Die NBA-Saison 1973/74 war die 28. Saison der National Basketball Association (NBA) und begann am Dienstag, den 9. Oktober 1973, und endete regulär nach 697 Spielen am Mittwoch, den 27. März 1974. Die Postseason begann am Freitag, den 29. März, und endete am Sonntag, den 12. Mai, mit 4—3 Finalsiegen der Boston Celtics über die Milwaukee Bucks.
Saisonnotizen Die Baltimore Bullets, die bereits 1963 von Chicago, Illinois umgesiedelt waren, zogen in die benachbarte Hauptstadtregion von Washington, D.C. und benannten sich um in die Capital Bullets.N. N.: Season Review: 1973-74. Celtics claim championship No. 12 to complete their post-Russell rebuild. Auf: National Basketball Association—Website; New York, NY, 24. August 2017. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Erster Draft-Pick in der NBA-Draft 1973 wurde Redbird Doug Collins von der Illinois State University für die Philadelphia 76ers. Rookie of the Year Ernie DiGregorio von den Friars des Providence Colleges wurde an dritter Stelle von den Buffalo Braves ausgewählt.N. N.: 1973 NBA Draft. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000—2020. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Das 24. All-Star-Game fand am Dienstag, den 15. Januar 1974, vor 14.360 Zuschauern im Seattle Center Coliseum von Seattle, Washington statt. Larry Costellos Western All-Stars besiegten Tom Heinsohns Eastern All-Stars mit 134—123. All-Star Game MVP wurde Bob Lanier von den Detroit Pistons.N. N.: 1974 NBA All-Star Game. West 134, East 123. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000—2020. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Seit dieser Saison wurden Rebounds nach Defensiv- und Offensivrebounds unterschieden sowie Blocks und Steals gezählt. Prompt kam es zu neuen Rekorden. Nach 58 Defensivrebounds der Los Angeles Lakers am 19. Oktober errangen die Boston Celtics gegen die Capital Bullets am 17. März sogar 61. Offensiv hatten sie gegen dasselbe Team am 20. Oktober bereits 39 mal gereboundet. Bostons Defensivreboundquote von 37,5 hatte 45 Jahre Bestand und wurde erst 2018/19 von den Milwaukee Bucks auf 40,4 Defensivrebounds pro Spiel verbessert. Jerry West gelangen in seiner letzten Saison im Spiel seiner Lakers gegen die Seattle Supersonics am 7. Dezember immerhin 10 Steals. Mehr Balleroberungen gab es seitdem nur zweimal.
Abschlusstabellen Pl. = Rang, = Für die Playoffs qualifiziert, Sp = Anzahl der Spiele, S—N = Siege—Niederlagen, % = Siegquote (Siege geteilt durch Anzahl der bestrittenen Spiele), GB = Rückstand auf den Führenden der Division in der Summe von Sieg- und Niederlagendifferenz geteilt durch zwei, Heim = Heimbilanz, Ausw. = Auswärtsbilanz, Neutr. = Bilanz auf neutralem Boden, Div. = Bilanz gegen die Divisionsgegner
Eastern Conference Atlantic Division
Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Neutr. Div. 1. Boston Celtics 82 56—26 .683 — 26—6 21—18 9—2 17—5 2. New York Knicks 82 49—33 .598 7 28—13 21—19 0—1 10—12 3. Buffalo Braves 82 42—40 .512 14 19—13 17—21 6—6 12—10 4. Philadelphia 76ers 82 25—57 .305 31 14—23 9—30 2—4 5—17
Central Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Neutr. Div. 1. Capital Bullets 82 47—35 .573 — 31—10 15—25 1—0 14—8 2. Atlanta Hawks 82 35—47 .427 12 23—18 12—25 0—4 13—9 3. Houston Rockets 82 32—50 .390 15 18—23 13—25 1—2 9—13 4. Cleveland Cavaliers 82 29—53 .354 18 18—23 11—28 0—2 8—14
Western Conference Midwest Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Neutr. Div. 1. Milwaukee Bucks 82 59—23 .720 — 31—7 24—16 4—0 14—6 2. Chicago Bulls 82 54—28 .659 5 32—9 21—19 1—0 13—7 3. Detroit Pistons 82 52—30 .634 7 29—12 23—17 0—1 9—11 4. Kansas City/Omaha Kings 82 33—49 .402 26 20—21 13—28 0—0 4—16
Pacific Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Neutr. Div. 1. Los Angeles Lakers 82 47—35 .573 — 30—11 17—24 0—0 14—12 2. Golden State Warriors 82 44—38 .537 3 23—18 20—20 1—0 15—11 3. Seattle Supersonics 82 36—46 .439 11 22—19 14—27 0—0 12—14 4. Phoenix Suns 82 30—52 .366 17 24—17 6—34 0—1 11—15 5. Portland Trailblazers 82 27—55 .329 20 22—19 5—34 0—2 13—13
