Der K.Bay.Sts.B. Blatt 336 ist ein Bayerischer Güterwagen. Es handelt sich dabei um einen zweiachsigen Schemelwagen der als Gattung Hrz unter der Blatt-Nr. 336 im WVWV steht als Abkürzung für Wagenstandsverzeichnis von 1913 der K.B.Sts.B. geführt wurde. Unter dieser Nummer wurden zwei Blatt-Nr. der ehemaligen B.O.B. zusammengefasst, nämlich die Nummern 91 und 92. Der Wagentyp wurde ausschließlich ohne Bremsen gebaut.
Geschichte Zum Transport von Langholz – Ladelängen größer 6.000 mm – wurden vor allem in den Anfangsjahren des Eisenbahntransports, als die Wagen noch sehr kurz waren, Spezialwagen benötigt. Man führte daher bei den einzelnen staatlichen Bahnverwaltungen die mit Langholztransporten befasst waren sogenannte Schemelwagen an. Die zeichneten sich durch einen mittig auf der Ladefläche stehenden Drehschemel aus, auf dem die Ladung abgelegt werden konnte. Die Wagen wurde immer paarweise eingesetzt, so dass die Ladung auch bei größerer Länge kurvengängig war.
Beschaffung In den Jahren zwischen 1860 und 1875 beschafften die B.O.B. insgesamt ca. 308Gert von Rosen – von Heuwel, Schemelwagen der B.O.B., Länderbahnmagazin, 2006, aus Unterlagen des Hauptstaatsarchivs München Schemelwagen der Gattung K. Darunter auch als zweite Beschaffungsserie im Jahr 1862 44 Stück nach Blatt-Nr. 91 und 40 Stück als dritte Beschaffungsserie nach Blatt-Nr. 92.
Die Wagen der zweiten Serie von 1862 wurden zu gleichen Teilen bei den Firmen Nöll, Würzburg, und der Waggonfabrik Josef Rathgeber, München, bestellt. Die Wagen der dritten Serie von 1864/64 zu gleichen Teilen bei den Firmen Klett, Nürnberg, und der Waggonfabrik Josef Rathgeber, München.
Mit der Integration des Wagenbestandes der ehem. B.O.B. wurden 1876 die Wagen der zweiten Serie im WV von 1897 unter der Blatt-Nr. 222, die Wagen der dritten Serie unter der Blatt-Nr. 223 geführt.
Verbleib Im Verzeichnung von 1913 waren die Wagen alle schon mit dem Vermerk „die Wagen werden aus dem Betrieb gezogen“ versehen. Die Ausmusterung der restlichen 1913 noch im Bestand geführten Wagen war bis 1915 abgeschlossen.Carstens, Güterwagen Band 5, Seite 120
Konstruktive Merkmale Untergestell Das Untergestell der Wagen war noch aus einer Kombination von Profileisen und Holz aufgebaut. Die äußeren Längsträger sowie alle inneren Quer- und Diagonalprofile waren aus Eisen, die Pufferträger oder „Kopfstücke“ aus Holz. Die äußeren Längsträger hatten ein Doppel-T-Profile und eine Höhe von 235 mm. Im Gegensatz zu anderen Untergestellbauarten waren bei diesem auf Grund der Belastung durch den Drehschemel keine durchgehenden, inneren Längsträger vorhanden. Vielmehr wurden die diagonalen Pufferstützen bis zur Wagenmitte geführt, wo sie auf zwei links und rechts von der Mitte vorhandene, verstärkte Querträger trafen (siehe auch die Wagenskizze). Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen mit Sicherheitsbügel. Die Zugstange war wegen der besonderen Befestigung des Drehschemels nicht durchgehend, sondern wurde um diesen im Bogen herumgeführt. Sie war mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen Stangenpuffer der B.O.B.-Bauart mit einer Einbaulänge von 612 mm. Die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 370 mm.
Laufwerk Die Wagen hatten aus Flacheisen geschmiedete Fachwerk-Achshalter der kurzen, geraden Bauform. Gelagert waren die Achsen in geteilten Gleitachslagern bayerischer Bauform. Die Räder hatten Speichenradkörper mit einem Raddurchmesser von 1.000 mm. Die Federung bestand jeweils aus sechs 1.109 mm langen Federblättern mit einem Querschnitt von 96 × 13 mm.
Wagenkasten Der Wagenkasten war komplett aus Holz mit eisernen Profilverstärkungen aufgebaut. Die Wagen hatten alle in der Auslieferversion alle 730 mm hohe Bordwände. Im Gegensatz zu späteren Bauarten konnten bei dieser Bauart die mittig angebrachten, aus Eisenprofilen bestehenden, Drehschemel nicht durchgedreht werden. Das Auflager der Drehschemel war mit Eisenzinken versehen um ein Verrutschen der Ladung zu verhindern. Zusätzlich gab es noch Sicherungsketten mit Einschlaghaken, die ebenfalls das Verrutschen der Ladung verhindern sollten. Die beiden eisernen Steckrungen des Drehschemels waren mit Spannketten verbunden. Die Bodenplanken waren 58 mm stark.
