Jack Holborn ist eine deutsch-neuseeländische TV-Mini-Serie. Sie war 1982 die vierte ZDF-Weihnachtsserie. Es handelt sich um eine Verfilmung der 1964 erschienenen, gleichnamigen Piratengeschichte von Leon Garfield. Nach Silas (1981) spielte Patrick Bach mit der Titelrolle des Jack Holborn zum zweiten von insgesamt vier Malen in einer ZDF-Weihnachtsserie eine Hauptrolle. Matthias Habich übernahm die Doppelrolle der Zwillingsbrüder Sharingham. Weitere tragende Rollen sind mit Andreas Mannkopff, Terence Cooper und Monte Markham besetzt.
Produktion Der Regisseur Sigi Rothemund verfasste gemeinsam mit Justus Pfaue auch das Drehbuch. Vorlage war das gleichnamige Jugendbuch von Leon Garfield, der erste Roman des britischen Autors. Drehsprache war wegen internationaler Besetzung Englisch, die Serie wurde nachsynchronisiert. Die deutschen Schauspieler synchronisierten sich selbst. Gedreht wurde im montenegrinischen (Stari Bar, Skadar-See) sowie im kroatischen (Dubrovnik, Trogir, Zadar) Teil des damaligen Jugoslawiens.
Handlung 1. Folge mini|290px|Die Promenade in Trogir, Kulisse für den Hafen von Bristol in der ersten, zweiten und sechsten Folge von Jack Holborn. mini|Als Charming Molly genutztes Schiff Activ des Hamburger Architekten Volkwin Marg Bristol um 1787. Findelkind Jack Holborn ist in einem Waisenhaus aufgewachsen, aus dem der Dreizehnjährige nun entlassen werden soll, um eine Lehre zu beginnen. Sein Wunsch ist es, Schiffsjunge zu werden, doch wird er als zu klein dafür befunden. Der Freibeuter-Kapitän Sharingham will ihn dennoch auf sein Schiff, die Charming Molly, aufnehmen. Dies wird jedoch durch den Lordrichter von Bristol abgelehnt und Jack der Seiler- und Schuhmacher-Familie Arrows zur Ausbildung und Erziehung übergeben. Er bekommt ein Lederarmband mit dem eingeprägten Namen „Jack“ ausgehändigt, das zusammen mit ihm gefunden wurde. Sein Anblick löst einen Erinnerungs-Flashback aus seiner frühen Kindheit aus. Diese Erinnerungsfetzen wiederholen sich im weiteren Verlauf häufig und werden immer detaillierter. Jack befindet sich darin in einem Boot und sieht zunächst nur den Rücken eines Mannes, der das Armband trägt und das Boot auf ein Schiff zu rudert. An der auffälligen Galionsfigur wird später erkennbar, dass es sich um die Charming Molly handelt. Es taucht dann auch eine Frau auf und zwischen ihr und dem Mann kommt es zu einem Gerangel. Jack vermutet, dass es sich bei den beiden Personen um seine Eltern handelt. Captain Sharingham steht an der Reling der Charming Molly und gibt ihnen Zeichen. Später erschießt er den Mann und die Frau stürzt ins Wasser. Sharingham steigt auf einer Strickleiter zur Wasseroberfläche hinunter und hilft ihr an Bord.
Auf dem Weg zu seinen neuen Pflegeeltern belauscht Jack ein Gespräch zwischen Captain Sharingham und dem Lordrichter. Es wird ersichtlich, dass die beiden Männer Brüder und eineiige Zwillinge sind. Der Richter wirft dem Kapitän vor, seinen Freibeuterbrief für die Zusammenarbeit mit Piraten zu missbrauchen und so Schande über die Familie zu bringen.
Noch am selben Abend läuft Jack von den Arrows weg und schleicht sich auf die Charming Molly. Er wird jedoch von dem Matrosen Vronsky erwischt und zu Captain Sharingham gebracht. Als dieser Jacks Lederarmband sieht, zeigt er eine Reaktion des Wiedererkennens. Von Jack daraufhin mit Fragen bestürmt, ob er etwas über seine Herkunft wisse, blockt Sharingham ab und lässt Jack von Vronsky zu den Arrows zurückbringen.
