Bullet Train ist eine US-amerikanische Actionkomödie des Regisseurs David Leitch, die am 4. August 2022 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos kam. In der Filmadaption des japanischen Romans Bullet Train (Maria Beetle) von Kōtarō Isaka verkörpern Brad Pitt, Brian Tyree Henry, Aaron Taylor-Johnson, Joey King und Andrew Koji die Hauptrollen.

Handlung In Tokio bekommt der Profikiller Ladybug nach einer Berufspause telefonisch den Auftrag, für seinen Kollegen Carver einzuspringen und aus einem Shinkansen-Zug – dem sogenannten „Bullet Train“ – einen Aktenkoffer voller Geld zu stehlen. Zwar kann Ladybug das Gepäckstück schnell lokalisieren und entwenden, muss dabei allerdings feststellen, dass es sich zuvor im Besitz der Auftragsmörder Lemon und Tangerine befunden hat. Diese sind auf dem Weg nach Kyōto, um dem Yakuza-Bandenchef „Der weiße Tod“ seinen aus der Gefangenschaft der Triaden befreiten Sohn samt dem Lösegeldkoffer zu übergeben.

Nach erfolgreichem Diebstahl versucht Ladybug, den Zug an der nächsten Station zu verlassen, wird aber vom einsteigenden Kartell-Killer „Der Wolf“ daran gehindert, der wiederum auf Rache für seine ermordete Ehefrau aus ist. Der Wolf tötet sich versehentlich selbst im Kampf gegen Ladybug. Dieser versteckt die Leiche im Zug, wird dadurch allerdings zum Weiterfahren gezwungen. Lemon und Tangerine haben unterdessen den Diebstahl des Aktenkoffers bemerkt und finden wenig später den Sohn vergiftet auf. Sie teilen sich auf, um den Verantwortlichen ausfindig zu machen. Als Ladybug und Lemon aufeinander treffen, kann Ladybug Lemon bewusstlos schlagen und versteckt den Geldkoffer im Zugrestaurant.

Wenig später findet die Auftragsmörderin „Der Prinz“ den Geldkoffer. Sie präpariert das Gepäckstück sowie eine Pistole jeweils mit einer Sprengfalle und übergibt beides an Yuichi Kimura. Dieser ist ein Killer von Weißer Tod, den sie in den Zug gelockt hat, indem sie dessen Sohn von einem Hochhausdach warf. Sie erpresst Kimura damit, das komatöse Kind durch einen im Krankenhaus bereitstehenden Killer ermorden zu lassen, sollte er den Koffer nicht an den Weißen Tod übergeben und diesen dadurch töten. Lemon entdeckt die beiden und es kommt zu einem Schusswechsel, bei dem er scheinbar stirbt. Prinz platziert den Koffer wieder in Ladybugs Versteck.

Währenddessen kommt es zum Kampf zwischen Tangerine und Ladybug, bei dem letzterer sich entscheidet, den Auftrag fallen zu lassen. Als Tangerine von Ladybug fordert, ihm bei seinem Problem mit dem Weißen Tod zu helfen, und ihn nicht aussteigen lassen will, stößt Ladybug Tangerine an der nächsten Station aus dem Zug. Doch Tangerine springt auf den anfahrenden Zug, dringt durch ein Fenster ein und findet Lemons leblosen Körper. Prinz versucht sich gegenüber Tangerine als Entführungsopfer darzustellen, wird von diesem aber der Lüge überführt und flieht. Ladybug erkennt, wer der wahre Mörder des Sohns vom Weißen Tod ist: eine Killerin namens „Die Wespe“. Diese hat die gesamte Hochzeitsgesellschaft des Wolfs und den Sohn mit dem Schlangengift einer Boomslang getötet, und nun versucht sie dies auch bei Ladybug. Er kann jedoch der Wespe ihre eigene Giftspritze verpassen und sich selbst ihr Gegengift. Tangerine trifft erneut auf Prinz und erkennt sie als Lemons Mörderin, wird jedoch von Ladybug, der hereinplatzt und die Situation falsch versteht, im Kampf um seinen eigenen Revolver versehentlich erschossen.