Ehrungen Most Valuable Player 1973/74: Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks Rookie of the Year 1973/74: Ernie DiGregorio, Buffalo Braves Coach of the Year 1973/74: Ray Scott, Detroit Pistons Executive of the Year 1973/74: Eddie Donovan, Buffalo Braves All-Star Game MVP 1974: Bob Lanier, Detroit Pistons NBA-Finals MVP 1974: John Havlicek, Boston Celtics
All-NBA First Team: John Havlicek, Boston Celtics Rick Barry, Golden State Warriors Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks Walt Frazier, New York Knickerbockers Gail Goodrich, Los Angeles Lakers All-NBA Second Team: Elvin Hayes, Capital Bullets Spencer Haywood, Seattle Supersonics Bob McAdoo, Buffalo Braves Dave Bing, Detroit Pistons Norm Van Lier, Chicago Bulls All-Rookie Team: Ernie DiGregorio, Buffalo Braves Ron Behagen, Kansas City/Omaha Kings Mike Bantom, Phoenix Suns John Brown, Atlanta Hawks Nick Weatherspoon, Capital Bullets All-Defensive First Team: Dave DeBusschere, New York Knickerbockers John Havlicek, Boston Celtics Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks Norm Van Lier, Chicago Bulls Walt Frazier, New York Knickerbockers * (tie) Jerry Sloan, Chicago Bulls * (tie) All-Defensive Second Team: Elvin Hayes, Capital Bullets Bob Love, Chicago Bulls Nate Thurmond, Golden State Warriors Don Chaney, Boston Celtics Nick Van Arsdale, Phoenix Suns * (tie) Jim Price, Los Angeles Lakers * (tie)
Führende Spieler in Einzelwertungen Kategorie Spieler Mannschaft Wert Punkte/Spiel ∆ Bob McAdoo Buffalo Braves 30,6 PpS Wurfquote † Bob McAdoo Buffalo Braves 54,7 % Freiwurfquote ‡ Ernie DiGregorio Buffalo Braves 90,2 % Assists/Spiel ∆ Ernie DiGregorio Buffalo Braves 8,2 ApS Rebounds/Spiel ∆ Elvin Hayes Capital Bullets 18,1 RpS Steals/Spiel ∆ Larry Steele Portland Trailblazers 2,68 SpS Blocks/Spiel ∆ Elmore Smith Los Angeles Lakers 4,85 BpS ∆ 70 Spiele erforderlich. † 560 Würfe erforderlich. McAdoo nahm 1647 Schüsse und traf 901 mal. ‡ 160 Freiwurfversuche erforderlich. DiGregorio traf 174 von 193.
Mit 319 beging Kevin Porter von den Capital Bullets die meisten Fouls. Mike Bantom von den Phoenix Suns war mit 15 mal am häufigsten fouled out. Seit der Saison 1969/70 werden den Statistiken in den Kategorien „Punkte“, „Assists“ und „Rebounds“ nicht länger die insgesamt erzielten Leistungen zu Grunde gelegt, sondern die Quote pro Spiel.Official NBA-Guide 2016-2017, herausgegeben von Brad Weinstein. Auf: NBA—Website; New York, 2016. Abgerufen am 30. Mai 2017 (in Englisch). Elvin Hayes von den Capital Bullets stand in 81 Einsätzen 44,5 Minuten pro Spiel auf dem Parkett. Er hatte mit insgesamt 3602 Minuten auch die insgesamt längste Einsatzzeit. Den besten Punkteschnitt der Saison hatte Bob McAdoo mit 30,6 Punkten pro Spiel. Bei 2261 Punkten in 74 Einsätzen hatte er neben der besten Wurfquote auch den besten Gesamtwert. Ernie DiGregorio verwandelte mit der besten Freiwurfquote die insgesamt vierundsechzigstmeisten Freiwürfe. Seine Quote ist die höchste eines Rookies in der NBA-Geschichte. Mit 508 bei einer Quote von 86,4 % warf Gail Goodrich von den Los Angeles Lakers die meisten Freiwürfe. Ernie DiGregorio gewährte bei der besten Quote von 8,2 Assists pro Spiel mit 663 Assists die insgesamt meisten der Liga in 81 Spielen. Elvin Hayes hatte mit 1463 auch die insgesamt meisten Rebounds, die meisten Offensivrebounds mit 354 und die meisten Defensivrebounds. 1109 Defensivrebounds wurden bislang lediglich von Kareem Abdul-Jabbar um zwei in der Saison 1975/76 übertroffen. Am 17. November 1973 errang Hayes bei den Atlanta Hawks 28 Defensivrebounds, ebenfalls lediglich von Abdul-Jabbar um einen übertroffen (Stand: 2020). Larry Steele hatte neben der besten Stealrate von 2,68 SpS auch insgesamt die meisten Steals mit 217 in 81 Spielen. Elmore Smith hatte neben der besten Blockrate von 4,85 BpS mit 393 auch die meisten Blocks in 81 Spielen. Beide Saisonleistungen wurden seither erst je zweimal übertroffen. Seine elf Blocks in einer Halbzeit und 17 im gesamten Spiel am 28. Oktober gegen die Trailblazers sind unerreicht seit der Zählung von Blocks.
