Der K.Bay.Sts.B. Blatt 335 ist ein Bayerischer Güterwagen. Es handelt sich um einen zweiachsigen Schemelwagen der Gattung Hrz nach dem Musterblatt 335 für die Bayerischen Staatseisenbahnen gemäß Wagenstandsverzeichnis von 1913 (im WVWV steht als Abkürzung für Wagenstandsverzeichnis von 1879 hat er die Blatt-Nr. 94, im WV von 1897 die Blatt-Nr. 225). Der Wagentyp wurde ausschließlich ohne Bremsen gebaut.
Geschichte Diese Wagen wurden ursprünglich von der B.O.B. beschafft und dort unter der Gattung F geführt. Mit der 1876 erfolgten Integration der B.O.B. in den Wagenpark der K.B.Sts.B. wurden die Wagen nunmehr mit der Blatt-Nr. 91 als Gattung H. im Wagenstandsverzeichnis von 1879 geführt.
Beschaffung In den Jahren zwischen 1860 und 1873 beschafften die B.O.B. insgesamt ca. 308Gert von Rosen – von Heuwel, Schemelwagen der B.O.B., Länderbahnmagazin, 2006, aus Unterlagen des Hauptstaatsarchivs München Schemelwagen der Gattung K. Darunter auch als fünfte und letzte Beschaffungsserie in den Jahren 1872–1873 150 Stück nach Blatt-Nr. 94. Zusätzlich erfolgte noch eine Beschaffung von 8 Stück als Privatwagen der Firma Adolf Körber, München, welche 1873 in den Betrieb gingen und kurz nach der Verstaatlichung der B.O.B. von der Staatsbahn abgelöst wurden.
Mit der Integration des Wagenbestandes der ehem. B.O.B. in die Staatsbahn 1876 wurden diese Wagen der letzten Serie im WV von 1897 unter der Blatt-Nr. 225 als Gattung H geführt.
Verbleib Im Verzeichnung von 1913 waren die Wagen alle schon mit dem Vermerk „die Wagen werden aus dem Betrieb gezogen“ versehen. Die Ausmusterung der restlichen 1913 noch im Bestand geführten Wagen war bis 1915 abgeschlossen.Carstens, Güterwagen Band 5
Konstruktive Merkmale Untergestell Das Untergestell der Wagen war nunmehr komplett aus Profileisen aufgebaut. Die äußeren Längsträger hatten ein U-Profil mit einer Höhe von 262 mm. Im Gegensatz zu anderen Untergestellbauarten waren bei diesem auf Grund der Belastung durch den Drehschemel keine durchgehenden, inneren Längsträger vorhanden. Vielmehr wurden die diagonalen Pufferstützen bis zur Wagenmitte geführt, wo sie auf zwei links und rechts von der Mitte vorhandene, verstärkte Querträger trafen (siehe auch die Wagenskizze). Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen mit Sicherheitsbügel. Die Zugstange war wegen der besonderen Befestigung des Drehschemels nicht durchgehend, sondern wurde um diesen im Bogen herumgeführt. Sie war mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen Stangenpuffer mit einer Einbaulänge von 612 mm. Die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 370 mm.
Laufwerk Die Wagen hatten aus Flacheisen geschmiedete Fachwerk-Achshalter der kurzen, geraden Bauform. Gelagert waren die Achsen in geteilten Gleitachslagern bayerischer Bauform. Die Räder hatten Speichenradkörper der Bauart 24 mit einem Raddurchmesser von 986 mm. Die Federung bestand jeweils aus sechs 1.135 mm langen Federblättern mit einem Querschnitt von 96 × 13 mm.
Wagenkasten Der Wagenkasten war komplett aus Holz aufgebaut. In die Ladefläche waren – mit eisernen Querriegeln versehen – beidseitig je 4 Rungentaschen für Steckrungen (Kipfen) eingelassen. Die Wagen hatten alle Bordwände mit einer Höhe von nur 180 mm die nach allen Seiten umgeklappt werden können. Im Gegensatz zu späteren Bauarten konnte hier der mittig angebrachte, aus Eisenprofilen bestehende, Drehschemel nicht durchgedreht werden. Er konnte aber abgenommen werden um eine durchgehende Ladefläche zu erhalten. Das Auflager der Drehschemel war mit Eisenzinken versehen um ein Verrutschen der Ladung zu verhindern. Zusätzlich gab es noch Sicherungsketten mit Einschlaghaken die ebenfalls das Verrutschen der Ladung verhindern sollten. Die beiden eisernen Steckrungen des Drehschemels waren mit Spannketten verbunden. Die Bodenplanken waren 53 mm stark.
Skizzen, Musterblätter, Fotos
Wagennummern Die Daten sind den WV der Kgl. Bayer. Staatseisenbahnen, aufgestellt nach dem Stande vom 1. Juni 1879, dem 31. März 1897 und dem 1. März 1913 entnommen.
