Nikolai Huke (* 20. November 1983 in Gießen) ist ein deutscher Politikwissenschaftler.
Leben
Huke absolvierte von 2003 bis 2009 mit einem Studienstipendium der Hans-Böckler-Stiftung ein Lehramtsstudium mit den Fächern Sozialkunde und Deutsch an der Philipps-Universität Marburg. Während seines Studiums war er als Referent für Hochschulpolitik des AStA Marburg tätig. Anschließend arbeitete er bis 2012 an derselben Universität als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft.
Im Jahr 2016 schloss er seine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Promotion zum Thema „Sie repräsentieren uns nicht. Soziale Bewegungen und Krisen der Demokratie in Spanien“ ab, in der er u. a. die Proteste in Spanien 2011/2012 und die Kämpfe um Wohnraum und gegen Zwangsräumungen der Plataforma de Afectados por la Hipoteca untersuchte. Parallel zu seiner Promotion arbeitete er mit David J. Bailey, Mònica Clua-Losada und Olatz Ribera-Almandoz im internationalen Forschungsprojekt „Beyond defeat and austerity. Disrupting the (critical political economy of) neoliberal Europe“.
Ab 2016 arbeitete Huke für vier Jahre an der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo er das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Forschungsprojekt „Willkommenskultur und Demokratie in Deutschland“ koordinierte. Im Rahmen des Forschungsprojekts veröffentlichte Huke unter anderm eine von Pro Asyl und der IG Metall herausgegebene Studie zum Thema „,Ganz unten in der Hierarchie‘: Rassismus als Arbeitsmarkthindernis für Geflüchtete“.
Im Jahr 2017 war Huke Postdoc-Stipendiat der Fritz Thyssen Stiftung mit einem Forschungsprojekt zum Thema „Zerrissene Demokratie. Erosionen und Legitimitätskonflikte demokratischer Verfassungsstaaten in Südeuropa“. 2019 war er Gastwissenschaftler am Arbeitsbereich von Wolfgang Menz an der Universität Hamburg.
Von 2020 bis 2022 war er an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel tätig. Er führte dort ein Forschungsprojekt zum Thema „Gefährdetes Leben. Alltag und Protest in Flüchtlingsunterkünften im Zuge der Corona-Pandemie“ durch. Ergebnisse des Projekts wurden in einer von Pro Asyl herausgegebenen Studie mit dem Titel „Bedeutet unser Leben nichts? Erfahrungen von Asylsuchenden in Flüchtlingsunterkünften während der Corona-Pandemie in Deutschland“ veröffentlicht. Die Studie stieß medial auf große Resonanz.
Seit April 2024 leitet Huke an der Universität Hamburg das durch die Hans-Böckler-Stiftung finanzierte Projekt „Arbeitsrechte in prekären Lebenslagen“. Im Rahmen des Forschungsprojekts organisierte Huke unter anderem wissenschaftliche Fachtage zu den Themen „Rassismus in der Arbeitswelt“, „Arbeitsrechtsverletzungen in Deutschland“ und "Ungleicher Zugang zum Recht". Gemeinsam mit Stephan Lessenich leitet er zudem seit September 2025 die von der Volkswagenstiftung finanzierte Task Force "Globale Verteilungskämpfe. Migrationsabwehr als Quelle autoritärer Gefährdung der Demokratie".
Huke forscht und publiziert gegenwärtig unter anderem zu sozialer Ungleichheit, Arbeitsrecht, (Rechts-)Beratungsstellen, Migration, Prekarität, autoritärem Populismus und Demokratie. Journalistische Gastbeiträge von ihm sind unter anderem im Tagesspiegel erschienen. Huke ist zudem in der außeruniversitären politischen Bildungsarbeit tätig. Er veranstaltet einen monatlichen Jour Fixe zu Fragen kritischer Gesellschaftsforschung, der auch als Podcast veröffentlicht wird. Huke ist Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Mittelbauinitiative Hamburg und der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Monographien
Herausgeberschaften
Weblinks
Nikolai Huke im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Nikolai Huke auf Academia.edu Private Homepage von Nikolai Huke Nikolai Huke bei Google Scholar
Einzelnachweise
Kategorie:Politikwissenschaftler Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Mann