Willi Büchner-Uhder (* 26. Dezember 1928 in Quedlinburg; † 3. Februar 2003 in Halle) war ein deutscher JuristÜbersicht der Professoren an der hallischen Alma Mater in den Jahren 1945 – 1968; Büchner-Uhder, Willi und Professor für Staats- und Verwaltungsrecht. Dirk Breithaupt: Rechtswissenschaftliche Biographie DDR, Berlin 1993, S. 215: Büchner-Uhder, Willi;
Leben Er studierte an der Universität Halle Rechtswissenschaft bis 1951. Am 10. Juni 1955 promovierte er an der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg über ein Thema zur Entwicklung und Gestaltung des Beamtenrechts in der Bundesrepublik aus DDR-Sicht.Die Entwicklung und Gestaltung des Beamtenrechts der Bonner Bundesrepublik im Zeichen der Faschisierungspolitik in Westdeutschland; Zum Dozenten für Verwaltungsrecht wurde er 1956 ernannt. Nach seiner Habilitation am 29. Juni 1963Thema: Die Anwendung des Produktionsprinzips bei der Leitung der Landwirtschaft in den Bezirken und Kreisen der Deutschen Demokratischen Republik, wurde er zum Professor mit LehrauftragKürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1966, Hrsg. Werner Schuder, Berlin 1966, S. 938 für Staatsrecht berufen und Direktor des Instituts für Staatsrecht, das ursprünglich als Institut für Staats- und Verwaltungsrecht bezeichnet wurde.Neues Deutschland, 13. Mai 1956, S. 4 In einer Festveranstaltung würdigte Büchner-Uhder 1965, nunmehr Dekan der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Lieberwirth, Rolf: Geschichte der Juristischen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg nach 1945, 2., ergänzte Auflage, Universitätsverlag Halle-Wittenberg, Halle an der Saale 2010, S. 95; ISBN 978-3-86977-014-7 als Nachfolger von Gerhard Reintanz, die Verdienste des Gelehrten Arthur Wegner aus Anlass dessen 65. Geburtstages.Neue Zeit, 27. Februar 1965, S. 1 Er war Mitunterzeichner eines Appells an Rechtswissenschaftler der Bundesrepublik gegen die Notstandsgesetze zusammen mit weiteren Professoren der Hallenser Juristenfakultät, namentlich Rudolf Herrmann, Rolf Lieberwirth, Gerhard Reintanz sowie Hans Spiller, und anderen namhaften Rechtswissenschaftlern aus der DDR.Neues Deutschland, 18. April 1965, S. 5 Als Mitglied des Komitees zum Schutze der Menschenrechte nahm Büchner-Uhder an Podiumsgesprächen teil, beispielsweise zum Themenkomplex „Menschenrechte und Völkerrecht“ zusammen mit Peter Alfons Steiniger und Hermann Klenner sowie weiteren Juristen.Berliner Zeitung, 10. Dezember 1966, S. 2
Unter Mitwirkung von Rechtswissenschaftlern der Universitäten Leipzig, Berlin, Jena und Halle leitete Büchner-Uhder eine Arbeitsgruppe, die das Programm für das in den 1970er Jahren wieder eingeführte Lehrgebiet Verwaltungsrecht in der DDR erstellte, das ab 1. September 1984 durch das Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen in Kraft gesetzt wurde. Die Universität Leipzig war in der Arbeitsgruppe u. a. mit dem Verwaltungsrechtler Karl Bönninger vertreten.Lehrprogramm für das Lehrprogramm Verwaltungsrecht 1984; Beleg im Archiv der Universität Leipzig Seine Funktion an der Universität Halle wurde in „Leiter des Wissenschaftsbereichs Staats- und Verwaltungsrecht“ geändert.Staat und Recht, 33. Jahrgang (1984), S. 171
Als Abgeordneter der Stadt Halle an der Saale gehörte Büchner-Uhder zu einer Delegation, die am 23. März 1987 nach Karlsruhe zur Vorbereitung eines Partnerschaftsvertrages fuhr. Der Vertrag wurde dann am 17. September 1987 während einer Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Halle im Stadthaus unterzeichnet. Am 21. September desselben Jahres wurde die Städtepartnerschaft durch den Karlsruher Gemeinderat im Beisein des Hallenser Oberbürgermeisters Christoph Anders verbindlich gemacht.Städtepartnerschaft Halle an der Saale mit Karlsruhe; Halle Spektrum, Thema: Städtepartnerschaft mit Karlsruhe zu DDR-Zeiten/ Eine so genannte „Westreise“ hatte er bereits 1963 zusammen mit seinem damaligen Prodekan Rolf Lieberwirth nach Frankfurt am Main unternommen, um dem einstigen Dekan der hallischen Juristenfakultät nach 1945 und langjährigen Ordinarius für Zivil- und Zivilprozessrecht Wolfgang HeinBiographie: Archiv der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Catalogus Professorum Halensis: Wolfgang Hein zu seinem 80. Geburtstag zu gratulieren und im Rahmen eines Festakts eine Laudatio zu halten.
