Die NBA-Saison 1969/70 war die 24. Saison der National Basketball Association (NBA). Sie begann am Dienstag, den 14. Oktober 1969, mit dem Spiel der Seattle Supersonics bei den New York Knickerbockers und endete regulär nach 574 Spielen am Sonntag, den 22. März 1970. Die Postseason begann am Mittwoch, den 25. März, und endete am Freitag, den 8. Mai, mit 4—3 Finalsiegen der New York Knicks über die Los Angeles Lakers.
Saisonnotizen Wichtigste Neuerung dieser Saison: Die Liga bekam ein neues Logo. Der Künstler gab freimütig zu, für das ikonische blau-weiß-rote Logo die Silhouette von Jerry West abgeändert zu haben. Gegen die Teams der eigenen Division wurde sieben- oder sechsmal gespielt, gegen die Teams der anderen sechsmal. Das galt diesmal auch für die Milwaukee Bucks, die Seattle SuperSonics und die Phoenix Suns. Warum die Chicago Bulls bei Punktgleichstand mit den Phoenix Suns höher als diese geseedet waren, blieb unklar. Möglicherweise aus geographischen Gründen für die Playoffpaarungen.Abacus Reveals (sic!): NBA Playoffs Thru the Years: The How’s and Why’s. Auf: Celticslife—Website; ohne Ortsangabe, ohne Datum in 2019. Abgerufen am 13. September 2020 (in Englisch). In New York setzte sich langsam die Kurzform Knicks gegenüber den Knickerbockers durch. Ein defensiv wie offensiv eingespieltes Team ohne jegliche Rampensau setzte sich nach langen Jahren als Fußabtreter an die Spitze der Liga und errang sogar den Franchiserekord von 18 Siegen in Folge.N. N.: Season Review: 1969-70. The Knicks overcome Los Angeles in a seven-game classic for the championship. Auf: National Basketball Association—Website; New York, NY, 24. August 2017. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Erster Draft-Pick in der NBA-Draft 1969 wurde UCLA Bruin Kareem Abdul-Jabbar von der University of California, Los Angeles für die Milwaukee Bucks.N. N.: 1969 NBA Draft. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000—2020. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Das 20. All-Star-Game fand am Dienstag, den 20. Januar 1970, vor 15.244 Zuschauern in Philadelphias The Spectrum statt. Red Holzmans Eastern All-Stars besiegten Richie Guerins Western All-Stars mit 142—135. All-Star Game MVP wurde Willis Reed von den New York Knicks. Den Western All-Stars wurden dabei 57 Freiwürfe zugesprochen.N. N.: 1970 NBA All-Star Game. East 142, West 135. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000—2020. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Am 12. März gab es die meisten Körbe eines Spiels ohne Verlängerung: Sowohl Cincinnati Royals als auch San Diego Rockets warfen jeweils 67 Körbe. Den Atlanta Hawks gelangen am 11. Februar mit 97 die meisten Punkte einer zweiten Halbzeit.
Abschlusstabellen Pl. = Rang, = Für die Playoffs qualifiziert, Sp = Anzahl der Spiele, S—N = Siege—Niederlagen, % = Siegquote (Siege geteilt durch Anzahl der bestrittenen Spiele), GB = Rückstand auf den Führenden der Division in der Summe von Sieg- und Niederlagendifferenz geteilt durch zwei, Heim = Heimbilanz, Ausw. = Auswärtsbilanz, Neutr. = Bilanz auf neutralem Boden, Div. = Bilanz gegen die Divisionsgegner
Eastern Division
Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Neutr. Div. 1. New York Knickerbockers 82 60—22 .732 — 30—11 27—10 3—1 28—12 2. Milwaukee Bucks 82 56—26 .683 4 27—11 24—14 5—1 27—13 3. Baltimore Bullets 82 50—32 .610 10 25—12 19—18 6—2 21—19 4. Philadelphia 76ers 82 42—40 .512 18 22—16 16—22 4—2 20—20 5. Cincinnati Royals 82 36—46 .439 24 19—13 14—25 3—8 18—22 6. Boston Celtics 82 34—48 .415 26 16—21 13—27 5—0 16—24 7. Detroit Pistons 82 31—51 .378 29 18—20 10—25 3—6 10—30
Western Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Neutr. Div. 1. Atlanta Hawks 82 48—34 .585 — 25—13 18—16 5—5 24—16 2. Los Angeles Lakers 82 46—36 .561 2 27—14 17—21 2—1 24—16 3. Chicago Bulls 82 39—43 .476 9 23—10 9—25 7—8 22—18 4. Phoenix Suns 82 39—43 .476 9 22—15 12—25 5—3 24—16 5. Seattle Supersonics 82 36—46 .439 12 22—14 10—26 4—6 14—26 6. San Francisco Warriors 82 30—52 .366 18 16—20 14—26 4—6 15—25 7. San Diego Rockets 82 27—55 .329 21 21—17 4—33 2—5 17—23