Playoffs-Baum
Playoffs-Ergebnisse Die Playoffs begannen am 29. März und wurden in den Conference-Halbfinals, den Conference-Finals und den NBA-Finals nach dem Modus Modus „Best of Seven“ ausgetragen. Die beiden besten Teams einer Division kamen in die Playoffs und wurden dem anderen Seed der jeweils anderen Division der eigenen Conference zugeordnet. Die Divisionssieger hatten jedoch seit letzter Saison nicht länger Heimrecht, sondern das Team mit der besseren Saisonbilanz.
Oscar Robertson von den Milwaukee Bucks gewährte 149 Assists in seiner letzten Postseason, Teamkamerad Kareem Abdul-Jabbar errang 253 Rebounds und erzielte 515 Punkte. Ihm gelangen gegen Chicago auch die meisten Körbe (65) und Defensivrebounds (62) einer Vier-Spiele-Playoff-Serie. Mit 56,1 % hatte Milwaukee die beste Wurfquote. Insgesamt warf Portland 1985 acht Körbe mehr als Milwaukee (198). Milwaukee wurden mit 57 die wenigsten Freiwurfversuche zugesprochen.
Die Pistons gewährten sich am 5. April gegen die Chicago Bulls lediglich 5 Assists. Das war zuvor nur den Celtics 1960 gelungen.
Im Spiel zwischen Boston und Buffalo am 30. März gelang den Braves kein einziger Steal. Am 6. April verwandelten beide Teams jeweils lediglich 6 Freiwürfe. Nur fünf andere Teams wiederholten dies. Don Nelson von den Celtics hatte in jenem Spiel aber eine Wurfquote von 100 % bei 10 Körben. Tom Kozelko von den Bullets am 12. April ebenfalls bei hingegen 8 Körben. Eine 100-%-Quote bei mindestens 8 Körben gab es bislang 17 mal (Stand: 2020).
Eastern Conference-Halbfinals Boston Celtics 4, Buffalo Braves 2 Sonnabend, 30. März: Boston 107 – 97 Buffalo Dienstag, 2. April: Buffalo 115 – 105 Boston Mittwoch, 3. April: Boston 120 – 107 Buffalo Sonnabend, 6. April: Buffalo 104 – 102 Boston Dienstag, 9. April: Boston 100 – 97 Buffalo Freitag, 12. April: Buffalo 104 – 106 Boston
New York Knickerbockers 4, Capital Bullets 3 Freitag, 29. März: New York 102 – 91 Capital Sonntag, 31. März: Capital 99 – 87 New York Dienstag, 2. April: New York 79 – 88 Capital Freitag, 5. April: Capital 93 – 101 New York (n. V.) Sonntag, 7. April: New York 106 – 105 Capital Mittwoch, 10. April: Capital 109 – 92 New York Freitag, 12. April: New York 91 – 81 Capital
Western Conference-Halbfinals Milwaukee Bucks 4, Los Angeles Lakers 1 Freitag, 29. März: Milwaukee 99 – 95 Los Angeles Sonntag, 31. März: Milwaukee 109 – 90 Los Angeles Dienstag, 2. April: Los Angeles 98 – 96 Milwaukee Donnerstag, 4. April: Los Angeles 90 – 112 Milwaukee Sonntag, 7. April: Milwaukee 114 – 92 Los Angeles
Chicago Bulls 4, Detroit Pistons 3 Freitag, 30. März: Chicago 88 – 97 Detroit Montag, 1. April: Detroit 103 – 108 Chicago Freitag, 5. April: Chicago 84 – 83 Detroit Sonntag, 7. April: Detroit 102 – 87 Chicago Dienstag, 9. April: Chicago 98 – 94 Detroit Donnerstag, 11. April: Detroit 92 – 88 Chicago Sonnabend, 13. April: Chicago 96 – 94 Detroit
Eastern Conference-Finals Boston Celtics 4, New York Knickerbockers 1 Sonntag, 14. April: Boston 113 – 88 New York Dienstag, 16. April: New York 99 – 111 Boston Freitag, 19. April: Boston 100 – 103 New York Sonntag, 21. April: New York 91 – 98 Boston Mittwoch, 24. April: Boston 105 – 94 New York
Western Conference-Finals Milwaukee Bucks 4, Chicago Bulls 0 Dienstag, 16. April: Milwaukee 101 – 85 Chicago Donnerstag, 18. April: Chicago 111 – 113 Milwaukee Sonnabend, 20. April: Milwaukee 113 – 90 Chicago Montag, 22. April: Chicago 99 – 115 Milwaukee
NBA-Finals Boston Celtics vs. Milwaukee Bucks