Die NBA-Saison 1974/75 war die 29. Saison der National Basketball Association (NBA). Sie begann am Donnerstag, den 17. Oktober 1974, und endete regulär nach 738 Spielen am Sonntag, den 6. April 1975. Die Postseason begann am Dienstag, den 8. April, und endete am Sonntag, den 25. Mai, mit 4—0 Finalsiegen der Golden State Warriors über die Washington Bullets.

Saisonnotizen Die Capital Bullets benannten sich nach einem Jahr in die Washington Bullets um, die vierte von bislang fünf Umbenennungen. Die Eastern Conference bekam ein neues Mitglied, den New Orleans Jazz. In den Playoffs wurde eine Wild Card-Runde für die Viert- und Fünftplatzierten eingeführt.N. N.: Season Review: 1974-75. The Warriors pull off perhaps the biggest upset in NBA history. Auf: National Basketball Association—Website; New York, NY, 24. August 2017. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Erster Draft-Pick in der NBA-Draft 1974 wurde Bruin Bill Walton von der University of California, Los Angeles für die Portland Trailblazers. Sein Teammate und Rookie of the Year Jamaal Wilkes wurde an elfter Stelle von den Golden State Warriors ausgewählt.N. N.: 1974 NBA Draft. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000—2020. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Das 25. All-Star-Game fand am Dienstag, den 14. Januar 1975, vor 12.885 Zuschauern im Veterans Memorial Coliseum von Phoenix, Arizona statt. K. C. Jones’ Eastern All-Stars besiegten Al Attles’ Western All-Stars mit 108—102. All-Star Game MVP wurde Walt Frazier von den New York Knicks. Rick Barry hatte 8 Steals, die bisher meisten in einem All-Star-Game.N. N.: 1975 NBA All-Star Game. East 108, West 102. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000—2020. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch).

Abschlusstabellen Pl. = Rang, = Für die Playoffs qualifiziert, Sp = Anzahl der Spiele, S—N = Siege—Niederlagen, % = Siegquote (Siege geteilt durch Anzahl der bestrittenen Spiele), GB = Rückstand auf den Führenden der Division in der Summe von Sieg- und Niederlagendifferenz geteilt durch zwei, Heim = Heimbilanz, Ausw. = Auswärtsbilanz, Div. = Bilanz gegen die Divisionsgegner

Eastern Conference Atlantic Division

Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Div. 1. Boston Celtics 82 60—22 .732 — 28—13 32—9 17—9 2. Buffalo Braves 82 49—33 .598 11 30—11 19—22 15—11 3. New York Knickerbockers 82 40—42 .488 20 23—18 17—24 9—17 4. Philadelphia 76ers 82 34—48 .415 26 20—21 14—27 11—15

Central Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Div. 1. Washington Bullets 82 60—22 .732 — 36—5 24—17 22—8 2. Houston Rockets 82 41—41 .500 19 29—12 12—29 16—14 3. Cleveland Cavaliers 82 40—42 .488 20 29—12 11—30 17—13 4. Atlanta Hawks 82 31—51 .378 29 22—19 9—32 11—19 5. New Orleans Jazz 82 22—59 .280 37 20—21 9—21 8—14

Western Conference Midwest Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Div. 1. Chicago Bulls 82 47—35 .573 — 29—12 18—23 11—15 2. Kansas City/Omaha Kings 82 44—38 .357 3 29—12 15—26 17—9 3. Detroit Pistons 82 40—42 .488 7 26—15 14—27 10—16 4. Milwaukee Bucks 82 38—44 .463 9 25—16 13—28 14—12

Pacific Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Div. 1. Golden State Warriors 82 48—34 .585 — 30—11 17—24 19—11 2. Seattle Supersonics 82 43—39 .524 5 24—17 19—22 18—12 3. Portland Trailblazers 82 38—44 .463 10 28—13 10—31 16—14 4. Phoenix Suns 82 32—50 .390 16 22—19 10—31 12—18 5. Los Angeles Lakers 82 30—52 .366 18 21—20 9—32 10—20

Ehrungen Most Valuable Player 1974/75: Bob McAdoo, Buffalo Braves Rookie of the Year 1974/75: Jamaal Wilkes, Golden State Warriors Coach of the Year 1974/75: Phil Johnson, Kansas City/Omaha Kings Executive of the Year 1974/75: Dick Vertlieb, Golden State Warriors J. Walter Kennedy Citizenship Award 1974/75: Wes Unseld, Washington Bullets All-Star Game MVP 1975: Walt Frazier, New York Knickerbockers NBA-Finals MVP 1975: Rick Barry, Golden State Warriors

