Xianwei Zhu (* 1971 in Qingdao) ist ein chinesischer Künstler, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt.

Leben Xianwei Zhu verbrachte seine ersten Lebensjahre in China. Von 1989 bis 1993 studierte er Kunsterziehung an der Hochschule Shandong, von 1993 bis 1996 Malerei an der Kunstakademie China in Hangzhou. Von 1996 bis 2000 war er Dozent an der Universität Qingdao. Ab 2001 studierte er Freie Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Cordula Güdemann, sein Diplom erhielt er 2008. Zhu erhielt 2009 einen Lehrauftrag an der Merz-Akademie Stuttgart. Von 2010 bis 2012 war er Gastprofessor an der Filmakademie Peking, von 2016 bis 2020 an der Kunstakademie Yunnan. 2020 erhielt er einen Lehrauftrag an der Technischen Universität Dortmund.

Er lebt und arbeitet in Stuttgart und Krefeld.

Werk Xianwei Zhu hat in seinen Anfängen figurativ gemalt, sowohl satirische als auch skurrile Kindermotive. Mit seinen kindlichen Figuren wollte er sein Staunen über eine fremde Welt Ausdruck verleihen. Danach traten in seinen Bildern komische erwachsene Protagonisten auf, die im Kostüm eines Kaisers oder als Buddha, Reiter oder einsamer Wanderer abgebildet waren. Auch Gegenstände wie Stuhl und Fotokamera sowie Tiere wie Affe und Pferd betraten seine Bilderwelt.

Ab 2014 versuchte Zhu mit Landschaftsmalerei, die Wesensstruktur des ostasiatischen Denkens und der romantischen Seele zu erfassen. Er verknüpfte in seinen Bildern die Deutsche Romantik von Caspar David Friedrich mit der traditionellen chinesischen Landschaftsmalerei (Tuschemalerei) und der Poesie des Daseins. Rätselhafte gegenständliche Details – wie Hirsche, Boote in nebulösem Gewässer, Strichfiguren wie Wanderer oder sitzende Fischer – sind der Urgewalt und den riesigen verwischten Dimensionen der Natur gegenübergestellt. Kaum erkennbare Figuren sind einer Landschaft ausgesetzt, in der der Berg, der Fluss, das Tal oder die Seen das Bildgeschehen dominieren.

In seinen Bildern setzt sich Zhu mit den Denkfiguren der Gelassenheit und des Einsamen sowie den ästhetischen Kategorien des Erhabenen und der Naturschönheit auseinander. Beeinflusst ist sein Werk sowohl von der deutschen Kultur und Geistesgeschichte (Martin Heidegger, Friedrich Hölderlin) als auch vom Zen-Buddhismus des chinesischen Dichters Han-Shan. Bezeichnend ist das Neben-, Über- oder Hintereinander von verschiedenen Raumtiefen; der Akt des Malens steht im Vordergrund, die freie Fläche oder die Leere tritt als Motiv auf.

Zhu gilt in der Kunstszene als Wanderer zwischen den Welten, er führt in seinen Landschaftsbildern Gegenständlichkeit und Abstraktion sowie die europäische und asiatische Maltradition zusammen.

Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl) 2005: „Die Reisenden“, Kunstverein Ludwigsburg 2006: „Chinesische Gärten“, Kunst im Heppächer, Esslingen 2009: „Die Freude aus dem Westen“, Galerie Vayhinger, Radolfzell 2010: „Searching for No Heaven“, Debütausstellung, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart 2011: „Beautiful time“, Galerie kunst-raum, Essen 2012: „Alienation of Affections“, PYO Gallery, Los Angeles 2012: „La Jeunesse“, Contemporary Art Zentrum, Qingdao 2013: „Kaisers Wunderland“, Städtische Galerie Villa Van Delden, Ahaus  2014: „way to the mountain“, Galerie kunst-raum, Essen  2014: „Echo of the void“, Böblinger Kunstverein 2015: „Boot ohne Leine“, Galerie Tobias Schrade, Ulm 2015: „bewölkte Utopie“, Galerie Vayhinger, Singen 2016: Galerie Lan Space, Beijing 2016: „anderswo“, Galerie Bechter Kastowsky, Wien 2017: „cold mountain performance“, Alte Feuerwehrhaus, Stuttgart 2017: „all the world ist green“, Riverside Art Museum, Beijing 2018: „Timeless“, Kreuzkirche Nürtingen 2018: „Rückkehr zu den Wurzeln“, Galerie Schrade, Schloß Mochental bei Ehingen 2019: „Wolkenpfad“, Galerie Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen 2019: „Zu den Quellen“, Städtische Galerie, Wangen im Allgäu 2020: „Nah-fern“, Kulturbahnhof Starnberg, München 2020: „inner landscapes“, Galerie Kunstraum Essen 2021: „all the world is green“, Kunstverein Krefeld

Gruppenausstellungen (Auswahl) 2006: „Transmissionen 3“, Bukarest 2008: „China goes Stuttgart“, Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen 2009: „Malerei, Zeichnung“, Hohenloher Kunstverein, Langenburg 2009: „art Point 2009“, Exhibition of the Best Art Thesis of European Art Academies, Galerie Klatovy, Klenová 2010: „SPECIAL – SPECIAL“, Galerie Tedden, Düsseldorf 2011: Galerie Force, Beijing 2011: „Flying papers“, Galerie Vayhinger, Radolfzell 2011: „Hillich, Braig, Zhu, Malerei und Zeichnungen“, Galerie PRODROMUS, Paris 2011: „Asia top art 2011“, Beijing 2012: Landesjubiläum Baden-Württemberg, Städtisches Kunstmuseum Singen 2012: Teilnahme an der „Art Fair Los Angeles“, Los Angeles 2014: „Kunst gegen Kunst“, Offspace, Beijing 2014: „Figuration zwischen Traum und Wirklichkeit“, Museum Angerlehner, Wels 2015: „Wiedergeburt der Unsterblichkeit – Zeitgenössische Kunst aus China“, Museum Angerlehner, Wels 2017: „Unausgesprochen“, Kulturkreis Grafenau, Schloss Dätzingen 2017: „Menschen und Maschine“, Galerie Vayhinger, Singen 2017: „Homage to Modern Art“, Galerie Schlichtenmaier, Schloss Dätzingen, Grafenau 2018: „BERGE: was sonst“, KUNST IM FUNKHAUS ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg Dornbirn 2019: „SINGENKUNST 2019 Stadt Berg Fluss“, Kunstverein Singen 2019: „Jubiläumsausstellung“, Galerie Schlichtenmaier, Schloss Dätzingen, Grafenau 2019: „HTWL. Der Twiel im Blick“, Kunstmuseum Singen 2020: “Künstlerpaare”, Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart 

Auszeichnungen 2014: Hauptpreis des 28. Kunstpreises der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen 2018: Franz-Joseph-Spiegler-Preis, Schloss Mochental bei Ehingen

Sammlungen (Auswahl) Staatsgalerie Stuttgart Regierungspräsidium Stuttgart Sammlung Land Baden-Württemberg Kunstmuseum Singen Sammlung Stadt Singen Sammlung Stadt Ahaus Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen Sammlung Wemhöner Museum Angerlehner Private Sammlungen

Weblinks Website von Xianwei Zhu Xianwei Zhu auf kunstaspekte.art Xianwei Zhu auf galerie-schrade.de Xinwei Zhu auf Galerie Schlichtenmaier Xianwei Zhu auf kunst-raum.net SWR2: Künstler in der Corona-Krise: Gespräche mit Jagoda Marinić und Xianwei Zhu

Einzelnachweise

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