Die Großsteingräber bei Alt Reddevitz waren zwei megalithische Grabanlagen der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur bei Alt Reddevitz, einem Ortsteil von Mönchgut im Landkreis Vorpommern-Rügen (Mecklenburg-Vorpommern). Sie wurden vermutlich im 19. Jahrhundert zerstört.
Forschungsgeschichte Die Existenz der Gräber wurde in den 1820er Jahren durch Friedrich von Hagenow erfasst und ihre Lage auf der 1829 erschienenen Special Charte der Insel Rügen vermerkt. Von Hagenows handschriftliche Notizen, die den Gesamtbestand der Großsteingräber auf Rügen und in Neuvorpommern erfassen sollten, wurden 1904 von Rudolf Baier veröffentlicht. Die Anlagen bei Alt Reddevitz wurden hier nur listenartig zusammen mit dem Großsteingrab Mariendorf unter der Ortsangabe Reddevitz erfasst. Ob die beiden bei Ewald SchuldtEwald Schuldt: Die mecklenburgischen Megalithgräber. Untersuchungen zu ihrer Architektur und Funktion. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1972, S. 120. und Hans-Jürgen BeierHans-Jürgen Beier: Die megalithischen, submegalithischen und pseudomegalithischen Bauten sowie die Menhire zwischen Ostsee und Thüringer Wald. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 1. Wilkau-Haßlau 1991, S. 10. genannten Großsteingräber Mönchgut Forst 2 und 3 identisch mit den beiden Anlagen bei Alt Reddevitz sind, ist unklar.
Lage Die Gräber befanden sich im Westen der Halbinsel Reddevitz, südlich der Straße. Sie lagen nicht weit voneinander entfernt in ost-westlicher Richtung zueinander.
Beschreibung Nach von Hagenows Liste handelte es sich bei den beiden Anlagen um Großdolmen ohne steinerne Umfassungen. Markus Sommer-Scheffler konnte an den durch von Hagenow angegebenen Standorten zwei Fundstellen ausmachen. An der östlichen Fundstelle ist ein stark bewachsener, ost-westlich verlaufender Hügel mit einer Länge von etwa 40 m auszumachen. Ob es sich hierbei um ein Hünenbett handelt, ist unklar. Auf dem Hügel liegen zahlreiche faustgroße Rollsteine und am östlichen Ende befinden sich mehrere Platten aus Granit und Rotsandstein. Eine Granitplatte weist ein halbes Sprengloch auf. Es dürfte sich bei diesen Funden um die Reste einer zerstörten Grabkammer handeln. Etwa 50 m westlich befindet sich die zweite Fundstelle. Auch hier liegen Granitblöcke.
Literatur Rudolf Baier (Hrsg.): Vorgeschichtliche Gräber auf Rügen und in Neuvorpommern. Aufzeichnungen Friedrich von Hagenows aus dessen hinterlassenen Papieren. Abel, Greifswald 1904, S. 12. Friedrich von Hagenow: Special Charte der Insel Rügen. Nach den neuesten Messungen unter Benutzung aller vorhandenen Flurkarten entworfen. Lithographisches Institut des Generalstabes, Berlin 1829 (Online).
Weblinks Prähistorische Steinkisten bei Alt Reddevitz. In: Markus Sommer-Scheffler: bodendenkmal.wordpress.com. 13. Dezember 2012.
Einzelnachweise
Alt Reddevitz Kategorie:Bauwerk in Mönchgut (Gemeinde) Kategorie:Nordgruppe der Trichterbecherkultur Alt Reddevitz Kategorie:Abgegangenes Bauwerk im Landkreis Vorpommern-Rügen Kategorie:Grabbau in Europa Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa Kategorie:Geographie (Mönchgut, Gemeinde) Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Pommern