mini|Separierter Wartebereich für Afroamerikaner in Durham, North Carolina zur Zeit der Rassentrennung (1940) Als Jim-Crow-Gesetze () wird eine Reihe von Gesetzen bezeichnet, die in der Zeit von der Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten 1865 bis zum Ende der Rassentrennung nach Inkrafttreten des Civil Rights Acts und des Voting Rights Acts Mitte der 1960er Jahre hauptsächlich in den Südstaaten in Kraft waren.

Ziele Ziel der von weißen Südstaaten-Demokraten initiierten Gesetze im Solid South war es, der schwarzen Bevölkerung ihre in der Reconstruction erlangten Rechte sowie die ökonomischen und politischen Errungenschaften zu nehmen. Benannt sind die Gesetze nach der von Thomas D. Rice erfundenen Figur des Jim Crow, eines stereotypen tanzenden, singenden Schwarzen.

Kern der Gesetze war die Rassentrennung (racial segregation) in allen öffentlichen Einrichtungen, darunter insbesondere auch im Bildungssystem und öffentlichen Personennah- und -fernverkehr. Die Jim-Crow-Gesetze allein waren nicht verantwortlich für die Segregation, sondern sie bildeten lediglich den rechtlichen Rahmen für den tradierten Rassismus insbesondere der Südstaaten.Leslie V. Tischauser: Jim Crow Laws. ABC-CLIO, Santa Barbara 2012, ISBN 978-0-313-38608-4, S. 35 f. Der Supreme Court entschied 1896 im Fall Plessy v. Ferguson, dass dies zulässig sei, solange der Grundsatz gewahrt bleibe. In der Praxis waren die der schwarzen Bevölkerung zugänglichen Einrichtungen jedoch deutlich schlechter und unterfinanziert. Noch 1950 hatten 42 Bundesstaaten Jim-Crow-Gesetze zur Segregation.Leslie V. Tischauser: Jim Crow Laws. Santa Barbara 2012, S. 35.

Im Mai 1954 wurde durch die Supreme-Court-Entscheidung im Fall Brown v. Board of Education die Rassentrennung im Bildungssystem für verfassungswidrig erklärt. Die Umsetzung dieser Entscheidung erfolgte nur langsam. Mit dem Civil Rights Act von 1964 und dem Voting Rights Act von 1965 verloren die Jim-Crow-Gesetze ihre Grundlage.

Es werden Gesetze in den nördlichen Bundesstaaten ebenfalls zu den Jim-Crow-Gesetzen gezählt, z. B. verbot Oregon 1862 die Mischehe und änderte dieses Gesetz 1867.

Bundesstaaten mit Jim-Crow-Gesetzen

Bundesstaaten ohne Jim-Crow-Gesetze

Literatur Margaret A. Burnham: Hands Now Known: Jim Crow’s Legal Executioners. W. W. Norton, New York 2022, ISBN 978-0-393-86785-5.

Stephen A. Berrey: The Jim Crow Routine: Everyday Performances of Race, Civil Rights, and Segregation in Mississippi. University Press of North Carolina, Chapel Hill 2015, ISBN 978-1-4696-2093-0. Douglas A. Blackmon: Slavery by Another Name. The re-enslavement of black americans from the Civil War to World War II. Icon Books, London 2012, ISBN 978-1-84831-413-9. Anthony W. Marx: Making Race and Nation: A Comparison of South Africa, the United States, and Brazil. Cambridge University Press, Cambridge 1998, ISBN 978-0-521-58455-5, S. 217–249 (= 9. Burying Jim Crow: Black Racial Identity, Mobilization, and Reform in the United States).

Weblinks PBS: Jim Crow Laws (Freedom Riders) Jim Crow Museum der Ferris State University: What was Jim Crow Nikki Brown: Jim Crow & Segregation. Eintrag bei 64 Parishes: Encyclopedia, 21. Januar 2015, zuletzt aktualisiert am 13. Dezember 2024. Alwyn Barr, Douglas Hales: Jim Crow Laws. Eintrag bei Encyclopedia of the Great Plains.

Einzelnachweise

Kategorie:Geschichte der Vereinigten Staaten (1865–1918) Kategorie:Rassismus in den Vereinigten Staaten Kategorie:Südstaaten Kategorie:Rechtsquelle (19. Jahrhundert) * Kategorie:Rechtsgeschichte (Vereinigte Staaten)