Bachfeld ist mit dem Weiler Gundelswind ein Ortsteil der Stadt Schalkau im Landkreis Sonneberg im fränkisch geprägten Süden des Freistaates Thüringen.

Geografie mini|Blick über den Ort Bachfeld liegt an der Itz und der Krellse, etwa zwei Kilometer westlich von Schalkau. Südlich des Ortes erhebt sich der 564 Meter hohe Heider Berg.

Geschichte mini|Evangelische Matthäuskirche in Bachfeld Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort in einer Klosterurkunde aus Fulda. Dabei ging es um die Herausgabe der Ländereien in Bachfeld und Heid wegen eines Pferdediebstahles im Jahre 929 durch die Adligen Besitzer der Gruber Burg.

Bachfeld ist mit seiner mehr als 1000 Hektar großen Gemeindeflur seit jeher das größte Bauerndorf des Landkreises Sonneberg. Ursprünglich gab es in Bachfeld zwei Haupthöfe, der Petter- oder Scheeßhof und der Schaumburger, später Pfarrhof und einige Nebenhöfe. Daraus lässt sich wohl auch die im 14. und 15. Jahrhundert erwähnte Existenz von zwei Kirchen im Ort Bachfeld erklären.

Nach Plünderungen und Brandschatzungen des Dreißigjährigen Krieges kamen die Wüstungen Bottigental, Gundersdorf und Wollmitz, später die Gemarkung Grub zu Bachfeld. Heute gehört auch der Weiler Gundelswind zum Ort. Von den ehemaligen drei Bachfelder Mühlen existiert nur noch die Untere Mühle, sie war im Schaumburger Besitz.

Durch Panzerbeschuss amerikanischer Truppen im Jahre 1945 brannten die alte Dorfkirche und acht Gehöfte nieder.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Gundelswind eingegliedert.

1953 erhielt Bachfeld den ersten Kirchenneubau der Nachkriegszeit. Die Matthäuskirche wurde am neuen Standort oberhalb des Friedhofes geweiht.

Vor dem 31. Mai 1995 gehörte Bachfeld zur Verwaltungsgemeinschaft Schalkau, danach war Schalkau erfüllende Gemeinde. Das Thüringer Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2019 sah die Eingemeindung nach Schalkau vor.Thüringer Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2019 und zur Anpassung gerichtsorganisatorischer Vorschriften im Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 11/2019 vom 18. Oktober 2019, S. 385 ff., abgerufen am 30. Dezember 2019 Das Gesetz wurde am 12. September 2019 vom Landtag angenommen und trat am 31. Dezember 2019 in Kraft.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember): 1994: 513 1995: 526 1996: 537 1997: 541 1998: 553 1999: 539 2000: 537 2001: 532 2002: 536 2003: 528 2004: 506 2005: 500 2006: 511 2007: 507 2008: 493 2009: 486 2010: 492 2011: 491 2012: 489 2013: 473 2014: 462 2015: 456 2016: 453 2017: 440 2018: 438 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Die letzte Bürgermeisterin der Gemeinde Bachfeld war Christine Probst (FDP).

Gemeinderat Der Gemeinderat in Bachfeld bestand aus sechs Ratsmitgliedern, im Vergleich zu 2014 gab es keine Veränderungen: Freie Wähler 4 Sitze CDU/Wählergemeinschaft 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2019)

Wappen

Kirche St. Matthäus (Bachfeld)

Regelmäßige Veranstaltungen Kirchbergfest Sockentanz, immer Anfang August Ein Dorf spielt Faustball, Turnier für Jedermann, 1. Samstag im September Plan-Kerwá, Kirchweih immer in der letzten Oktober- oder in der ersten Novemberwoche

Wirtschaft und Infrastruktur Trotz der waldreichen Umgebung besitzt Bachfeld eher eine landwirtschaftliche Prägung. Viele Einwohner pendeln zur Arbeit ins nahe gelegene Oberfranken.

Bachfeld besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Eisfeld–Sonneberg. Außerdem liegt der Ort an der Bundesstraße 89, die ebenfalls von Meiningen nach Sonneberg führt. Weitere Straßen verbinden den Ort mit Katzberg und mit Sachsenbrunn.

Dialekt In Bachfeld wird Itzgründisch, ein unterfränkischer Dialekt, gesprochen.

Sonstiges Während des Zweiten Weltkrieges mussten Frauen und Männer aus Russland in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 282.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Sonneberg Kategorie:Ort im Naturpark Thüringer Wald Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Sonneberg) Kategorie:Ersterwähnung 929 Kategorie:Gemeindeauflösung 2019 Kategorie:Geographie (Schalkau) Kategorie:Ort an der Itz