Virat Kohli (; * 5. November 1988 in Delhi, Indien) ist ein indischer Cricketspieler, der mit 19 Jahren sein Debüt in der indischen Nationalmannschaft gab und ihr ehemaliger Kapitän ist. Mit dem indischen Team gewann er den Cricket World Cup 2011 und wurde beim ICC World Twenty20 2014 und 2016 als Spieler des Turniers ausgezeichnet. Er wurde 2018 als dritter Cricketspieler überhaupt mit dem Rajiv Gandhi Khel Ratna ausgezeichnet. ESPN listet ihn als einen der bekanntesten Sportler weltweit und 2018 wurde er von Time als einer der einhundert einflussreichsten Persönlichkeiten bestimmt.

Kindheit und Ausbildung Kohli wurde 1988 in Delhi in eine punjabische Hindu-Familie geboren. Sein Vater war Anwalt, seine Mutter Hausfrau, und er hat zwei Geschwister. Mit neun Jahren wurde er in die neugegründete West Delhi Cricket Academy aufgenommen. Ab 2002 spielte er in der Delhi-U15-Auswahl und wurde in seiner zweiten Saison ihr Kapitän. 2004 stieg er in die U17-Mannschaft Delhis auf und bestritt im Juli 2006 seine erste Tour mit der indischen U19-Nationalmannschaft in England. Im September des Jahres unternahm er mit der Mannschaft eine Tour in Pakistan. Sein First-Class Cricket-Debüt gab er als 18-Jähriger im November 2006 für Delhi gegen Tamil Nadu. Im Dezember 2006 verstarb sein Vater, während Kohli in der Ranji Trophy gegen Karnataka spielte. Die ICC U19-Cricket-Weltmeisterschaft 2008 in Malaysia gewann er mit dem indischen Team als deren Kapitän. Er konnte 235 Runs erzielen und war damit der drittbeste Batsman des Turniers. Dieser Erfolg ermöglichte ihm ein Border-Gavaskar-Stipendium, um für sechs Wochen in Australien zu trainieren. Auch erhielt er einen Jugendvertrag in der Indian Premier League bei den Royal Challengers Bangalore.

Zeit als Aktiver Beginn der internationalen Karriere Im August 2008 wurde er erstmals überraschend für die Nationalmannschaft für die Tour in Sri Lanka nominiert. Dort hatte er beim ersten ODI mit 19 Jahren sein Nationalmannschafts-Debüt, da Sachin Tendulkar und Virender Sehwag, die eigentlich als Eröffnungs-Batsman eingesetzt wurden, verletzt waren. Während des vierten ODIs erzielte er mit 54 Runs sein erstes Fifty. Daraufhin wurde er, nachdem sich Shikhar Dhawan verletzt hatte, für die India A-Mannschaft nominiert, um eine inoffizielle Test-Serie in Australien zu spielen. Neben dieser Tour absolvierte er auch nationale Spiele, bevor er im November 2008 für die Tour gegen England nominiert wurde, auf der er nicht zum Einsatz kam. Dennoch bekam er von Seiten des indischen Verbandes BCCI einen Grade-D-Vertrag und damit seinen ersten zentralen Vertrag. Für die folgende Tour in Sri Lanka wurde er nicht nominiert.

Wieder ins indische Team rutschte er für ein Drei-Nationen-Turnier in Sri Lanka im September 2009, dieses Mal auf Grund der Verletzung von Gautam Gambhir. Bei der folgenden ICC Champions Trophy 2009 ersetzte er Yuvraj Singh im indischen Team. Im letzten und unbedeutenden Gruppenspiel gegen die West Indies erzielte er 79* Runs und wurde erstmals als Man of the Match ausgezeichnet. Weiterhin tätig als Verletzungsersatz spielte er einzelne Spiele bei der Tour gegen Australien im Oktober 2009 und wurde für die Tour gegen Sri Lanka nominiert. In den ersten beiden Spielen erzielte er 27 und 54 Runs, bevor er im dritten für den wiedergenesenen Yuvraj Singh weichen musste. Als dieser aufgrund einer Fingerverletzung dann endgültig ausfiel, erzielte Kohli im vierten Spiel mit 107 Runs sein erstes ODI-Century. Die Man-of-the-Match-Auszeichnung wurde in diesem Spiel zunächst an dessen Teamkollegen Gautam Gambhir gegeben, der 150 Runs erzielte. Dieser gab ihn jedoch an Kohli weiter, da er während der gemeinsamen 224-Run-Partnership vom Attackieren der Bowler durch Kohli profitierte. Beim Drei-Nationen-Turnier in Bangladesch im Januar 2010 konnte er gegen Bangladesch sein zweites Century (102* Runs) erzielen und wurde mit 275 Runs der beste Batsman des Turniers.

