe von Nizza auf einer Tiefe von 100 m durchgeführt. Sechs Besatzungsmitglieder lebten drei Wochen in diesem Habitat und testeten während täglicher Ausstiege potentielle Arbeitskapazitäten.
Das eigentliche Habitat war kugelförmig und beherbergte zwei Etagen. Es saß auf einer Plattform, die sowohl als Ballast unter Wasser als auch als Schwimmkörper an der Wasseroberfläche fungierte.1967eingestellt25 mPermon, Tschechoslowakei Permon war das erste Experiment in der Tschechoslowakei, das den langfristigen Aufenthalt eines Menschen unter Wasser untersuchte. Die Aquanauten Vilém Kocián und Vladimír Geist verbrachten im November 1967 einhundert Stunden in einer Tiefe von 25 Metern.zentriert|150x150px1966–1986eingestelltHydrolab, USA Hydrolab bestand aus einem Zylinder mit den Dimensionen 5,49 m × 2,44 m. Es verfügte über eine Eingangsschleuse, so dass die Dekompression am Ende einer Mission innerhalb des Habitats und unter der Kontrolle der Aquanauten durchgeführt werden konnte. Es diente etwa 500 Aquanauten in 150 Missionen als Forschungsplattform. 1986 wurde es an die Smithsonian Institution übergeben, wo es sich noch heute befindet.zentriert|rahmenlos|150x150px1968/1972eingestellt13 mEdalhab (Engineering Design and Analysis Laboratory Habitat), USA Dieses Habitat in Form eines liegenden Zylinders war 2,6 m hoch, 3,3 m lang und wog 14 t. Es wurde erbaut von Studenten des Engineering Design and Analysis Laboratory. Am 26. April 1968 verbrachten vier Studenten 48 Stunden und 6 Minuten in diesem Habitat in Alton Bay, New Hampshire. Es folgten zwei weitere Missionen auf 12,2 m
Edalhab II, FLARE (Florida Aquanaut Research Expedition)
Dieses Experiment der Universität New Hampshire und der NOAA zur Nutzung von Sauerstoff/Stickstoff-Atemgas fand 1972 ebenfalls in Edalhab statt. Bei diesen drei Missionen wurde das Habitat vor Miami in einer Tiefe von 13,7 m positioniert. Der Umbau zu diesem Experiment erhöhte das Gewicht des Habitats auf 23 t.1968–1974eingestellt30 mChernomor I und Chernomor II, Sowjetunion Dieses Habitat bestand aus einem Zylinder mit den Maßen 2,9 m × 7,9 m und einer Verdrängung von 62 t. Einsatzort war das Schwarze Meer. Die erste Serie von Missionen (Chernomor I) begann im Juli 1968: 28 Aquanauten in 5 Teams verbrachten zwischen 4 und 6 Tagen auf 12,5 m. Nach einem Umbau war das Habitat (jetzt Chernomor II) dazu in der Lage, 2 Wochen unabhängig von der Wasseroberfläche auf 30 m zu operieren. Zwischen 1969 und 1972 verbrachten Aquanauten in zahlreichen Missionen insgesamt 4000 Mannstunden im Habitat. Die längste Mission dauerte 52 Tage auf 15 m mit drei bis fünf Personen (1971). Durch den geringen negativen Auftrieb von 4 t kippte das Habitat einmal samt Tauchern darin um 30–40°. Ein anderes Mal 'hüpfte' es mehrere Male, bis es im Uferbereich zur Ruhe kam.zentriert|rahmenlos|150x150px1968–1969eingestellt10 mBAH 1, Bundesrepublik Deutschland BAH 1 (für Biologische Anstalt Helgoland) hatte eine Länge von 6 m und einen Durchmesser von 2 m. Sie wog etwa 20 t und war für eine Besatzung von zwei Personen vorgesehen.
Die erste Mission im September 1968 mit Jürgen Dorschel und Gerhard Lauckner in 10 m Tiefe in der Ostsee dauerte 11 Tage. Im Juni 1969 folgte eine einwöchige Flachwassermission im Bodensee. Bei dem Versuch, das Habitat auf 47 m zu verankern, wurde sie mit den beiden Tauchern darin geflutet und sank auf den Meeresboden. Man entschied, es gemäß der notwendigen Dekompressionsgeschwindigkeit mit den beiden Tauchern zu heben. Dabei kam niemand zu Schaden.
