Horst Wessel war während der Zeit des Nationalsozialismus ein häufiger Namensgeber von Straßen und Plätzen im Gebiet des damaligen Deutschen Reichs sowie in besetzten Gebieten. Der Berliner Bezirk Friedrichshain wurde in Horst-Wessel-Stadt umbenannt. Die Benennungen dienten der NSADP zu dessen Stilisierung als „Märtyrer der Bewegung“. Wie eine Untersuchung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe für Westfalen und Lippe dokumentiert, waren die Umbenennungen bis in kleine Städte und Dörfer weit verbreitet.Eintrag auf der Webseite des LWL-Projekts Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsoszialismus Nach 1945 wurden alle Straßen und Plätze mit Horst Wessel als Namensgeber im Rahmen der Entnazifizierung umbenannt.

Horst-Wessel-Straßen Im Folgenden eine Auswahl von Straßen, die ehemals Horst-Wessel-Straße hießen, ggf. mit Angabe der früheren und der heutigen Benennung:

Alzenau: heute MühlwegMain-Echo vom 13. Juli 2020: Die Zeitkapsel in der Alzenauer St. Justinus-Kuppel hat einige Überraschungen zu bieten Berchtesgaden: Moosweg („Horst-Wesselweg“) Berlin: davor und danach Weydingerstraße Breslau: davor Grüneichener Weg, heute ul. Zygmunta Wróblewskiego Bützow: davor und danach Rühner Straße Düsseldorf: davor und danach Kölner Straße ab Wehrhahn bis zum Worringer Platz, der zum Horst Wessel Platz wurde Eisenach: davor und heute Katharinenstraße Herne-Sodingen: davor Fritz-Ebert-Straße, ab 1945 Händelstraße Kolberg: seit 1948 1 Maja Kulmbach: davor und ab 9. Mai 1945 Blaicherstraße München-Untermenzing: ab 1945 Jennerstraße Neubiberg: ab 4. Juli 1945 Bodenschneidstrasse Northeim: heute BachstraßeEkkehard Just: Die Hindenburgstraße in Northeim – "Jetzt bleibt alles so wie seit 1933.", in: Heimat- und Museumsverein für Northeim und Umgebung e. V. (Hrsg.): Northeimer Jahrbuch 2021, S. 160 Offenburg: Umbenennung zwischen Zellerstraße und Krankenhaus, davor und heute EbertstraßeStadtarchiv Offenburg, Untersuchung der Offenburger Straßennamen (PDF; 130 KB) Seehausen (Altmark): heute Damaschkestraße oder Winckelmannstraße Wanne-Eickel: davor Ebertstraße, 1945 Rückbenennung, ab 1974 Dürerstraße Wien-Rodaun: ab 1947 Hauptstraße, seit 1954 Teil der Willergasse Würzburg: davor Friedrich-Ebert-Straße, ab 1945 Grombühlstraße Zwickau:Kulturamt der Stadt Zwickau (Hrsg.): Chronik Zwickau, Band 3: Eine Chronik in Zahlen, Fakten und Bildern. Sandstein Verlag, Dresden 2017, ISBN 978-3-95498-265-3, S. 223–246, Kap. Aktuelles und Historisches Straßenverzeichnis, hier S. 227, 234, 236, 241. heutige Eduard-Soermus-Straße (1933–1944) Teil der heutigen Freiheitsstraße heutige Salutstraße (1936–1945) heutige Von-Schlegel-Straße (1936–1945)

Horst-Wessel-Plätze Im Folgenden eine Auswahl von Plätzen, die ehemals Horst-Wessel-Platz hießen, ggf. mit Angabe der früheren und der heutigen Benennung:

Ahaus: davor und heute Rathausplatz Bad Berleburg, davor Bleichmarkt und Viehmarkt, ab 1945 Marktplatz Berlin: davor Bülowplatz und heute Rosa-Luxemburg-Platz Bocholt, davor und heute Markt Bonn, heute An der Schlosskirche/Franziskanerstraße Brake: 1936 neu gebautes Dorfzentrum Horst-Wessel-Platz, danach Schulstraße, heute Ewerbeckstraße Dessau: davor Neumarkt, dann Wilhelm-Pieck-Straße, heute Kurze Gasse und Kavalierstraße Dortmund: davor und heute Nordmarkt Dresden: davor und heute Strehlener Platz Düsseldorf: davor und heute Worringer Platz Frankfurt am Main: davor und heute Rathenauplatz (vgl. Liste der Straßennamen von Frankfurt am Main/R) Frankfurt (Oder): 1933 Erstbenennung als Potsdamer Straße mit dem Schinkel-Platz; der Platz wurde 1936 in Horst-Wessel-Platz und 1948 in Thälmannplatz umbenannt, 1992 wurde die gesonderte Benennung des Platzes wieder aufgegeben und er ist heute ein Teil der Potsdamer StraßeWebseite des Museum Viadrina Gladbeck: davor Jovyplatz, mit Dienstgebäude der GestapoBilddokument auf der Webseite des LWL Griesheim: vom 10. August 1933 bis zum 21. August 1947, vor und nachher (Georg-)Schüler-Platz Hanau: davor Kanalplatz, danach Kanaltorplatz Hannover: davor und danach Königsworther Platz Himberg (damals zu Wien, vgl. Groß-Wien): seit 1949 Himberger Kirchenplatz wien.gv.at Köln: davor Königsplatz und Rathenauplatz, heute wieder Rathenauplatz Kulmbach: ab 9. Mai 1945 Pörbitscher Platz Leipzig, Stadtteil Volkmarsdorf: davor und heute Volkmarsdorfer Markt, von 1945 bis 2012 Ernst-Thälmann-Platz Magdeburg, Stadtteil Ottersleben: später Geschwister-Scholl-Platz, heute Eichplatz Mainz: von 1894 bis 1933 Forsterplatz, 1933 kurz Horst-Wessel-Platz, 1933 bis heute 117er Ehrenhof Neustrelitz: davor und heute wieder Marktplatz tu-cottbus.de Offenbach am Main: davor und danach Aliceplatz Offenburg: davor und heute Ebertplatz Schneidemühl: vorher Brunnenplatz bzw. Berliner Platz, heute Plac 9 Maja Traunstein: davor und danach Maxplatz bzw. MaximiliansplatzArtikel aus der Reihe Chiemgau-Blätter des Traunsteiner Tagblatts vom 16. Mai 2009. Wien (10. Bezirk): ursprünglich Eugenplatz, ab 1920 und seit 1945 Viktor-Adler-Platz Wuppertal: davor und heute Alter Markt Zwickau: Virchowplatz (1933–1945)Kulturamt der Stadt Zwickau (Hrsg.): Chronik Zwickau, Band 3: Eine Chronik in Zahlen, Fakten und Bildern. Sandstein Verlag, Dresden 2017, ISBN 978-3-95498-265-3, S. 223–246, Kap. Aktuelles und Historisches Straßenverzeichnis, hier S. 236, 241.

Einzelnachweise

Wessel, Horst Strassen und Platze