Unterbruckendorf ist eine Ortschaft in der Gemeinde St. Georgen am Längsee im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten (Österreich). Die Ortschaft hat Einwohner (Stand ).
Lage Die Ortschaft liegt im Südosten des Bezirks St. Veit an der Glan, im Osten der Gemeinde St. Georgen am Längsee, in der Katastralgemeinde Launsdorf, in der Launsdorfer Senke, östlich von Launsdorf. Die Ortschaft liegt rechtsseitig an der Gurk. Sie umfasst den Weiler Unterbruckendorf sowie das etwa 1/2 Kilometer südwestlich liegende Ternitz.
Geschichte In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden bei Unterbruckendorf die Reste einer antiken Straße sowie ein vermutlich frühmittelalterliches Grab entdeckt.
Der Ort wird seit dem 13. Jahrhundert urkundlich genannt; der Ortsname ist ein Hinweis auf die hier befindliche Brücke über die Gurk. Durch die Vorsilbe Unter- wird der Ort vom etwa sechs Kilometer nördlich in der Gemeinde Kappel am Krappfeld gelegenen Oberbruckendorf unterschieden, bei dem es ebenfalls eine Gurkbrücke gibt. 1271 ist für Unterbruckendorf die aus dem Slowenischen abgeleitete Bezeichnung Primosnitz beurkundet.Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. II. Teil, Verlag des Geschichtsvereins für Kärnten, Klagenfurt 1956, S. 44.
Auf dem Gebiet der Steuergemeinde Launsdorf liegend, gehörte der Ort in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Steuerbezirk Osterwitz. Seit der Bildung der Ortsgemeinden im Zuge der Reformen nach der Revolution 1848/49 gehört Unterbruckendorf zur Gemeinde St. Georgen am Längsee.
Im Jänner 1918 brannte das Sägewerk in Unterbruckendorf ab. Schon 1905 überlegte man, zur Stromversorgung des Bezirkshauptorts St. Veit an der Glan ein Wasserkraftwerk bei Ternitz zu errichten. 1922 bis 1926 wurde dann das Kraftwerk Ternitz errichtet: man errichtete eine 1,20 m hohe und 22 m breite Wehr bei Unterbruckendorf. Das dort abgeleitete Wasser fließt durch einen 650 m langen Kanal zu zwei Francisturbinen bei Ternitz.
Bevölkerungsentwicklung Für die Ortschaft ermittelte man folgende Einwohnerzahlen: 1869: 12 Häuser, 81 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission: Orts-Repertorium des Herzogthumes Kärnten. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869. Carl Gerold’s Sohn, Wien 1872, S. 71. 1880: 12 Häuser, 78 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882, S. 56. 1890: 12 Häuser, 87 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894, S. 56. 1900: 12 Häuser, 82 EinwohnerK. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905, S. 76. 1910: 16 Häuser, 145 EinwohnerStatistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918, S. 42. 1923: 16 Häuser, 114 EinwohnerBundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 18. 1934: 137 Einwohnerhandschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 18. 1961: 14 Häuser, 97 EinwohnerÖsterreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965, S. 257. 2001: 6 Gebäude (davon 4 mit Hauptwohnsitz) mit 6 Wohnungen; 14 Einwohner und 2 Nebenwohnsitzfälle; 6 Haushalte; 0 Arbeitsstätten, 1 land- und forstwirtschaftlicher BetriebStatistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004, S. 119. 2011: 4 Gebäude, 9 Einwohner, 3 Haushalte, 1 ArbeitsstätteAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Kärntner Ortsverzeichnis. Gebietsstand 1. 1. 2014. Klagenfurt 2014. 2021: 7 Gebäude, 7 Einwohner, 4 Haushalte, 6 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Ortsverzeichnis Kärnten. Daten Volkszählung 2021. Klagenfurt, 2024. S. 42.
Ortschaftsbestandteile Schon im 18. Jahrhundert wurde die Mühle Ternitz zwar als zur Ortschaft Unterbruckendorf gehörig betrachtet und doch eigens erwähnt.Christian Crusius: Topographisches Post-Lexikon aller Ortschaften der k.k. Erbländer. Des zweiten Theils erster Band. Mathias Andreas Schmidt, Wien 1799. S. 254. Bei einigen Volkszählungen wurden die Einwohnerzahlen der beiden Ortschaftsbestandteile Unterbruckendorf und Ternitz separat ausgewiesen.
Unterbruckendorf 1910: 14 Häuser, 130 Einwohner 1923: 13 Häuser, 94 Einwohner 1961: 5 Häuser, 51 Einwohner
Ternitz 1910: 2 Häuser, 15 Einwohner 1923: 3 Häuser, 20 Einwohner 1961: 9 Häuser, 46 Einwohner
Persönlichkeiten Otto Aichbichler (1908–1997), Autor Simon Laschitzer (1848–1908), Bibliothekar und Historiker
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (St. Georgen am Längsee) Kategorie:Ort im Bezirk St. Veit an der Glan Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert