Die omanische Cricket-Nationalmannschaft () vertritt Oman auf internationaler Ebene in der Sportart Cricket. Das Team wird vom Verband Oman Cricket (OC) geleitet und ist seit 2014 assoziiertes Mitglied im International Cricket Council. Damit gehört es zur zweiten Reihe der Nationalmannschaften und gilt, zusammen mit Nepal und den Vereinigten Arabischen Emiraten, traditionellerweise als eine der stärksten Nationalmannschaften Asiens hinter den fünf Vollmitgliedern Südasiens. Oman verfügt seit 2019, wie alle ICC-Mitglieder, über vollen T20I-Status. Größte Erfolge bei Turnieren waren die Vorrunde beim T20 World Cup (2016, 2021, 2024 und 2026) und beim Asia Cup (2025).
Geschichte Erste Jahre der Nationalmannschaft Das Cricket gelangte in den Oman, als dieser noch ein britisches Protektorat war. In den 1970er Jahren gründeten sich die ersten Cricketclubs. Die Gründung des Verbandes Oman Cricket erfolgte 1979. Zu dieser Zeit verfügte der Oman über nur ein Cricketfeld, auf dem regelmäßige Spiele stattfanden, das vom Staatsunternehmen Petroleum Development Oman gepflegt wurde, weshalb es auch PDO Ground hieß. Innerhalb weniger Jahre kamen jedoch zahlreiche weitere hinzu, so an der Sultan-Qabus-Universität und eines, das von der Fluggesellschaft Oman Air betrieben wurde. Anfang der 1980er Jahre fanden in zwei Fußballstadien gelegentliche Ausstellungsspiele statt, an denen bisweilen internationale Spieler teilnahmen. 1990/91 besuchte die omanische Nationalmannschaft Indien.
Oman wurde im Jahr 2000 als angeschlossenes Mitglied in den International Cricket Council aufgenommen und im selben Jahr trat der Verband dem Asian Cricket Council bei, was Spiele gegen andere Nationalmannschaften ermöglichte. Aufgrund der fehlenden Mitgliedschaft im Weltverband war die Teilnahme an den Qualifikationen für die Cricket World Cups der Jahre 1979, 1983, 1987, 1992, 1996, 1999 und 2003 nicht möglich. Dasselbe galt für die Asia Cups der Jahre 1986, 1988, 1990, 1995, 1997 und 2000. Das erste Auftreten der Nationalmannschaft war bei der ACC Trophy 2002 in Singapur, als sie nach nur einem Sieg gegen Katar sowie Niederlagen gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, Nepal und Kuwait den vorletzten Platz ihrer Gruppe belegte. 2003 nahm sie am ersten Gulf Cup in Kuwait teil. Ein überraschend gutes Abschneiden erzielte die Mannschaft bei der Ausgabe 2004 in Malaysia, als sie nach Gruppensiegen gegen Afghanistan, Bahrain und Hongkong im Viertelfinale Bhutan sowie im Halbfinale Katar hinter sich ließ und erst im Finale den Emiraten mit 94 Runs unterlag. Mit dem zweiten Platz qualifizierte sie sich für die ICC Trophy 2005, der letzten Qualifikationsrunde für den Cricket World Cup 2007. Gleichzeitig qualifizierte sie sich für den Asia Cup 2006. Im Jahr 2004 gewann Oman auch den Middle East Cup in Kuwait nach einem Remis gegen Bahrain; aufgrund des Sieges in der Gruppenphase gegen denselben Gegner reichte dies für den Turniersieg.
ICC Trophy 2005 und die Zeit danach mini|hochkant|Jitendra Redkar war 2002 bis 2006 List A-Kapitän Omans während mehrerer ACC- und ICC-Turniere sowie von 2007 bis 2009 Trainer der Nationalmannschaft 2005 war Oman das erste angeschlossene Mitglied, das an der ICC Trophy teilnahm. Dort verlor das Team jedoch in allem fünf Vorrundenbegegnungen gegen Schottland, die Niederlande, Kanada, Papua-Neuguinea und Namibia, womit es den letzten Gruppenrang belegte und den Cricket World Cup 2007 versäumte; es gewann jedoch die Platzierungsspiele gegen Uganda und die Vereinigten Staaten – letztere, als es eine Vorgabe von 345 Runs nach einer Partnerschaft von 127 Runs um das achte Wicket einholte. Damit erreichte Oman den neunten Platz unter zwölf Teilnehmern. Dies resultierte in der Teilnahme an der World Cricket League Division Two 2007 innerhalb der World Cricket League 2007–09.
