mini|Shell-Benzin für Sir Ernest Henry Shackleton, Antarktis-Expedition 1915. mini|Shell-Tankwagen aus dem Jahr 1926 auf Basis des Ford Modell TT.

Die Shell plc (bis Januar 2022 Royal Dutch Shell plc)mmq/Reuters/AFP: Shell verlegt Hauptsitz nach Großbritannien. In: Der Spiegel. 15. November 2021, abgerufen am 15. November 2021. ist eines der weltweit größten Mineralöl- und Erdgasunternehmen. Der Konzern ist in mehr als 70 Ländern aktiv und beschäftigt weltweit rund 86.000 Mitarbeiter (Stand 2026). Im Jahr 2022 erzielte Shell einen Gesamtumsatz von 386,2 Mrd. US-Dollar. Etwa eine Million Anleger halten rund acht Milliarden Aktien. Das Unternehmen ist in das Handelsregister in London eingetragen, wo sich seit 2022 auch die Hauptverwaltung befindet.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 ergab, dass Royal Dutch Shell als Lieferant von Produkten an dem Ausstoß von 31,95 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalent seit 1965 beteiligt war. Das Unternehmen liegt damit auf Platz sieben der in der Untersuchung aufgeführten Unternehmen.

Im Jahr 2022 erzielte das Unternehmen mit 39,9 Milliarden US-Dollar den bis dahin höchsten Gewinn v.St. seiner 115-jährigen Unternehmensgeschichte. Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich der Unternehmensgewinn etwa verdoppelt.

Unternehmensgeschichte mini|alternativtext=Optionsschein auf eine Stammaktie der „Shell“ Transport & Trading Company im Wert von einem £, ausgestellt am 14. Juli 1937|Optionsschein auf eine Stammaktie der „Shell“ Transport & Trading Company im Wert von 1 £, ausgestellt am 14. Juli 1937 mini|100px|Entwicklung des Muschel-Logos durch fortgesetzte Stilisierung (ab Mitte der 1930er-Jahre bis heute)

Die Marke und die Unternehmensgruppe Shell gehen zurück auf die Gründung eines Kuriositätengeschäfts im Jahre 1833 im Londoner East End durch Marcus Samuel. Ein Großteil seines Handels basierte auf dekorativen Muscheln (engl. shell), die zur Ornamentierung für Schachteln oder als Sammlerobjekte im viktorianischen England beliebt waren und von ihm aus Fernost importiert wurden.

Seine zwei Söhne, der gleichnamige Marcus Samuel, der spätere 1. Viscount Bearsted, sowie Samuel Samuel, führten das Geschäft fort. Der Muschelimport wurde zu einem Import-Export-Handel weiterentwickelt, der sich zum Transport von Kerosin zu Beleuchtungszwecken wandelte. Schließlich kam es 1890 zur Entscheidung, Tankschiffe zum Öltransport unter dem Firmennamen The Shell Transport and Trading Company p.l.c. (London) zu bauen. Dieses Transportgewerbe wurde im Weiteren ergänzt durch Förderung (Öl-Quellen-Fund in Borneo, 1897) und Raffinierung von Öl. Marcus Samuel jun. behielt den etablierten Firmennamen des Vaters aus Sentimentalität bei. Bob Weintraub, Negev Academic College of Engineering, Beersheva Ferner verwendete er aus Tradition die Kammmuschel als Logo.

1907 schloss Henri Deterding die N.V. Koninklijke Nederlandse Petroleum Maatschappij in Den Haag mit M. Samuels Firma zusammen. Es entstand die Royal Dutch Shell Gruppe.

Die N.V. Koninklijke Nederlandsche Maatschappij tot Exploitatie van Petroleumbronnen in Nederlandsch-Indië war 1890 gegründet worden. König Wilhelm III. hatte sich mit 25 % an ihr beteiligt und der Aktiengesellschaft daher auch die Firmierung unter dem Titel Königliche gestattet. Die Besitzanteile lagen bei 60:40 für die niederländische Gesellschaft. Beide Unternehmen bündelten ihr Geschäft, blieben aber einzeln als Holdinggesellschaften bestehen. Das niederländische Unternehmen wurde zur Royal Dutch Petroleum Company umbenannt. Im Juli 2005 wurden beide Unternehmen zur Royal Dutch Shell plc vereinigt, einer Aktiengesellschaft nach englischem Recht, die an den Börsen in London, Amsterdam und New York notiert war. Der Unternehmenssitz zu dieser Zeit war Den Haag.

Zu den Großaktionären des Unternehmens gehört unter anderem das niederländische Königshaus. auf: stern.de vom 23. März 2004, abgerufen am 4. Juni 2010. auf: welt.de vom 12. September 2009, abgerufen am 4. Juni 2010. Seine durch verschiedene Familienstiftungen gehaltene Beteiligung am Gesamtkonzern wird heute auf etwa 3,5 % geschätzt.

