Die NBA-Saison 1975/76 war die 30. Saison der National Basketball Association (NBA). Sie begann am Donnerstag, den 23. Oktober 1975, und endete regulär nach 738 Spielen am Sonntag, den 11. April 1976. Die Postseason begann am Dienstag, den 13. April, und endete am Sonntag, den 6. Juni, mit 4—2 Finalsiegen der Boston Celtics über die Phoenix Suns.

Saisonnotizen Commissioner J. Walter Kennedy, der das Amt 1963 von Präsident Maurice Podoloff übernommen hatte, ging in den Ruhestand. Sein Nachfolger Larry O’Brien stand vor der Aufgabe, die Vereinigung von NBA und American Basketball Association (ABA) im nächsten Jahr vorzubereiten.N. N.: Season Review: 1975-76. Kareem heads west as the Celtics triumph once more. Auf: National Basketball Association—Website; New York, NY, 24. August 2017. Abgerufen am 20. August 2020 (englisch). Die Kansas City/Omaha Kings gaben den Standort Omaha, Nebraska auf und hießen fortan Kansas City Kings. Erster Draft-Pick in der NBA-Draft 1975 wurde David Thompson vom Wolfpack der North Carolina State University für die Atlanta Hawks. Allerdings wurde er auch von den Denver Nuggets der American Basketball Association (ABA) an erster Stelle ausgewählt und entschied sich für diese. Er brachte es zum Rookie of the Year der ABA. Der zweite Draft-Pick, Bruin Dave Meyers von der University of California, Los Angeles entschied sich für die NBA und die Los Angeles Lakers. NBA Rookie of the Year Alvan Adams von den Sooners der University of Oklahoma wurde an vierter Stelle von den Phoenix Suns ausgewählt.N. N.: 1975 NBA Draft. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000—2020. Abgerufen am 20. August 2020 (englisch). Das 26. All-Star-Game fand am Dienstag, den 3. Februar 1976, vor 17.511 Zuschauern in The Spectrum von Philadelphia, Pennsylvania statt. Tom Heinsohns Eastern All-Stars besiegten Al Attles’ Western All-Stars mit 123—109. All-Star Game MVP wurde Dave Bing von den Washington Bullets.N. N.: 1976 NBA All-Star Game. East 123, West 109. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000—2020. Abgerufen am 20. August 2020 (englisch).

Abschlusstabellen Pl. = Rang, = Für die Playoffs qualifiziert, Sp = Anzahl der Spiele, S—N = Siege—Niederlagen, % = Siegquote (Siege geteilt durch Anzahl der bestrittenen Spiele), GB = Rückstand auf den Führenden der Division in der Summe von Sieg- und Niederlagendifferenz geteilt durch zwei, Heim = Heimbilanz, Ausw. = Auswärtsbilanz, Div. = Bilanz gegen die Divisionsgegner

Eastern Conference Atlantic Division

Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Div. 1. Boston Celtics 82 54—28 .659 — 31—10 23—18 13—8 2. Buffalo Braves 82 46—36 .561 8 28—13 18—23 10—11 3. Philadelphia 76ers 82 46—36 .561 8 34—7 12—29 9—12 4. New York Knicks 82 38—44 .463 16 24—17 14—27 10—11

Central Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Div. 1. Cleveland Cavaliers 82 49—33 .598 — 29—12 20—21 15—11 2. Washington Bullets 82 48—34 .585 1 31—10 17—24 14—12 3. Houston Rockets 82 40—42 .488 9 28—13 12—29 14—12 4. New Orleans Jazz 82 38—44 .463 11 22—19 16—25 15—11 5. Atlanta Hawks 82 29—53 .354 20 20—21 9—32 7—19

Western Conference Midwest Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Div. 1. Milwaukee Bucks 82 38—44 .463 — 22—19 16—25 13—8 2. Detroit Pistons 82 36—46 .439 2 24—17 12—29 12—9 3. Kansas City Kings 82 31—51 .378 7 25—16 6—35 10—11 4. Chicago Bulls 82 24—58 .293 14 15—26 9—32 7—14

Pacific Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Div. 1. Golden State Warriors 82 59—23 .720 — 36—5 23—18 17—9 2. Seattle Supersonics 82 43—39 .524 16 31—10 12—29 12—14 3. Phoenix Suns 82 42—40 .512 17 27—14 15—26 15—11 4. Los Angeles Lakers 82 40—42 .488 19 31—10 9—32 10—16 5. Portland Trailblazers 82 37—45 .451 22 26—15 11—30 11—15

Ehrungen Most Valuable Player 1975/76: Kareem Abdul-Jabbar, Los Angeles Lakers Rookie of the Year 1975/76: Alvan Adams, Phoenix Suns Coach of the Year 1975/76: Bill Fitch, Cleveland Cavaliers Executive of the Year 1975/76: Jerry Colangelo, Phoenix Suns J. Walter Kennedy Citizenship Award 1975/76: Slick Watts, Seattle Supersonics All-Star Game MVP 1976: Dave Bing, Washington Bullets NBA-Finals MVP 1976: Jo Jo White, Boston Celtics

