hochkant|mini|Wilhelm v. Goßler. Motiv: Archiv des Corps Saxo-Borussia Heidelberg.

Wilhelm von Goßler (* 4. Mai 1883 in Berlin; † 25. April 1945 ebenda) war ein deutscher Verwaltungsjurist.Mitgliederverzeichnis des Corps Saxo-Borussia Heidelberg 1966.

Leben Wilhelm von Goßlers Eltern sind der Reichstagspräsident Gustav von Goßler und seine Frau Mathilde geb. von Simpson, Tochter von George William von Simpson. Er studierte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Rechtswissenschaft und wurde 1902 im Corps Saxo-Borussia Heidelberg recipiert.Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1960. C. L. Mettcker & Söhne Jever-Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 66 (Corps) / (Lfd. Nr. dort) 1116. Gleichzeitige waren Fritz von Dewitz, Wilhelm von Schlieffen und Leopold von Hoesch. 1906 wurde er in Heidelberg zum Dr. iur. promoviert.Juristische Dissertation: Sind in Preußen die Mitglieder der Konsistorien Staatsbeamte? Ebenfalls in Heidelberg folgte 1913 die Promotion zum Dr. phil.Philosophische Dissertation: Die analytische und synoptische Begriffsbildung bei Sokrates, Platon und Aristoteles.

Ab 1926 war er Landrat im pommerschen Kreis Naugard. Er wurde im Oktober 1931 in den einstweiligen Ruhestand versetzt und im Monat darauf der Regierung in Arnsberg überwiesen.H. Jehke-Herdecke (Hrsg.): Landkreis Naugard (Territorial.de.) Im Juli 1932 wurde er kommissarisch, im November 1932 endgültig zum Landrat im Kreis Westprignitz ernannt.Landkreis Westprignitz (Territorial.de.)

Nach dem NS-Propagandisten Rühle war Goßler, u. a. neben Udo von Alvensleben, Rudolf von Erffa, Adolf von Nassau, Günther von Rheinbaben-LK Osthavelland, Albrecht Ernst von Thaer, Friedrich von Uslar-Gleichen, Graf Wilhelm von Wedel, Hans Christoph von Werder, Jochen-Hilmar von WuthenauDerselbe: Gerd (Gerhard) Rühle: Kurmark. Geschichte eines Gaues. Verlag Alfred Lindemann, Berlin 17./18. Juni 1934, S. 128. einer von zehn adeligen NS-Landräten in der Provinz Brandenburg in der Frühphase 1933/1934. Einige Vertreter waren teils zuvor schon im Amt. Wegen politischer Meinungsverschiedenheiten gab er das Landrats-Amt im Oktober 1934 auf. Zunächst kommissarisch folgte ihm Johannes Bierbach (DNVP, NSDAP).

Goßler wirkte zuletzt als Oberregierungsrat beim Stadtpräsidenten von Berlin. Die militärische Niederlage des NS-Staats und ihre Folgen hatte er klar vorausgesehen und dargelegt.

Als die Rote Armee in der Schlacht um Berlin in die Stadt vordrang, nahm er sich mit fast 62 Jahren das Leben. Fast gleichzeitig mit ihm starb in der Eifel seine aus Aachen stammende Frau Elfriede geb. Erkens. Aus der Ehe waren eine Tochter Dorothea, liiert zuerst mit Dr. jur. Hans Werner Kubitz und dann mit Dr. jur. Johannes Ritter von Zaremba, sowie ein 1941 vor Moskau vermisster Sohn Dieter hervorgegangen.

Werke Die Familie Goßler in Stammfolgen. G. Reichhardt, Groitzsch 1939. DNB 144 S.

Siehe auch Goßler (Adelsgeschlecht)

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil B (Briefadel). 1941. Jg. 33, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 187 ff. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser, B (Briefadel). 1954. Band I, Band 9 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1954, , S. 128 ff.

Einzelnachweise

Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Landrat (Provinz Brandenburg) Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Berlin) Wilhelm Kategorie:Oberregierungsrat Kategorie:Landrat (Landkreis Naugard) Kategorie:Absolvent der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann