mini|Stefan Benz (2017) Stefan Rolf Benz (* 29. März 1964 in Nagold) ist ein deutscher Chirurg und Onkologe. Er ist Mitgründer und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher DKG-zertifizierter Darmzentren und Erstherausgeber und Co-Autor des Lehrbuches „Chirurgie des Kolonkarzinoms“.
Leben Stefan Benz wurde 1964 als eines von vier Kindern des Unternehmers Rolf Benz geboren. Er studierte in Tübingen und Homburg Medizin, mit Studienaufenthalten in New York City und Freiburg im Üechtland. Heute ist Benz Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie des Klinikums Böblingen. Zuvor war er an den Universitätskliniken Tübingen, Rostock und Freiburg im Breisgau sowie am Klinikum Nagold tätig.
Benz’ klinische und wissenschaftliche Forschung fokussiert sich auf das Thema Darmkrebs, insbesondere auf die komplette mesokolische Exzision (Englisch: complete mesocolic excision, kurz: CME). Er leitete und publizierte die multizentrische Resektatstudie zur Evaluation der CME in Deutschland. Benz entwickelte neuartige Operationsvarianten für die laparoskopischen CME, den sogenannten uncinatus first approach. Zudem hat er eine Klassifikation zur Beurteilung der Qualität einer CME-Operation entwickelt. Er ist Leiter der deutschen Arbeitsgruppe laparoskopische CME zur Entwicklung einer standardisierten Operationsvariante und entwickelte ein Konzept für die praktische Wissensvermittlung dieser Operation. Benz ist Erfinder mehrerer medizinischer Werkzeuge. Beispielsweise entwickelte er den Saugstent zur Therapie und Prophylaxe von Anastomoseninsuffizienzen.
Benz ist Gründungsmitglied und Vorstand der Arbeitsgemeinschaft deutscher DKG-zertifizierter Darmkrebszentren. Der Verein verfolgt das Ziel, die Arbeit der anerkannten Darmkrebszentren in Deutschland weiter zu fördern und den Wissensaustausch zwischen den Zentren auszubauen. Er ist zudem stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren.
Für seine Habilitationsschrift zum Thema Pathophysiologie des Ischämie/Reperfusionsschadens am Pankreas erhielt Benz 2002 den Ludwig-Rehn-Preis der Mittelrheinischen Chirurgenvereinigung. 2017 gewann er die Cup Session der European Association of Endoscopic Surgery.
Nachdem Benz sich bereits über einen längeren Zeitraum hinweg für die Digitalisierung und Simulation in der Chirurgie eingesetzt und entsprechende Initiativen wie bspw. die New Generation Surgical Simulation (NGSS) gegründet hatte, gründete er 2025 das Medizintechnologie-Startup Simultare. Das Unternehmen plant die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz, die anatomisches Wissen aus medizinischen Lehrbüchern mit neuronalen Netzwerken kombiniert, um ein digitales Modell der menschlichen Anatomie zu erstellen. Anders als bestehende Simulationssysteme, die auf spezifische chirurgische Eingriffe beschränkt seien, soll die Technologie die Simulation beliebiger Operationen ermöglichen.
Benz ist Mitglied des Aufsichtsrats der Walter Knoll AG & Co. KG, einem Möbelhersteller, der von seinem Vater Rolf Benz 1993 gekauft und seitdem von dessen Sohn Markus Benz geführt wird.
Schriften
Einzelnachweise
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