Im Zweiten Weltkrieg entstanden 139 Fregatten der River-KlasseIn vielen Quellen werden 151 Neubauten genannt, tw. sogar noch höhere Zahlen, die nicht nachvollzogen werden konnten; zählt man die in den USA nach ihrem Vorbild entstandenen 98 Schiffe der Tacoma-Klasse hinzu wären 237 Schiffe von diesem Typ gebaut worden. auf Werften in Großbritannien, Kanada und Australien, um vorrangig die Geleitzüge auf dem Nordatlantik gegen die Angriffe deutscher Unterseeboote zu verteidigen. 1940 bestellte die Royal Navy die ersten Schiffe dieses neuen Typs, die nach Flüssen in Großbritannien benannt waren, was zum Namen der Klasse führte. Obwohl die für Kanada gebauten Einheiten nach Städten benannt wurden, gehörten auch die dort entstandenen Einheiten zur River-Klasse. Anfangs wurden die neuen Einheiten als „Zwei-Schrauben-Korvetten“ bezeichnet, es setzte sich dann aber die vom Befehlshaber der Royal Canadian Navy, Vizeadmiral Percy Nelles (1892–1951), vorgeschlagene Bezeichnung „Fregatte“ durch. Im Oktober 1941 bestellte Kanada erstmals 33 „Fregatten“. Da waren schon am 11. Februar 1941 die ersten elf Schiffe des neuen Typs bei fünf britischen Werften bestellt worden. Davon gingen allein fünf Aufträge an die Konstruktionswerft, Smiths Dock Company, die nicht nur die beiden Typschiffe fertigte, sondern auch noch weitere Aufträge erhielt und schließlich 18 Schiffe der River-Klasse fertigte. Vom April bis zum Jahresende wurden dreizehn Schiffe der River-Klasse in Großbritannien gefertigt und an die Royal Navy ausgeliefert; 1943 lieferten britische Werften weitere 29 und 1944 noch 15 Fregatten ab; der letzte britische Neubau der Klasse, die zweite Ribble, wurde Ende Juli 1944 abgeliefert. Als Nachfolger und Ersatz hatte die Royal Navy die Loch-Klasse entwickelt und die Fertigung von Sloops der Black-Swan-Klasse erhöht. Am 10. April 1944 hatte die Royal Navy mit der Loch Fada von John Brown & Company in Clydebank das Typschiff der neuen Klasse übernommen; mit der Loch Dunvegan und der kanadischen Loch Morlich waren auch schon zwei weitere Neubauten der neuen Klasse im Dienst.

1942 kamen mit Asheville und Natchez zwei von Canadian Vickers gefertigte Schwesterschiffe in den Dienst der US Navy. Die Royal Navy hatte einen Auftrag an Canadian Vickers für zehn Fregatten an die US Navy abgetreten. 1943 hatte sich die Lage auf dem Atlantik weitgehend zu Gunsten der Anglo-Amerikaner gewendet und die US Navy verzichtete auf die anderen acht Schiffe des übernommenen Auftrags, die dann für die Kriegsdauer per Lend Lease an die Royal Navy abgegeben wurden. Es entstanden aber in den USA noch 98 Schiffe der Tacoma-Klasse nach dem Muster der britischen River-Klasse; 21 Schiffe dieser Klasse wurden an die Royal Navy schon bei Fertigstellung verliehen und dort als Colony-Klasse bezeichnet.

Neben den vorgenannten Schiffen für die US Navy entstanden noch 60 weitere River-Fregatten für die Royal Canadian Navy bis zum Dezember 1944 auf fünf kanadischen Werften; über 20 weitere Aufträge wurden nicht mehr ausgeführt. Mit weiteren sieben von der Royal Navy 1944 übernommenen Einheiten wurde die kanadische Navy der größte Nutzer von Fregatten der River-Klasse.

Auch die australische Marine sollte den britischen Typ erhalten. Von 22 bestellten Schiffen wurden 12 zwischen November 1943 und April 1947 fertiggestellt. Von ihnen ist die HMAS Diamantina – seit 1988 Museumsschiff – erhalten.

Das bekannteste Schiff der Klasse dürfte die ehemalige HMCS Stormont sein. Sie wurde von Aristoteles Onassis gekauft, der sie zur Luxusyacht Christina umbauen ließ.

