mini|hochkant|Joachim Tydichius, in Johann Christoph Brotzes Monumenten

Joachim Tydichius (auch Tydich; * um 1545; † nach 1586) war ein deutscher Jurist, Dichter und Offizier.

Leben Joachim Tydichius stammte aus Berlin oder dessen Umgebung. 1569 verfasste er ein Gedicht für Johannes Posthius zu dessen Hochzeit in Würzburg.Klaus Karrer: Johannes Posthius (1537–1597). Verzeichnis der Briefe und Werke mit Regesten und Posthius-Biographie, Wiesbaden: Harrassowitz, 1993, ISBN 3-447-03331-2. S. 65 In dieser Zeit studierte er dort wahrscheinlich. 1570 lobte ihn der Jesuit Petrus Canisius für die Verteidigung der katholischen Lehre in einem Brief an den Bischof von Würzburg.

1573 veröffentlichte Joachim Tydichius Texte in Gent und Antwerpen. Dort bezeichnete er sich als poeta laureatus. Er durchreiste wahrscheinlich auch Spanien, Italien, Frankreich und England. 1575 war er Lizentiat beider Rechte (Weltliches Recht und Kirchenrecht).

In diesem Jahr war Tydichius Hauptmann in Danzig für die Stadt im Vorfeld des Danziger Krieges.Franz Schnorr von Carolsfeld: Katalog der Handschriften der Königl. Öffentlichen Bibliothek zu Dresden. Erster Band. Springer, Wiesbaden 1882 S. 190, mit Jahreszahlen 1575 für Danzig und 1576 für Riga, der Krieg wurde bei Küster, 1751, S. 79 erwähnt Seit 1576 war er Hauptmann (capitaneus milies) in Riga. 1577 überbrachte er als Commissair des Herzogs Magnus von Livland ein Drohschreiben an die Stadt Kokenhusen, dass sie sich unterwerfen solle.Karl Eduard Napiersky: Index corporis historico-diplomatici Livoniae, Esthoniae et Curoniae. Band 2. Riga und Leipzig. 1834. S. 331. Nr. 3622. 1580 war er inhaftiert. A Catalogue of the Lansdowne Manuscripts in the British Museum. 1815. S. 60, Tydichius bat 1580 Lord Burghley in einem Brief um Unterstützung, er sei als Verwechslung für eine andere Person imhaftiert worden; der Brief befindet sich jetzt wahrscheinlich in der British Library

1586 heiratete Tydichius in Riga Margaretha von Wessel. 1602 erschien ein Gedicht von ihm in einem Sammelband, ob er zu dieser Zeit noch lebte, ist unbekannt.

Schriften Joachim Tydichius veröffentlichte poetische Texte zu religiösen und historischen Inhalten in lateinischer Sprache, unter anderem die Sprüche Salomos als Distichon. Von ihm sind auch einige Briefe bekannt, so an den brandenburgischen Kanzler Lampert Distelmeyer und den englischen Lord Burghley.

Martin Friedrich Seidel veröffentlichte ein Kupferstichporträt von ihm, das von Johann Christoph Brotze übernommen wurde (Abbildung).

Literatur Johann Christoph Brotze: Sammlung verschiedner Liefländischer Monumente, Prospecte und dergleichen. Band 2. 1776. Manuskripte 2002B, 2003A Karl Eduard Napiersky: Allgemeines Schriftsteller- und Gelehrten-Lexicon der Provinzen Livland, Esthland und Kurland. Vierter Band S–Z. 1832. S. 403 . digitale-sammlungen.de. Karl Eduard Napiersky: Allgemeines Schriftsteller- und Gelehrten-Lexikon der Provinzen Livland, Esthland und Kurland. Nachträge und Fortsetzungen. Band 2. L–Z. 1861. S. 248 . Georg Gottfried Küster: Martin Friedrich Seidels Bilder-Sammlung. Berlin 1751. S. 79, mit Porträt.

Weblinks

Werke von Joachim Tydichius WorldCat

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Riga) Kategorie:Militärperson (Lettland) Kategorie:Person (Danzig) Kategorie:Autor Kategorie:Jurist in der Frühen Neuzeit Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 16. oder 17. Jahrhundert Kategorie:Mann