2006 verschlechterten sich die Leistungen der Omanis, als sie in der ersten Runde der ACC Trophy nach Niederlagen gegen Singapur und Bahrain ausschieden, der einzige Sieg gelang gegen die Malediven. Damit stiegen sie in die zweite Division ab und qualifizierten sich für die ACC Trophy Challenge 2009. Ursprünglich sollte Oman im selben Jahr am Asia Cup 2006 teilnehmen und seine ersten ODIs gegen Indien und Pakistan spielen. Das Turnier wurde jedoch auf 2008 verschoben und der ACC entschied, aus dem Asia Cup 2006 ein Qualifikationsturnier zu machen. An diesem nahm stattdessen Hongkong teil.
Im Oktober und November 2007 nahm Oman am ersten ACC Twenty20 Cup in Kuwait teil und traf in der Gruppe A auf Afghanistan, Malaysia, Nepal und Katar. Die Omanis wurden Gruppenzweiter und erreichten das Halbfinale. Dort bezwangen sie den Gastgeber und teilten sich die Trophäe mit Afghanistan, nachdem das Finale in einem Remis geendet hatte. Ende November 2007 besuchten die Omanis Namibia für die Division Two der World Cricket League. Dort trafen sie auf Dänemark, den Gastgeber und die Vereinigten Arabischen Emirate, wozu sich die beiden Qualifikanten der Division Three – Argentinien und Uganda – gesellten. Nachdem sie alle Gruppenspiele für sich entschieden hatten, verloren die Omanis das Finale gegen die Emirate mit 67 Runs.
Im Januar 2009 nahm Oman am ACC Cup in Chiang Mai teil. Die Nationalmannschaft gewann das Turnier nach einfachen Siegen gegen die Malediven und Bhutan im Halbfinale bzw. Finale. Der Turnierfavorit und Gastgeber Thailand erreichte jedoch nur den vierten Platz. Im April 2009 reisten die Omanis für die Teilnahme am Cricket World Cup Qualifier, der letzten Qualifizierungsrunde für den Cricket World Cup 2011, nach Südafrika. Dort errangen sie in der Vorrunde gegen Uganda einen Sieg; da sie zuvor jedoch gegen Kanada, Irland, Schottland und Namibia verloren hatten, schieden sie wieder aus und verpassten den Cricket World Cup 2011. Im Platzierungsspiel besiegten sie Dänemark mit fünf Wickets und erreichten so den elften und damit vorletzten Platz. Im selben Jahr gewann Oman beim ACC Twenty20 Cup in den Vereinigten Arabischen Emiraten alle fünf Gruppenspiele gegen Bahrain, Katar, Nepal, Malaysia und Kuwait, womit es das Halbfinale erreichte. Dort verlor Oman jedoch gegen die Gastgeber mit sechs Wickets und verpasste die Chance auf seine Titelverteidigung. Im Platzierungsspiel um den dritten Platz konnte Kuwait bezwungen werden. Die Omanis entschieden die ACC Trophy Challenge 2009 in Thailand für sich, indem sie ihre Gruppe gegen Bhutan, Myanmar und Brunei gewannen, im Halbfinale die Malediven bezwangen und sich im Finale gegen Bhutan durchsetzten. Damit gelang ihnen der direkte Wiederaufstieg in die ACC Trophy Elite 2010. Dort gewann Oman in der Gruppenphase gegen Singapur und Kuwait, unterlag jedoch Nepal und Hongkong. Im Spiel um den fünften Platz besiegte es die Vereinigten Arabischen Emirate mit 34 Runs, was für den Klassenerhalt ausreichend war.