Im April 2015 vereinbarte Shell die Übernahme der britischen BG Group für 47 Mrd. Pfund.Süddeutsche Zeitung: , 8. April 2015. Wie Shell im Februar 2016 mitteilte, sei die Übernahme der BG Group vollständig abgeschlossen.boerse.de: , 15. Februar 2016.

Im November 2021 gab Royal Dutch Shell bekannt, seine Hauptverwaltung sowie den Steuersitz von Den Haag nach London zu verlegen und sich ab 2022 in Shell plc umzubenennen.

Im April 2026 vereinbarte Shell die Übernahme des kanadischen Erdöl- und Erdgasunternehmens ARC Resources.Shell announces agreement to acquire Canadian energy company, ARC Resources Ltd (“ARC”).

Wirtschaftliche Situation 2005 erwirtschaftete Shell einen Gewinn von 25,3 Milliarden US-Dollar, der Umsatz betrug 379 Mrd. US-Dollar.

Im Jahr 2007 konnte Shell seinen Gewinn auf 31,3 Mrd. US-Dollar steigern, dies bedeutet ein Plus von 23 % gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz konnte auf 356 Mrd. US-Dollar gesteigert werden, ein Plus von 12 %.

Im Jahr 2011 stieg der Umsatz auf 470,17 Mrd. US-Dollar und war damit so hoch wie noch nie zuvor (368,08 Mrd. US-Dollar im Jahr 2010). Der Nettogewinn betrug 30,92 Mrd. US-Dollar.

Durch den starken Ölpreisverfall 2015 ging der Umsatz der Shell Gruppe für das Jahr 2016 auf 233,6 Mrd. US-Dollar zurück. Der Gewinn sank auf 4,8 Mrd. US-Dollar.

Geschäftsbereiche mini|Ehemaliges Shell Research Centre in Amsterdam

Shell ist weltweit in fünf Geschäftsbereichen aktiv: Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas Verarbeitung und Vertrieb von Mineralöl Transport und Marketing von Erdgas/Strom Petrochemie erneuerbare Energien

Shell ist an Explorations- und Förderprojekten in über 45 Ländern beteiligt. Die Produktion an Erdöl, Erdgas und anderen Kohlenwasserstoffen beläuft sich auf rund 3,8 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag (ein Barrel entspricht 159 Litern). Der Anteil des Erdgases an der gesamten Kohlenwasserstoff-Förderung beträgt mittlerweile schon knapp 50 Prozent. Shell ist einer der größten Vertreiber von Kraft- und Schmierstoffen der Welt und eine der bekanntesten Marken. Täglich nehmen im Schnitt rund 25 Millionen Tankstellen-Kunden weltweit Dienstleistungen von Shell in Anspruch. 2018 hat Shell an 65 Tankstellen in der Schweiz ein Migrolino betrieben.

Erneuerbare Energien Shell investiert auch in erneuerbare Energien. Über die Unternehmenstochter Solar Frontier (bis 2010 Showa Shell Solar) expandiert Shell im Bereich der Photovoltaik, außerdem plant und betreibt Shell Windparks vor allem in den USA. Weiterhin soll die Erforschung und Entwicklung von Kraftstoffen aus Biomasse weiter ausgebaut werden, in diesem Segment ist Shell der weltgrößte Einkäufer und Anwender. Shell engagiert sich ferner auf dem Sektor der Wasserstoffwirtschaft. Shell wird nach eigenen Angaben 2012 rund 30 Mrd. US-Dollar, davon 80 % in die Suche und Förderung von Energie und die Erschließung neuer Öl- und Gasquellen investieren.Martin Brosy: . In: boersenpoint.de. 17. Juni 2012, abgerufen am 15. Januar 2017.

Im Jahr 2019 wurde das Batteriespeicher-Unternehmen Sonnen übernommen.

Am 25. Februar 2021 gab Shell die Übernahme des deutschen Virtual-Power-Plant-Unternehmens (VPP) Next Kraftwerke zu einem nicht genannten Preis bekannt.

Elektroauto-Ladenetz Shell Recharge Bereits 2017 hat Shell das 2009 gegründete niederländische Unternehmen NewMotion übernommen, das Zugang (Roaming) zu Elektroauto-Ladeinfrastruktur bzw. die Abrechnung europaweit anbietet. 2019 erfolgte die Umbenennung in „Shell Recharge“.

Am 26. Januar 2021 gab Shell bekannt, dass es 100 Prozent von Ubitricity übernehmen werde, dem Betreiber des größten öffentlichen Ladenetzes für Elektrofahrzeuge im Vereinigten Königreich.