Ehrungen Most Valuable Player 1969/70: Willis Reed, New York Knickerbockers Rookie of the Year 1969/70: Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks Coach of the Year 1969/70: Red Holzman, New York Knickerbockers All-Star Game MVP 1970: Willis Reed, New York Knickerbockers NBA-Finals MVP 1970: Willis Reed, New York Knickerbockers
All-NBA First Team: Billy Cunningham, Philadelphia 76ers Connie Hawkins, Phoenix Suns Willis Reed, New York Knickerbockers Jerry West, Los Angeles Lakers Walt Frazier, New York Knickerbockers All-NBA Second Team: John Havlicek, Boston Celtics Gus Johnson, Baltimore Bullets Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks Lou Hudson, Atlanta Hawks Oscar Robertson, Cincinnati Royals All-Rookie Team: Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks Bob Dandridge, Milwaukee Bucks Jo Jo White, Boston Celtics Mike Davis, Baltimore Bullets Dick Garrett, Los Angeles Lakers All-Defensive First Team: Dave DeBusschere, New York Knickerbockers Gus Johnson, Baltimore Bullets Willis Reed, New York Knickerbockers Walt Frazier, New York Knickerbockers Jerry West, Los Angeles Lakers All-Defensive Second Team: Kareem Abdul-Jabbar, Milwaukee Bucks John Havlicek, Boston Celtics Bill Bridges, Atlanta Hawks Joe Caldwell, Atlanta Hawks Jerry Sloan, Chicago Bulls
Führende Spieler in Einzelwertungen Kategorie Spieler Mannschaft Wert Punkte/Spiel ∆ Jerry West Los Angeles Lakers 31,2 PpS Wurfquote † Johnny Green Philadelphia 76ers 55,9 % Freiwurfquote ‡ Flynn Robinson Milwaukee Bucks 89,8 % Assists/Spiel ∆ Lenny Wilkens Seattle SuperSonics 9,1 ApS Rebounds/Spiel ∆ Elvin Hayes San Diego Rockets 16,9 RpS ∆ 70 Spiele erforderlich. † 700 Körbe in 70 Spielen erforderlich. Green nahm 860 Schüsse und traf 481 mal. ‡ 350 Freiwürfe in 70 Spielen erforderlich. Robinson traf 439 von 489.
Mit 335 beging Jim Davis von den Atlanta Hawks die meisten Fouls. Norm van Lier von den Cincinnati Royals war mit 18 mal am häufigsten fouled out. Seit dieser Saison 1969/70 werden den Statistiken in den Kategorien „Punkte“, „Assists“ und „Rebounds“ nicht länger die insgesamt erzielten Leistungen zu Grunde gelegt, sondern die Quote pro Spiel.Official NBA-Guide 2016-2017, herausgegeben von Brad Weinstein. Auf: NBA Website; New York, 2016. Abgerufen am 30. Mai 2017 (in Englisch). Elvin Hayes von den San Diego Rockets stand in 82 Einsätzen 44,7 Minuten pro Spiel auf dem Parkett. Auch mit insgesamt 3665 Minuten hatte er die längste Einsatzzeit. Den besten Punkteschnitt der Saison hatte Jerry West mit 31,1 Punkten pro Spiel bei 2309 Punkten in 74 Einsätzen. Seine Wurfquote betrug 49,7 %. Kareem Abdul-Jabbar erzielte in 82 Spielen 2361 Punkte. Johnny Green erzielte mit der besten Wurfquote insgesamt 1216 Punkte. Flynn Robinson verwandelte mit der besten Freiwurfquote die insgesamt dreizehntmeisten Freiwürfe. Mit 647 bei einer Quote von 82,4 % warf Jerry West die meisten Freiwürfe. Lenny Wilkens gewährte 9,1 Assists pro Spiel, 683 insgesamt, die meisten der Liga. Elvin Hayes hatte auch die meisten Rebounds der Saison mit 1386. Wes Unseld lag mit 1370 (16,7 RpS) nur knapp hinter ihm.
Playoffs-Baum
Playoffs-Ergebnisse Die Playoffs begannen am 25. März und wurden in der ersten Runde, den Division-Finals und den NBA-Finals nach dem Modus Modus „Best of Seven“ ausgetragen. Da jede Division nun sieben Teilnehmer besaß, gab es für die Divisionssieger nicht länger ein Freilos in der ersten Runde wie noch Jahre zuvor, stattdessen wurden sie mit den Divisionsdritten gepaart und die Zweiten mit den Vierten.
Walt Frazier von den New York Knicks gewährte 156 Assists und Wilt Chamberlain von den Los Angeles Lakers errang 399 Rebounds in der Postseason. Sein Teamkamerad Jerry West erzielte 562 Punkte. Derweil verloren die Philadelphia Sixers zwischen 1968 und 1971 9 Playoff-Heimspiele in Folge.
Das Duell zwischen den Philadelphia Sixers und den Milwaukee Bucks am 30. März sticht etwas heraus: Milwaukees 156 Punkte wurden in den Playoffs seither nur von den Boston Celtics übertroffen (um einen Punkt). Es gab den größten Vorsprung des ersten und des dritten Viertels (26 und 52), dennoch erzielten beide Teams mit jeweils 79 die meisten Punkte einer zweiten Halbzeit und die meisten Körbe eines Spiels (119). Milwaukees 67 Feldtore sind dabei Rekord (Stand: 2020).