All-NBA First Team: Rick Barry, Golden State Warriors George McGinnis, Philadelphia 76ers Kareem Abdul-Jabbar, Los Angeles Lakers Nate Archibald, Kansas City Kings Pete Maravich, New Orleans Jazz All-NBA Second Team: Elvin Hayes, Washington Bullets John Havlicek, Boston Celtics Dave Cowens, Boston Celtics Randy Smith, Buffalo Braves Phil Smith, Golden State Warriors All-Rookie Team: Alvan Adams, Phoenix Suns Gus Williams, Golden State Warriors Joe Meriweather, Houston Rockets John Shumate, Buffalo Braves Lionel Hollins, Portland Trailblazers All-Defensive First Team: Paul Silas, Boston Celtics John Havlicek, Boston Celtics Dave Cowens, Boston Celtics Norm Van Lier, Chicago Bulls Slick Watts, Seattle Supersonics All-Defensive Second Team: Jim Brewer, Cleveland Cavaliers Jamaal Wilkes, Golden State Warriors Kareem Abdul-Jabbar, Los Angeles Lakers Jim Cleamons, Cleveland Cavaliers Phil Smith, Golden State Warriors

Führende Spieler in Einzelwertungen + Kategorie Spieler Mannschaft Wert Punkte/Spiel ∆ Bob McAdoo Buffalo Braves 31,1 PpS Wurfquote † Wes Unseld Washington Bullets 56,085 % Freiwurfquote ‡ Rick Barry Golden State Warriors 92,3 % Assists/Spiel ▲ Donald Watts Seattle Supersonics 8,1 ApS Rebounds/Spiel ▼ Kareem Abdul-Jabbar Los Angeles Lakers 16,9 RpS Steals/Spiel ► Donald Watts Seattle Supersonics 3,18 SpS Blocks/Spiel ◀︎ Kareem Abdul-Jabbar Los Angeles Lakers 4,12 BpS ∆ 70 Spiele oder 1400 Punkte erforderlich. † 300 Körbe erforderlich. Unseld nahm 567 Schüsse und traf 318 mal. ‡ 125 verwandelte Freiwürfe erforderlich. Barry traf 287 von 311. ▲ 70 Spiele oder 400 Assists erforderlich. ▼ 70 Spiele oder 800 Rebounds erforderlich. ► 70 Spiele oder 125 Steals erforderlich. ◀︎ 70 Spiele oder 100 Blocks erforderlich.

Mit 356 beging Charlie Scott von den Boston Celtics die meisten Fouls. Bill Robinzine von den Kansas City Kings war mit 19 mal am häufigsten fouled out. Seit der Saison 1969/70 werden den Statistiken in den Kategorien „Punkte“, „Assists“ und „Rebounds“ nicht länger die insgesamt erzielten Leistungen zu Grunde gelegt, sondern die Quote pro Spiel.Official NBA-Guide 2016-2017 (PDF), herausgegeben von Brad Weinstein. Auf: NBA—Website; New York, 2016. Abgerufen am 30. Mai 2017 (englisch). Bob McAdoo von den Buffalo Braves stand in 78 Einsätzen 42,7 Minuten pro Spiel auf dem Parkett. Kareem Abdul-Jabbar hatte mit insgesamt 3379 Minuten die insgesamt längste Einsatzzeit bei 41,2 Minuten pro Spiel. Den besten Punkteschnitt der Saison hatte Bob McAdoo mit 31,1 Punkten pro Spiel. Bei 2427 Punkten in 78 Einsätzen hatte er die meisten Punkte und mit 48,7 % die dreiundzwanzigstbeste Wurfquote. Er nahm 1918 Schüsse und traf 934 mal. Wes Unseld warf 750 Punkte in 78 Spielen und damit 9,6 Punkte pro Spiel. Rick Barry verwandelte mit der besten Freiwurfquote die insgesamt neunzehntmeisten Freiwürfe. Mit 559 bei einer Quote von 76,2 % warf Bob McAdoo die meisten Freiwürfe. Slick Watts gewährte bei der besten Quote von 8,1 Assists pro Spiel mit 661 Assists die insgesamt meisten der Liga in 82 Spielen. Donald „Slick“ Watts hatte neben der besten Stealrate von 3,2 SpS auch die meisten Steals insgesamt mit 261. Kareem Abdul-Jabbar hatte mit 1383 Rebounds die insgesamt meisten in 82 Spielen. Er stellte auch den Saisonrekord für die meisten Defensivrebounds mit 111 auf. Darüber hinaus errang er am 14. Dezember gegen die Detroit Pistons auch die bislang meisten bekannten Defensivrebounds eines Spiels mit 29. Paul Silas von den Boston Celtics errang 365 Offensivrebounds. Kareem Abdul-Jabbar blockte insgesamt 338 Korbwürfe in 82 Spielen. Er sollte die Liga viermal in Shotblocks anführen, was ebenfalls lediglich Mark Eaton und Marcus Cambry gelingen sollte. Abdul-Jabbar hatte in seiner gesamten Karriere 3189 Blocks, übertroffen bislang nur von Hakeem Olajuwon und Dikembe Mutombo (Stand: 2020).

