mini|Goldmosaik in der Eingangshalle der Kriegsgräberstätte in El Alamein (1955) mini|München, Eduard Spranger Schule Mosaik I, 1969 Franz Grau (* 6. Dezember 1910 in München; † 28. Februar 1992 ebenda) war ein deutscher Maler und Zeichner. Er gestaltete unter anderem auch Glasfenster, Mosaiken und Fresken.
Leben
Grau begann seine künstlerische Ausbildung 1938 an der Akademie für angewandte Kunst in München. Anschließend studierte er an der Akademie der Bildenden Künste und war zunächst in der Meisterklasse von Franz Klemmer, dann bis 1949 Meisterschüler bei Franz Nagel.
1955 gestaltete er das Goldmosaik in der Eingangshalle der Kriegsgräberstätte in El Alamein / Ägypten. Aufträge in Belgien, Frankreich, Italien und Jugoslawien schlossen sich an. Sgraffitos und Mosaiken schuf er für Schulen und Behörden in München, für Kirchen Kreuzwege und ein Fresko.
Als Mitglied der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft war er jährlich in der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst vertreten. mini|München, Thomas-Mann-Gymnasium, Sgraffito "Mensch und Kosmos", 1965 Er schuf Rötelzeichnungen, Bilder in Ölpastell, in der Spätphase Leuchtfarbenbilder, aber ebenso Tafelbilder. In vielen Variationen setzte er sich dabei u. a. mit ‚Venedig‘, Szenen aus dem Neuen Testament und vor allem dem Thema ‚Mensch und Kosmos‘ auseinander. Sein Konzept lautete: „Vorrangig ist der Rhythmus der Farben und Linien innerhalb einer strengen Komposition. Die kristallinische Durchdringung der Form, einschließlich der sie umgebenden Atmosphäre, wird in eine magische Realität gebracht, gleichsam eine Fuge in musikalischem Sinn. Der Eindruck des Gesehenen wird in eine architektonische Ordnung mit einbezogen, wie auch nach vielen vorhergegangenen Wegen eine Mathematik der Malerei erfahren wurde. Schließlich wird aus den ursprünglichen Eindrücken und Gedankengängen eine zusammenfassende Form gefunden“ (Manifest F.G., zitiert nach Kiessling, Begegnung mit Malern, S. 328).
Werke (Auswahl)
1955: El Alamein / Ägypten: Mosaiken, Apsis in der Eingangshalle des Friedhofes 1956: Hooglede / Belgien: Mosaik Thronender Christus 1958: Lommel / Belgien: Mosaik-Ausstattung der Krypta; Christus mit 8 Darstellungen aus der Leidensgeschichte 1958: Orglandes / Frankreich: Christus als Erlöser 1958: Pordoi / Italien: Decke des Ehrenfriedhofes 1958: Hepberg, Pfarrkirche St. Oswald: Kreuzweg in Caseintempera 1958: Wallerstein, kath. Kirche St. Alban: Kreuzweg auf Goldgrund 1958: Nächtliches Venedig, Öl auf Leinwand, 98,5 × 138,5 cm, 1959 Große Kunstausstellung (Haus der Kunst) und Ankauf Bayerische Staatsgemäldesammlungen/Pinakothek der ModerneNächtliches Venedig, Franz Grau sammlung.pinakothek.de. Abgerufen am 7. Oktober 2020. 1959: Marigny / Frankreich: Pietà 1959: Menen / Belgien: Ausstattung des Oktogens mit 28 Symbolen 1959: München, Waldfriedhof Solln: Mosaik, Grabmal für den Künstler Wilhelm Pütz 1959: München, St. Korbinian: Kreuzweg auf Goldgrund 1960: Recogne Bastogne / Frankreich: Relief, Zwei Figuren in Schiefer 1960: Andilly / Frankreich: 5 Glasfenster und Kreuz in Bronze 1961: Greding: Kreuzweg in Reliefschnitt 1962: Hofkirchen: Mosaik, Kuppel und Wände in der Ehrenhalle 1962: Mallersdorf: Mosaiken im Krankenhaus; 4 Wände; Schöpfung und Lobgesang des Hl. Franziskus 1963: Grünwald bei München: St. Peter und Paul, Kriegergedächtniskapelle, Fresko Altarbild Christus in der Verklärung am Kreuze 1964: Buxheim: Mosaik, Fassade des Salesianer-Gymnasiums 1965: München, Thomas-Mann-Gymnasium: Sgraffito Mensch und Kosmos 1966: Memmingen, Altenheim St. Ulrich: Kreuzweg: Reliefschnitt in Silber 1967: Bitola / Jugoslawien (h.: Makedonien): Deckengestaltung der Ehrenhalle des Friedhofes 1969: München, Deroystraße: Sgraffito und Gestaltung des Innenhofes des Finanzamtes München-Nord 1969: München, Eduard Spranger-Schule: Mosaiken 1972: Pomezia / Italien: Bronzerelief Hochkreuz
Ausstellungen (Auswahl) 1980: Augsburg, Katholische Akademie 1984: Irschenhausen, Hollerhaus 1986: München, Ignaz-Günther-Haus 1990: Dachau, Rathaus 1992: Heidelberg, Krebsforschungszentrum 1998: Tutzing, Rathaus 1999: Karlsfeld, Kunstkreis 2000: München, Galerie der Bayerischen Staatsbank, „Rhythmus in Form und Farbe“ 2006: Pöcking, Ausstellung Galerie Ammann (Beteiligung) 2010: München, Europäisches Patentamt. „La Forma e La Luce“ – Bilder von LeoNilde Carabba und Franz Grau 2011: München, galerie49
Literatur
Hans Kiessling: Begegnung mit Malern – Münchner Kunstszene 1955–1980. EOS-Verlag, St. Ottilien 1980. Helmut Amman: Ein Werk von höchstem Rang. München Mosaik. März/April 1987. Kunst- und Kulturpreis Pasing 1977–1997. Katalog. Leonore Welscher (Hrsg.): Rhythmus in Form und Farbe: Lebenswerk des Künstlers Franz Grau. München/Hannover 2000.
Weblinks Homepage des Künstlers
Einzelnachweise
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