An der letzten Station steigt Kimuras Vater, genannt „Der Älteste“, in den Zug ein. Er trifft auf Prinz und informiert sie, dass er den Killer, den sie auf seinen Enkel angesetzt hat, seinerseits umbringen ließ. Er offenbart Ladybug, dass sein Meister Minegishi war, dessen Gefolgschaft und seine Ehefrau vor vielen Jahren vom Weißen Tod getötet wurden. Man erfährt, dass der Weiße Tod ein Krimineller russischer Abstammung ist, der mit jenem Mordanschlag Minegishis Organisation übernahm. „Der Älteste“ möchte sich nun endlich rächen. Sie finden Kimura und Lemon, die beide zwar verletzt sind, aber noch leben, und erarbeiten einen Plan für das bevorstehende Zusammentreffen mit dem Weißen Tod. Im Bahnhof von Kyōto übergibt Ladybug den Gefolgsleuten des Weißen Tods den Geldkoffer. Einige öffnen ihn und werden durch den Sprengsatz getötet. Der Weiße Tod entpuppt sich als Prinz’ Vater, der seiner Tochter nie genügend Aufmerksamkeit geschenkt und daher ihren Hass auf sich gezogen hat. Es kommt zum Kampf zwischen dem Ältesten und dem Weißen Tod, den Lemon positiv zu beeinflussen versucht, indem er den Zug durch eine Absperrung hindurch wieder in Fahrt setzt. In der Folge kollidiert der Zug mit einem anderen Zug, fährt aber schwer beschädigt weiter, ohne zu entgleisen.

Kurz vor Erreichen des Gleisendes gelingt es Ladybug zwar noch, im völlig verwüsteten Führerstand die Notbremse zu aktivieren, die den Zug aber nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringt, worauf er nach Ende des Gleises schwer verunglückt. Als die Beteiligten aus den Waggonwracks klettern, kommt es zum finalen Showdown mit dem Weißen Tod. Es stellt sich heraus, dass er hinter der Beauftragung von Ladybug, Wespe, Lemon und Tangerine steckt, da er sie für den Tod seiner Ehefrau mitverantwortlich macht. Sie sollten sich im Zug alle gegenseitig umbringen. Der tatsächliche Mörder seiner Ehefrau ist jedoch nicht Ladybug, sondern der ursprünglich für die Zugfahrt vorgesehene Carver. Dieser hatte den Weißen Tod liquidieren sollen, tötete jedoch versehentlich die Ehefrau.

Als der Weiße Tod Ladybug mit der Pistole seiner Tochter erschießen will, reißt ihm der Sprengsatz in der Pistole die rechte Gesichtshälfte weg. Gerade als der Prinz im Begriff ist, Ladybug, Kimura und den Ältesten zu erschießen, wird sie von Lemon mit einem Lieferwagen überfahren. Zum Abschluss wird Ladybug von seiner Kontaktperson Maria Beetle abgeholt, mit der er bis dahin nur telefonischen Kontakt hatte.

Produktion Entstehung und Besetzung mini|Regisseur David Leitch Der von Kōtarō Isaka verfasste Roman Maria Beetle erschien 2010 und wurde noch im selben Jahr in Japan zum Bestseller. Trotz dieses Erfolges blieb die Geschichte für Hollywood weitestgehend unbekannt; auch an der englischsprachigen Übersetzung von Sam Malissa zeigte kein Filmstudio Interesse. Erst als sich die beiden japanischen Filmproduzenten Yuma Terada und Ryosuke Saegusa die Verfilmungsrechte des Romans sicherten und ihn auf eine fünfseitige Zusammenfassung herunterbrachen, waren drei Studios interessiert. Sony sicherte sich schließlich die Verfilmungsrechte und wollte Bullet Train zunächst mit Antoine Fuqua als Regisseur und Kat Samick als Produzentin umsetzen.

Im Juni 2020 verpflichtete Sony allerdings David Leitch als neuen Regisseur, während Fuqua weiterhin als Produzent fungierte. Leitch produzierte den Film außerdem zusammen mit Kelly McCormick von 87North und beaufsichtigte eine Überarbeitung des Drehbuches durch Zak Olkewicz, der den eher ernsten Actionfilm zu einer Actionkomödie umschrieb. Im Zuge der Ankündigung wurde der Film, dessen Romanvorlage von fünf Auftragsmördern handelt, die in einem Shinkansen – dem sogenannten „Bullet Train“ – zusammenhängende Aufträge ausführen, als eine Mischung aus den Filmen Speed und Non-Stop beschrieben.

Die Hauptrolle Ladybug wurde im Juli 2020 mit Brad Pitt besetzt, der eine Gage von rund 20 Millionen US-Dollar bekommen haben soll. Unmittelbar nach Pitts Verpflichtung begann die Vorproduktion, woraufhin auch mit Joey King Verhandlungen über eine Rolle im Film geführt wurden. Im September 2020 wurden die Beteiligungen von King und Andrew Koji offiziell bestätigt, während sich im Folgemonat Aaron Taylor-Johnson und Brian Tyree Henry dem Hauptcast anschlossen. Ende des Jahres wurde die Besetzung durch Zazie Beetz, Masi Oka, Michael Shannon, Logan Lerman, Hiroyuki Sanada, Bad Bunny, Sandra Bullock und Karen Fukuhara abgerundet.Post von David Leitch auf Instagram am 5. Dezember 2020, abgerufen am 27. Dezember 2020. Ursprünglich sollte auch Lady Gaga eine Rolle in Bullet Train übernehmen; aufgrund von Terminüberschneidungen mit House of Gucci konnte sie allerdings nicht an den Dreharbeiten teilnehmen. Darüber hinaus wollte Regisseur David Leitch neben Ryan Reynolds und Channing Tatum auch einen Cameoauftritt von Keanu Reeves als Therapeut Barry im Film, zu dem es aber nicht kam.