Playoffs-Baum

Playoffs-Ergebnisse Die Playoffs begannen am 13. April und wurden in der Eröffnungsrunde, in der der Viertplatzierte der Conference gegen den Fünftplatzierten um die Chance, in der nächsten Runde auf den Erstplatzierten zu treffen, spielten, nach dem Modus Modus „Best of Three“ ausgetragen. In den Conference-Halbfinals, den Conference-Finals und den NBA-Finals galt der „Best of Seven“-Ausscheidungs-Modus.

Jo Jo White von den Boston Celtics und Alvan Adams von den Phoenix Suns gewährten je 98 Assists in der Postseason. Teamkamerad Dave Cowens von den Celtics errang 296 Rebounds. Jo Jo White erzielte außerdem 408 Punkte.

In der Western Conference waren die Paarungen bemerkenswert. Vier Teams der Pacific Division schnitten besser ab als der Divisionssieger der Midwest Division und selbst der Fünftplatzierte war immer noch besser als der Zweitplatzierte des Mittleren Westens, die Detroit Pistons.

Die Fünftplatzierten obsiegten dennoch überraschend über die Viertplatzierten in den Play-in-Turnieren der ersten Runde. Die Führenden der Midwest Division spielten in einer Best-of-Three-Serie um den Einzug in die Western Conference-Halbfinals. Bob McAdoo von den Braves errang die meisten Defensivrebounds einer Drei-Spiele-Playoffserie, einen mehr als Dirk Nowitzki gegen die Minnesota Timberwolves 2002 mit 42. Die Milwaukee Bucks hatten indes die wenigsten Offensivrebounds einer Dreier-Serie mit 20.

Am 15. April kam es in der Begegnung zwischen den Seattle Supersonics und den Phoenix Suns zu den wenigsten bekannten Steals der NBA-Geschichte, nämlich zweien durch die Sonics. Phoenix’ Kunststück von 0 Steals wurde zuvor und seitdem nur von fünf weiteren Teams vollbracht. Die Golden State Warriors hatten gegen Detroit indes die meisten Offensivrebounds einer Sechser-Serie mit 124. Und während ihre 73 Steals nicht an die eigene Bestmarke des Vorjahres heranreichte, eroberten sie 94 mal den Ball in den Conference-Finals gegen die Suns und damit die meisten einer Sieben-Spiele-Serie. Logischerweise konnte Phoenix so auch die meisten Ballverluste (147) einer Siebener-Serie fabrizieren.

Die wenigsten Playoff-Blocks einer Sechs-Spiele-Serie hatten die Celtics in den NBA-Finals (10). Auch Charlie Scotts 35 Fouls und 5 Disqualifikationen in sechs Spielen sind Playoff-Rekord (Stand: 2020).

Eastern Conference-Eröffnungsrunde Buffalo Braves 2, Philadelphia 76ers 1 Donnerstag, 15. April: Philadelphia 89 – 95 Buffalo Freitag, 16. April: Buffalo 106 – 131 Philadelphia Sonntag, 18. April: Philadelphia 123 – 124 Buffalo (n. V.)

Western Conference-Eröffnungsrunde Detroit Pistons 2, Milwaukee Bucks 1 Donnerstag, 15. April: Milwaukee 110 – 107 Detroit Freitag, 16. April: Detroit 126 – 123 Milwaukee Sonntag, 18. April: Milwaukee 104 – 107 Detroit

Eastern Conference-Halbfinals Boston Celtics 4, Buffalo Braves 2 Mittwoch, 21. April: Boston 107 – 98 Buffalo Freitag, 23. April: Boston 101 – 96 Buffalo Sonntag, 25. April: Buffalo 98 – 93 Boston Mittwoch, 28. April: Buffalo 124 – 122 Boston Freitag, 30. April: Boston 99 – 88 Buffalo Sonntag, 2. Mai: Buffalo 100 – 104 Boston

Cleveland Cavaliers 4, Washington Bullets 3 Dienstag, 13. April: Cleveland 95 – 100 Washington Donnerstag, 15. April: Washington 79 – 80 Cleveland Sonnabend, 17. April: Cleveland 88 – 76 Washington Mittwoch, 21. April: Washington 109 – 98 Cleveland Donnerstag, 22. April: Cleveland 92 – 91 Washington Montag, 26. April: Washington 102 – 98 Cleveland (n. V.) Donnerstag, 29. April: Cleveland 87 – 85 Washington

Western Conference-Halbfinals Golden State Warriors 4, Detroit Pistons 2 Dienstag, 20. April: Golden State 127 – 103 Detroit Donnerstag, 22. April: Golden State 111 – 123 Detroit Sonnabend, 24. April: Detroit 96 – 113 Golden State Montag, 26. April: Detroit 106 – 102 Golden State Mittwoch, 28. April: Golden State 128 – 109 Detroit