mini|Wappen der Familie Branković Maria Branković ( serbisch: Марија Бранковић), (* 1466 auf Burg Belgrado in der Region Friaul; † 27. August 1495 in Casale Monferrato) war eine Prinzessin von Serbien aus dem Adelsgeschlecht Branković, die nach Eroberung des Fürstentums ihres Vaters durch die Osmanen im Exil aufwuchs und durch ihre 1465 geschlossene Ehe mit Bonifacio III. Palaiologos, Markgraf von Montferrat, von 1483 bis 1494 Markgräfin von Montferrat war. Nach der Erkrankung ihres Gemahls war Maria von 1493 bis zu ihrem Ableben Regentin der Markgrafschaft. Sie hinterließ eine zahlreiche Nachkommenschaft in Italien später auch in Frankreich, Deutschland und Österreich, wodurch zahlreiche europäische Dynastien durch sie mit der mittelalterlichen Geschichte des Balkans verbunden sind.

Herkunft Maria Branković stammte aus dem fürstlichen Haus Branković, dessen Wurzeln in der Region Drenica im Kosovo lagen und sich von einem serbischen Magnaten namens Mladen († vor 1346) ableitet, der unter den serbischen Zaren Stefan Uroš IV. Dušan Nemanjić († 20. Dezember 1355) und Stefan Uroš V. Nemanjić, Statthalter in Ohrid und 1324/26 Gouverneur von Zahumlje war. Zum Namensgeber der Familie wurde dessen Sohn Branko Mladenović (cl. 21. November 1392), dem Zar Stefan Uroš IV. Dušan die hohe Würde eines Sebastokrators verlieh und der ein Fürstentum im westlichen Makedonien regierte. mini|Wappen von Fürst Lazar Hrebeljanović mini|Fürst Lazar Hrebeljanović (Fresko im Kloster Ravanica) In weiblicher Linie zählte die Familie Branković durch die Ehe von Marias Vorfahren Vuk Branković (* 1345; † nach der Schlacht von Nikopolis im Jahre 1369 in Gefangenschaft am 6. Oktober 1397), der von seiner Hauptstadt Priština aus im Gebiet des Kosovo sowie in den angrenzenden Gebieten im heutigen Südwest-Serbien, Nord-Montenegro und Nord-Makedonien herrschte, mit Mara Lazarević († 12. April 1426) zu den Nachkommen des berühmten serbischen Fürsten und Heiligen, Lazar Hrebeljanović (* um 1329 in der Festung Prilepac) – in der Volksdichtung bekannt auch als „Zar Lazar“ – der nach dem Zerfall des serbischen Kaiserreiches von 1373 bis 1389 in Morava-Serbien, dem damals mächtigsten Nachfolgestaat, regierte und am 15. Juni 1389 in der Schlacht auf dem Amselfeld unweit Priština am Flusslauf des Lab im heutigen Kosovo, gegen die Armee des Osmanischen Sultans Murad I.fiel. mini|Wappen der Dynastie Nemanjić

Über dessen Gemahlin Milica Nemanjić (* um 1335; † 11. November 1405), die eine Tochter von Fürst Vratko (кнез Вратко) war, stammt die Familie auch von einem Seitenzweig des historischen serbischen Herrscherhauses der Nemanjiden ab. mini|Zentralbalkan 1373 1395 Aufstieg Die Familie Branković spielte erst im 15. Jahrhundert – nach dem Zerfall des serbischen Kaiserreiches und nach dem Aussterben rivalisierender und mächtigerer Dynastien eine führende Rolle. Die bedeutendste dieser Dynastien waren die Nemanjić, die von 1166 bis 1371 als Fürsten, Könige und zuletzt als Zaren von Serbien regierten und 1371 mit Zar Stefan Uroš V. ausstarben.

Die Nachfolge versuchte die Familie Mrnjavčević aus der Vukašin Mrnjavčević 1365 von dem serbischen Zaren Stefan Uroš V. den Titel eines Königs in Serbien erhielt, der jedoch schon am 26. September 1371 in der Schlacht an der Mariza am gegen die Osmanen fiel. Auf ihn folgte dessen Sohn Marko Mrnjavčević, besser bekannt als Marko Kraljević (* um 1335; † 1394/1395 bei Rovine), der jedoch massive Gebietsverluste hinnehmen musste: Die Balšićs nahmen ihm Prizren, seine Besitzungen im Pindus wurden ihm von albanischen Anführern streitig gemacht; vermutlich blieb ihm zuletzt nur noch Westmakedonien um Prilep. Wie seine Nachbarn Johannes und Konstantin Dragaš erkannte er die Oberhoheit des osmanischen Sultans an. Auch Vuk Branković profitierte von dessen Schwäche und eignete sich Skopje an.

