Dieser Artikel behandelt die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2022 in England und der Qualifikation dazu. Deutschland nahm zum zehnten Mal an der Endrunde teil und war als erste Mannschaft nach den Gastgeberinnen qualifiziert. Erstmals seit 1995 ging Deutschland wieder nicht als Titelverteidiger ins Turnier.
Qualifikation
Deutschland wurde für die Qualifikation in Gruppe I gelost und bekam als Gegner die Ukraine, Irland, Griechenland und Montenegro zugelost. Deutschland startete mit einem 10:0-Heimsieg gegen Montenegro, gegen das es das erste Spiel überhaupt war, in die Qualifikation. Es folgten zwei 8:0-Siege gegen den vermeintlich stärksten Gegner Ukraine, für die dies die höchsten Niederlagen ihrer Länderspielgeschichte sind. Die erste Hälfte der Spiele wurde mit einem 5:0-Sieg in Griechenland abgeschlossen, gegen das auch erstmals gespielt wurde. Aufgrund der COVID-19-Pandemie mussten dann die für April 2020 angesetzten Spiele in den September verschoben werden. Da auch diese Spiele, darunter das erste Spiel gegen die bis dahin aufgrund des einen mehr ausgetragenen Spiels die Tabelle anführenden Irinnen, gewonnen wurden und die Irinnen am 23. Oktober in Kiew gegen die Ukraine verloren, war die deutsche Mannschaft vorzeitig qualifiziert.
Insgesamt wurden 30 Spielerinnen eingesetzt – auch bedingt dadurch, dass einige Spielerinnen verletzungsbedingt zeitweise nicht zur Verfügung standen und andere wegen des insgesamt engen Terminplans wegen der Pandemie gelegentlich geschont wurden. Nur Lina Magull und Dzsenifer Marozsán kamen in allen acht Spielen zum Einsatz. Einmal geschont wurde Lena Oberdorf, die jüngste eingesetzte Spielerin. Zu ihren ersten Länderspielen kamen in der Qualifikation Ann-Katrin Berger (viertälteste Spielerin beim Debüt), Paulina Krumbiegel, Sandra Starke (mit Debüttor), Tabea Waßmuth und Pia-Sophie Wolter, wogegen Dzsenifer Marozsán in der Qualifikation ihr 100. Länderspiel bestritt. Beste Torschützinnen waren Klara Bühl (6 Tore, alle in den ersten vier Spielen erzielt), Lina Magull (5), Alexandra Popp und Laura Freigang (beide je 4). Insgesamt kamen 22 Spielerinnen zum Torerfolg – keine andere Mannschaft hatte mehr Torschützinnen – wobei sechs Spielerinnen ihre ersten Länderspieltore erzielten. Alexandra Popp konnte dagegen beim 10:0 gegen Montenegro bereits ihr 50. Länderspieltor erzielen.
Tabelle
Datum Spielort Gegner Ergebnis Torschützinnen31.08.2019Kassel Montenegro 10:0 (5:0)Huth (3.), Popp (8., 24., 38.), Bühl (34., 59.), Doorsoun-Khajeh (52.), Knaak (54.), Schüller (83.), Dallmann (88.) 03.09.2019Lwiw Ukraine8:0 (3:0)Däbritz (5., 80., 88.), Magull (28.), Rauch (32.), Oberdorf (54.), Huth (85.), Maier (90.+2)05.10.2019 Aachen Ukraine 8:0 (4:0) Bühl (7., 58., 61.), Gwinn (30.), Magull (37., 42., 90.+3), Leupolz (87.) 08.10.2019Thessaloniki Griechenland 5:0 (2:0)Popp (33.), Oberdorf (40.), Starke (65.), Bremer (75.), Bühl (90.) 19.09.2020ursprünglicher Termin: 11.04.2020 Essen Irland 3:0 (3:0) Hegering (8.), Marozsan (39.), Schüller (41.) 22.09.2020ursprünglicher Termin: 14.04.2020 Podgorica Montenegro 3:0 (2:0)Freigang (2.), Leupolz (45.+1), Lohmann (59.) 27.11.2020Ursprünglicher Termin war der 19.09.2020 Ingolstadt Griechenland 6:0 (4:0) Hegering (17.), Freigang (21., 39., 45.), Dallmann (72.), Krumbiegel (90.+2) 01.12.2020Ursprünglicher Termin war der 22.09.2020Dublin Irland 3:1 (2:1) Magull (21./Efm.), Waßmuth (29., 85.), McCabe (45./Elfm.) Anmerkungen:
Vorbereitung
Zwischen dem Ende der Qualifikation und dem Beginn der EM-Endrunde liegen diesmal aufgrund der Verschiebung der Endrunde aufgrund der COVID-19-Pandemie knapp 19 Monate. In diese Zeit fiel der Beginn der Qualifikation für die WM 2023, die nach der EM abgeschlossen wird.
