Der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg ist einer von 26 Kirchenkreisen innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen. Zu ihm gehören (Stand 28. Januar 2025) 21 Kirchengemeinden mit 67.510 Gemeindegliedern.evangelischer Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, abgerufen am 16. November 2025.

Lage Der Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg umfasst den südlichen Teil des Märkischen Kreises sowie den Großteil des Gebiets der Städte Attendorn und Lennestadt im Kreis Olpe. Er grenzt, von Nordwesten aus im Uhrzeigersinn, an den Kirchenkreis Hagen sowie an den Kirchenkreis Iserlohn (mit dem gemeinsam er den Gestaltungsraum III in der westfälischen Landeskirche bildet) und an die Kirchenkreise Soest-Arnsberg und Siegen-Wittgenstein. Im Westen ist der Kirchenkreis An der Agger der Evangelischen Kirche im Rheinland sein Nachbar; eine kurze Grenze gibt es auch mit dem Kirchenkreis Lennep.

Geschichte In dem zur Grafschaft Mark gehörenden Gebiet des heutigen Kirchenkreises hatte sich die Reformation zwischen 1560 (Neuenrade) und 1580 (Plettenberg) fast vollständig durchgesetzt.Wilhelm Heinrich Neuser: Evangelische Kirchengeschichte Westfalens im Grundriß. Bielefeld 2002, S. 100. Die meisten Gemeinden blieben lutherisch, es entstanden im 17. Jahrhundert aber auch kleinere reformierte Gemeinden in Neuenrade, Plettenberg und Werdohl. Nach der Eingliederung in Brandenburg-Preußen konnten beide Kirchen ihre presbyterial-synodale Verfassung erhalten und festigen. Die lutherischen Gemeinden waren zunächst auf die Classes Altena und Neuenrade-Plettenberg verteilt,Heinrich Heppe: Geschichte der Evangelischen Kirche von Cleve-Mark und der Provinz Westphalen. Varnhagen, Iserlohn 1867, S. 258 f. während die reformierten mit denen von Altena, Breckerfeld, Wiblingwerde und Iserlohn die Classe Süderland bildeten.Silke Busch: Die Protokolle der reformierten Synoden und Klassen. In: Archivmitteilungen der Westfälischen Kirche. Nr. 9, 1999, S. 9–18, hier S. 17. 1797 wurde der größte Teil der Classis Altena mit der Classis Neuenrade-Plettenberg zur Classis Lüdenscheid vereinigt, die damit schon weitestgehend dasselbe Gebiet wie der spätere Kirchenkreis umfasste.Hartmut Waldminghaus: Der Kirchenkreis Lüdenscheid 1818–1918. In: Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte 96, 2001, S. 165–188, hier S. 165.

Im Zuge der Neuordnung der preußischen Provinz Westfalen nach dem Wiener Kongress wurde 1818 als einer von 16 Kirchenkreisen auch der Kirchenkreis Lüdenscheid (nach damaligem Sprachgebrauch Diözese Lüdenscheid oder Synode Lüdenscheid) gegründet, in dem die lutherischen und reformierten Gemeinden vereinigt waren. Bis auf die Stadt Altena, die zum Kirchenkreis Iserlohn kam, war er deckungsgleich mit dem Kreis Altena. In den zum ehemaligen Herzogtum Westfalen und nun zum Kreis Olpe gehörenden Gebieten wohnten damals nur wenige Evangelische. Erst durch die Industrialisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden evangelische Gemeinden (in Attendorn 1856, in Grevenbrück-Meggen 1874), die sich dem Kirchenkreis anschlossen.

1959 wurde der östliche Teil des Kirchenkreises als Kirchenkreis Plettenberg abgetrennt. Im Jahr 2000 fusionierten beide Kirchenkreise wieder zum jetzigen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg. Dabei wurde die Kirchengemeinde Rummenohl an den Kirchenkreis Hagen abgegeben. Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen – Nr. 7 vom 22. Oktober 1999, S. 206. Die Zahl der Gemeindeglieder im Kirchenkreis ist von 150.000 in den 60er Jahren auf 112.000 Gläubige beim Zusammenschluss der Kirchenkreise gesunken. Mit Stand von Februar 2024 waren es nur noch knapp 70.000.evangelischer Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, abgerufen am 23. Juni 2024 Die Zahl der Kirchenaustritte im Kirchenkreis übersteigt mittlerweile die Zahl der Beerdigungen. Im Jahr 2024 traten 982 Menschen aus der Kirche aus, während 975 Bestattungen verzeichnet wurden. Auch im Jahr 2025 gab es bis Oktober 2025 885 Austritte und 698 Beerdigungen.