Bedeutend war auch die Familie Lazarević aus der Stefan Lazar Hrebeljanović (* Burg Prilepac (Prilepnica) bei Novo Brdo (1328); † fällt in der Schlacht am Amselfeld 15. Juni 16./28. Juni 1389, begraben 1391 Kloster Ravanica), 1372 kaiserlicher serbischer Zupan von Rudnik, und später als Knez (Fürst) von Morava-Serbien eine dominierende Rolle spielte. Seine Dynastie erlosch jedoch mit seinem Sohn Stefan Lazarević, der 1427 verstarb. Den Brankowić gelang es dadurch in der Folge ihren Herrschaftsbereich auf die noch nicht von den Osmanen eroberten Teile Serbiens auszudehnen und das serbische Despotat (Fürstentum) von 1427 bis 1459 zu regieren.

Großeltern mini|Despot Djuradj Brankovic Marias Großvater war Đurađ Vuković Branković (* 1375; † Smederevo 24. Dezember 1456),Charles Cawley Foundation for Medieval Genealogy MedLands Serbis https://fmg.ac/Projects/MedLands/SERBIA.htm#VukBrankovicdied1397 der sich als serbischer Despot „Despot des Königreiches Rascia und Herr von Albanien“ nannte. Er war der Nachfolger seines Onkels Stefan Lazarević und regierte mit Unterbrechungen von 1427 bis 1456. Nach einer osmanischen Offensive, die zur Eroberung Serbiens führte, zog er sich nach Ungarn zurück. Ein Kreuzzug gegen die Osmanen unter dem polnisch-ungarischen König Władysław III., Johann Hunyadi und Branković führt jedoch 1443 zum Sieg über die Osmanen und zur Rückeroberung Serbiens. Djurad war zugleich Vasall Ungarns und der Osmanen, weigerte sich daher 1448 am Kreuzzug Johann Hunyadis gegen die Osmanen teilzunehmen, was wohl zur Niederlage der christlichen Truppen in der dritten Schlacht auf dem Amselfeld (1448) beitrug. Als türkischer Vasall musste Djuradj 1453 Truppen zur Eroberung von Konstantinopel abstellen. Im folgenden Jahr eroberten die Osmanen auch weite Teile Serbiens, während sich Djurads Hauptfestung Smederevo halten konnte. Djuradj begab sich nach Wien, um dort um Unterstützung zu bitten. Auf der Rückreise wurde er bei Belgrad vom Schwager Hunyadis Mihály Szilágyi gefangen genommen. Später freigelassen verstarb er im Jahre 1456. mini|Irene Kantakouzene, Großmutter Marias; Esphigmenou charter (1429) Marias Großmutter war Irene Kantakuzene (* um 1400; † 3. Mai 1457), die aus der bedeutenden byzantinischen Dynastie der Kantakuzenos stammte, eine Tochter des Theodoros Palaiologos Kantakuzenos und damit eine Nachkommin des byzantinischen Kaisers Johannes VI. Kantakuzenos war, der von 1341 bis 1354 regierte. Theodoros war nach dem Masarelli Manuscript „'Dell'Imperadori Constantinopolitani'“ mit Helena Ouresina Palaiologina (Nemanjić) verheiratet, die eine Tochter von Jovan Uroš Nemanjić († 1422), „Kaiser der Römer und Serben“, der von 1370 bis 1373 in Thessalien herrschte, und dessen Gemahlin, die eine Tochter von Radoslav Hlapen, einem serbischen Herren in Makedonien, war.Das Masarelli Manuscript, 'Dell'Imperadori Constantinopolitani', das auf 'Massarellus', Angelo Massarelli (1510–1566) zurückgeht und sich heute in der Vatikanischen Bibliothek befindet, berichtet: "Cesare Urione de Phersali hebbe dui figlioli, Demetrio et Giovani, il quale prese per moglia da figlia del S'or Drimi, hebbe cinque figlioli, cioe Helena, Constantino, Michel, Asanina, Demetrio. Helena fu maritata in Theodoro Catacusino."Anglocentric medieval genealogy http://newsgroups.derkeiler.com/Archive/Soc/soc.genealogy.medieval/2008-03/msg00384.htmlBeckwith, John; Krautheimer, Richard; Ćurčić, Slobodan (1986). Early Christian and Byzantine Art. ISBN 0-300-05296-0. mini|Fresco in Megala Meteora, auf dem Jovan Uroš Nemanjić, ein Vorfahre Marias und Athanasios von Meteora als Heilige zu sehen sind