Die eigentliche EM-Vorbereitung beginnt mit einem Camp vom 5. bis 9. Juni in Frankfurt am Main, wobei evtl. noch nicht alle Spielerinnen anwesend sein können wenn sie mit ihren Vereinen noch im Pokal aktiv sind. Es folgen weitere Trainingslager in Herzogenaurach vom 12. bis 18. Juni und vom 21. bis 29. Juni, mit einem Test-Spiel gegen die Schweiz am 24. Juni. Am 3. Juli fliegt die Mannschaft nach England.
Im Jahr der EM-Endrunde fanden bisher folgende Spiele statt, bzw. sind geplant:
Datum Ergeb-nis Gegner Austragungsort Anlass Deutsche Torschützinnen 17.02.20221:1 Middlesbrough (ENG) Vier-Nationen-Turnier Lea Schüller20.02.2022 0:1 Norwich (ENG) Vier-Nationen-Turnier 23.02.2022 1:3 Wolverhampton (ENG) Vier-Nationen-Turnier Lina Magull 09.04.2022 3:0 Bielefeld WM-Qualifikation Lena Oberdorf, Klara Bühl, Felicitas Rauch 12.04.2022 2:3 Stara Pazova (SRB) WM-Qualifikation Lea Schüller, Tabea Waßmuth 24.06.2022 7:0 Erfurt Testspiel Klara Bühl (3), Lina Magull, Linda Dallmann, Jule Brand, Sydney Lohmann
Kader Am 31. Mai wurde ein erweiterter Kader mit 28 Spielerinnen benannt.dfb.de: VOSS-TECKLENBURG BERUFT 28-KÖPFIGEN ERWEITERTEN EM-KADER Am 18. Juni wurde der Kader auf 23 Spielerinnen reduziert.dfb.de: Voss-Tecklenburg beruft endgültigen Kader für die EM in England Heraus fielen Torhüterin Martina Tufeković, die Abwehrspielerinnen Jana Feldkamp und Maximiliane Rall sowie aus dem Mittelfeld und Angriff Sjoeke Nüsken und Chantal Hagel (R), die aber als 24. Spielerin am zweiten EM-Trainingslager vom 21. bis 29. Juni teilnahm. Auf Abruf standen neben ihr und den anderen herausgefallenen Spielerinnen zudem Pauline Bremer, Fabienne Dongus, Leonie Maier, Ramona Petzelberger, Sandra Starke und Joelle Wedemeyer. Kapitänin Alexandra Popp, die während des ersten Trainingslagers positiv auf COVID-19 getestet und isoliert wurdedfb.de: Kapitänin Popp positiv auf Covid-19 getestet, blieb im Kader. Am 3. Juli flog die Mannschaft nach England. Nr.Nummern bei der EM-Endrunde SpielerinGeburts-datumDebüt VereinStand: Juni 2022 Länder-spieleStand: 24. Juni 2022 Länder-spieltore LetzterEinsatz vor der EMEM-Spiele,-Torekursiv = EM-Teilnahme ohne EinsatzEM 2022 Sp. Tor21 Ann-Katrin Berger 9. Oktober 1990 2020 3 0 20. Februar 2022 1 Merle Frohms 28. Januar 1995 2018 27 0 24. Juni 2022 6 12 Almuth Schult 9. Februar 1991 2012 64 0 29. Juni 20194 (2013, 2017) Abwehr23 Sara Doorsoun-Khajeh 17. November 1991 2016 36 1 20. Februar 20222 (2017) 3 15 Giulia Gwinn 2. Juli 1999 2017 27 3 24. Juni 2022 6 1 5 Marina Hegering 17. April 1990 2019 20 3 24. Juni 2022 6 1 3 Kathrin Hendrich 6. April 1992 2014 46 5 24. Juni 20221 (2017) 6 2 Sophia Kleinherne 12. April 2000 2019 16 0 12. April 2022 3 1 17 Felicitas Rauch 30. April 1996 2015 21 3 24. Juni 2022 5 3 Mittelfeld und Angriff14 Nicole Anyomi 10. Februar 2000 2021 8024. Juni 2022 21 22 Jule Brand 16. Oktober 2002 2021 16 5 24. Juni 2022 6 19 Klara Bühl 7. Dezember 2000 2019 2212 24. Juni 2022 4 1 13 Sara Däbritz 15. Februar 1995 2013 8617 24. Juni 20226 (2013, 2017) 6 1 16 Linda Dallmann 2. September 1994 2016 45 12 24. Juni 20222 (2017) 6 10 Laura Freigang 1. Februar 1998 2020 13 9 9. April 2022 1 9 Svenja Huth 25. Januar 1991 2011 66 13 24. Juni 2022 1 (2013, 2017) 6 4 Lena Lattwein 2. Mai 2000 2018 17 0 24. Juni 2022 5 1 8 Sydney Lohmann 19. Juni 2000 2018 12 2 24. Juni 2022 4 20 Lina Magull 15. August 1994 2015 60 19 24. Juni 20224 (2017) 53 6 Lena Oberdorf 19. Dezember 2001 2019 27 3 24. Juni 2022 5 4 11 Alexandra Popp 6. April 1991 2010 114 53 24. Juni 2022 5 6 7 Lea Schüller 12. November 1997 2017 39 25 24. Juni 2022 21 1 18 Tabea Waßmuth 25. August 1996 2020 15 5 12. April 2022 4 Anmerkung:
Lea Schüller wurde positiv auf COVID-19 getestet und stand für die Gruppenspiele gegen Spanien und Finnland nicht zur Verfügung.
