mini|Dominique Horwitz 2015 Dominique Horwitz (* 23. April 1957 in Paris) ist ein in Deutschland lebender französischer Schauspieler, Sänger und Schriftsteller.
Leben Dominique Horwitz wuchs zunächst mit einer Schwester und einem Bruder in Paris auf, wo seine Eltern einen Feinkostladen führten. Diese sind deutsche Juden, die vor dem Nationalsozialismus nach Frankreich flüchteten und 1971 mit den Kindern aus beruflichen Gründen nach Deutschland zurückkehrten. Horwitz machte am Französischen Gymnasium in West-Berlin sein Abitur und erhielt 1977 seine erste Fernsehrolle in dem Film Eine Jugendliebe; die erste Kinorolle folgte ein Jahr darauf in Peter Lilienthals David. Von 1978 bis 1979 spielte Horwitz Kabarett im Berliner „CaDeWe“. Theaterengagements folgten: von 1979 bis 1983 am Zimmertheater Tübingen, danach bis 1985 am Bayerischen Staatsschauspiel in München und von 1985 bis 1988 am Thalia Theater in Hamburg. Durch seine Rollen in Dieter Wedels Fernsehmehrteiler Der große Bellheim und Joseph Vilsmaiers Kinofilm Stalingrad wurde Horwitz einem größeren Publikum bekannt.
Als Sänger machte er sich einen Namen mit einem Brecht/Weill-Programm, The Best of Dreigroschenoper (Uraufführung 1993 in den Hamburger Kammerspielen), und mit seiner Interpretation von Chansons von Jacques Brel (Herbst 1997, 2005 und in den Folgejahren mit dem NDR Pops Orchestra unter Enrique Ugarte).
Auch später spielte Horwitz neben zahlreichen Filmrollen regelmäßig Theater: am Berliner Ensemble, am Deutschen Theater in Berlin und am Schauspielhaus Zürich. 2001 spielte er in der Uraufführung von Café Umberto von Moritz Rinke am Düsseldorfer Schauspielhaus. Bei den Bad Hersfelder Festspielen im Juni 2006 führte er erstmals Regie und inszenierte die Dreigroschenoper.
Im Dezember 2007 übernahm er in Wien im Theater in der Josefstadt in Neil LaButes Wie es so läuft eine Hauptrolle. Nach der deutschen Uraufführung am Berliner Renaissance-Theater spielte Horwitz im März 2008 an den Hamburger Kammerspielen das Ein-Personen-Stück Ich mach ja doch, was ich will von Doug Wright über die wahre Lebensgeschichte von Charlotte von Mahlsdorf. Interview über seine Rolle als Transvestit Charlotte von Mahlsdorf, Hamburger Morgenpost, 10. März 2008 2010 führte er am Meininger Theater Regie in Der Sommernachtstraum. 2017 spielte er die Hauptrolle in dem Drei-Personen-Stück Tod eines Komikers von Owen McCafferty im Kosmos Theater in Bregenz. Für die Regie zeichnete er mit seinem Sohn, Heinrich Horwitz, verantwortlich.
2015 erschien Horwitz’ erster Kriminalroman, Tod in Weimar, in dem ein Kutscher und Fremdenführer mysteriöse Todesfälle in einem Altenheim für Bühnenkünstler untersucht. Laut dem Literaturkritiker Elmar Krekeler von der Tageszeitung Die Welt lenkt der Autor den mit Klassikerzitaten gespickten Roman „mit Eleganz und Eigensinnigkeit durch den labyrinthischen Fall“.Elmar Krekeler: Dominique Horwitz mordet sich durch Weimar. In: Die Welt vom 26. August 2015.
Horwitz lebte etwa 20 Jahre lang in Hamburg. Aus der 1982 geschlossenen ersten Ehe mit seiner Frau Patricia hat er zwei Kinder, Heinrich und Laszlo Horwitz. Bei Dreharbeiten zu dem Film Die Blindgänger lernte er seine zweite Frau, Anna Wittig, kennen. Heute lebt er mit ihr und zwei weiteren Kindern in der Nähe von Weimar in Thüringen.
Horwitz engagiert sich zu Gunsten vom Rett-Syndrom betroffener Mädchen.Metropole, Vattenfall Magazin für Hamburg 4/2011 Er ist Mitglied im Bundesverband Schauspiel (BFFS).
Bibliografie Tod in Weimar. Kriminalroman. Knaus, München 2015. ISBN 978-3-8135-0663-1 Chanson d’Amour. Roman. Knaus, München 2018. ISBN 978-3-8135-0720-1
Filmografie (Auswahl)
Hörspiele 1988: Margaret Millar: McCowneys Wunder – Regie: Norbert Schaeffer (Hörspiel – NDR) 2002: Evelyn Dörr: Der Mann im Mond – Ein Radioballett mit Charlie Chaplin. Stück für Akustische Bühne (Charlie Chaplin) – Regie: Claudia Leist (Hörspiel/Feature – WDR)
Auszeichnungen
2001: Robert-Geisendörfer-Preis (Darstellung, Fernsehen: Enthüllung einer Ehe)
Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 439. C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 322 f.
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Chansonsänger Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Autor Kategorie:Kriminalliteratur Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Französischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1957 Kategorie:Mann