{ "type": "ExternalData", "service": "geoshape", "ids": "Q60626881" } mini|Flächenanteil der Teilgebiete mini|FFH-Lebensraumklasse

Das FFH-Gebiet Moore der Eider-Treene-Sorge-Niederung ist ein Natura-2000-Schutzgebiet in Schleswig-Holstein in den Kreisen Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde und Dithmarschen. Es ist Teil der Landschaft Eider-Treene-Sorge-Niederung, und grenzt an das östlich gelegene FFH-Gebiet Binnendünen- und Moorlandschaft im Sorgetal. Es besteht aus den zehn Teilgebieten Hartshoper Moor, Königsmoor-West, NSG Alte Sorge-Schleife, NSG Hohner See, NSG Dellstedter Birkwildmoor, Prinzenmoor, Südermoor, Tetenhusener Moor, Königsmoor-Ost und das Tielener Moor. Die größte Ausdehnung hat das FFH-Gebiet in nordwestlicher Richtung mit ca. 21 km. Dreiviertel des FFH-Gebietes besteht aus moorigem oder sumpfigem Gelände und einsechstel ist feuchtes bis mesophiles Grünland. In ganz Schleswig-Holstein gibt es keine echten Hochmoore vom FFH-Lebensraumtyp 7110 Lebende Hochmoore. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die letzten dieser Art abgetorft, entwässert und zu Acker- oder intensiv genutztem Weideland umgewandelt. Was übrig blieb, sind Moore des FFH-Lebensraumtyps 7120 Renaturierungsfähige degradierte Hochmoore. Von diesen gibt es in Schleswig-Holstein noch 85.

FFH-Gebietsgeschichte und Naturschutzumgebung Der NATURA 2000-Standard-Datenbogen für dieses FFH-Gebiet wurde im Juni 2004 vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) des Landes Schleswig-Holstein erstellt, im September 2004 als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) vorgeschlagen, im November 2007 von der EU als GGB bestätigt und im Januar 2010 national nach § 32 Absatz 2 bis 4 BNatSchG in Verbindung mit § 23 LNatSchG als besonderes Erhaltungsgebiet (BEG) bestätigt.

FFH-Erhaltungsgegenstand rechts|mini|FFH-Lebensraumtyp

Laut Standard-Datenbogen vom Mai 2017 sind folgende FFH-Lebensraumtypen und Arten für das Gesamtgebiet als FFH-Erhaltungsgegenstände mit den entsprechenden Beurteilungen zum Erhaltungszustand der Umweltbehörde der Europäischen Union gemeldet worden (Gebräuchliche Kurzbezeichnung (BfN)):

Sieben FFH-Lebensraumtypen nach Anhang I der EU-Richtlinie: (* = Prioritärer Lebensraumtyp) 3150 Natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut oder Froschbiss-Gesellschaften (Gesamtbeurteilung B) 3160 Dystrophe Stillgewässer (Gesamtbeurteilung A) 6410 Pfeifengraswiesen (Gesamtbeurteilung C) 7120 Renaturierungsfähige degradierte Hochmoore (Gesamtbeurteilung A) 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore (Gesamtbeurteilung B) 7230 Kalkreiche Niedermoore (Gesamtbeurteilung B) 91D0* Moorwälder (Gesamtbeurteilung B) Zwei Arten gemäß Artikel 4 der Richtlinie 2009/147/EG und Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG: 1393 Firnisglänzendes Sichelmoos (Gesamtbeurteilung A) 1355 Fischotter (Gesamtbeurteilung C) FFH-Erhaltungsziele Bis auf den Fischotter wurden alle FFH-Erhaltungsgegenstände als FFH-Erhaltungsziele übernommen und damit zu FFH-Lebensraumtypen und Arten von besonderer Bedeutung für das FFH-Gebiet erklärt: 3150 Natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut Froschbiss-Gesellschaften 3160 Dystrophe Stillgewässer 6410 Pfeifengraswiesen 7120 Renaturierungsfähige degradierte Hochmoore 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore 7230 Kalkreiche Niedermoore 91D0 * Moorwälder 1393 Firnisglänzendes Sichelmoos

Besonderheiten der FFH-Teilgebiete Der Standard-Datenbogen beschreibt die FFH-Erhaltungsgegenstände als Summe aller Teilgebiete. Mittlerweile sind für alle FFH-Teilgebiete des FFH-Gebietes eigene Managementpläne erstellt worden. Im Folgenden sollen diese insbesondere auf Grund ihrer jeweiligen FFH-Analyse und Bewertung, sowie den daraus erstellten gebietsspezifischen Maßnahmenkatalogen separat betrachtet werden.