Im Februar 2023 wurde bekannt, dass der Betreiber von Ladestationen für Elektrofahrzeuge evpass SA mit Sitz in Le Mont-sur-Lausanne von der Shell (Switzerland) AG mit Sitz in Baar übernommen wird. Evpass ist mit rund 3000 Ladestationen der größte Anbieter von Ladestationen in der Schweiz.

Konzernstruktur/Unternehmensbeteiligungen mini|Firmensitz in Den Haag Shell plc, Den Haag, Niederlande Deutsche Shell Holding GmbH, Hamburg Shell Deutschland GmbH, Hamburg euroShell Deutschland GmbH, Hamburg CARISSA Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg Deutsche Gesellschaft für Tankstellen- und Parkhausinteressen mbH, Hamburg IVV – Industrie-Versicherungsvermittlungs-Gesellschaft mbH, Hamburg Shell Aviation Services GmbH, Hamburg Shell Global Solutions (Deutschland) GmbH, Hamburg Shell Catalysts & Technologies Leuna GmbH Shell Chemie Beteiligungsgesellschaft mbH Shell Deutschland Schmierstoff GmbH Shell Direct GmbH Shell Direct Services GmbH Shell Energy Deutschland GmbH Shell Energy Services GmbH Shell Erdgas Beteiligungsgesellschaft mbH Shell Erdgas Marketing GmbH & Co. KG Shell Erneuerbare Energien GmbH Shell Exploration et Production du Maroc GmbH Shell Grundstücksgesellschaft Wesseling GmbH & Co. KG Shell Verwaltungsgesellschaft für Erdgasbeteiligungen mbH Shell Petroleum Development Company of Nigeria (SPDC), der größte in Nigeria tätige Erdölkonzern, ein Konsortium der Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC, 55 % der Anteile) mit der Elf Petroleum Nigeria Limited (10 %) und der Nigerian Agip Oil Company (NAOC, 5 %) unter der operativen Leitung von Shell (30 %). Shell Nigeria Companies Shell Nigeria Exploration and Production Company (SNEPCO) Shell Schweiz Shell Nigeria Gas (SNG) Shell Nigeria Oil Products (SNOP) The New Motion Deutschland GmbH

Shell in Deutschland mini|Hochregallager des Schmierstoffwerks der Shell Deutschland Oil GmbH (abgerissen Sommer 2018) mini|Shell-Tankanhänger mini|Shell-Tankstelle in Höhr-Grenzhausen mini|Gusseiserne Benzinsäule „Eiserne Jungfrau“, Baujahr 1925 mini|Zapfsäule „Beckmeter“, gebaut bei Beck & Co. in Großbritannien, 1930 mini|Doppelsäule (1952), in der Classic Remise Berlin

Anfänge Shell ist in Deutschland seit dem Jahr 1902 präsent. Ihre Vorgängerin war die am 22. Oktober 1902 in Düsseldorf gegründete Benzinwerke Rhenania GmbH.Frederik Carel Gerretson: History of the Royal Dutch. Band 3, E. J. Brill, Leiden 1958, S. 260 (Google Books) Deren Eigentümerin war eine Tochtergesellschaft der Königlich-Niederländischen Petroleum-Gesellschaft, die in Den Haag firmierende N.V. de Bataafsche Petroleum Maatschappij. Im Juni 1925 übernahm sie die Schmierstoffherstellerin Ossag und verschmolz mit ihr zur Rhenania Mineralölwerke AG. Seit 1947 heißt dieses Unternehmen Deutsche Shell AG.

1980 betrieb Shell in Westdeutschland 2795 Tankstellen, davon 1422 mit Selbstbedienung. und hatte einen Marktanteil von 10,8 Prozent.

2002 wurde das Downstream-Geschäft (Raffinerien, Logistik, Tankstellen) der RWE Dea in ein Joint-Venture mit Shell unter dem Namen Shell & DEA Oil GmbH eingebracht und zum 1. Juli 2002 vollständig durch Shell übernommen. Am Ende des Jahres 2003 wurde diese dann in Shell Deutschland Oil GmbH umbenannt.

Im August 2002 wurden etwa 40 Tankstellen nach der Fusion aus kartellrechtlichen Gründen an die Westfalen AG abgegeben, weitere an Classic und Q1. Ab 2004 wurden bis auf eine einzige alle DEA-Tankstellen in Shell umgeflaggt. Die letzte DEA-Tankstelle befindet sich seit 2017 nicht mehr in Haltern am See, sondern in Lichtenfels (Oberfranken). Durch diese Verwendung sichert sich Shell das Markenrecht an DEA.

Gegenwart