Im Juli 2008 kündigte Oman Cricket Pläne an, in Al Amarat nahe der Hauptstadt Maskat ein Cricketstadion nach internationalen Standards errichten zu wollen. Die Kosten für dieses Projekt wurden anfangs auf etwa 2 Million Omanische Rial geschätzt und das Grundstück würde vom Sportministerium zur Verfügung gestellt werden, der Rest der Finanzierung sollte durch Unternehmenssponsoring aufgebracht werden. Am 17. Oktober 2012 wurde der Oman Cricket Academy Ground in der Hauptstadt Maskat als erstes (und bis heute einziges) internationales Cricketstadion mit einer Grünanlage eingeweiht. Ansonsten wird Cricket in Oman „meist auf graslosen, völlig braunen Außenfeldern gespielt, auf mit Kunstrasen bedeckten Betonstreifen“ (has mostly been played on grassless, utterly brown outfields, on concrete strips covered with artificial turf). In der ACC Trophy Elite 2012 gewannen die Omanis die Gruppenspiele gegen Bhutan und die Malediven, unterlagen jedoch Afghanistan und Malaysia. Das Spiel um den fünften Platz verloren sie gegen Hongkong, womit sich Oman für die ACC Premier League 2014 qualifizierte. Dort gewann das Nationalteam seine Spiele gegen Malaysia, Hongkong und Nepal, während es gegen Afghanistan und die Vereinigten Arabischen Emirate verlor. Dies ergab den dritten Tabellenplatz und die Qualifikation für die ACC Championship 2014. Da sich Afghanistan und die Emirate jedoch auf den Cricket World Cup vorbereiteten, musste die ACC Championship 2014 abgesagt werden.
mini|Yousuf Rahim Baksh ist einer der wenigen einheimischen Omanis, der bisher für die Nationalmannschaft nominiert wurde Um 2010 waren die meisten Cricketspieler in Oman Einwanderer aus den Testnationen Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka (sowie deren Nachfahren) und weniger einheimische Omanis. In dem Jahr waren nur 100 der 780 Spieler in der Nationalliga Araber (etwa 13 %). Die Anzahl nahm bis 2016 auf etwa 400 zu, wobei sich die Gesamtzahl ebenso erhöhte. Mannschaften, die an der omanischen Liga teilnehmen, unterliegen einer Quote und müssen eine festgelegte Anzahl omanischer Staatsangehöriger für ihre Spielaufstellungen benennen. Auf nationaler Ebene haben es nur wenige einheimische Omanis in die Nationalmannschaft geschafft. So war während des ICC World Twenty20 2016 nur einer der Spieler, Sufyan Mehmood, ein Einheimischer (obschon mit Yousuf Rahim Baksh ein weiterer als Auswechselspieler nominiert worden war). Davor war Ameet Sampat der einzige in Oman geborene Spieler, der für die Cricket-Nationalmannschaft spielte (List A Cricket).
Die Omanis nahmen an der Division Three 2011 teil, die sie auf dem dritten Platz abschlossen; somit verblieben sie in der Division Three. An den Qualifikationen für die ersten drei T20 World Cups (2007, 2009 und 2010) hatten die Omanis nicht teilgenommen. Bei der World Twenty20 Qualifier 2012 verloren sie alle sieben Vorrundenspiele gegen Italien, Uganda, Kenia, Schottland, die Vereinigten Staaten, Namibia und Irland, gewannen jedoch das Spiel um den 15. Platz gegen Dänemark, womit sie die World Twenty20 2012 verpassten. Beim ACC Twenty20 Cup 2013 verlor Oman gegen Afghanistan, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait, lediglich gegen Bahrain gelang ein Sieg, wodurch das Team das Turnier auf dem vorletzten Gruppenplatz abschloss. Im selben Jahr wurde das nächste Turnier der Division Three in Bermuda ausgetragen. Dort erreichten die Omanis mit zwei Siegen in der Vorrunde gegen Italien und Uganda den fünften Platz und scheiterten damit an der Qualifikation für den Cricket World Cup Qualifier 2014 zum Cricket World Cup 2015. Stattdessen spielten sie in der World Cricket League Division Four 2014, wo sie ebenfalls den fünften Platz erreichten. Im selben Jahr wurde der Verband Oman Cricket bei der Jahreskonferenz des ICC in Melbourne zum assoziierten Mitglied ernannt.
Erste Teilnahme an der World Twenty20 mini|Die omanische Cricket-Nationalmannschaft, 2015 mini|T20I-Match Oman gegen Schottland bei der World Twenty20 Qualifier 2015