Aufstieg in der Nationalmannschaft mini|Kohli im Dezember 2010 Beim Drei-Nationen-Turnier in Simbabwe 2010 wurde er zum Vize-Kapitän des Teams ernannt, auch weil zahlreiche andere etablierte Spieler des indischen Teams von einer Teilnahme absahen. In der nachfolgenden Tour in Simbabwe absolvierte er sein erstes Twenty20 International. Sein nächster Einsatz für die Nationalmannschaft war im Oktober 2010 gegen Australien, bei der er im zweiten ODI ein weiteres Century (118 Runs) erzielte. Dies kam, nachdem er nach nur mäßigen Leistungen in den Monaten zuvor sich unter erhöhtem Druck ausgesetzt fühlte. Bei der folgenden Tour gegen Neuseeland gelang ihm im ersten ODI ebenfalls ein Century (105 Runs). Die Leistungen in der Serie, mit zwei weiteren Fifties, halfen ihm sich in der Mannschaft endgültig zu etablieren, und sich so für die Weltmeisterschaft zu empfehlen. Eine überzeugende Leistung auf der Tour in Südafrika sicherte ihm dann den Platz im Team. Da er neben Suresh Raina nominiert wurde und beide um den gleichen Platz in der Batting Order konkurrierten, war klar, dass jeweils nur einer von ihnen für ein Spiel eingesetzt werden konnte.

In seinem ersten Spiel bei einer Weltmeisterschaft gegen Bangladesch erzielte er sein fünftes Century (100* Runs). Er war der erste Inder, dem das bei seinem Debüt gelang. Im weiteren Verlauf des Turniers erzielte er nur wenige Runs, die sich jedoch als entscheidend erwiesen. Ihm gelang gegen die West Indies ein weiteres Fifty (59 Runs) und im Finale gegen Sri Lanka war sein 83-Run-Partnership mit Gambhir der Wendepunkt, der die Mannschaft zum Weltmeistertitel führte. In der Indian Premier League wurde er von den Royal Challengers Bangalore als einziger Spieler in dieser Saison vor dem Draft geschützt und da sich Daniel Vettori verletzte, war er erstmals auch für einzelne Spiele Kapitän der Mannschaft.

Erste Einsätze im Test-Team Auf der Tour in den West Indies zeigte er in den ODIs Konstanz, unter anderem mit 81 und 94 Runs im zweiten und fünften ODI. Auch wurde er erstmals für eine Test-Serie bei dieser Tour nominiert. Er absolvierte sein Test-Debüt in Kingston beim ersten Test, konnte jedoch während der Serie nicht überzeugen, da er Probleme mit den kurz-gebowlten Bällen der West Indies hatte. So schied er in drei seiner fünf Innings durch Bälle von Fidel Edwards aus und erzielte in drei Spielen nur 75 Runs. Daraufhin wurde er zunächst aus dem Test-Kader wieder gestrichen. Jedoch wurde er nach einer Verletzung von Yuvraj Singh für die Tour in England 2011 nachnominiert, blieb jedoch in der Test-Serie ohne Einsatz. In der ODI-Serie zeigte er zunächst nur mäßigen Erfolg, konnte jedoch im letzten Spiel mit 107 Runs ein Century erzielen. Da er zu diesem Zeitpunkt auch für sein Temperament und Lebensstil außerhalb des Platzes bekannt war, wurde ihm diese Leistung als Reifung, in einer Zeit, in der andere straucheln, ausgelegt.

Bei der folgenden Tour Englands in Indien der Saison 2011/12 konnte er im zweiten ODI ein Century (112* Runs) erzielen und 86 Runs im vierten ODI der Serie. Diese Leistungen ermöglichten ihm, ein weiteres Mal für die Test-Serie gegen die West Indies nominiert zu werden, da er den Vortritt vor Suresh Raina erhielt. Dort kam er im letzten Spiel zum Einsatz und erzielte in beiden Innings ein Fifty von 52 Runs, wobei das erste das Follow-On vermied. Es war erst das zweite Spiel überhaupt, das in einem Unentschieden endete. In der ODI-Serie erzielte er ein weiteres Century (117 Runs), das seinen Ruf untermauerte, ein Experte für die Jagd zu sein.

Auf der Tour in Australien war Kohli wieder im Test-Team. Während er in den ersten beiden Spielen nur schwach am Schlag agierte, erhielt er beim zweiten Test aufgrund einer beleidigenden Geste zum Publikum mit einer Geldstrafe belegt. Im vierten und letzten Test gelang ihm mit 116 Runs sein erstes Test-Century, auch wenn dies nicht reichte, um Indien vor der Niederlage zu bewahren. Bei der nachfolgenden Commonwealth Bank Series 2011/12 war er wieder der wichtigste Schlagmann der indischen Mannschaft, und erzielte unter anderem ein Century (133* Runs) in einem Vorrundenspiel gegen Sri Lanka. Dennoch schied Indien in der Vorrunde aus.

