Die NBA-Saison 1963/64 war die 18. Saison der National Basketball Association (NBA). Sie begann am Mittwoch, den 16. Oktober 1963, und endete regulär nach 360 Spielen am Mittwoch, den 18. März 1964. Die Postseason begann am Sonnabend, den 21. März, und endete am Sonntag, den 26. April, mit 4—1 Finalsiegen der Boston Celtics über die San Francisco Warriors.

Saisonnotizen Vor der Saison trat der erste Präsident der BAA/NBA seit 1946 Maurice Podoloff in den Ruhestand, um Commissioner Walter Kennedy Platz zu machen.N. N.: Season Review: 1963-64. The Celtics set a U.S. major pro sports record with their sixth straight title. Auf: National Basketball Association—Website; New York, NY, 24. August 2017. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Der Umzug der Philadelphia Warriors in der Saison 1962/63 an die Westküste zog weitere Umzüge nach sich. Den der Cincinnati Royals in die Eastern Division im selben Jahr und in dieser, der folgenden, Saison den Umzug der Syracuse Nationals in das nun Franchise-lose Philadelphia. Gleichzeitig kehrte mit den Chicago Zephyrs ein Franchise nicht weit von Philadelphia als Baltimore Bullets nach zehn Spielzeiten zurück nach Maryland. Die Zephyrs hatten nichts mit dem früheren NBA-Meister der Baltimore Bullets von 1954 zu tun und hatten damit im zweiten Jahr in Folge eine Umbenennung. Erster Draft-Pick in der NBA-Draft 1963 wurde Blue Devil Art Heyman von der Duke University für die New York Knickerbockers. Die Cincinnati Royals machten von ihrem Territorial pick Gebrauch und wählten Bearcat Tom Thacker von der University of Cincinnati aus.N. N.: 1963 NBA Draft. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000—2020. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Rookie des Jahres wurde aber der Goldmedaillengewinner von 1960 Jerry Lucas, den die Cincinnati Royals als Territorial pick bereits im Vorjahr ausgewählt hatten und damit seine Draft-Rechte innerhalb der NBA besaßen. High-School- und College-Star Lucas hatte sich allerdings von den Cleveland Pipers der American Basketball League von 1961 bis 1963 unter Vertrag nehmen lassen. Er sollte das Gesicht der neuen Liga in ihrem zweiten Jahr werden. Er war dermaßen populär, dass der Besitzer der Pipers, George Steinbrenner Verhandlungen über einen Wechsel seines Franchise in die NBA aufnehmen konnte. Dies scheiterte jedoch am Veto der Cincinnati Royals und die ABL löste sich am 31. Dezember 1962 auf. Das 14. All-Star-Game fand am Dienstag, den 14. Januar 1964, vor 13.464 Zuschauern im Boston Garden von Boston, Massachusetts statt. Red Auerbachs Eastern All-Stars besiegten Fred Schaus’ Western All-Stars mit 111—107. All-Star Game MVP wurde Oscar Robertson von den Cincinnati Royals, der wie Bill Russell und Jerry West 42 Minuten auf dem Parkett stand. Nur Nate Thurmond wiederholte dies 1967.N. N.: 1964 NBA All-Star Game. East 111, West 107. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000—2020. Abgerufen am 20. August 2020 (in Englisch). Wie die Celtics in ihrem ersten Meisterschaftsjahr gewährten die Baltimore Bullets am 16. Oktober 1963 gegen Boston lediglich 3 Assists im gesamten Spiel.

Abschlusstabellen Pl. = Rang, = Für die Playoffs qualifiziert, Sp = Anzahl der Spiele, S—N = Siege—Niederlagen, % = Siegquote (Siege geteilt durch Anzahl der bestrittenen Spiele), GB = Rückstand auf den Führenden der Division in der Summe von Sieg- und Niederlagendifferenz geteilt durch zwei, Heim = Heimbilanz, Ausw. = Auswärtsbilanz, Neutr. = Bilanz auf neutralem Boden, Div. = Bilanz gegen die Divisionsgegner

Eastern Division

Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Neutr. Div. 1. Boston Celtics 80 59—21 .738 — 26—4 21—17 12—0 25—11 2. Cincinnati Royals 80 55—25 .688 4 26—7 18—18 11—0 27—9 3. Philadelphia 76ers 80 34—46 .425 25 18—12 12—22 4—12 13—23 4. New York Knickerbockers 80 22—58 .275 37 10—25 8—27 4—6 7—29

