Kabul, die Hauptstadt Afghanistans, ist wiederholt Schauplatz von terroristischen Attentaten und anderen Angriffen, meist im Kontext des Krieges in Afghanistan, geworden. Nachfolgend eine Auflistung von Anschlägen in Kabul:

1988–2000 August 1988: Während der Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag der Saurrevolution explodierte eine Lkw-Bombe. Sechs Menschen kamen ums Leben, 49 wurden verwundet. 11. September 1988: Bei den Vorbereitungen für die Abschiedszeremonien der sowjetischen Truppen explodierte ein mit Sprengstoff gefüllter Lastwagen. 10 Menschen starben, 40 wurden verletzt. 15. Juli 1989: Anschlag mit Autobombe auf ein Restaurant, neun Tote und 49 Verletzte waren die Folge. 31. Januar 1990: Anschlag mit Autobombe auf eine Medienagentur, sechs Personen starben und 122 wurden verletzt. 29. Februar 1992: Guerillas beschossen einen Wechselmarkt mit einer Rakete, 11 Menschen kamen ums Leben und 70 wurden verletzt. 2. August 1992: Die Stadt wird von der Hizb-i Islāmī mit Mörsern beschossen, dabei starben 14 Menschen und fast einhundert wurden verwundet. 19. Mai 1994: Bei einem Raketenangriff auf einen Kontrollpunkt starben 20 Menschen, 30 wurden verletzt. 5. Januar 1997: Bei einem Bombenanschlag auf einen Markt wurden vier Menschen getötet und 37 verletzt.

2001–2009 5. September 2002: Zunächst explodierte ein Sprengsatz auf einem Markt in Kabul, die folgende Detonation eines sprengstoffbeladenen Taxis tötete zehn und verletzte 65 Menschen, darunter viele Schaulustige der ersten Explosion. Als Täter wurden al-Qaida-Extremisten vermutet. 20. April 2005: Detonation einer Autobombe, keine Verletzten oder Tote. 7. Mai 2005: Im Kabuler Internetcafé „Crystal“ zündet ein Selbstmordattentäter eine an seinem Körper angebrachte Sprengladung und tötet außer sich selbst noch zwei andere Besucher, sechs weitere werden verletzt. 30. Mai 2005: eine an einem Fahrrad montierte Sprengladung detoniert und verletzt neun Menschen. 18. Juli 2005: an einem über Nacht außerhalb der Stadt abgestellten zivilen Tanklastwagen detoniert eine Sprengladung. Der Tanklastwagen war zu diesem Zeitpunkt nicht befüllt. Zwei leicht verletzte Personen, keine Toten. 28. September 2005: Ein Selbstmordattentäter der Taliban, verkleidet als Soldat, detonierte eine Autobombe vor einem Trainingszentrum der afghanischen Armee. Neun Menschen starben und 36 wurden verletzt. Im Frühling und Sommer 2006 fielen mehr als 1000 Menschen Anschlägen in Kabul zum OpferSouad Mekhennet, Claudia Sautter, Michael Hanfeld: Die Kinder des Dschihad. Die neue Generation des islamistischen Terrors in Europa. Piper, München 2006, ISBN 3-492-04933-8; aktualisierte Taschenbuchausgabe ebenda (Juni) 2015, ISBN 978-3-492-30858-8, S. 114–126 (Die Taliban greifen wieder an), hier: S. 115. 8. September 2006: Ein Selbstmordattentäter sprengte sich in einem sprengstoffbeladenen Auto nahe einem NATO-Konvoi in die Luft, dabei kamen 16 Personen ums Leben und 29 wurden verletzt. Unter den Opfern des Anschlags, für den die Taliban verdächtigt wurden, befanden sich auch US-Soldaten. 30. September 2006: Ein Attentäter zündete vor dem Innenministerium eine Sprengstoffweste und tötete dabei zwölf Menschen und sich selbst und verletzte 50 weitere. Die Taliban reklamierten den Anschlag für sich, behaupteten aber, es sei kein Selbstmordattentat gewesen. 17. Juni 2007: Auf dem wichtigsten Verkehrsknotenpunkt der Hauptstadt sprengt ein Selbstmordattentäter einen Polizeibus in die Luft. Bei dem Anschlag starben 35 Polizisten und Zivilisten, 52 weitere wurden verletzt. Die Taliban übernahmen die Verantwortung. 29. September 2007: Ein Selbstmordattentäter der Taliban, gekleidet in Militäruniform, zerstörte einen Militärbus und tötete dabei 30 Menschen. 4. Dezember 2007: Ein Selbstmordattentäter der Taliban sprengte sich in der Nähe von NATO-Soldaten in die Luft, tötete dabei sich selbst und verletzte 22 weitere Personen. 5. Dezember 2007: Ein Selbstmordattentäter rammte einen Militärbus mit einer Autobombe. 12 Soldaten starben, 20 weitere wurden verletzt. Für den Anschlag wurden die Taliban beschuldigt 7. Juli 2008: Ein Selbstmordattentäter sprengte ein mit hundert Kilogramm Sprengstoff beladenes Fahrzeug vor der Indischen Botschaft in die Luft. 57 Menschen, darunter viele Studenten und vier Inder, starben und 141 weitere wurden verletzt. Die Behörden beschuldigten die Taliban, für den Anschlag verantwortlich zu sein, diese wiesen jedoch die Verantwortung von sich. 11. Februar 2009: Zwölf Menschen wurden getötet und 28 verletzt, als sich zwei Selbstmordattentäter der Taliban vor dem Justizministerium in die Luft sprengten. 15. August 2009 Beim NATO Afghanistan headquarters explodiert eine Bombe. Der Anschlag tötete sieben Menschen und verletzte 91. 8. Oktober 2009: Ein Selbstmordattentäter der Taliban zündete eine Autobombe vor der Indischen Botschaft, tötete zwölf und verletzte 83 Polizisten und Zivilisten.