Etablierung im Team mini|Kohli bei der Champions Trophy 2013 Für den Asia Cup 2012 wurde er zum Vize-Kapitän des ODI-Teams ernannt, auch mit dem Hinblick dahin ihn zum zukünftigen Kapitän des indischen Teams zu entwickeln. Gegen Sri Lanka gelang ihm mit 108 Runs sein erstes Century des Turniers. Sein zweites kam gegen Pakistan, wo er 183 Runs aus 148 Bällen erzielte, die mit 330 Runs die bis dahin höchste erfolgreiche Jagd Indiens einleiteten. Auch hier schied Indien in der Vorrunde aus. Im Sommer 2012 bestritt er bei der Tour in Sri Lanka abermals die ODI-Serie und erzielte mit 106 und 128* Runs zwei Centuries und wurde Spieler der Serie. Bei der folgenden Heimtour gegen Neuseeland erzielte er sein zweites Test-Century (103 Runs) im zweiten Test in Bangalore. Beim ICC World Twenty20 2012 konnte er zwei Fifties gegen Afghanistan (50 Runs) und Pakistan (78 Runs) erzielen und wurde vom Weltverband ins Team des Turniers gewählt. In der Saison 2012/13 spielte er zunächst schwächer. Gegen England dauerte es bis zum vierten und letzten Test, bis er mit einem Century (103 Runs) einen Eindruck machen konnte. Einen weiteren Test-Century (107 Runs) konnte er gegen Australien erzielen. Da die Leistung in dieser Serie wieder besser wurde, konnte er sich im Test-Team behaupten. In der IPL wurde er ab dieser Saison fester Kapitän der Royal Challengers Bangalore.

Bei der ICC Champions Trophy 2013 konnte er mit durchschnittlichen Leistungen in der Vorrunde zunächst sicherstellen, dass Indien seine Vorrundenspiele gewann. Im Halbfinale gegen Sri Lanka erzielte er mit 58* Runs ein Fifty. Im Finale, das auf 20 Over reduziert wurde, konnte er mit 43 Runs die beste Leistung der indischen Mannschaft gegen England aufzeigen und sorgte damit für den Gewinn des Turniers für Indien.

Erste Einsätze als ODI-Kapitän Bei einem Drei-Nationen-Turnier in den West Indies nach der Champions Trophy übernahm Kohli erstmals die Kapitänsrolle für das ODI-Team. MS Dhoni hatte sich während des ersten ODIs verletzt und so fiel Kohli diese Rolle bis zum Ende des Turniers zu. Im zweiten ODI für Indien erzielte er mit 102 Runs gegen die West Indies ein weiteres Century. Da Dhoni wie andere Spieler bei der Tour in Simbabwe geschont wurden, war Kohli dort abermals Kapitän. Im ersten ODI erzielte er ein Century (115 Runs) und leitete so den ersten 5:0-Auswärts-Serien-Gewinn der indischen Geschichte ein.

Bei der Tour gegen Australien in der Saison 2013/14 erzielte er zwei Centuries (100* und 115* Runs) und war damit mit 112 Innings derjenige Batsman der am schnellsten zu 17 ODI-Centuries kam. In dessen Folge wurde Kohli erstmals als bester Batsman vom Weltverband geführt. Bei der folgenden Tour gegen die West Indies egalisierte er den Rekord von Viv Richards für die wenigsten Innings (114) um 5000 ODI-Runs zu erzielen.

Zu Beginn der Tour in Südafrika zeigte er zunächst enttäuschende Leistungen in der ODI-Serie. In der Test-Serie spielte er erstmals an Nummer 4 in der Batting Order, den Platz den zuvor Sachin Tendulkar innehatte, der nun zurückgetreten war. Im ersten Test der Serie erzielte er dann 119 und 96 Runs. In Neuseeland erzielte er sowohl ein Century in den ODIs, als auch bei den Tests.

Zum Asia Cup in Bangladesch hatte sich Dhoni abermals verletzt und Kohli übernahm wieder die Kapitänsrolle. Er startete zwar mit einem Century (136 Runs) im ersten Spiel gegen Bangladesch, jedoch schied das Team nach Niederlagen gegen Sri Lanka und Pakistan aus. Beim direkt im Anschluss ausgetragenen ICC World Twenty20 2014 war Dhoni wieder dabei. Beim Turnier, bei dem Indien bis ins Finale vorstieß, konnte Kohli 319 Runs erzielen und wurde als Spieler des Turniers ausgezeichnet.