Hayriye Yeter Göksu (* 10. Januar 1943 in Malatya, Türkei; † 8. September 2026) war eine türkische Physikerin und Professorin an der Universität Ankara sowie der Sultan-Qabus-Universität in Maskat, Oman.

Berufsleben

Yeter Göksu studierte von 1960 bis 1968 Physik an der Universität Ankara und der Technischen Universität des Nahen Ostens.Özgeçmiş Prof Dr. H. Yeter Göksu („Lebenslauf Prof. Dr. H. Yeter Göksu“, PDF-Datei, 370 kB). Website der türkischen Strahlenschutzvereinigung Radkor, abgerufen am 26. Oktober 2020. Nach dem Studium blieb sie an der Technischen Universität des Nahen Ostens, verbrachte einen Forschungsaufenthalt in Schweden und promovierte im Jahr 1973 in Angewandter Strahlenphysik an der Universität Birmingham.Ingrid U. Olsson, Shawky El-Gammal und Hayriye Yeter Göksu: Uppsala Natural Radiocarbon Measurements IX. Radiocarbon 11 (02) von 1969, Seiten 515–544 1978 erhielt sie eine außerordentliche Professur an der Çukurova-Universität in Adana. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Universität Oxford wechselte sie 1984 an die damalige Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung, das heutige Helmholtz Zentrum München, wo sie von 1985 bis zu ihrem Renteneintritt im Jahr 2008 das Lumineszenzlabor leitete. Anschließend kehrte sie in die Türkei zurück und wurde Professorin und stellvertretende Leiterin des Instituts für Kernphysik der Universität Ankara. Sie hatte von 2010 bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 2011 eine Professur an der Sultan-Qabus-Universität.

Yeter Göksus fachlicher Schwerpunkt lag auf der Anwendung kernphysikalischer Messungen zur Altersbestimmung, insbesondere der Radiokarbonmethode und der Messung der Strahlendosis mittels Thermolumineszenz. Göksu starb am 8. September 2026. Entsprechend ihrem letzten Willen stellte sie ihren Körper nach ihrem Tod der Wissenschaft als Körperspende (Kadaver) für die medizinische Forschung und Ausbildung zur Verfügung.

Privatleben

Yeter Göksu war mit dem Physiker Hakkı Ögelman (1940–2011) verheiratet. (PDF-Datei, 1,8 MB). Newsletter der Türkischen Astronomie-Vereinigung, Ausgabe 38 von November und Dezember 2011. Nach dem Militärputsch in der Türkei 1980 wurde sie zeitweilig entlassen und inhaftiert. Ihr wurde ihr Engagement in einer Vereinigung zur Stärkung der Rechte von Frauen vorgeworfen. Über ihre Verhaftung berichtete unter anderem die naturwissenschaftliche Fachzeitschrift Nature, nachdem sie in einem dort eingereichten Manuskript die Adresse ihres Gefängnisses als ihre Korrespondenzadresse angegeben hatte.Philip Campbell: Turkish civil rights – Trials ahead. Nature 295 von 1982, Seite 638.

Einzelnachweise

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