Captain Sharingham arbeitet tatsächlich mit Piraten zusammen. Sie haben den Plan, gemeinsam die Esperance auszurauben, ein Schiff, das mit einer besonders wertvollen Ladung von Diamanten von Indien nach England unterwegs ist. Von seiner Informantin Lady Myra, der Ehefrau des Admirals, erfährt er den Kurs des Schiffes. Beim Treffen mit den verbündeten Piraten unter ihrem Kapitän Fury geraten sie jedoch in eine Falle der Admiralität und müssen sich schließlich ergeben. Der Großteil der Crew der Charming Molly wird gefangen genommen, Sharingham, sein Bootsmann Morris sowie Vronsky können jedoch auf dem Schiff der Piraten entkommen. Jack hat sich unterdessen etwas bei der Familie Arrows eingelebt, träumt aber weiterhin davon, Schiffsjunge zu werden. Als er Mr. Arrows zum Hafen begleiten darf, wird er Zeuge, wie die gefangenen Mannschaftsmitglieder von Captain Sharingham nach Bristol zurückgebracht werden. Dabei hört er auch, dass Captain Sharingham entkommen, vielleicht aber auch tot sei. Mit einer neuen Crew soll die Charming Molly wenig später erneut in See stechen. Der Betrieb der Arrows liefert dafür eine große Menge an Tauen und Schuhen. Jack versteckt sich im Sack mit den Schuhen und gelangt so an Bord. Es gelingt ihm, unentdeckt zu bleiben. Als er in der Nacht großen Hunger bekommt, stiehlt er einen Schinken aus der Kombüse. Am nächsten Morgen wird der Schiffsjunge des Diebstahls verdächtigt und soll grausam bestraft werden. Da zeigt sich Jack und gibt zu, den Schinken genommen zu haben.
2. Folge mini|290px|Die Festung Lovrijenac in Dubrovnik diente als Kulisse für die Festung Nautia in der zweiten, dritten und fünften Folge von Jack Holborn. Auf Befehl des unerbittlich harten Kapitäns Cox soll Jack die traditionelle Strafe für blinde Passagiere erleiden: An den Mast gefesselt soll er volle zwei Tage ohne Essen und Trinken im Ausguck des Schiffes aushalten. Obwohl in der Nacht ein schwerer Sturm tobt, erlaubt Cox seinem Bootsmann nicht, den Jungen herunter zu holen. Wider Erwarten überlebt Jack die Nacht. Am nächsten Morgen erobert Captain Sharingham mit seiner neuen Crew aus Piraten die Charming Molly zurück. Jack darf als Küchenjunge an Bord bleiben. Die Piraten sind darüber alles andere als erfreut, da sie glauben, ein Kind an Bord bringe Unglück. Sie misstrauen auch ihrem neuen vornehmen Kapitän sowie dessen Getreuen Morris und Vronsky und würden sich alle vier am liebsten so schnell wie möglich vom Hals schaffen. Nur weil der Kapitän als einziger den Kurs der Esperance kennt, verzichten sie vorläufig darauf. Als Jack Captain Sharingham erneut nach seinem Armband fragt, erfährt er nur, dass es seinem Vater gehörte und dieser tot sei. Wissend, dass er nur wenigen seiner Besatzungsmitglieder trauen kann, schlägt Sharingham einen Handel vor: Wenn es Jack gelingt, ihm dreimal das Leben zu retten, will er ihm alles sagen, was er über seine Familie weiß. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird Jack Sharingham tatsächlich dreimal das Leben retten – allerdings nicht dem Kapitän, sondern seinem Zwillingsbruder, den er für den Kapitän hält.
In Bristol sind der Admiral und Richter Sharingham entsetzt, als sie von der Aktion des Kapitäns hören, zumal sie von dessen Plänen bezüglich der Esperance wissen. Um noch schlimmeren Schaden für das Ansehen der königlichen Flotte und der Familie Sharingham abzuwenden, soll Richter Sharingham mit einer schnellen Brigg nach Nautia segeln (die fiktive Insel liegt gemäß der gezeigten Karte im westlichen Golf von Guinea, etwa auf halber Strecke zwischen Ascension und São Tomé), um seinen Bruder abzufangen, der dort zweifellos zur Proviantaufnahme Station machen wird. Tatsächlich steuert die Charming Molly Nautia an. Da dort noch niemand wissen kann, dass Captain Sharingham unter die Piraten gegangen ist, gehen der Kapitän, Jack und zwei Besatzungsmitglieder als ehrenwerte Seeleute getarnt an Land, um beim Gouverneur hilfreiche Informationen zu erfragen. Inzwischen läuft das Schiff des Richters in den Hafen ein, wodurch ihre Tarnung zerstört wird. Morris, der mit dem Großteil der Besatzung an Bord geblieben ist, schöpft rechtzeitig Verdacht und bringt die Charming Molly in Sicherheit, um gemäß einer vorher getroffenen Absprache die an Land Gegangenen auf der anderen Seite der Insel zu erwarten. Der Kapitän und seine Begleiter werden von Soldaten gestellt und müssen kämpfen, um zu entkommen. Captain Sharingham wird von den anderen getrennt und trifft auf seinen Bruder, der ihn zum Duell fordert, um die Ehre der Familie wiederherzustellen. Bei dem sich nun entwickelnden erbitterten Fechtkampf scheint der Richter zunächst die Oberhand zu behalten, bis er von seinem Bruder niedergeschossen wird. Im Glauben, ihn getötet zu haben, tauscht der Kapitän mit dem Richter die Kleidung und flieht. Der Richter lebt jedoch noch und wird wenig später von Jack gefunden, der den Bewusstlosen für den Kapitän hält und wild entschlossen ist, ihn zu retten.