In der Serie der Lakers gegen die Atlanta Hawks traf Jerry West 49 Freiwürfe. Nur Kobe Bryant hatte 2001 zwei mehr. Wilt Chamberlain wiederholte sein Kunststück von 195 Minuten Spielzeit in einer Vier-Spiele-Serie wie 1965 mit Jerry Lucas und Oscar Robertson.
Eastern Division-Halbfinals Milwaukee Bucks 4, Philadelphia 76ers 1 Mittwoch, 25. März: Milwaukee 125 – 118 Philadelphia Freitag, 27. März: Milwaukee 105 – 112 Philadelphia Montag, 30. März: Philadelphia 120 – 156 Milwaukee Mittwoch, 1. April: Philadelphia 111 – 118 Milwaukee Freitag, 3. April: Milwaukee 115 – 106 Philadelphia
New York Knickerbockers 4, Baltimore Bullets 3 Donnerstag, 26. März: New York 120 – 117 Baltimore (n. 2. V.) Freitag, 27. März: Baltimore 99 – 106 New York Sonntag, 29. März: New York 113 – 127 Baltimore Dienstag, 31. März: Baltimore 102 – 92 New York Donnerstag, 2. April: New York 101 – 80 Baltimore Sonntag, 5. April: Baltimore 96 – 87 New York Montag, 6. April: New York 127 – 114 Baltimore
Western Division-Halbfinals Atlanta Hawks 4, Chicago Bulls 1 Mittwoch, 25. März: Atlanta 129 – 111 Chicago Sonnabend, 28. März: Atlanta 124 – 104 Chicago Dienstag, 31. März: Chicago 101 – 106 Atlanta Freitag, 3. April: Chicago 131 – 120 Atlanta Sonntag, 5. April: Atlanta 113 – 107 Chicago
Los Angeles Lakers 4, Phoenix Suns 3 Mittwoch, 25. März: Los Angeles 128 – 112 Phoenix Sonntag, 29. März: Los Angeles 101 – 114 Phoenix Donnerstag, 2. April: Phoenix 112 – 98 Los Angeles Sonnabend, 4. April: Phoenix 112 – 102 Los Angeles Sonntag, 5. April: Los Angeles 138 – 121 Phoenix Dienstag, 7. April: Phoenix 93 – 104 Los Angeles Donnerstag, 9. April: Los Angeles 129 – 94 Phoenix
Eastern Division-Finals New York Knickerbockers 4, Milwaukee Bucks 1 Sonnabend, 11. April: New York 110 – 102 Milwaukee Montag, 13. April: New York 112 – 111 Milwaukee Freitag, 17. April: Milwaukee 101 – 96 New York Sonntag, 19. April: Milwaukee 105 – 117 New York Montag, 20. April: New York 132 – 96 Milwaukee
Western Division-Finals Los Angeles Lakers 4, Atlanta Hawks 0 Sonntag, 12. April: Atlanta 115 – 119 Los Angeles Dienstag, 14. April: Atlanta 94 – 105 Los Angeles Donnerstag, 16. April: Los Angeles 115 – 114 Atlanta (n. V.) Sonntag, 19. April: Los Angeles 133 – 114 Atlanta
NBA-Finals New York Knicks vs. Los Angeles Lakers
Wie Bob Pettit 1960 und Elgin Baylor 1962, erzielte Jerry West 1962, 1969 und 1970 in jedem der sieben Finalspiele mehr als 20 Punkte. Das gelang lediglich vier weiteren Spielern seitdem und keinem mehrfach. Tatsächlich gelang es West sogar, in 25 aufeinanderfolgenden Finalspielen zwischen dem 20. April 1966 und dem 8. Mai 1970 mehr als 20 Punkte zu erzielen. Nur Michael Jordan übertraf diese Serie um zehn.
Die meisten Feldtore einer Siebener-Serie warfen die New Yorker mit 332. Ihre 192 Assists wurden erst 1984 von ihrem Gegner selbst übertroffen. Die Lakers hatten am 6. Mai dafür mit 44 die meisten Assists eines Finalspiels. Am 1. Mai hagelte es mit 38 die meisten Punkte einer Playoff-Verlängerung. Die 22 Punkte der Lakers sind dabei Rekord (Stand: 2020).
Die Finalergebnisse: Freitag, 24. April: New York 124 – 112 Los Angeles Montag, 27. April: New York 103 – 105 Los Angeles Mittwoch, 29. April: Los Angeles 108 – 111 New York (n. V.) Freitag, 1. Mai: Los Angeles 121 – 115 New York (n. V.) Montag, 4. Mai: New York 107 – 100 Los Angeles Mittwoch, 6. Mai: Los Angeles 135 – 113 New York Freitag, 8. Mai: New York 113 – 99 Los Angeles
Die New York Knicks werden mit 4—3 Siegen zum ersten Mal NBA-Meister.