Fantomo war ein deutscher quasi-3D-Film, der am 16. April 1914 seine Premiere im Palast am Zoo hatte.
Parallelprojektion Von 1913 bis 1914 trug das Filmtheater, das auch für Bühnenaufführungen genutzt werden konnte, den Namen Cines-Palast. Der tiefe Bühnenraum ermöglichte es die Zuschauer vor eine überdimensionierte Camera illuminata zu setzen. Der Film wurde an die Decke der Bühne projiziert. Im Bühnenraum stand eine 45 alt grad gegen die Horizontale geneigte halbspiegelnde Glasscheibe, auf welcher das Bild aus dem Zuschauerraum betrachtet werden konnte. Durch Parallelprojektion der beiden Oberflächen der Glasscheibe entstand ein quasi-räumlicher Eindruck.262 Max Mack, The Conquest of the Third Dimension, Die Eroberung der dritten Dimension, in B.Z. am Mittag 38, no. 131 8. Juni 1914, in die englische Sprache durch Alex H. Bush, in Technology and the Future of the Past, in Hrsg.: Anton Kaes, Nicholas Baer, Michael Cowan, The Promise of Cinema: German Film Theory, 1907–1933, S. 579.; Michael Wedel, Filmgeschichte als Krisengeschichte: Schnitte und Spuren durch den deutschen Film, S. 83 f.; Paolo Cherchi Usai, Silent Cinema: A Guide to Study, Research and Curatorship, S. 141.
Frank Bunker Gilbreth skizzierte in einem Brief an seine Frau die Funktionsweise dieser Kinoinstallation.Florian Hoof, Angels of Efficiency: A Media History of Consulting – Page 196, 2020, S. 197.
Rezeption Als 1914 Fantomo, der plastische Film vorgeführt wurde, wurden mit pre-Bluescreen-Technik Hintergrund gefertigte Aufnahmen von realen Schauspielern auf eine Glasscheibe projiziert. Die Presse berichtet über diese jüngste Errungenschaft der Kinematographie, es scheine als würden die projizierten Personen sich vielmehr wie lebende Schauspieler im freien, erleuchteten Bühnenraum bewegen.Karin Janker, Der Traum vom Totalen Kino: Wie Literatur Filmgeschichte schrieb, S. 248.
Ideengeschichtlicher Hintergrund Im Bereich des Theaters waren Installationen wie Pepper’s ghost bereits bekannt. 1909 erwarb der Stuttgarter Ingenieur August Engelsmann ein entsprechendes Patent für Filmaufnahmen.Ingenieur August Engelsmann in Stuttgart benutzte zur Wiedergabe derartiger Bilder für den Kinematographen eine stärkere Lichtquelle als für den Projektorapparat. Westermanns Monatshefte, G. Westermann., 1909, S. 248. Bald darauf erhielt Oskar Messter Patente für ein sehr ähnliches Verfahren, das er Alabastra nannte.Nun machte Messter die Wahrnehmung, dass in einzelnen Filmbildern stereoskopische Effekte versteckt lagen, und zwar in Aufnahmen von einem beweglichen bezw. bewegten Objekte aus, wie vom Dampfer oder Zuge aus, bei denen der Vordergrund schneller vor der Kamera vorbeizieht, wie der Hintergrund. Von hier aus bis zum »Alabastra-Theater« Messters war nur ein Schnitt. Zwei Projektoren werfen in verschiedenen Winkeln die Strahlen und die kleinen Figuren erscheinen fast plastisch. Doch wird hierzu viel Licht benötigt, damit der Hintergrund nicht so stark oder stärker hervortrete, wie die Figuren, müssen diese sehr klein und ganz weiß sein, kaum einige Details aufweisend. Daher wird auch der realistische Effekt von „Alabastra“ ein geringer sein und ist keine eigentliche stereoskopische Projektion. vgl.: Stereoskopische Projektionen in Lichtbild-Bühne N° 21, S. 4.
Inhalt Neben Konrad Wider und Emil ReickeEmil Reicke, deutsche-biographie.de schrieb auch Arnold Höllriegel eine Rezension zum Film, wodurch eine Beschreibung des Inhaltes auf uns kam:
mini|Amazone, Großer Tiergarten von Louis Tuaillon
Kritik
Siehe auch Phantom (1922)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1914 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Stummfilm Kategorie:Bauchtanz im Film