3. Folge Jack hat den schwer verletzten Richter Sharingham, den er für den Kapitän hält, auf einen Karren geladen und ihn – mit Palmblättern abgedeckt – unbehelligt zum Treffpunkt mit der Charming Molly gebracht. (Erste Lebensrettung) Sie werden an Bord geholt und das Schiff sticht in See. Inzwischen hat sich auch der richtige Kapitän zum Treffpunkt durchgeschlagen, kann sich jedoch nicht mehr bemerkbar machen und muss mit ansehen, wie sein Schiff ohne ihn davon segelt. An Bord herrscht gedrückte Stimmung während der vermeintliche Kapitän mit dem Tode ringt und man zugleich unter einer Flaute leidet, die es unmöglich macht, nach der Esperance zu suchen. Sie lesen den auf einem Floß treibenden Trumpet auf. Dieser gibt an, ebenfalls Pirat zu sein und auf der Esperance eine Meuterei angezettelt zu haben. Deshalb sei er ausgesetzt worden. Sofort bessert sich die Laune der Piraten, beweist Trumpets Auftauchen doch, dass die Esperance nicht weit sein kann. Zudem bestätigt dieser, dass auf dem Schiff unermessliche Reichtümer zu holen sind. Etwas später belauscht Jack Trumpet und zwei der Piraten, die über eine geplante Meuterei sprechen, wobei Trumpet eher versucht, ihnen das auszureden. Als die Meuterei beginnt, kann Jack Morris und Vronsky noch rechtzeitig warnen. Der Lärm des Kampfes lockt den sich auf dem Wege der Besserung befindenden Richter Sharingham an Deck und er erschießt den Anführer der Meuterer.
Nachdem sich die Lage wieder beruhigt hat, ist Jack begeistert als er von Vronsky hört, dass Sharingham die Ansicht geäußert habe, Jack habe ihnen allen – und somit auch ihm selbst – durch sein Verhalten das Leben gerettet. (Zweite Lebensrettung) Umso verwirrter ist er, als Sharingham ihn zu sich rufen lässt, um ihn zu fragen, wie er ihm für seinen Einsatz danken könne. Jack erwidert irritiert, er wünsche sich nur, dass der Kapitän sein Versprechen halte. Der Richter, der natürlich keine Ahnung hat, wovon Jack spricht, antwortet ausweichend. Während eines schweren Sturms in der Nacht halten nur Morris und Vronsky noch am Ruder die Stellung, während alle anderen sich in das Kanonendeck zurückgezogen haben. Eine Gestalt erscheint, die sie für den getöteten Meuterer Taploe halten, der zurückgekehrt ist, um sich zu rächen. Als Vronsky Sharingham darüber informiert, glaubt dieser nicht an einen Spuk und besteht darauf, trotz des Unwetters und seiner noch geschwächten Verfassung mit an Deck zu kommen, um sich die Sache anzusehen. Die Charming Molly wird von der von ihrer Besatzung aufgegebenen Esperance gerammt und sinkt. Was hinter dem Spuk steckt, bleibt unaufgelöst. Alle Männer unter Deck ertrinken. Gerade noch rechtzeitig hat Trumpet das Kanonendeck verlassen und Jack mit sich an Deck gezogen. Zusammen mit Morris, Vronsky und Sharingham können sie sich an die afrikanische Küste retten. Beide Schiffswracks liegen in unmittelbarer Nähe und Trumpet kommt auf die Idee, nach einer Schatzkiste zu tauchen, die sich in der Kapitänskajüte der Esperance befinden soll. Sie soll unter anderem die Weiße Lady enthalten, einen besonders großen und wertvollen Diamanten, der aber den Ruf hat, seinem Besitzer Unglück zu bringen. Trumpet kann die Kapitänskajüte nicht erreichen, da das dorthin führende Loch in der Schiffswand zu eng für einen Erwachsenen ist. Er bittet Jack, hinunter zu tauchen.
4. Folge