All-NBA First Team: Elvin Hayes, Washington Bullets Rick Barry, Golden State Warriors Bob McAdoo, Buffalo Braves Nate Archibald, Kansas City/Omaha Kings Walt Frazier, New York Knickerbockers All-NBA Second Team: John Havlicek, Boston Celtics Spencer Haywood, Seattle Supersonics Dave Cowens, Boston Celtics Phil Chenier, Washington Bullets Jo Jo White, Boston Celtics All-Rookie Team: Jamaal Wilkes, Golden State Warriors John Drew, Atlanta Hawks Scott Wedman, Kansas City/Omaha Kings Tom Burleson, Seattle Supersonics Brian Winters, Los Angeles Lakers All-Defensive First Team: John Havlicek, Boston Celtics Paul Silas, Boston Celtics Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks Jerry Sloan, Chicago Bulls Walt Frazier, New York Knickerbockers All-Defensive Second Team: Elvin Hayes, Washington Bullets Bob Love, Chicago Bulls Dave Cowens, Boston Celtics Norm Van Lier, Chicago Bulls Don Chaney, Boston Celtics

Führende Spieler in Einzelwertungen + Kategorie Spieler Mannschaft Wert Punkte/Spiel ∆ Bob McAdoo Buffalo Braves 34,5 PpS Wurfquote † Don Nelson Boston Celtics 53,9 % Freiwurfquote ‡ Rick Barry Golden State Warriors 90,4 % Assists/Spiel ▲ Kevin Porter Washington Bullets 8,0 ApS Rebounds/Spiel ▼ Wes Unseld Capital Bullets 14,8 RpS Steals/Spiel ► Rick Barry Golden State Warriors 2,85 SpS Blocks/Spiel ◀︎ Kareem Abdul-Jabbar Milwaukee Bucks 3,26 BpS ∆ 70 Spiele oder 1400 Punkte erforderlich. † 300 Körbe erforderlich. Nelson nahm 785 Schüsse und traf 423 mal. ‡ 120 verwandelte Freiwürfe erforderlich. Barry traf 394 von 436. ▲ 70 Spiele oder 400 Assists erforderlich. ▼ 70 Spiele oder 800 Rebounds erforderlich. ► 70 Spiele oder 125 Steals erforderlich. ◀︎ 70 Spiele oder 100 Blocks erforderlich.

Mit 330 begingen Bob Dandridge von den Milwaukee Bucks und Phil Jackson von den New York Knicks die meisten Fouls. Kevin Porter von den Washington Bullets war mit 12 mal am häufigsten fouled out. Seit der Saison 1969/70 werden den Statistiken in den Kategorien „Punkte“, „Assists“ und „Rebounds“ nicht länger die insgesamt erzielten Leistungen zu Grunde gelegt, sondern die Quote pro Spiel.Official NBA-Guide 2016-2017, herausgegeben von Brad Weinstein. Auf: NBA—Website; New York, 2016. Abgerufen am 30. Mai 2017 (in Englisch). Bob McAdoo von den Buffalo Braves stand in 82 Einsätzen 43,2 Minuten pro Spiel auf dem Parkett. Er hatte mit insgesamt 3539 Minuten auch die insgesamt längste Einsatzzeit. Den besten Punkteschnitt der Saison hatte Bob McAdoo mit 34,5 Punkten pro Spiel. Bei 2831 Punkten in 82 Einsätzen hatte er die meisten Punkte und mit 51,2 % die sechstbeste Wurfquote. Don Nelson warf 1109 Punkte in 79 Spielen und damit 14,0 Punkte pro Spiel. Rick Barry verwandelte mit der besten Freiwurfquote die insgesamt fünftmeisten Freiwürfe. Mit 652 bei einer Quote von 87,2 % warf Tiny Archibald von den Kansas City Omaha Kings die meisten Freiwürfe. Kevin Porter gewährte bei der besten Quote von 8,0 Assists pro Spiel mit 650 Assists die insgesamt meisten der Liga in 81 Spielen. Wes Unseld hatte 1077 Rebounds in 73 Spielen. Die meisten Rebounds insgesamt hatte Bob McAdoo mit 1155 (14,1 Rps). John Drew von den Atlanta Hawks errang 357 Offensivrebounds und Sam Lacey von den Kansas City/Omaha Kings 921 Defensivrebounds. Rick Barry hatte neben der besten Stealrate von 2,9 SpS auch die meisten Steals insgesamt mit 228 in 80 Spielen. Seine Golden State Warriors kamen gegen die Lakers am 25. März 1975 auf 25 Steals, die zweitmeisten eines einzelnen Teams. Zusammen eroberten beide Teams 39 Bälle, nur am 21. Januar stahlen dieselben Teams 40 Bälle. Elmore Smith hatte mit 216 die meisten Shotblocks in 74 Spielen bei einer Quote von 2,9 BpS. Kareem Abdul-Jabbar blockte insgesamt 212 Korbwürfe in 65 Spielen. Er sollte die Liga viermal in Blocks anführen, was ebenfalls lediglich Mark Eaton und Marcus Cambry gelingen sollte. Abdul-Jabbar hatte in seiner gesamten Karriere 3189 Blocks, übertroffen bislang nur von Hakeem Olajuwon und Dikembe Mutombo (Stand: 2020).

