Otterbach ist der kleinste Stadtteil von Weil am Rhein. Das im Süden von Weil am Rhein gelegene Otterbach liegt begrenzt zwischen der Bahnstrecke Mannheim–Basel und der davon abzweigenden südöstliche Gleisschleife. Daraus resultiert die etwa dreieckige Form des Stadtteils, der rund 45 Hektar groß ist.Sepaintner: Weil am Rhein, S. 135. Otterbach hat gut 530 Einwohner.Stadt Weil am Rhein: Daten, Zahlen, Fakten, aufgerufen am 11. Februar 2021
Beschreibung und Verkehrswege Der wichtigste Zugangsweg wird durch die B 3 gebildet, welche die geradlinige Durchgangsstraße der Besiedlung auf ihrer Westseite bildet. Gleichzeitig ist Otterbach der südlichste Punkt und der Endpunkt der von Buxtehude von Nord nach Süd verlaufenden Bundesstraße. Von ihr zweigen östlich einige Stichstraßen ab. Im Süden von Otterbach führt die Kreisstraße 6330 (→ Liste der Kreisstraßen im Landkreis Lörrach) ostwärts durch den Dreiländergarten mit Anschluss zur B 317. Die B 3, die K 6330 sowie die Freiburgerstrasse aus Basel sind die einzigen Straßen, die diesen Stadtteil erschließen.
Der Kern des Stadtteils bildet die in den 1930er Jahren angelegte Siedlung „14 Linden“ im Nordteil, die von kleinen, meist einstöckigen Giebelhäusern dominiert werden. Nach Süden hin wird die Bebauung von moderneren Ein- und Zweifamilienhäusern mit Gartengrundstücken gebildet. Die Ostgrenze Otterbachs bildet geradlinig das Waldstück Nonnenholz, das nahtlos in den Dreiländergarten mündet.
Obwohl der Stadtteil von Bahngleisen umgeben ist, existiert keine direkte Zuganbindung vor Ort. Allerdings befindet sich der Bahnhof Weil am Rhein nur etwa 1,5 Kilometer nördlich von Otterbach.
Geschichte mini|Gepäck- und Zollkontrolle in Weil-Otterbach in den 1910er Jahren Otterbach war ab 1488 ein Sumpfgebiet zwischen Weil und Kleinbasel, das 1640 teilweise an Kleinbasel gelangte. Auf dem bei Baden verbliebenen Teil stand das baslerische Otterbachgut, das zu Friedlingen gehörte.Sepaintner: Weil am Rhein, S. 63. 1911 wurde der wachsenden Einwohnerentwicklung Rechnung getragen, so dass der Gemeinderat Weil in die vier Ortsteile Alt-Weil, Friedlingen, Leopoldshöhe und Otterbach unterteilte. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Otterbach drei Gebäude und 35 Einwohner. In den 1930er Jahren entwickelte sich Otterbach in eine Arbeitersiedlung. Am 17. Februar 1936 fand der Spatenstich zu „14 Linden“ statt, einer „Mustersiedlung“ der Nationalsozialisten. 53 Kleinsiedlerstellen und zehn Eigenheime zu enorm günstigen Konditionen wurden damals geschaffen. Allerdings berücksichtigte man beim Bau nicht den hohen Grundwasserstand, was bereits 1938 zu Schadenersatzforderungen gegenüber der Stadt führte.Sepaintner: Weil am Rhein, S. 174, 175.
Seit 2017 verfolgt die Stadt Weil gegenüber der Grundeigentümervertreterin des Kantons Basel-Stadt ein grenzüberschreitendes Planungs- und Entwicklungsvorhaben. Dabei sollen aktuell als Gewerbeflächen genutzte Flächen zu Wohnflächen umgewandelt werden. Das Entwicklungskonzept ist auf einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren ausgelegt.Pressemitteilung der Stadt Weil am Rhein: Grenzüberschreitende Quartiersentwicklung in Otterbach, abgerufen am 16. Februar 2021
Einrichtungen mini|Deutsches Zollgebäude Weil-Otterbach Otterbach ist fast ausschließlich eine Wohnsiedlung ohne Ortsverwaltung und Ortschaftsrat. Im Nordteil gibt es ein Sport- und Freizeitzentrum für verschiedene Sportarten, unter anderem mit drei Kletterhallen.Informationen zum Sport- und Freizeitzentrum, abgerufen am 30. September 2020 Ansonsten hat die DLRG Weil am Rhein ihren Sitz im Stadtteil. Darüber hinaus verfügt Otterbach über den Kindergarten St. Franziskus, der von der katholischen Kirche getragen wird.Katholische Kindertagesstätte St. Franziskus, aufgerufen am 30. September 2020
Das Hauptzollamt Lörrach unterhält in Weil-Otterbach ein Zollamt an der Deutsch-Schweizer-Grenze nach Basel.
Östlich von Otterbach beginnt der Dreiländergarten mit diversen Sportanlagen.
Öffentlicher Nahverkehr Die grenzüberschreitende Buslinie 55 der SWEG fährt mit der Haltestelle Otterbach Zoll den Stadtteil an.Liniennetzplan für Weil am Rhein und Umgebung (PDF), aufgerufen am 9. Juli 2021
Literatur
Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Lörrach (Hrsg.): Der Landkreis Lörrach, Band II (Kandern bis Zell im Wiesental), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1994, ISBN 3-7995-1354-X, S. 751–752.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtgliederung (Weil am Rhein) Kategorie:Ort im Landkreis Lörrach