Felicitas Rauch und Lena Oberdorf standen wegen jeweils einer gelben Karte aus den Gruppenspielen gegen Dänemark und Spanien für das Gruppenspiel gegen Finnland nicht zur Verfügung.
Almuth Schult stand aufgrund eines Infektes für das Viertelfinale gegen Österreich nicht zur Verfügung.
Klara Bühl wurde positiv auf COVID-19 getestet und stand für das Halbfinale gegen Frankreich und das Finale gegen England nicht zur Verfügung.
Alexandra Popp stand aufgrund von muskulären Problemen für das Finale gegen England nicht zur Verfügung.
Spielerinnen auf Abruf Spielerin Geburts-datum Debüt Verein Länder-spiele Länder-spieltore LetzterEinsatz vor der EM EM-Spiele,-ToreTor Martina Tufeković 16. Juli 1994 – 0 0 –Abwehr Jana Feldkamp 15. März 1998 2021 13 0 12. April 2022 Leonie Maier 29. September 1992 2013 79 11 26. Oktober 20218 (2013, 2017) Maximiliane Rall 18. November 1993 2018 8 0 12. April 2022 Joelle Wedemeyer 12. August 1996 2018 1 0 10. Juni 2018Mittelfeld Fabienne Dongus 11. Mai 1994 2021 4 0 23. Februar 2022 Chantal Hagel 20. Juli 1998 2022 30 9. April 2022 Sjoeke Nüsken 22. Januar 2001 2021 9 2 26. November 2021 Ramona Petzelberger 13. November 1992 – 0 0 –Angriff Pauline Bremer 10. April 1996 2014 21 4 7. März 2020 Sandra Starke 31. Juli 1993 2019 6 1 15. Juni 2021
Endrunde mini|hochkant=2.2|links|Das deutsche Team startete im ersten Gruppenspiel der Endrunde gegen Dänemark in der Besetzung (oben von links nach rechts) Merle Frohms, Felicitas Rauch, Klara Bühl, Marina Hegering, Lea Schüller, Lena Oberdorf, (unten von links nach rechts) Kathrin Hendrich, Lina Magull, Svenja Huth, Giulia Gwinn und Sara Däbritz. Im Finale gegen England wurde Jule Brand anstelle von Klara Bühl aufgestellt. (Die Aufnahme stammt vom Freundschaftsländerspiel Deutschland gegen die Schweiz am 24. Juni 2022.)
Bei der Auslosung am 28. Oktober 2021 war Deutschland neben Gastgeber England, Titelverteidiger Niederlande und Frankreich als einer der vier Gruppenköpfe gesetzt und wurde in die Gruppe B gelost. Zugelost wurden Dänemark, Spanien und Finnland. Die Bilanz gegen Dänemark ist mit zwölf Siegen, vier Remis und sechs Niederlagen positiv. Das letzte Spiel, im Viertelfinale der letzten EM, konnten die Däninnen gewinnen. Auch die Bilanz gegen Finnland ist mit neun Siegen und einer Niederlage positiv, ebenso wie die Bilanz gegen Spanien mit je drei Siegen und Remis.
Gruppenspiele
K.-o.-Runde mini|Aufstellung vor dem Viertelfinale gegen Österreich in Brentford
Auszeichnungen Lena Oberdorf wurde als beste junge Spielerin des Turniers ausgezeichnet Neben Oberdorf wurden noch die Abwehrspielerinnen Giulia Gwinn und Marina Hegering sowie Kapitänin Alexandra Popp und Klara Bühl in die Mannschaft des Turniers gewählt.
Einzelnachweise und Fußnoten
Deutschland #2022 Frauen