Western Division Pl. Mannschaft Sp S—N % GB Heim Ausw. Neutr. Div. 1. San Francisco Warriors 80 48—32 .600 — 25—14 21—15 2—3 29—17 2. St. Louis Hawks 80 46—34 .575 2 27—12 17—19 2—3 30—16 3. Los Angeles Lakers 80 42—38 .525 6 24—12 15—21 3—5 24—22 4. Baltimore Bullets 80 31—49 .388 17 20—19 8—21 3—9 16—24 5. Detroit Pistons 80 23—57 .288 25 9—21 6—25 8—11 13—33

Ehrungen Most Valuable Player 1963/64: Oscar Robertson, Cincinnati Royals Rookie of the Year 1963/64: Jerry Lucas, Cincinnati Royals Coach of the Year 1963/64: Alex Hannum, San Francisco Warriors All-Star Game MVP 1964: Oscar Robertson, Cincinnati Royals

All-NBA First Team: Bob Pettit, St. Louis Hawks Elgin Baylor, Los Angeles Lakers Wilt Chamberlain, San Francisco Warriors Oscar Robertson, Cincinnati Royals Jerry West, Los Angeles Lakers All-NBA Second Team: Tom Heinsohn, Boston Celtics Jerry Lucas, Cincinnati Royals Bill Russell, Boston Celtics John Havlicek, Boston Celtics Hal Greer, Philadelphia 76ers All-Rookie Team: Jerry Lucas, Cincinnati Royals Gus Johnson, Baltimore Bullets Nate Thurmond, San Francisco Warriors Art Heyman, New York Knickerbockers Rod Thorn, Baltimore Bullets

Führende Spieler in Einzelwertungen Kategorie Spieler Mannschaft Wert Punkte Wilt Chamberlain San Francisco Warriors 2948 Wurfquote † Jerry Lucas Cincinnati Royals 52,7 % Freiwurfquote ‡ Oscar Robertson Cincinnati Royals 85,3 % Assists Oscar Robertson Cincinnati Royals 868 Rebounds Bill Russell Boston Celtics 1930 † 210 Körbe nötig. Lucas nahm 1035 Schüsse und traf 545 mal. ‡ 210 Freiwürfe nötig. Robertson traf 800 von 938.

Wilt Chamberlain von den San Francisco Warriors stand mit 3698 Minuten in 80 Spielen am längsten auf dem Spielfeld. Er führte die Liga damit seit 1959/60 zum fünften Mal in Folge in der längsten Serie an. Mit 325 beging Wayne Embry von den Cincinnati Royals die meisten Fouls. Zelmo Beaty von den St. Louis Hawks und Gus Johnson von den Baltimore Bullets waren mit jeweils elfmal am häufigsten fouled out. Bis zur Saison 1968/69 wurden den Statistiken in den Kategorien „Punkte“, „Assists“ und „Rebounds“ die insgesamt erzielten Leistungen zu Grunde gelegt und nicht die Quote pro Spiel.Official NBA-Guide 2016-2017, herausgegeben von Brad Weinstein. Auf: NBA—Website; New York, 2016. Abgerufen am 30. Mai 2017 (in Englisch). Chamberlains 2948 Punkte ergaben auch den besten Punkteschnitt der Saison mit 36,9 Punkten pro Spiel. Oscar Robertson hatte nicht nur die beste Freiwurfquote, sondern verwandelte auch die mit Abstand meisten Freiwürfe. Bob Pettit hatte mit 608 beinahe 200 verwandelte Freiwürfe weniger. In der Fünf-Spiele-Playoff-Serie gegen die Philadelphia 76ers verwandelte er 62 Freiwürfe. Erst 2017 verwandelte James Harden vier mehr. Oscar Robertson gewährte 11,0 Assists pro Spiel. Insgesamt kamen acht Spieler auf über 1000 Rebounds. Bill Russells 1930 Abpraller bedeuteten eine Quote von 24,7 Rebounds pro Spiel. Wilt Chamberlain kam trotz Hannums taktischer Defensivausrichtung auf 1787 Rebounds und auf die einzig weitere Quote von über 20 Rebounds pro Spiel (22,3 RpS).

Playoffs-Baum

Playoffs-Ergebnisse Die Playoffs begannen am 21. März und wurden in der ersten Runde nach dem Modus „Best of Five“ ausgetragen, die Division-Finals und die NBA-Finals nach dem Modus „Best of Seven“. Die Divisionssieger hatten ein Freilos in der ersten Runde.

