Sebastian Riemer (* 28. Juni 1982 in Oberhausen) ist ein deutscher Künstler. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Leben Sebastian Riemer studierte von 2002 bis 2010 an der Kunstakademie Düsseldorf u. a. in den Klassen Christopher Williams und Thomas Ruff, dessen Meisterschüler er ist. Ein Auslandssemester führte ihn 2006 an die Akademie der schönen Künste in Krakau. Riemer erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Förderpreis des Landes NRW (2015) und die Silbermedaille der schönsten Bücher aus aller Welt der Stiftung Buchkunst (2024). Stipendien und Residenzen führten ihn u. a. nach Tel Aviv, Istanbul und Moskau. Seine Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, darunter in renommierten Institutionen wie der Hamburger Kunsthalle, dem Israel Museum in Jerusalem, dem Museum Folkwang, dem Kunstpalast in Düsseldorf, der Kunsthalle Düsseldorf, dem Stadtmuseum München und der Biennale für aktuelle Fotografie. Seine Werke sind geprägt von einem konzeptuellen Umgang mit der Materialität und Geschichte der Fotografie.

Werk Sebastian Riemer stellt in seinem Werk den Anspruch des fotografischen Mediums an Objektivität, Langlebigkeit und das Dokumentarische in Frage. In seinen seit 2006 kontinuierlich entwickelten Einzelbildern und Serien griff er in letzter Zeit im Rahmen einer „artistic archaeology“ u. a. auf vorgefundene Fotografien zurück. Diese von Riemer als „fotografische Ruinen“ bezeichneten Vorlagen werden oftmals stark vergrößert und hochauflösend aus ihrem ursprünglichen Kontext durch technische Parameterverschiebung in neue Betrachtungszusammenhänge überführt. Beispiele hierfür sind die Serien „Press Paintings“ basierend auf retuschierten Pressefotografien oder „GRLS“ ausgehend von ausgeblichenen Modefotografien.

Seine künstlerische Herangehensweise ermöglicht sowohl eine bildwissenschaftliche, medienreflexive als auch ästhetische Auseinandersetzung mit dem Bildmedium.

Arbeiten von Sebastian Riemer befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Israel-Museums, Jerusalem, der Philara Collection, Düsseldorf, des Museums Kunstpalast, Düsseldorf, des Stadtmuseums Düsseldorf und des Kunstmuseums Bonn.

Ausstellungen 2021: Sebastian Riemer. Das Ende des XX Jahrhunderts, Kunstverein Recklinghausen und Kunstverein Grafschaft Bentheim 2020: Photography To The Test Of Abstraction, FRAC Normandie, Rouen 2020: Subjekt und Objekt – Foto Rhein Ruhr, Kunsthalle Düsseldorf 2020: Yesterday’s News Today – Biennale für aktuelle Fotografie, Kunstverein Heidelberg 2019: Next Generations, Aktuelle Fotografie made im Rheinland, Museum Morsbroich Leverkusen 2019: Sebastian Riemer – Archivarische Empathie, Stadtmuseum München 2019: Reversibilité Photographique, Galerie DIX9, Paris 2018: GRLS BBLYON, SETAREH, Düsseldorf 2017: Akademie (Arbeitstitel), Kunsthalle Düsseldorf 2017: Deutschland 8, White Box Art Center, Beijing 2017: Luther und die Avantgarde, Altes Gefängnis, Wittenberg 2017: Ecker, Riemer, Ruff, Museum Folkwang, Essen 2016: Noise, SETAREH, Düsseldorf 2016: That’s how the light gets in, Kunsthaus NRW Kornelimünster, Aachen 2015: De l’authentique aujourd’hui, Galerie DIX9, Paris 2015: I:I, Parkhaus im Malkastenpark, Düsseldorf 2014: Dystotal, Pori Art Museum, Pori 2013: 10 Jahre – 10 Fotos, Museum Kunstpalast, Düsseldorf 2012: Für immer jung, Deutsches Historisches Museum, Berlin 2012: Fascinating Documents, House of Photography, Moskau 2009: TANSTAFL, Konsortium, Düsseldorf 2007: Autobahnportraits und Fensterbilder, Galeria Zpafiska, Krakau 2004: 03 --- 04, NRW-Forum, Düsseldorf

Stipendien 2017: Artist-in-Residency der Cary und Dan Bronner Stiftung und der Kunststiftung NRW in Tel Aviv 2012: Artist-in-Residency der Kunststiftung NRW in Istanbul 2011: Artist-in-Residency des Multimedia Art Museum Moskau 2006: DAAD-Stipendium

Literatur Steffen Siegel: Make-up. Manipulation und Postmanipulation in Sebastian Riemers „Press Paintings“, in: Fabienne Liptay (Hrsg.): PostProduktion. Bildpraktiken zwischen Film und Fotografie Schüren, Marburg 2023, ISBN 978-3-89472-841-0 David Campany: Biennale für aktuelle Fotografie e. V. (Hrsg.): The Lives and Loves of Images, Heidelberg, Berlin, 2020, ISBN 978-3-86828-970-1 Anna Sansom: Sebastian Riemer – Seeing and believing, in: Damn Magazin, Nr. 72, 2019. Heide Häusler: 18 EXP. +, in: Museum Morsbroich (Hrsg.): Next Generations. Aktuelle Fotografie made im Rheinland Köln 2019, ISBN 978-3-86442-282-9 Sabine Maria Schmidt: Chronische Moderne, in: Kunstforum International, Moderne, reloaded, Bd. 252, 201–211. Michal B. Ron: A text that texts, in: GRLS BBYLON, SETAREH (Hrsg.) Düsseldorf 2018, ISBN 978-3-945498-16-3. Florian Ebner: Die radikalere Art Bilder zu verstehen, in: Museum Folkwang (Hrsg.): Ecker Riemer Ruff – Retouched, Essen, 2017. Kay Heymer: Sebastian Riemer, in: Walter Smerling (Hrsg.): Luther und die Avantgarde. Zeitgenössische Kunst in Wittenberg, Berlin und Kassel (Ausstellungskatalog), Köln 2017, ISBN 978-3-86832-366-5. Katharina Zimmermann: Die Suche nach dem Fotografischen. Fotografierte Artefakte von Sebastian Riemer, in: Katharina Zimmermann: Who pushed the button? Fotografie als Motiv, Arbeit zur Erlangung des Master of Art, Ruhr-Universität Bochum, 2016. Helga Meister: Neue Düsseldorfer Kunstszene in 70 Porträts, Köln 2016, ISBN 978-3-86832-371-9. Magdalena Kröner: Form, Fragment, Formation. Aktuelle Tendenzen der abstrakten Fotografie, in: Kunstforum International, Neue Abstraktion, Bd. 206, 201–112. Stefanie Kreuzer, Valeria Liebermann: Intro, in: 03---04, Wuppertal 2004, ISBN 3-932187-42-3.

Weblinks Website von Sebastian Riemer Tagesthemen vom 19. September 2017, ab Minute 26:08 Annekathrin Kohout: Es müsse einen guten Grund geben, heute noch Bilder an die Wand zu hängen - sagt Sebastian Riemer, 2017

Einzelnachweise

Kategorie:Fotograf (Düsseldorf) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1982 Kategorie:Mann