Dreharbeiten mini|Sony Pictures Studios in Culver City Die Dreharbeiten begannen Ende Oktober 2020 mit Kameramann Jonathan Sela in den Sony Pictures Studios in Culver City, wo rund 90 % des Bildmaterials entstanden. Es handelte sich um den ersten Film seit über einer Dekade, der in besagten Studios gedreht wurde, da die Filmproduktion einzelne Bühnen übernehmen konnte, als die Fernsehproduktion vor Ort im Zuge der COVID-19-Pandemie vorübergehend eingestellt wurde. Pandemiebedingt wurde das Drehbuch so umgeschrieben, dass der Film an nur einem abgeschlossenen Ort spielt und somit größtenteils durch Studioaufnahmen entstehen konnte. Szenenbildner David Scheunemann entwarf für die Dreharbeiten spezielle Bahnhof-Kulissen, die innerhalb von kurzer Zeit umgebaut und so für insgesamt sieben unterschiedliche Haltestellen genutzt werden konnten. Auch drei Zugabteil-Sets wurden je nach Szene umdekoriert und so für verschiedene Kulissen verwendet.

Für Japan angesetzte Dreharbeiten mussten aufgrund der Pandemie und des Zeitplans von Hauptdarsteller Brad Pitt abgesagt werden; stattdessen drehte vor Ort nur die Second Unit Hintergrundmaterial. Diese Aufnahmen wurden im Anschluss in den Filmstudios auf LED-Bildschirmen als Hintergrund angezeigt. Durch den Verzicht auf viele Außendrehs wurde auch die Einhaltung des Hygienekonzeptes erleichtert, das unter anderem regelmäßige SARS-CoV-2-Tests umfasste. Trotzdem musste der Drehplan Mitte Dezember 2020 aufgrund positiver SARS-CoV-2-Tests am Filmset verändert werden. Noch im selben Monat erfolgten Aufnahmen in Lancaster.Post von David Leitch auf Instagram am 17. Dezember 2020, abgerufen am 27. Dezember 2020. Nach einer Drehpause über die Weihnachtsfeiertage wurden die Dreharbeiten schließlich in der zweiten Januarwoche 2021 fortgesetzt und noch im ersten Quartal desselben Jahres abgeschlossen.

Nach Aussage von Second-Unit-Regisseur und Stunt Coordinator Greg Rementer führte Hauptdarsteller Brad Pitt 95 % seiner Stunts selbst aus. Ein Großteil der Kampfszenen wurde laut Regisseur David Leitch von Jackie Chan inspiriert, wobei die Action stets mit Comedy vermischt werden sollte. Pitt verletzte bei einer dieser Kampfszenen versehentlich seinen Schauspielkollegen Aaron Taylor-Johnson an der Hand, woraufhin dieser eine Nacht im Krankenhaus verbringen musste. Auch Brian Tyree Henry zog sich während der Dreharbeiten eine Verletzung am Knie zu und war kurzzeitig auf Gehstützen angewiesen.

Filmmusik mini|Filmkomponist Dominic Lewis Für die Filmmusik zeichnete der britische Komponist Dominic Lewis verantwortlich, der einen zum Film passenden „Over-the-Top-Score“ kreieren wollte und den Soundtrack daher absichtlich roh und chaotisch gestaltete. Lewis bekam von Regisseur David Leitch vollkommene kreative Freiheit, wodurch ihm unter anderem Ennio Morricone und die Beatles als Inspiration dienten. Insgesamt arbeitete der Komponist über ein Jahr im Corona-Lockdown an der Filmmusik und spielte Instrumente wie Gitarren, Bässe sowie Keyboards selbst ein, während Matt Chamberlain als Drummer engagiert wurde. Außerdem übernahm Lewis auch Teile des Gesangs, während der Großteil der zumeist wortlosen Vocals hingegen von einem Enka-Sänger stammte. Diese Form des traditionell japanischen Gesangs mit einzigartigem Stil und emotionalem Vibrato stellt die einzige Verbindung zu klassisch japanischer Musik her, da Lewis gänzlich auf japanische Instrumente verzichtete. Weitere Filmmusik wurde von einem 70-köpfigen Orchester eingespielt.