Eltern Marias Vater war Stefan Branković, (* um 1417; † 9. Oktober 1476), genannt „der Blinde“, da er 1441 von den Osmanen geblendet worden war. Er war ein serbischer Despot (Herrscher), der jedoch nur kurzfristig, von 1458 bis 1459 das Despotat Serbien regierte, da er am 8. April 1459 von Matthias Corvinus König von Ungarn von 1458 bis 1490 und von Stjepan Tomaš Kotromanić König von Bosnien von 1443 bis 1461 entthront wurde. mini|Angelina Arianiti, die Mutter Marias, als Heilige, Fresko im Kloster Krušedol

Marias Mutter war Angelina Arianiti (* vor 1460; † 30. Juli 1520), eine Tochter von Gjergj Arianiti Thopia Comneni auch Golem Arianiti Komninović genannt (* 1383; † 1462 in Durrës oder Shkodra)Olver Jens Schmitt, Skanderbeg. Der neue Alexander auf dem Balkan; Seite 131; Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2229-0 Dieser stammte aus einer der mächtigsten albanischen Adelsfamilien, war Herr von Çermenika, Mokra und Spatennia (Shpat), verfügte über eine 6000 Mann starken Gefolgschaft und war ein bedeutender Anführer des albanischen Widerstandes gegen das Osmanische ReichOlver Jens Schmitt, Skanderbeg. Der neue Alexander auf dem Balkan op. cit. S. 131 Er war ein Freund und Kampfgefährte des berühmten albanischen Freiheitskämpfers Georg Kastriota (* 6. Mai 1405 in der Region Dibra-Mat; † 17. Januar 1468 in Lezha), der als „Skanderbeg“ und als Athleta Christi berühmt war.

Auch Stefan Branković stand ihm nahe, weshalb er mit Skanderbeg nach Ostern 1464 eine gemeinsame Intervention bei Papst Pius II. (Enea Silvio Piccolomini, regiert von 1458 bis 1464) unternahm, indem beide Gesandte an den Papst entsandten, der damals in seinem Kurort Petriolo weilte. Dies zur Vorbereitung eines von Venedig, dem König von Ungarn Matthias Corvinus, dem Herzog von Burgund, Philipp dem Guten, Scanderbeg und Stefan Branković geplanten Kriegszuges gegen die Osmanen auf dem Peloponnes.Oliver Jens Schmitt, Skanderbeg – Der neue Alexander auf dem BalkanSeite250/51Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2229-0 mini|Gjergj Kastrioti „Skanderbeg“ Skanderbeg stand Stefan Branković auch noch aus einem anderen Grund nahe, denn dieser war mit Stefan verschwägert, da dieser seit 1451 mit Donica Arianiti einer Schwester der Ehefrau Stefans verheiratet war.Charles Cawley Foundation for Medieval Genealogy, Albania Darüber hinaus war der Sohn Skanderbegs, Gjon Kastrioti (* vor 1457; † nach 1495) mit einer Verwandten Stefans, Jerina Palaiologina Branković, einer Tochter von Lazar Brankovic (* 1421; † 20. Jänner 1458). Despot von Serbien 1456 bis 1458, und der Helene Palaiologina verheiratet.Charles Cawley FMG Medieval Lands Serbia https://fmg.ac/Projects/MedLands/SERBIA.htm#JerinaMGiovanniCastriotaSanPietro Skanderbeg war jedoch nicht nur ein erfolgreicher Verteidiger Albaniens gegen die Osmanen, sondern versuchte auch sein Territorium zum Nachteil anderer albanischer Adelsgeschlechter zu erweitern, wodurch es auch zu gelegentlichen Spannungen anderen albanischen Adeligen wie Gjergj Arianiti kam.John Van Antwerp Fine: The Late Medieval Balkans: A Critical Survey from the Late Twelfth Century to the Ottoman Conquest. University of Michigan Press, Ann Arbor 1994, ISBN 0-472-08260-4, S. 535 Gjergj Arianiti war durch Vermittlung von Skanderbeg mit Maria Muzaka (auch Muzaki, Musachi geschrieben) verheiratet, die eine Tochter von Andrea III. Muzaka († nach 1393)- der ein albanischer Fürst und Herr von Devol war und dessen Familie über die Region Myzeqe in Zentralalbanien herrschte. Dessen Gemahlin Kyranna Zenevesi, eine Tochter von Gjin Zenevisi, dem Herren von Agyrokastro und Vagenetia. Wegen ihres frommen Lebens wurde Maria Muzaka später von der Serbisch-Orthodoxen Kirche zur Heiligen erklärt und wird von dieser als „verehrungswürdige Mutter Angelina“ (serbisch: Преподобна мати Ангелина/Prepodobna mati Angelina) verehrt.

Leben mini|Serbisches Despotat (1422)