HerstelldatenWagennummern je EpocheAbmessungenFahrwerkWändeFassungsraumGewichteZusatzinfos Bau- jahr Her- stel-ler ab 1876 ab 1895 ab 1909(1907) DR(ab 1923) Aus-gemu-stert Anz.Achs. Rad-stand LüP Unt.Gest. LA. Brem-sen Stirn Seite Lade-länge[mm] Lade-breite[mm] Boden-flächem2 Lade-raumm3 Lade-gewicht [t] Eigen-gewicht [t] Bemerkungen Blatt-Nr.aus WV vonGattung 941879H. 2251897H. 3351913Hrz. Hw (siehe Legende) umklapp-bar Drehschemel mit Doppel-Kipf- stangenBayerischer Ausdruck für Steckrungen1872/7317 12270 672Re 70 672<191523.5907.924E6.7002.200gemessen innerhalb der Rungen des Drehschemels16,010,0–10,65,7–6,717 12370 673Re 70 673<191317 12470 674Re 70 674<191517 12570 675Re 70 675<191317 12670 676Re 70 676<191517 127–17 13270 677–70 682Re 70 677–Re 70 682<191317 13370 683Re 70 683<191517 134–17 13570 684–70 685Re 70 684–Re 70 685<191317 136–17 13770 686–70 687Re 70 686–Re 70 687<191517 138–17 14170 688–70 691Re 70 688–Re 70 691<191317 142–17 14370 692–70 693Re 70 692–Re 70 693<191517 14470 694Re 70 694<191417 14570 695Re 70 695<191517 146–17 15270 695–70 702Re 70 695–Re 70 702<191317 15370 703Re 70 703<191517 15470 704Re 70 704<191317 155–17 15770 705–70 707Re 70 705–Re 70 707<191517 158–17 15970 708–70 709Re 70 708–Re 70 709<191317 16070 710Re 70 710<191517 161–17 16470 711–70 714Re 70 711–Re 70 714<191317 165–17 16670 715–70 716Re 70 715–Re 70 716<191517 167–17 17070 717–70 720Re 70 717–Re 70 720<191317 17170 721Re 70 721<191517 172–17 17370 722–70 723Re 70 722–Re 70 723<191317 174–17 17670 724–70 726Re 70 724–Re 70 726<191517 177–17 17870 727–70 728Re 70 727–Re 70 728<191517 17970 729Re 70 729<191517 18070 730Re 70 730<191317 18170 731Re 70 731<191517 18270 732Re 70 732<191317 18370 733Re 70 733<191517 184–17 18570 734–70 735Re 70 734–Re 70 735<191317 186–17 18870 736–70 738Re 70 736–Re 70 738<191517 189–17 19370 739–70 743Re 70 739–Re 70 743<191317 194–17 19570 74470 745Re 70 744–Re 70 745<191517 196–17 19770 746–70 747Re 70 746–Re 70 747<191317 19870 748Re 70 748<191517 19970 749Re 70 749<191317 200–17 20470 750–70 754Re 70 750–Re 70 754<191517 205–17 20670 755–70 756Re 70 755–Re 70 756<191317 207–17 20870 757–70 758Re 70 757–Re 70 758<191517 20970 759Re 70 759<191317 210–17 21270 760–70 762Re 70 760–Re 70 762<191517 21370 763Re 70 763<191317 21470 764Re 70 764<191517 215–17 21670 765–70 766Re 70 765–Re 70 766<191317 21770 767Re 70 767<191517 218–17 21970 768–70 769Re 70 768–Re 70 769<191317 22070 770Re 70 770<191517 221–17 22270 771–70 772Re 70 771–Re 70 772<191317 223–17 22570 773–70 775Re 70 773–Re 70 775<191517 226–17 22870 776–70 778Re 70 776–Re 70 778<191317 229–17 23370 779–70 783Re 70 779–Re 70 783<191517 23470 784Re 70 784<191317 23570 785Re 70 785<191517 23670 786Re 70 786<191317 23770 787Re 70 787<191517 23870 788Re 70 788<191317 23970 789Re 70 789<191517 240–17 24370 790–70 793Re 70 790–Re 70 793<191317 24470 794Re 70 794<191517 245–17 24670 795–70 796Re 70 795–Re 70 796<191317 247–17 24870 797–70 798Re 70 797–Re 70 798<191517 24970 799Re 70 799<191317 25070 800Re 70 800<191517 251–17 25270 801–70 802Re 70 801–Re 70 802<191317 25370 803Re 70 803<191517 254–17 25570 804–70 805Re 70 804–Re 70 805<191317 256–17 25770 806–70 807Re 70 806–Re 70 807<191517 258–17 25970 808–70 809Re 70 808–Re 70 809<191317 26070 810Re 70 810<191517 26170 811Re 70 811<191317 26270 812Re 70 812<191517 26370 813Re 70 813<191317 264–17 26570 814–70 815Re 70 814–Re 70 815<191517 266–17 26770 816–70 817Re 70 816–Re 70 817<191317 26870 818Re 70 818<191517 269–17 27070 819–70 820Re 70 819–Re 70 820<191317 27170 821Re 70 821<1915187317 272–17 27970 822–70 829Re 70 822–Re 70 829<191523.5907.924E226.7002.20016,010,0–10,65,7–6,7ehemaligePrivatwagenehemalige Privatwagen der Fa. Adolf Kröber, München, von der Staatsbahn übernommen
Anmerkungen / Hinweise
Einzelnachweise
Literatur
Kategorie:Güterwagen (Deutschland) Kategorie:Bayerische Staatseisenbahnen