Die 12. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften fanden am 6. März 1965 in der Stuttgarter Killesberghalle statt.
Wettbewerbe Gelaufen wurde auf einer 200 Meter langen Rundbahn. Weiterhin nicht standardisiert war die Länge der Sprintstrecke. In diesem Jahr war sie für Frauen und Männer entsprechend der Möglichkeiten der Anlage in der Stuttgarter Halle am Killesberg mit 60 Metern um 10 Meter länger als im Vorjahr in der Kieler Ostseehalle. Auch der Hürdensprint fand für beide Geschlechter über 60 Meter – 10 Meter mehr als 1964 – statt.
Neu war der 200-Meter-Lauf, der bei Frauen und Männern zum ersten Mal ausgetragen wurde. In den beiden Folgejahren stand er nicht auf dem Programm, bevor er ab 1968 ständiger Bestandteil von Deutschen Hallenmeisterschaften wurde.
Das Frauenprogramm war wie auch bei den Freiluftveranstaltungen in diesen Jahren noch deutlich eingeschränkt. Im Bereich Lauf wurden mit den Rennen über 60, 200 und 400 Meter diesmal drei Kurzstrecken durchgeführt. Auch der Hürdensprint wurde wieder angeboten. Außerdem gab es mit dem 800-Meter-Lauf als Mittelstrecke und mit der 4-mal-1-Runde-Staffel als Staffel im Bereich Lauf nur noch zwei weitere Frauendisziplinen. Es wurden weder eine Langstrecke noch eine Langstaffel ausgetragen, die bei den Männern im Gegensatz dazu über 3-mal 1000 Meter als zweiter Staffelwettbewerb schon seit 1955 Teil des Wettbewerbskatalogs war.
Im Bereich Sprung wurden der Stabhoch- und Dreisprung für Frauen erst in den 1990er-Jahren in das allgemeine Wettbewerbsprogramm aufgenommen und wurden somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften für Frauen nicht angeboten.
Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.
Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.
Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Gert Metz (USC Mainz) 6,7 s Willi Holdorf (SV Bayer 04 Leverkusen) 6,8 s Hans-Jürgen Felsen(FV Salamander Kornwestheim) 6,8 s200 m Dieter Hübner(FV Salamander Kornwestheim) 22,1 s Walter Dorn (DJK Hockenheim) 22,5 s Gustav Held (SG Eintracht Frankfurt) 22,6 s400 m Jörg Jüttner (VfL Wolfsburg) 48,2 s Hans-Dieter Mauel (ASV Köln) 48,6 s Jürgen Jaenisch (ASV Köln) 48,8 s800 m Dieter Bogatzki (Sportfreunde Siegen) 1:50,2 min Jörg Balke (Polizei SV Berlin) 1:51,4 min Jörg Lawrenz (Berliner SC) 1:53,3 min1500 m Bodo Tümmler (SC Charlottenburg) 3:54,5 min Klaus Prenner (FSV Frankfurt) 3:54,8 min Klaus Lehmann (Polizei SV Berlin) 3:55,6 min3000 m Helge Franke (ATSV Saarbrücken) 8:04,2 min Werner Girke (VfL Wolfsburg) 8:08,4 min Lutz Philipp (LBV Phönix von 1903) 8:12,0 min60 m Hürden Werner Trzmiel (VfL Bochum) 8,0 s Hinrich John (Hannover 96) 8,0 s Herbert Stürmer (SV Siemens Nürnberg) 8,2 s4 × 400 m 3:14,8 min 3:14,9 min 3:15,5 min3 × 1000 m 7:19,2 min 7:24,2 min 7:28,2 minHochsprung Wolfgang Schillkowski (TB Wülfrath) 2,10 m Gunther Spielvogel(SV Bayer 04 Leverkusen) 2,10 m Ingomar Sieghart (TSV 1860 München) 2,01 mStabhochsprung Wolfgang Pinder(FV Salamander Kornwestheim) 4,60 m Hartmut Reinhardt (Turnerschaft Göppingen) 4,50 m Günter Schmidt (Westende Hamborn) 4,40 mWeitsprung Jörg Jüttner (VfL Wolfsburg) 7,43 m Heinz Gabriel (Stuttgarter Kickers) 7,43 m Michael Sauer (USC Mainz) 7,28 mDreisprung Michael Sauer (USC Mainz) 16,16 m Hans-Jörg Müller (ATSV Saarbrücken) 15,20 m Günter Krivec (USC Mainz) 14,91 mKugelstoßen Heinfried Birlenbach (Sportfreunde Siegen) 17,89 m Traugott Glöckler (USC Heidelberg) 17,64 m Wolfgang Reiß (Osnabrücker TV) 16,73 m
Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Dorothee Sander (USC Mainz) 7,5 s Hannelore Swienty (OSC Berlin) 7,6 s Gerlinde Beyrichen (ASV Köln) 7,6 s200 m Kirsten Roggenkamp (TSV Siemensstadt) 24,7 s Reinhilde Nietmann (Herner TC) 25,5 s Erika Depersdorf (TSG Bergedorf) 26,1 s400 m Uta Hemprich (1. FC Kaiserslautern) 57,7 s Margarete Buscher (Preußen Münster) 58,1 s Emilie Bertram (ATSV Saarbrücken) 58,8 s800 m Antje Gleichfeld (LG Alstertal-Garstedt) 2:10,4 min Christa Luczak (VfL Wolfsburg) 2:11,4 min Marie-Luise Seiler (Meidericher SV) 2:14,4 min60 m Hürden Inge Schell (TSV 1860 München) 8,4 s Renate Balck (LG Alstertal-Garstedt) 8,5 s Johanna Gaiser (TSV München-Ost) 8,8 s4 × 1 Runde(1 Runde ≙ 200 m) 1:41,9 min 1:44,6 min 1:46,5 minHochsprung Ilia Hans (SpVgg Bissingen) 1,67 m Friderun Valk (TSG Ulm 46) 1,61 m Brigitte Geyer (TV Cannstatt) 1,61 mWeitsprung Dorothee Sander (USC Mainz) 5,98 m Hilde Schubert (SC Tegeler Forst) 5,86 m Ursula Wittmann (SV Asselfingen) 5,77 mKugelstoßen Marlene Klein (Euskirchener SC) 16,32 m Liesel Westermann (Hannover 96) 14,55 m Brigitte Berendonk (USC Heidelberg) 14,28 m
Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Presseausschuß des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (Hrsg.), Jahrbuch der Leichtathletik 1965, S. 117ff, Berlin-Charlottenburg, Verlag Bartels & Wernitz 1965
Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallen – Meisterschaften, sport-komplett.de
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