Büchner-Uhder war ehrenamtliches Redaktionsmitglied der DDR-Fachzeitschrift „Staat und Recht“.Hrsg. Deutsche Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft „Walter Ulbricht“; ISSN 0038-8858 Er gehörte zu den 18 Autoren des Nachschlagewerks Rechtshandbuch für den Bürger, das von Karl A. Mollnau 1985 und in einer weiteren Auflage 1986 herausgegeben wurde.Rechtshandbuch für den Bürger, S. ; ISBN 3-329-00037-6
Nach der am 1. Januar 1991 erfolgten Abwicklung der Sektion Rechtswissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-WittenbergLieberwirth, Rolf: Geschichte der Juristischen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg nach 1945, 2., ergänzte Auflage, Universitätsverlag Halle-Wittenberg, Halle an der Saale 2010, S. 130; ISBN 978-3-86977-014-7 betätigte sich Büchner-Uhder als Autor von juristischen Fach- und Lehrbüchern noch bis 1996.
Veröffentlichungen (Auswahl) Kommunalrecht nach dem Landesrecht von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen Gemeinsam mit dem Juristen Horst Wüstenbecker im Rahmen von Juristische Lehrgänge verfasst, Münster 1996; Kommunalrecht für die neuen Bundesländer: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen [Fallsammlung] Mitverfasser: Horst Wüstenbecker, Münster 1992 Deutsches Staats- und Verwaltungsrecht. Systematische Darstellung unter Berücksichtigung der Rechtslage nach dem Beitritt der ehemaligen DDRMitverfasser: Otto N. Bretzinger, Baden-Baden 1991; ISBN 978-3-7890-2229-6 Kommunalverfassung: Handbuch für die kommunale Praxis in den neuen Bundesländern; Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, ThüringenMitverfasser: Otto N. Bretzinger, Baden-Baden 1991; ISBN 978-3-7890-2428-3 Ein Kind ist da Berlin 1987; ISBN 978-3-329-00183-5 Menschenrechte – eine Utopie?Berlin 1981; Juristen nur für Wirtschaft und Justiz ?In: Sozialistische Demokratie [Organ des Staatsrates und des Ministerrates der Deutschen Demokratischen Republik] vom 30. August 1968 Wissenschaftler, Humanist und Patriot Arthur Wegner, in: Wissenschaftliche Zeitschrift. Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe. Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg, Halle/Saale 1965, S. 435–440; ISSN 0438-4385; Staat, Recht, Wirtschaft. Beiträge der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-WittenbergMitwirkender: Hans Spiller, Halle/Saale 1964 Zur Stellung des sozialistischen Verwaltungsrechts im Rechtssystem der DDRMitautoren Rudolf Hieblinger und Eberhard Poppe, in: Staat und Recht, 1973, S. 1346 ff. Der Bürger als Rechtssubjekt von VerwaltungsrechtsverhältnissenMitautor Heinrich Schwokowski. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Halle. Gesellschafts- und Sprachwissenschaftliche Reihe. XXXII. Jahrgang, (1983) Heft 1, S. 27–30, Zur Extensität des VerwaltungsrechtsStaat und Recht, 1984, S. 581–588 Die Chance des Mannes. Bemerkungen zu einem Buch von Günter GörlichStaat und Recht, 1984, S. 348–350 Zur Gewährleistung der Rechte der Bürger durch das Verwaltungsrecht.In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Halle. Gesellschafts- und Sprachwissenschaftliche Reihe. XXXIV. Jahrgang, (1985) Heft 2, S. 66–70,
Einzelnachweise
Weblinks Willi Büchner-Uhder in Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Ausgabe 1992, S. 446 Spalte 1
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