FFH-Teilgebiet Hartshoper Moor links|mini|Beobachtungshügel im Hartshoper Moor mini|Eigentümer mini|Lebensraumtyp

Das FFH-Teilgebiet Hartshoper Moor liegt zum überwiegenden Teil im Kreis Rendsburg-Eckernförde in der Gemeinde Sophienhamm südlich der Bundesstraße 202. Im Nordwesten östlich des Kanaldamms liegt ein kleiner Teil von ca. 31 ha in der Gemeinde Friedrichsgraben. Es hat eine Gesamtgröße von 250 ha. Der höchste Punkt liegt im Zentrum bei 3 m, der niedrigste bei 0 m am Nordwestrand südlich der B200. Es handelt sich um ein ehemaliges Hochmoor, das durch ein dichtes Grabennetz entwässert und dann ausgetorft wurde. Durch die Trockenlegung und anschließende Nutzung als Grünland hat sich der Boden im Moor in den letzten 200 Jahren um ca. 3 m gesenkt. Das FFH-Gebiet ist fast vollständig dem FFH-Lebensraumtyp 7120 Renaturierungsfähige degradierte Hochmoore zuzuordnen. Im Nordosten liegt ein kleiner eutropher See, der dem FFH-Lebensraumtyp 3150 Natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut Froschbiss-Gesellschaften zuzuordnen ist. Daneben befinden sich am Westrand ausgetorfte Moorflächen, die sich zum FFH-Lebensraumtyp 91D0 * Moorwälder ausgebildet haben. Das FFH-Teilgebiet ist zum überwiegenden Teil im Besitz der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Alle Grünlandflächen der Stiftung werden nur noch extensiv genutzt. Für den Besucher stehen mehrere Wander- und Radwege zur Verfügung. Es gibt zwei Parkplätze und sechs Informationstafeln des Besucherinformationssystems (BIS) für Naturschutzgebiete und NATURA 2000-Gebiete in Schleswig-Holstein mit robusten Metallspendern für das Faltblatt „FFH-Gebiet Hartshoper Moor“ mit vielen Informationen zur Gebietsgeschichte, Flora und Fauna, sowie zwei Aussichtstürme zur Vogelbeobachtung. Für das FFH-Teilgebiet wurde vom LLUR noch kein Betreuer geschützter Gebiete in Schleswig-Holstein gem. § 20 LNatSchG ernannt. Nur für den Part des Europäischen Vogelschutzgebietes DE-1622 493 „Eider-Treene-Sorge-Niederung“ Teilgebiet „Hartshoper Moor“, in dem sich das FFH-Teilgebiet Hartshoper Moor befindet, wurde Michael Holbe als Vertreter der Initiative „Runder Tisch Hartshoper Moor“ als Betreuer ernannt.

FFH-Analyse und Bewertung Das FFH-Teilgebiet Hartshoper Moor bietet beste Voraussetzungen für die Wiederherstellung eines Hochmoores. Die bereits durchgeführten Vernässungsmaßnahmen der letzten 10 Jahre haben schon erste Erfolge bei der Wiederansiedelung hochmoortypischer Flora und Fauna gezeigt. Da die Moorbildung einen Prozess für die nächsten Jahrhunderte bedeutet, ein Moor wächst im Durchschnitt 1 mm pro Jahr, kann die Einbindung weiterer Flächen der Umgebung in die Maßnahmen förderlich sein. Die Wiedervernässung hat aber auch Verlierer im Kampf um Habitate. So wird sich die Population der Feldlerche, die trockene offene extensiv genutzte Weide- und Ackerflächen bevorzugt, im Gebiet vermutlich verringern. Dagegen haben die Bestände an Rotschenkel, Kiebitz, Bekassine und Moorfrosch stark zugenommen.

FFH-Maßnahmenkatalog Den FFH-Erhaltungs-,Wiederherstellungs- und Entwicklungsmaßnahmen ist ein großer Teil des Managementplanes für das Teilgebiet gewidmet. Darüber hinaus sind die Maßnahmen in sechs Maßnahmenblättern, sowie einer Maßnahmenkarte festgehalten.

Maßnahmenblatt Nr. 1: Vernässung des Grünlandes an der Nordwestgrenze durch Verschluss der Gräben und Anlage eines Walles. Maßnahmenblatt Nr. 2: Vernässung des Grünlandes zwischen der B202, dem Schemelsdamm und dem Kanaldamm durch Verfüllung von Gräben, Entfernung von Drainagen und Anlegen von Wällen. Diese Maßnahmen wurden bis Ende 2016 weitgehend abgeschlossen. Maßnahmenblatt Nr. 3: Als weitergehende langfristige Entwicklungsmaßnahme ist die Erweiterung des FFH-Teilgebietes durch Ankauf, Pacht oder Vertragsnaturschutz von Privatflächen zwischen der B202 und dem Schemelsdamm vorgesehen. Maßnahmenblatt Nr. 4: Optimierung der Wasserstände an der Parzelle östlich des Kanaldamms zwischen Schemelsdamm und Grevenskuhler Damm. Maßnahmenblatt Nr. 5: Hier handelt es sich um Maßnahmen außerhalb des FFH-Teilgebietes. Maßnahmenblatt Nr. 6: Anlage von Verwallungen und regulierbaren Stauen entlang der Ostgrenze des Gebietes. Langfristig Ankauf, Pacht oder Vertragsnaturschutz von privaten Flächen an der Ostgrenze.