2010 18. Januar 2010: Taliban-Milizionäre verübten mit Sprengstoff, Schusswaffen, Artillerie und Selbstmordattentätern eine Anschlagsserie gegen den Präsidentenpalast, das Justizministerium, mehrere Einkaufszentren, ein Kino, eine Bank und das Schulministerium. Sechs Zivilisten und Sicherheitskräfte sowie sieben Terroristen kamen ums Leben, mehr als 70 weitere wurden verwundet. 26. Februar 2010: Mehrere Bewaffnete und Selbstmordattentäter griffen ein Einkaufszentrum in Shahr-e Naw an, töteten 17 und verletzten 32 Menschen. Die Taliban reklamierten den Anschlag für sich. 4. Mai 2010: Ein Giftgasanschlag auf eine Mädchenschule verletzte 25 Personen, die Taliban wurden verdächtigt, ihn begangen zu haben. 18. Mai 2010: Während der Hauptverkehrszeit rammte ein Selbstmordattentäter des Haqqani-Netzwerks mit seiner Autobombe einen NATO-Konvoi. 18 Tote und 47 Verletzte waren die Folge. 18. Mai 2010: Ein Motorrad fahrender Selbstmordattentäter griff einen Markt an und tötete sich, vier weitere Personen und verletzte 20. 4. Mai 2010: Bei einem weiteren Giftgasanschlag auf eine Mädchenschule wurden 46 Menschen verletzt, die Taliban der Täterschaft beschuldigt.

2011 12. Januar 2011: Ein Selbstmordattentäter rammte mit einem sprengstoffbeladenen Motorrad einen Bus mit Mitarbeitern des Geheimdienstes Amaniyat (NDS). Die Taliban übernahmen die Verantwortung für den Angriff. 12. Januar 2011: Bei einer Anschlagsserie des Haqqani-Netzwerks gegen die US-Botschaft, das NATO-Hauptquartier, ein Gefängnis und einen Flughafen starben drei Zivilisten, ein Polizist und acht Terroristen. 20 weitere Zivilisten wurden verletzt. 6. Dezember 2011: Ein Selbstmordattentäter sprengte sich vor einem schiitischen Schrein in die Luft. 55 Personen starben, 134 wurden verletzt, die Lashkar-e-Jhangvi reklamierte das Attentat für sich.

2012 20. Januar 2012: Ein Giftanschlag verletzte etwa 200 Soldaten in dem Armeetrainingszentrum des Pul-e-Charkhi-Gefängnis.

2013 16. Januar 2013: Fünf Selbstmordattentäter der Taliban, darunter einer mit Autobombe, griffen das Geheimdienstgebäude an. Während einer der Attentäter eine Autobombe zündete, wurden die restlichen von Sicherheitskräften erschossen. Darüber hinaus starb ein Zivilist, 30 weitere Personen wurden verwundet. 1. Mai 2013: Ein Giftgasangriff verletzte 20 Schulmädchen. 16. Mai 2013: Ein Attentäter der Hizb-i Islāmī sprengte sich in der Nähe eines NATO-Konvois in die Luft, tötete 15 Menschen und verwundete 40 weitere. 11. Juni 2013: Bei einem Selbstmordanschlag mit einer Autobombe auf den Obersten Afghanischen Gerichtshof starben 14 Personen und 40 wurden verletzt. Die Taliban reklamierten den Angriff für sich. 16. November 2013: Ein Selbstmordattentäter griff eine Stammesversammlung mit einer Autobombe an, dabei starben 13 Personen und 29 wurden verletzt.

