mini|Julia Vonderlinn in der TV-Serie Das Landhaus, 1971 Julia Vonderlinn (* 16. Dezember 1942 in Berlin) ist eine Schweizer Schauspielerin und Teppichkünstlerin.

Leben Julia Vonderlinn wurde in Berlin-Charlottenburg geboren. Während acht Wochen war ihre Mutter mit der Tochter und den beiden Söhnen auf der Flucht. 1947 gelangten sie mittellos in die Schweiz. Nach zehn Jahren erhielt die Familie das schweizerische Bürgerrecht. Julia Vonderlinn besuchte zuerst die Ballettschule im Stadttheater Zürich und in Lausanne. 1962 begann sie ihre Ausbildung zur Schauspielerin in der Schauspielschule Linde Strube.Kurt Bigger: Linde Strube. In: Theaterlexikon der Schweiz. Band 3. Chronos Verlag Zürich 2005, S. 1770–1771, abgerufen am 1. November 2020. Bereits während ihres Studiums wurde sie 1963 von Walter von Schellenberg für die Titelrolle des Stücks Kleiner Engel ohne Bedeutung von Claude-André Puget engagiert. 1964 begann sie am Stadttheater Luzern unter der Leitung von Horst Gnekow ihr Anfängerengagement, das bis 1966 dauerte. In der Folge wurde sie für zahlreiche Rollen in Musicals, Filmen, im Theater am Hechtplatz, am Opernhaus Zürich, im Bernhard-Theater und am Fernsehen engagiert.

1973 gehörte sie zu den Mitbegründern der Avantgarde-Truppe «Snom & Zasch». Ab 1986 war sie Mitglied der freien Truppe «il soggetto».Katharina Erizar: Il Soggetto, Stäfa/Zürich ZH. In: Theaterlexikon der Schweiz. Bd. 2. Chronos Verlag, Zürich 2005, S. 897––989, abgerufen am 1. November 2020. Die Theatertruppe war von Franziska Kohlund und Buschi Luginbühl gegründet worden, wobei sie damit zweierlei erreichen wollten. Einerseits konnten sie auf diese Weise der hastigen Produktion etablierter städtischer Bühnen entgehen, und Theaterstücke verwirklichen, die ihnen am Herzen lagen. Andererseits vermochte Franziska Kohlund ihren Eltern Margrit Winter und Erwin Kohlund, die ehemals berühmte Schauspieler gewesen waren, weiterhin bedeutende Rollen zuhalten und ihnen so ein Alter in Ehren bereiten. 1991 zog sich Julia Vonderlinn von der Bühne zurück. Bei Irma Streich hatte sie 1987 gelernt, Wandteppiche in der Applikationstechnik zu nähen. In mehreren Ausstellungen präsentierte sie ihre Werke. Für die Rolle der Krankenschwester Ruth in Thomas Hostettlers Chesterfield kehrte sie im Jahr 2000 nochmals ans Theater am Hechtplatz zurück.Jean Grädel: Julia Vonderlinn. In: Andreas Kotte (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz. Bd. 3. Chronos Verlag, Zürich 2005, S. 2025–2026.

Seit 2013 wohnt Vonderlinn mit ihrem Ehemann, Fritz Billeter, in Volketswil, Kanton Zürich, in einer umgebauten Fabrik.

Filmografie (Auswahl) 1966: Susy Düggeli in: Polizischt Wäckerli in Gefahr von Schaggi Streuli und Sigfrit Steiner. Regie: Sigfrit Steiner, Kägi-Film AG, Produzent: Walter KägiSRF Kultur:: Polizist Wäckerli in Gefahr (1963/1966): Der ganz alltägliche Sexismus. 18. März 2018, abgerufen am 4. November 2020.SRF Antenne:: Polizist Wäckerli in Gefahr – Interview mit Schaggi Streuli. 16. Dezember 1966, abgerufen am 4. November 2020. 1983: Elisa in: Dans la ville blanche von Alain Tanner. Regie: Alain Tanner

Fernsehen (Auswahl) 1971: Das Landhaus von Vera Kastmann. Regie: Kurt FrühSRF Kultur Extra: Beitrag der Antenne zu «Das Landhaus», 1969. 1964 übernimmt Kurt Früh die Leitung des Ressorts Theater im Schweizer Fernsehen. 1969 dreht Früh die fünfteilige Krimi-Serie «Das Landhaus». 23. März 2015, abgerufen am 31. März 2021. 1974: Im Sunnegrund, Regie: Karl Suter 1975: Neugass 25 von Charles Lewinsky und Thomas Hostettler. Regie: Hans Peter Fitzi 1980: Völlerei von Gerold Späth und Seb. C. Schröder. Regie: Sebastian C. Schröder 1995–1999: Frl. Dr. Schmidlin Fascht e Familie, Serie von Charles Lewinsky; 1. Wahlkampf, Regie: Dalbert Plica. 2. Bwana M’Gogo, Regie: Norbert Schulze. 3. Alles Gute, lieber Rolf, Regie: Stephan Huber. 4. Nie mehr Esoterik, Regie: Norbert Schulze.

Theater (Auswahl)

Musical 1974: Lussy in: Holiday in Switzerland von Karl Suter, Hans Gmür und Max Rüeger. Regie: Karl Suter. Corso Theater. Zürich 1977: Verschiedene Rollen in: Happi Börsday von Hans Gmür. Regie: Karl Suter. Stadthof 11, Zürich 1980: Fräulein Dr. Sonja Wernli in: Wachtmeister Rösli von Hans Gmür. Regie: Jörg Schneider. Bernhard Theater, Zürich

Zitate aus Theater-, Fernsehen- und Musicalkritiken

Ausstellungen 1993: Wandteppiche von Julia Vonderlinn, Bernhard Theater, Zürich 1994: «Traum und Trauma», Galerie Siebzehn, Wädenswil 1995: Wandteppiche Julia Vonderlinn, Puschkin / St. Petersburg 1996: «Druk, Upali, Ceyla usw.» Galerie Kyrimis, Zürich 1998: «Titanic – Packeis – de Luxe» Galerie Kyrimis, Zürich 2001: «Himmel, Erde, Hölle.» Julia Vonderlinn und Fili Marisa Bronzini. Galerie Studio 10, Chur 2003: Wandteppiche in Applikationstechnik, Sala Espositiva di Piazza Matteotti, Castelnuovo, Val die Cecina (PI) Italien

Weblinks

Foto von Julia Vonderlinn: «Polizist Wäckerli in Gefahr» mit Schaggi Streuli, Filmsprung.ch von Thomas Hunziker Foto von Julia Vonderlinn: «Polizist Wäckerli in Gefahr», TV Spielfilm

Foto von Julia Vonderlinn mit Bruno Ganz: Filmpodium Biel: «Dans la Ville Blanche»

Literatur Jean Grädel: Julia Vonderlinn. In: Andreas Kotte (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz. Bd. 3. Chronos Verlag Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 2025–2026.

Einzelnachweise

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