FFH-Teilgebiet Königsmoor West links|mini|Westrand vom Königsmoor-West

Das FFH-Teilgebiet Königsmoor West liegt im Kreis Rendsburg-Eckernförde im Nordosten der Gemeinde Christiansholm zwischen den Ortsteilen Christiansholm und dem Ortsteil Königsberg der Gemeinde Königshügel. Es hat eine Gesamtgröße von 204 ha. Im Südosten ragt der Rest eines Geestrückens in das Gebiet hinein. Dort befindet sich der höchste Bereich mit 2,75 m. Das Gelände fällt nach Nordwesten bis auf - 0,5 m ab. Die Moorstadien konzentrieren sich im Wesentlichen im Südosten, während der Rest von unterschiedlichen Grünlandstadien bedeckt ist. Alle Parzellen befinden sich im Besitz der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Es ist Teil des Landschaftsschutzgebietes „Eider-Sorge-Niederung“, das im Jahre 2001 eingerichtet wurde. Das Gebiet wird touristisch wenig genutzt. Als alleiniger im Standard-Datenbogen aufgeführter FFH-Erhaltungsgegenstand für das Teilgebiet ist der FFH-Lebensraumtyp 7120 Renaturierungsfähige degradierte Hochmoore zu finden, wobei der überwiegende Teil einen mäßigen bis schlechten Erhaltungszustand aufweist. Das Teilgebiet ist ein Brutplatz für viele Vogelarten. Der Moorfrosch und die Kreuzotter sind dort ebenfalls heimisch. Am Westrand der Teilgebietes, aber außerhalb, liegt ein gesetzlich geschütztes Archäologisches Bodendenkmal. Es handelt sich um das Wrack eines Kampfflugzeuges aus dem Zweiten Weltkrieg. Es liegt noch immer versunken im Moor. Da nach Zeugenaussagen die Besatzung nicht geborgen wurde, ist es als Kriegsgrab abzusehen. mini|Mooraufbau

FFH-Analyse und Bewertung Das Kapitel Analyse und Bewertung beschäftigt sich unter anderem mit der Hydrologie und den aktuellen Gegebenheiten des FFH-Teilgebietes. Die Ergebnisse fließen in den FFH-Maßnahmenkatalog ein. Um den Erhaltungszustand des FFH-Lebensraumtypes Renaturierungsfähige degradierte Hochmoore zu verbessern, muss der Wasserstand im Moor weiter angehoben werden. Mittlerweile haben sich Birken und Gagelbüsche im Moor angesiedelt. Diese sorgen für eine unerwünschte Beschattung und führen zum Absterben der moortypischen Vegetation. Eine generelle Anhebung der Wasserstände bietet die Möglichkeit, noch vorhandenes Intensivgrünland durch Abschiebung der Grasnarbe und Aufbringung von Torferde eine Grundlage für neue Moorvegetation zu schaffen. Im Nordosten des Moores kann man die Folgen der bereits durchgeführten Wiedervernässungsmaßnahmen anhand von Luftbildern vor und nach der Wiedervernässung deutlich erkennen.

FFH-Maßnahmenkatalog Der im Managementplan für das Teilgebiet erstellte Maßnahmenkatalog wird durch ein Maßnahmenblatt und eine Maßnahmenkarte ergänzt. Die Maßnahmen beziehen sich fast ausschließlich auf die Südhälfte des Gebietes, in dem bis dahin noch keine größeren Vernässungsmaßnahmen durchgeführt worden sind. Zum Schutz der Habitate der Kreuzotter sind mit steigendem Wasserstand besondere Maßnahmen für die Nester zur Eiablage und die Überwinterungsquartiere erforderlich (Maßnahme M7 im Maßnahmenblatt 1). Für die Vernässung werden die mittlerweile für Renaturierung von Mooren zum Standard gewordenen Maßnahmen vorgeschlagen. mini|Gemeindezugehörigkeit

FFH-Teilgebiet NSG Alte Sorgeschleife links|mini|BIS-Tafel am Rastplatz Alte Sorgeschleife mini|Aussichtsplattform Alte Sorgeschleife links|mini|„Spieljunken“ - Feuchtgebiet Alte Sorgeschleife mini|„Spieljunken“ - Feuchtgebiet Alte Sorgeschleife