2014 12. Januar 2014: Ein Selbstmordattentäter fuhr auf einem sprengstoffbeladenen Fahrrad gegen einen Polizeibus und sprengte sich in die Luft. Der Attentäter, ein Polizist und ein Zivilist starben, 20 weitere Menschen wurden verletzt. Die Taliban übernahmen die Verantwortung für den Angriff. 17. Januar 2014: Ein Selbstmordattentäter der Taliban explodierte vor einem Restaurant in Wazir Akbar Khan, anschließend beschossen zwei weitere Angreifer den Komplex. 24 Menschen, darunter drei Angreifer, starben und vier weitere wurden verwundet. 26. Januar 2014: Ein Taliban-Attentäter detonierte nahe einem Militärbus, tötete vier Personen und verletzte 22. 10. August 2014: Bei einem Selbstmordanschlag auf einen NATO-Konvoi starben vier Zivilisten, 35 weitere wurden verletzt. Die Taliban-Extremisten reklamierten den Anschlag für sich. 13. Oktober 2014: 22 Verletzte waren die Folge eines Bombenanschlags auf einen Markt in Qarabagh. 27. November 2014: Die Taliban verübten einen Selbstmordanschlag mit einer Autobombe auf einen Konvoi der britischen Botschaft, töteten dabei fünf und verletzten 33 Menschen. 11. Dezember 2014: Während eines Schauspiels über Selbstmordattentate zündet ein Selbstmordattentäter eine Bombe. Er tötete einen Zuschauer und verletzte 16. Viele Zuschauer hielten die Explosion für einen Teil des Schauspiels.

2015 25. März 2015: Ein Selbstmordattentäter zündete nahe einem Polizeihauptquartier eine Autobombe, tötet dabei sieben und verletzt 22 Personen. 19. Mai 2015: Ein Attentäter der Taliban-Extremisten sprengte sich auf dem Parkplatz des Justizministeriums mit einer Autobombe in die Luft. Fünf Tote und zwei Dutzend Verletzte waren die Folge. 22. Juni 2015: Ein Selbstmordattentäter in einem sprengstoffbeladenen Auto explodierte und mehrere Bewaffnete griffen anschließend das Parlamentsgebäude an. Sieben Angreifer und zwei weitere Personen starben, 31 wurden verletzt. 30. Juni 2015: Ein Selbstmordattentäter der Taliban sprengte eine Autobombe nahe einem NATO-Konvoi, tötete dabei zwei weitere Menschen und verwundete zwei Dutzend. 7. August 2015: Ein Selbstmordattentäter detonierte in der Polizeiakademie Kabuls. 25 Tote und 25 Verletzte waren die Folge. 7. August 2015: 15 Menschen kamen ums Leben und 400 weitere wurden verletzt, als ein Selbstmordattentäter vor dem Gebäude des NDS eine Lkw-Bombe explodieren ließ. Die Taliban bestritten jegliche Beteiligung an dem Attentat. 22. August 2015: Ein Selbstmordattentäter zündete in der Nähe eines NATO-Konvois eine Autobombe und tötete dabei zwölf Menschen, 61 weitere wurden verletzt.

2016 20. Januar 2016: Ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe detonierte nahe einem Bus mit Mitarbeitern eines Nachrichtensenders. Sieben Menschen starben, 25 wurden verletzt. Die Taliban reklamierten den Angriff für sich. 1. Februar 2016: Ein Taliban-Selbstmordattentäter explodierte am Eingang eines Polizeigebäudes, tötete dabei 20 und verletzte 25 Menschen. 19. April 2016: Terroranschlag in Kabul am 19. April 2016: Ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe sprengt sich vor einem NDS-Gebäude in die Luft, anschließend schossen bewaffnete Angreifer auf Regierungsmitarbeiter, Zivilisten und Sicherheitskräfte. Die Folge des Anschlags, für den die Taliban die Verantwortung übernahmen, waren 67 Tote und 347 Verletzte. 30. Juni 2016: Ein Selbstmordattentäter explodierte nahe einem Polizeikonvoi. Als Sicherheitskräfte und Ersthelfer am Anschlagsort eingetroffen waren, sprengte sich ein zweiter Attentäter der Taliban in die Luft. Insgesamt starben 35 Menschen, 80 weitere wurden verwundet. 23. Juli 2016: Terroranschlag in Kabul am 23. Juli 2016: Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich inmitten einer Demonstration von Hazara in die Luft. Ein dritter Attentäter konnte rechtzeitig von Sicherheitskräften erschossen werden. 80 Menschen starben und 230 wurden verletzt, der Islamische Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich. 24. August 2016: Ein Selbstmordattentäter zündete eine Autobombe vor der Amerikanischen Universität, anschließend stürmten mehrere Angreifer mit Feuerwaffen und Handgranaten das Gebäude. 16 Personen kamen ums Leben und 53 wurden verletzt.