Jasmina El Bouamraoui ist eine deutsch-marokkanische Illustratorin und Grafikkünstlerin, die in Berlin lebt und unter dem Pseudonym „El Boum“ bekannt ist.
Leben El Bouamraoui studierte Illustration an der Universität der Künste in Berlin, wo sie auch ihren Bachelor machte. Sie war dort als Tutorin in der Werkstatt für Siebdruck tätig und setzte sich von 2019 bis 2023 unter anderem für mehr Vielfalt und die Abbildung von Lebensrealitäten in der nordeuropäischen Kinder- und Jugendliteratur ein. 2024 schloss sie die Kunsthochschule Weißensee mit ihrem Master ab. Für ihre Masterarbeit schuf sie ein großformatiges Triptychon (2.48 × 2.63 m) aus Holz mit dem Titel „The Undocumented Archive of Queer Craftsmanship“ (Das undokumentierte Archiv des queeren Handwerks). Inspiriert von alten Berliner Türen, beschäftigte sie sich in diesem visuellen Archiv mit der Geschichte und Sichtbarkeit queerer Personen im Handwerk. Später machte sie diese Arbeit öffentlich in einem Baugeschäft zugänglich.
El Bouamraoui betreibt mit „El Boum“ ein eigenes Designstudio in Berlin, in dem sie visuelle Gestaltungen für Nichtregierungsorganisationen und Institutionen in Deutschland anbietet. Von 2019 bis 2023 arbeitete sie für das Projekt DRIN (Diversität. Repräsentation. Inklusion. Normkritik) und gestaltete für das Goethe-Institut in Helsinki Illustrationen für Kinderliteratur. Inspiriert wurde sie beispielsweise durch das finnische Projekt „Braune Mädchen“ (finnisch Ruskeat Tytöt), das sich gemeinsam mit einem finnischen Verlag der Nachwuchsförderung widmet. Im Rahmen dieses Projekts gab sie gemeinsam mit Warda Ahmed und Chantal-Fleur Sandjon den Sammelband In our own Words heraus, für den sie auch die grafische Gestaltung erarbeitet hatte. Weiterhin nahm El Bouamraoui auf Einladung des Goethe-Instituts in Kairo als Artist in Residency an einem regionalen Programm für Comics und Graphic Novels teil.
Laut der Erziehungswissenschaftlerin Maisha Auma und anderen ist es für die Entwicklung von Kindern wichtig, dass sie sich in den Geschichten, den Illustrationen und in den Handlungen der Bücher wiederfinden können. El Bouamraoui verwendet daher Illustrationen, die durch helle, oft knallige Farben und einfache blockartige Formen auffallen. Beeinflusst wird sie dabei auch durch eine „queere Perspektive of Color“ und dekoloniale Politik. Ihre Arbeiten sollen den Betrachter einladen, Klischees aller Art in Frage zu stellen.
Wirken mini|20 Jahre Wikipedia El Bouamraoui entwarf 2021 gemeinsam mit der südafrikanischen Straßenkünstlerin und Grafikdesignerin Karabo Poppy Moletsane zahlreiche Symbole und Logos für den zwanzigsten Geburtstag der Wikipedia. Jedes dieser Geburtstags-Logos kann angepasst werden. So können Wikipedia-Benutzer die Symbole, die ihnen am besten gefallen, als Vorlage herunterladen und dann ihre eigene Darstellung gestalten.
Außerdem hat El Bouamraoui auch für YouTube, Meta, The Washington Post, Sea Watch und das Schwule Museum Berlin (SMU) gearbeitet.
Auszeichnungen (Auswahl) 2015: „Honorable Mention Prize“ der Taiwan Student International Design Competition in Taiwan (Embrace). 2017: 3. Platz beim International Students Designer Poster Contest in Thessaloniki (No Selfie Thought, No Culture). 2025: Nominierung auf der Shortlist für den World Illustration Award
Veröffentlichungen (Auswahl)
Bianca-Maria Braunshofer, Marlon Brand, Tobi Schiller: Und jetzt queer! Lesen jenseits der Norm. Leykam, Graz 2026, ISBN 978-3-7011-8396-8 (Illustrationen von Jasmina El Bouamraoui / El Boum).
Weblinks
elboum.com Offizielle Website
Einzelnachweise
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