Melchior von Barfus (* um 1475; † 1544) war Kommendator des Johanniterordens in Mirow, Quartschen und Schivelbein, sowie Landvogt der brandenburgischen Neumark.

Leben Melchior stammte aus der märkischen Adelsfamilie von Barfus. 1514 wurde er zum Kommendator (Komtur) der Kommende Mirow in Mecklenburg durch den Präzeptor des Johanniterordens eingesetzt. 1527 erfolgte seine Versetzung nach starkem Druck der mecklenburgischen Herzöge, die einen einheimischen Komtur haben wollten.Christian Gahlbeck: Die mecklenburgischen Ordenshäuser der Johanniter im Konflikt mit den Herzögen von Mecklenburg im 16. Jahrhundert. In: Ordines Militares. XII, 2017. S. 123–161, besonders S. 139–145 PDF, zu den Vorgängen in Mirow Ihm wurde dann vorgeworfen, in größerem Umfang Inventar der Komturei mitgenommen zu haben.Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. Band 1. 1836 S. 75ff., mit Auflistung des verschwundenen Inventars; Original im Brandenburgischen Landeshauptarchiv, Johanniterorden Helmut Borth: Herzoghaus Mecklenburg-Strelitz. Online-Ressource, 1. Auflage Steffen Verlag, Berlin. 2015 S. 25–27. ISBN 978-3-942477-95-6.

Melchior von Barfus wurde nun Leiter der Kommende im neumärkischen Quartschen und kurfürstlicher Rat von Joachim I. von Brandenburg. 1529 und 1530 war er als Delegierter auf den Reichstagen in Augsburg und Speyer und unterschrieb die Protestation der evangelischen Stände. Melchior von Barfus war der erste Kommendator des Johanniterordens, der das evangelische Bekenntnis annahm.

1539 lehnte er einen Wechsel an die Komturei Lagow ab.Christian Gahlbeck, Heinz-Dieter Heimann, Dirk Schumann (Hrsg.): Regionalität und Transfergeschichte. Ritterordenskommenden der Templer und Johanniter im nordöstlichen Deutschland und in Polen seit dem Mittelalter. Lukas Verlag, Berlin 2014. S. 288, ISBN 978-3-86732-140-2. Anm.: Diese Position war offenbar unattraktiv. 1540 wurde von Barfus erster Leiter der neuen Kommende Schivelbein.Samuel Buchholtz: Versuch einer Geschichte der Churmark Brandenburg. Dritter Teil, bey Friedrich Wilhelm Birnstiel, Berlin 1767. S. 435, Digitalisat. Anm.: Die Komturei Quartschen wurde an die Markgrafschaft Brandenburg-Küstrin abgegeben, dafür wurde in Schivelbein eine neue Komturei des Johanniterordens eingerichtet. 1542 heiratete er, was zu Protesten im Orden führte, aber für ihn keine Konsequenzen hatte, da er unter dem Schutz des Markgrafen Johann von Küstrin stand. 1544 starb er.Leopold von Ledebur (Hrsg.): Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staates. Band 15, E. S. Mittler, Berlin 1834. S. 308. Digitalisat.

Literatur Leopold von Zedlitz: Neues Preussisches Adels-Lexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten, Band 1, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1836, S. 176 f.

Einzelnachweise

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