Playoffs-Baum

Playoffs-Ergebnisse Die Playoffs begannen am 8. April und wurden in der Eröffnungsrunde, in der der Viertplatzierte der Conference gegen den Fünftplatzierten um die Chance, in der nächsten Runde auf den Erstplatzierten zu treffen, spielten, nach dem Modus Modus „Best of Three“ ausgetragen. In den Conference-Halbfinals, den Conference-Finals und den NBA-Finals galt der „Best of Seven“-Ausscheidungs-Modus.

Kevin Porter von den Washington Bullets gewährte 124 Assists in der Postseason, Teamkamerad Wes Unseld errang 276 Rebounds. Rick Barry von den Golden State Warriors erzielte 479 Punkte. Seine Steals waren ebenso bemerkenswert: Am 14. April gelangen ihm 8 gegen die Seattle Supersonics, übertroffen nur von Allen Iverson. Seine 19 Steals in sechs Playoffspielen wurden mit Derek Fisher ebenfalls nur von einem Spieler um 2 übertroffen. Die 22 Warriorssteals am 14. April und die 81 Teamsteals in der Sechs-Spiele-Serie gegen die Sonics bleiben Spitze und die 55 Finalsteals seiner Warriors wurden lediglich von den Trailblazers in den 1977er Playoffs geschlagen.

Larry McNeill von den Kansas City/Omaha Kings hatte gegen die Bulls am 13. April eine Wurfquote von 100 %. Lediglich Nene wiederholte das Kunststück einer 100er-Quote bei 12 Körben, die höchste Anzahl von Körben bei dieser Quote (Stand: 2020).

Eastern Conference-Eröffnungsrunde Houston Rockets 2, New York Knickerbockers 1 Dienstag, 8. April: Houston 99 – 84 New York Donnerstag, 10. April: New York 106 – 96 Houston Sonnabend, 12. April: Houston 118 – 86 New York

Western Conference-Eröffnungsrunde Detroit Pistons 2, Seattle Supersonics 1 Dienstag, 8. April: Seattle 90 – 77 Detroit Donnerstag, 10. April: Detroit 122 – 106 Seattle Sonnabend, 12. April: Seattle 100 – 93 Detroit

Eastern Conference-Halbfinals Boston Celtics 4, Houston Rockets 1 Montag, 14. April: Boston 123 – 106 Houston Mittwoch, 16. April: Boston 112 – 106 Houston Sonnabend, 19. April: Houston 117 – 102 Boston Dienstag, 22. April: Houston 117 – 122 Boston Donnerstag, 24. April: Boston 128 – 115 Houston

Washington Bullets 4, Buffalo Braves 3 Donnerstag, 10. April: Washington 102 – 113 Buffalo Sonnabend, 12. April: Buffalo 106 – 120 Washington Mittwoch, 16. April: Washington 111 – 96 Buffalo Freitag, 18. April: Buffalo 108 – 102 Washington Sonntag, 20. April: Washington 97 – 93 Buffalo Mittwoch, 23. April: Buffalo 102 – 96 Washington Freitag, 25. April: Washington 115 – 96 Buffalo

Western Conference-Halbfinals Golden State Warriors 4, Seattle Supersonics 2 Montag, 14. April: Golden State 123 – 96 Seattle Mittwoch, 16. April: Golden State 99 – 100 Seattle Donnerstag, 17. April: Seattle 96 – 105 Golden State Sonnabend, 19. April: Seattle 111 – 94 Golden State Dienstag, 22. April: Golden State 124 – 100 Seattle Donnerstag, 24. April: Seattle 96 – 105 Golden State

Chicago Bulls 4, Kansas City/Omaha Kings 2 Mittwoch, 9. April: Chicago 95 – 89 Kansas City/Omaha Sonntag, 13. April: Kansas City/Omaha 102 – 95 Chicago Mittwoch, 16. April: Chicago 93 – 90 Kansas City/Omaha Freitag, 18. April: Kansas City/Omaha 104 – 100 Chicago (n. V.) Sonntag, 20. April: Chicago 104 – 77 Kansas City/Omaha Mittwoch, 23. April: Kansas City/Omaha 89 – 101 Chicago

Eastern Conference-Finals Washington Bullets 4, Boston Celtics 2 Sonntag, 27. April: Boston 95 – 100 Washington Mittwoch, 30. April: Washington 117 – 92 Boston Sonnabend, 3. Mai: Boston 101 – 90 Washington Mittwoch, 7. Mai: Washington 119 – 108 Boston Freitag, 9. Mai: Boston 103 – 99 Washington Sonntag, 11. Mai: Washington 98 – 92 Boston

Western Conference-Finals Golden State Warriors 4, Chicago Bulls 3 Sonntag, 27. April: Golden State 107 – 89 Chicago Mittwoch, 30. April: Chicago 90 – 89 Golden State Sonntag, 4. Mai: Golden State 108 – 101 Chicago Dienstag, 6. Mai: Chicago 111 – 106 Golden State Donnerstag, 8. Mai: Golden State 79 – 89 Chicago Sonntag, 11. Mai: Chicago 72 – 86 Golden State Mittwoch, 14. Mai: Golden State 83 – 79 Chicago

NBA-Finals Golden State Warriors vs. Washington Bullets