Ausstattung Neben der beiden Rungen des Drehschemels hatten die Wagen noch vier weitere Kipfstangen zur zusätzlichen Ladungssicherung. Diese konnten wahlweise in insgesamt acht eisernen Rungentaschen gesteckt werden die in die hölzerne Ladefläche eingelassen waren. Für den Fall, dass die Schemelwagen wegen der Länge der Ladung nicht direkt gekuppelt werden konnten, gab es noch zusätzliche Ketten mit Einschlaghaken, die, um die Ladung herumgeschlungen und befestigt, für eine feste Verbindung zwischen den Wagen sorgten.
Skizzen, Musterblätter, Fotos
Wagennummern Die Daten sind den WV der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen, aufgestellt nach dem Stande vom 1. Juni 1879, dem 31. März 1897 und dem 1. März 1913 entnommen.
HerstelldatenWagennummern je EpocheAbmessungenFahrwerkWändeFassungsraumGewichteZusatzinfos Bau- jahr Her- stel-ler bis 1875 ab 1875 ab 1909(1907) Aus-gemu-stert Anz.Achs. Rad-stand LüP Unt.Gest. LA. Brem-sen Stirn Seite Lade-länge[mm] Lade-breite[mm] Boden-flächem2 Lade-raumm3 Lade-gewicht [t] Eigen-gewicht [t] Bemerkungen Wagen der zweite Lieferserie Blatt-Nr.aus WV vonGattung 911879H. 2221897H. 3361913H.z. (siehe Legende) umklapp-bar Drehschemel mit zwei KipfstangenBayerischer Ausdruck für Steckrungen1862 Nöll/Rathg.17 008–17 01870 558–70 568<191323.5007.800H/E226.7002.20016,810,05,0Re 70 562–Re 70 564<1915Re 70 565<1913Re 70 566<1915Re 70 567<1913Re 70 568<191517 019–17 02070 558–70 568<189717 02170 571Re 70 571<191517 022–17 02370 571–70 573<189717 024–17 02770 574–70 577Re 70 574<1915Re 70 575–Re 70 577<191317 02870 578<189717 02970 579Re 70 579<191517 03070 580<189717 031–17 03770 581–70 587Re 70 581<1913Re 70 582<1915Re 70 583–Re 70 585<1913Re 70 586–Re 70 587<191517 03870 588<189717 039–17 04070 589–70 090Re 70 089–Re 70 090<191517 04170 591<189717 042–17 04570 592–70 595Re 70 092–Re 70 093<1913Re 70 094<1915Re 70 095<191317 04670 596<189717 047–17 04870 597–70 598Re 70 597<1913Re 70 598<191317 09670 599<189717 050–17 05170 60070 601Re 70 600Re 70 601<1913 HerstelldatenWagennummern je EpocheAbmessungenFahrwerkWändeFassungsraumGewichteZusatzinfos Bau- jahr Her- stel-ler bis 1875 ab 1875 ab 1909(1907) Aus-gemu-stert Anz.Achs. Rad-stand LüP Unt.Gest. LA. Brem-sen Stirn Seite Lade-länge[mm] Lade-breite[mm] Boden-flächem2 Lade-raumm3 Lade-gewicht [t] Eigen-gewicht [t] Bemerkungen Wagen der dritten Lieferserie Blatt-Nr.aus WV vonGattung 921879H. 2231897H. 3361913H.z. (siehe Legende) umklapp-bar Drehschemel mit zwei Kipfstangen1864/1865 Klett/Rathg.17 05270 602<189723.5007.800H/E226.7002.20016,810,05,017 053–17 06570 603–70 615Re 70 603–Re 70 604<1913Re 70 605<1915Re 70 606–Re 70 608<1913Re 70 609<1915Re 70 610–Re 70 611<1913Re 70 612–Re 70 613<1915Re 70 614–Re 70 615<191317 06670 616<189717 067–17 09170 617–70 641Re 70 617–Re 70 618<1913Re 70 619<1915Re 70 620–Re 70 624<1913Re 70 625–Re 70 626<1915Re 70 627<1913Re 70 628<1915Re 70 629–Re 70 632<1913Re 70 633<1915Re 70 634–Re 70 636<1913Re 70 637–Re 70 638<1915Re 70 639–Re 70 641<1913
Anmerkungen / Hinweise
Einzelnachweise
Literatur
Kategorie:Güterwagen (Deutschland) Kategorie:Bayerische Staatseisenbahnen Kategorie:Schienenfahrzeug (Rathgeber)