BAH I sammelte wertvolle Erfahrungen für das wesentlich größere Unterwasserlabor Helgoland. 2003 wurde BAH I als technisches Denkmal von der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld übernommen und kam noch im selben Jahr in das Nautineum Dänholm auf der Insel Kleiner Dänholm.zentriert|rahmenlos|150x150px1968–1983eingestellt10 mMalter I, Deutsche Demokratische Republik Dieses kleinere Habitat von 4,2 × 2 m wurde in einer maximalen Tiefe von 10 m in der Talsperre Malter bei Dresden eingesetzt. Die 2-Tages-Mission im November 1968 fand in 8 m Tiefe als erstes Habitat unter einer gefrorenen Wasseroberfläche statt. 1972 wurde das Habitat überholt und bis 1983 eingesetzt.1969–1971eingestellt157 mAegir, Hawaii/USA Diese Habitat bestand aus zwei Druckkammern mit den Maßen 2,7 × 4,6 m, die durch ein kugelförmiges Zwischenmodul miteinander verbunden waren. Die gesamte Anlage war auf einer geräumigen Plattform angelegt und wies dadurch sehr gute Schleppeigenschaften auf. Insgesamt wurden 25 Tauchgänge auf 24,4 m, 3 Tauchgänge auf 60,1 m und im Jahre 1971 ein Tauchgang auf 157,3 m vor Makapuu Point, Hawaii durchgeführt. Probleme entstanden durch niedrige Temperatur im Habitat und die eingeschränkte Kommunikation in der Helium-Atmosphäre. Zwischen 1971 und 1975 wurde die Anlage für Tauchsimulationen genutzt.zentriert|150x150px1969–1970eingestellt13,1 mTektite I, Tektite II und Minitat
Das Tektite-Habitat bestand aus zwei Türmen mit jeweils zwei Stockwerken. Die Türme waren durch einen flexiblen Tunnel miteinander verbunden. Tektite I fand auf 13,1 m statt und dauerte 60 Tage.zentriert|150x150px1969eingestellt186 mSealab III, San Clemente/Kalifornien, USA Nach dem Abschluss von Sealab II wurde das Habitat für eine Tiefe von über 180 m (600 Fuß) modifiziert und erhielt den Namen Sealab III. Im Februar 1969 wurde es bei San Clemente, Kalifornien abgesenkt. Bei dem Reparaturversuch eines Heliumlecks, erlitt einer der vier Taucher durch fehlendes Atemkalk einen tödlichen Unfall, was dazu führte, dass alle weiteren Programme der U.S. Marine eingestellt wurden.zentriert|rahmenlos|222x222px1969k. A.10 mSublimnos, Tobermory/Kanada
Joe MacInnis plante mit dem kanadischen Habitat Sublimnos (in Anlehnung an Limnologie), ein kostengünstiges Modell anzubieten, das sich sogar Tauchclubs und kleinere Universitäten leisten könnten. Obwohl der Bau des Habitats zu der Zeit etwa 10.000 USD kostete, wollte er diesen Preis in Zukunft auf etwa 2000 USD reduzieren. Er schuf das sogenannte Prinzip Open Hatch, demzufolge jedermann freien Zutritt zum Habitat haben sollte. Sublimnos verfügte über zwei ausklappbare Tische, eine Beobachtungskuppel an der Decke und vier Seitenfenster. Der bewohnbare obere Teil war 2,7 m hoch und hatte einen Durchmesser von 2,4 m, also ein Volumen von etwa 10 m³. Das Habitat wurde vom Ufer aus mit Luft versorgt. 1975 schenkte die MacInnis Foundation es dem Seneca College in Ontario.zentriert|150x150px1969eingestelltHelgoland, Bundesrepublik Deutschland Das Unterwasserlabor Helgoland ist eine ehemalige deutsche Unterwasserstation und das erste stationäre Tauchsystem zum Sättigungstauchen für den Einsatz in kälteren Gewässern.1969eingestellt12 mOperation Atlantide, Lago di Cavazzo, Italien Diese Anlage bestand aus mehreren miteinander verbundenen Zylindern und diente in einer Tiefe von 12 m im Lago di Cavazzo als Unterwasserstation.zentriert|rahmenlos|150x150px1970eingestellt20 mShelf I, Bulgarien
Shelf I bestand aus einem Stahlzylinder mit den Maßen 2,5 m × 6 m und wurde vor Burgas im Schwarzen Meer in einer Tiefe von 20 m verankert. Im August 1970 betraten die ersten drei Aquanauten die Anlage und verbrachten dort 4½ Tage. Die Innentemperatur war identisch mit der Außentemperatur (24 °C) und die Luftfeuchtigkeit betrug 90–95 %. Am Ende der Mission wurden die Taucher per Kapsel zum Versorgungsschiff gebracht, wo sie an die dort befindliche Druckkammer gekoppelt wurde. Die dortige Dekompression dauerte 33,5 Stunden.
Im September startete die zweite und letzte Mission, die jedoch schon nach drei Tagen wegen schlechter Wetterverhältnisse abgebrochen wurde.zentriert|rahmenlos|150x150px1972zerstört10 mHUNUC, Südafrika
HUNUC (Abkürzung für Habitat of the University of Natal Underwater Club, zu Deutsch: Habitat der Universität des Natal Unterwasser-Clubs) war das erste Unterwasserlabor Südafrikas. Die Einrichtung wurde jedoch kurz nach ihrer Positionierung durch konzeptionelle Fehler und schlechte Wetterverhältnisse zerstört.zentriert|150x150px1972–1975 1986–in Betrieb32 m 6,5 mLa Chalupa, ab 1986 Jules’ Undersea Lodge, Florida, USA