In der Kirchengemeinde Lösenbach Brügge ist der CVJM mit der Gemeindejugendarbeit und Sportangeboten beauftragt. Dabei kam es im Zeitraum von den 1980er bis zu den 2020er Jahren durch zwei Mitarbeiter zu sexuellen Übergriffen.Fall 1Fall 2 Daraufhin wurde im Kirchenkreis eine Stabstelle „Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung“ eingerichtet.Stabstelle

CVJMs im Kirchenkreis bieten häufig Sport an.CVJM DeutschlandFIT UP - YouTube-Film über das Sportangebot des CVJMJUMP - YouTube-Film über einem Impuls im Sportangebot des CVJM

Kirchen und Gemeinden

Zum Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg gehören 21 Kirchengemeinden:

Evangelische Kirchengemeinde Attendorn-Lennestadt Evangelische Kirche Altenhundem, Erlöserkirche (Attendorn), Christuskirche (Finnentrop), Evangelische Kirche Grevenbrück, Emmaus-Kirche (Würdinghausen) Evangelische Kirchengemeinde Brügge-Lösenbach Kreuzkirche, Gemeindezentrum Lösenbach Evangelische Kirchengemeinde Eiringhausen Johanniskirche (Eiringhausen) Evangelische Kirchengemeinde Halver Nicolai-Kirche Evangelische Kirchengemeinde Herscheid Apostelkirche Evangelische Kirchengemeinde Hülscheid- Heedfeld Evangelische Kirche Heedfeld, Evangelische Kirche Hülscheid Evangelische Kirchengemeinde Kierspe und Rönsahl Christuskirche, Margarethenkirche, Evangelische Kirche Rönsahl Evangelische Christus-Kirchengemeinde Lüdenscheid, Christuskirche, Markuskirche Evangelische Johannes-Kirchengemeinde Lüdenscheid Johanneskirche Evangelische ERlebt Kirchengemeinde Lüdenscheid Kreuzkirche, Evangelische Kirche Brüninghausen Ev. Versöhnungs-Kirchengemeinde Lüdenscheid Apostelkirche, Erlöserkirche Evangelische Kirchengemeinde Meinerzhagen Jesus-Christus-Kirche, Johanneskirche Evangelische Kirchengemeinde Neuenrade Evangelische Kirche Neuenrade Evangelische Kirchengemeinde Oberbrügge Evangelische Kirche Oberbrügge Evangelische Kirchengemeinde Oberrahmede Evangelische Kirche Oberrahmede Evangelische Kirchengemeinde Ohle Evangelische Kirche Ohle Evangelische Kirchengemeinde Plettenberg Christuskirche, Erlöserkirche, Martin-Luther-Kirche Evangelische Kirchengemeinde Rahmede Friedrichskirche Evangelische Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück Christuskirche (Dahlerbrück), Erlöserkirche (Schalksmühle), Kreuzkirche (Schalksmühle) Evangelische Kirchengemeinde Valbert Evangelische Kirche Valbert Evangelische Kirchengemeinde Werdohl Christuskirche, Friedenskirche

Einrichtungen Der Kirchenkreis unterstützt die Kirchengemeinden, macht aber zugleich zahlreiche Angebote für übergemeindliche kirchliche Arbeit. So unterhält er mehrere Fachreferate, darunter ein Schulreferat mit Mediathek, ein Diakonisches Werk und zwei Freizeithäuser, das Landhaus Nordhelle und das Haus „Alter Leuchtturm“ auf der Insel Borkum.

Superintendenten Kirchenkreis Lüdenscheid von bis NameWolfgang Werbeck: Die Superintendenten der evangelischen Kirche in Westfalen 1818–2000. In: Jahrbuch für westfälische Kirchengeschichte 96, 2001, S. 196–198. 1818 1821 Friedrich Keßler 1822 1822 Friedrich Kleinschmidt 1823 1826 Franz Hueck 1827 1830 Friedrich Keßler 1830 1833 Friedrich Geck 1834 1841 Kaspar Philipps 1842 1848 Karl Schirmer 1848 1853 Friedrich Werckshagen 1854 1859 Carl Stöter 1861 1885 Wilhelm Geck 1885 1910 Karl Niederstein 1910 1911 Friedrich Geck 1912 1922 Heinrich Kepp 1923 1933 Karl Turck 1933 1947 Friedrich Arning 1948 1964 Walter Köllner 1964 1988 Karl-Friedrich Mühlhoff 1988 2000 Hans-Ulrich Köster

Kirchenkreis Plettenberg von bis Name 1959 1972 Otto Grünberg 1972 1996 Wilhelm Ubrig 1996 2000 Klaus Majoress Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg von bis Name 2000 2020 Klaus Majoress 2020 heute Christof Grote

Weblinks

Website des Kirchenkreises Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg auf der Website der Evangelischen Kirche von Westfalen

Einzelnachweise

Ludenscheid-Plettenberg Kategorie:Christentum im Märkischen Kreis Kategorie:Organisation (Lüdenscheid) Kategorie:Christentum im Kreis Olpe LudenscheidPlettenberg Kategorie:Christliche Organisation (Nordrhein-Westfalen)