Guy Rodgers von den San Francisco Warriors gewährte 90 Assists, Teamkamerad Wilt Chamberlain errang 302 Rebounds und erzielte 416 Punkte in der Postseason.

Allein in den sieben Spielen der Western Division-Halbfinals schoss Chamberlain 113 Feldtore. Die Freiwurfquote der Warriors, die schon in der regulären Saison bei 63,8 % lag und nur einmal in der NBA-Geschichte unterboten wurde, fiel in den Playoffs auf sogar unerreichte 58,2 %.

Eastern Division-Halbfinals Cincinnati Royals 3, Philadelphia 76ers 2 Sonntag, 22. März: Cincinnati 127 – 102 Philadelphia Dienstag, 24. März: Philadelphia 122 – 114 Cincinnati Mittwoch, 25. März: Cincinnati 101 – 89 Philadelphia Sonnabend, 28. März: Philadelphia 129 – 120 Cincinnati Sonntag, 29. März: Cincinnati 130 – 124 Philadelphia

Western Division-Halbfinals St. Louis Hawks 3, Los Angeles Lakers 2 Sonnabend, 21. März: St. Louis 115 – 104 Los Angeles Sonntag, 22. März: St. Louis 106 – 90 Los Angeles Mittwoch, 25. März: Los Angeles 107 – 105 St. Louis Sonnabend, 28. März: Los Angeles 97 – 88 St. Louis Montag, 30. März: St. Louis 121 – 108 Los Angeles

Eastern Division-Finals Boston Celtics 4, Cincinnati Royals 1 Dienstag, 31. März: Boston 103 – 87 Cincinnati Donnerstag, 2. April: Boston 101 – 90 Cincinnati Sonntag, 5. April: Cincinnati 92 – 102 Boston Dienstag, 7. April: Cincinnati 102 – 93 Boston Donnerstag, 9. April: Boston 109 – 95 Cincinnati

Western Division-Finals San Francisco Warriors 4, St. Louis Hawks 3 Mittwoch, 1. April: San Francisco 111 – 116 St. Louis Freitag, 3. April: San Francisco 120 – 85 St. Louis Sonntag, 5. April: St. Louis 113 – 109 San Francisco Mittwoch, 8. April: St. Louis 109 – 111 San Francisco Freitag, 10. April: San Francisco 121 – 97 St. Louis Sonntag, 12. April: St. Louis 123 – 95 San Francisco Donnerstag, 16. April: San Francisco 105 – 95 St. Louis

NBA-Finals Boston Celtics vs. San Francisco Warriors

Die Finals sahen antiklimaktische Rekorde. Trotz der mit 211 meisten Freiwürfe einer Fünf-Spiele-Finalserie, erzielten die Warriors die niedrigste Freiwurfquote aller Fünf-Spiele-Finals mit 61,6 % und dabei leisteten sich die Celtics mit 146 die zweitmeisten Fouls aller Zeiten. Allein im ersten Spiel der Serie kam es zur bis dahin niedrigsten Freiwurfquote zweier Teams in einem Finalspiel: Die 46 von 85 verwandelten Freiwürfe setzten sich aus den Quoten 47,8 % und 61,5 % zu einer Gesamtquote von 54,1 % zusammen.

Die Finalergebnisse: Sonnabend, 18. April: Boston 108— 96 San Francisco Montag, 20. April: Boston 124 – 101 San Francisco Mittwoch, 22. April: San Francisco 115 – 91 Boston Freitag, 24. April: San Francisco 95 – 98 Boston Sonntag, 26. April: Boston 105 – 99 San Francisco

Die Boston Celtics werden mit 4—1 Siegen zum siebenten Mal und zum sechsten Mal in Folge NBA-Meister. In keiner der anderen großen Sportligen wie National Football League, Major League Baseball und National Hockey League wurde die Meisterschaft bislang fünfmal verteidigt.

Die Meistermannschaft der Boston Celtics Boston Celtics John Havlicek, Tom Heinsohn, K. C. Jones, Sam Jones, Jim Loscutoff, Clyde Lovellette, Johnny McCarthy, Willie Naulls, Frank Ramsey, Bill Russell, Tom Sanders, Larry Siegfried Head Coach Red AuerbachZum Personal gehörten außerdem Trainer Buddy LeRoux, Vizepräsident Lou Pieri und Präsident Walter Brown.

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:NBA-Saison Kategorie:Basketballsaison 1963/64