Entwurfsgeschichte Die River-Klasse wurde von William Reed, dem Konstrukteur der Werft Smiths Dock Company, in South Bank-on-Tees/Middlesbrough entworfen. Die neuen Geleitschiffe sollten etwa die Kampffähigkeiten und die Reichweite der Sloops der Black Swan-Klasse erhalten, aber schnell und kostengünstig auf zivilen Werften gebaut werden können. Auch sollten die Schiffe nicht mit teuren und aufwändiger zu bauenden Turbinen ausgerüstet werden, sondern mit bewährten, kostengünstigen Kolbendampfmaschinen.Allerdings wurden fünf Schiffe (Cam, Chelmer, Ettrick, Halladale und Helmsdale) mit 6500 PS Leistung gebaut. Alles Vorgaben wie man sie schon unmittelbar nach Kriegsbeginn bei der Konstruktion und dem Bau der Korvetten der Flower-Klasse umgesetzt hatte. Mit den neuen Schiffen wollte die Royal Navy die Abwehr der Konvois verbessern und ältere Einheiten bis einschließlich der Flower-Klasse ersetzen. Die Verbesserung gegenüber der Vorgänger-Klasse umfasste wesentlich verbesserte Raummöglichkeiten an Bord, um längere Einsätze durchführen zu können. Der Doppelschrauben-Antrieb erhöhte die Höchstgeschwindigkeit der neuen Einheiten nur um 3 Knoten, er sollte aber vorrangig die Manövrierfähigkeiten weiter verbessern und mit den größeren Vorräten an Bord eine fast doppelt so große Reichweite von fast 7200 Seemeilen bei 12 kn ermöglichen. Von anfangs 440 ts Treibstoff auf den ersten 24 Fregatten stieg der Vorrat auf 646 ts durch Verzicht auf Schlingertanks bzw. Umbau damit schon gefertigter Einheiten. Damit stieg die Einsatzreichweite von 7200 sm bei 12 kn auf 7500 sm bei 15 kn. Auch die Bewaffnung sollte weiter optimiert werden. Als Artillerie wurden zwei 102 mm-L/40-Mk.XIX-Geschütze4"/40 (10.2 cm) QF Mark XIX gun gegen aufgetauchte U-Boote aufgestellt, die aber auch Flugabwehrfähigkeiten und die Möglichkeit, Leuchtgranaten zu verschießen, boten. Dazu erhielten die beiden ersten Schiffe noch zwei einzelne QF 2-Pfünder-Marinegeschütze und vier 20-mm-Oerlikon-Kanonen; die folgenden Einheiten erhielten keine pom-pom aber bis zu sechs Oerlikon-Kanonen. Im Laufe des Krieges erfolgte bei vielen Einheiten ein teilweiser Ersatz der einzelnen Oerlikons durch Zwillingsgeschütze. Zur Bekämpfung von getauchten U-Booten wurden die Fregatten mit einem Hedgehog-Werfer auf der Back ausgestattet und verfügten im Heckbereich über zwei Ablaufschienen und vier (anfangs z. T. auch acht) Werfer für Wasserbomben. Zur Erkennung und Bekämpfung ihrer Gegner wurde die Radar- wie Sonar-Ausstattung der Fregatten laufend modernisiert.

Die Bauten in Großbritannien Mit 18 fertiggestellten Fregatten baute Smiths Dock Company in Middlesbrough zwischen April 1941 und Februar 1944 die meisten Schiffe der Klasse in Großbritannien. Sieben Schiffe entstanden bei Charles Hill & SonsHill & Sons in Bristol zwischen September 1941 und Mai 1944, je sechs Fregatten lieferten Henry RobbHenry Robb in Leith und Hall, Russell & Company in Aberdeen, je fünf Fleming & Ferguson in Paisley und Blyth Dry Docks & Shipbuilding Company in Blyth (Northumberland) und A. & J. Inglis in Glasgow, je zwei William Simons & Co.William Simons of Renfrew: 1810-1959 iVm. Scottish built ships in Renfrew und George Brown & Co in Greenock. Dazu lieferte John Crown & Sons in Sunderland die Ettrick als einzige River-Fregatte. Nicht alle 57 in Großbritannien gebauten Schiffe gelangten in den Dienst der Royal Navy. Einige wurden von verbündeten Marinen in Dienst gestellt und dienten unter diesen schon im Zweiten Weltkrieg: dies gilt für die niederländische Johan Maurits van Nassau, vermutlich für drei der Fregatten der Forces françaises libres und vier der sieben von der RN der RCN 1944 verliehenen Fregatten, von denen die schwer getroffenen Teme am 29. März 1945 zwar eingebracht werden konnte, aber nicht wiederhergestellt wurde. Abweichend von den anderen Schiffen der Klasse erhielten sechs britische River-Fregatten als Antrieb doch Parsons-Turbinen mit einer Leistung von 6500 PS, die ihnen eine Höchstgeschwindigkeit von 20,5 Knoten gab. Die Einsatzreichweite der Turbinenschiffe betrug 7200 Seemeilen bei einer Marschgeschwindigkeit von 12 kn. Als normale Besatzung sollten diese Schiffe nur 107 Mann erhalten. Bei den Turbinenschiffen handelte es sich um die als 2., 3. und 5. von A. & J. Inglis gefertigten Fregatten Tweed, Helmsdale und Halladale, die zwischen dem 28. April 1943 und dem 11. Mai 1944 abgeliefert wurden. Auch so angetrieben wurde die einzige von John Crown & Sons am 11. Juli 1943 abgelieferte Fregatte Ettrick, die dann ab Februar 1944 von der RCN eingesetzt wurde, sowie die beiden von George Brown & Co gelieferten Fregatten Chelmer und Cam. Ab 1944 wurden britische River-Fregatten für den Krieg gegen Japan umgerüstet, wobei die Luftabwehr dieser Schiffe mit 40-mm-Bofors-Kanonen verstärkt wurde. Bei Kriegsende waren 15 in Großbritannien gebaute River-Fregatten mit ein bis vier dieser Maschinenkanonen ausgestattet."RIVER" (British- and early Canadian-built) frigates (1942 - 1944) auf navypedia

Kriegsverluste der Royal Navy Während des Zweiten Weltkriegs gingen Itchen am 23. September 1943Ships hit by U-boats:HMS Itchen (K 227), British Frigate, Tweed am 7. Januar...HMS Tweed (K 250), Frigate of the River class und Mourne...HMS Mourne (K 261) Frigate of the River class am 15. Juni 1944 auf See durch deutsche U-Boote verloren. Zu Totalschäden wurden die schon am 20. September 1943 schwer beschädigte Lagan, die in Kanada im US-Auftrag gebaute und am 11. Dezember 1943 torpedierte Cuckmere, die am 18. Juli 1944 schwer beschädigte Cam und die am 29. März 1945 unter kanadischem Kommando torpedierte Teme erklärt.River class ships hit by U-boats