mini|Peter Heumos (2011) Peter Heumos (* 3. März 1938 in Krappitz, Landkreis Oppeln, Provinz Oberschlesien; † 12. Oktober 2022 in Vilsbiburg, Niederbayern) war ein deutscher Historiker, der sich hauptsächlich mit der Geschichte der Länder der böhmischen Krone bzw. der Tschechoslowakei und Ostmitteleuropas im 19. und 20. Jahrhundert befasste.
Leben Heumos wurde in Krappitz in Oberschlesien geboren. Er wuchs in Seefeld und Nordenham in der Wesermarsch und in Oldenburg auf. 1955 besuchte er die Schiffsjungenschule Kein Belegan der Elsflether Werft und absolvierte die Ausbildung zum Matrosen in der Handelsschifffahrt. 1962 erwarb er das Patent als nautischer Schiffsoffizier in großer Fahrt an der Seefahrtschule Bremen. Auf dem zweiten Bildungsweg machte er 1964 das Abitur am Braunschweig-Kolleg in Braunschweig. Als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes studierte er Neuere Geschichte, Osteuropäische Geschichte und Slawistik in Göttingen (1964–1966), Bochum (1966–1968) und Prag (1968–1970).
Bei Hans Roos an der Abteilung für Geschichtswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum promovierte er 1972 mit einer Arbeit über die tschechische Bauernbewegung im 19. Jahrhundert. 1973–1983 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Ruhr-Universität Bochum. 1987–2003 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Collegium Carolinum, Forschungsstelle für die böhmischen Länder, in München. Von 1990 bis 1994 war er gemeinsam mit Jan Křen Mitglied der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommission.
mini|hochkant=0.5|Grabstätte auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde Er war verheiratet und hat eine Tochter. Seine letzte Ruhestätte fand Peter Heumos auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin.
Schwerpunkte Heumos befasste sich vor allem mit der Sozialgeschichte und Zeitgeschichte der Länder der Böhmischen Krone, der Tschechoslowakei und Mitteleuropas.Autorisierter Eintrag Peter Heumos im Katalog der Národní knihovna ČR in Prag. Im Zentrum stand dabei die Geschichte sozialer Gruppen wie der Arbeiterschaft vom 19. Jahrhundert bis zum Staatssozialismus. Neben fünf Monographien veröffentlichte er rund 100 Aufsätze. Mehrere seiner Schriften wurden ins Tschechische übersetzt. Heumos übersetzte fachwissenschaftliche Studien aus dem Tschechischen ins Deutsche, darunter Jan Křens Buch Die Konfliktgemeinschaft.
Werke (Auswahl)
Literatur Jiří Pešek: Peter Heumos (3.3.1938 Krapkowice, Horní Slezsko – 12.10.2022 Vilsbiburg, Bavorsko). In: Český časopis historický 121 (2023) Heft 3, S. 971–985 (tschechisch). Weblinks Werke von und über Peter Heumos in der Deutschen Digitalen Bibliothek Historický ústav AV ČR Publikationsübersicht Peter Heumos
Einzelnachweise
Kategorie:Osteuropahistoriker Kategorie:Historiker (Neuere und Neueste Geschichte) Kategorie:Sozialhistoriker Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1938 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Mann