mini|Wappen derer von Kohlo Kohlo (auch Kolo, Kohl) war eine adlige Familie in der Nieder- und Oberlausitz vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.

Geschichte mini|hochkant|Andreas von Kohl, kurbrandenburgischer Vizekanzler Die Familie stammte vom Rittergut Kohlo (jetzt Koło) bei Guben in der Niederlausitz. Sie wurde um 1497/1516 von Kaiser Maximilian I. in den Adelsstand erhoben, 1594 wurde dieses Privileg von Kaiser Rudolf II. bestätigt.Georg Gottfried Küster: Martin Friedrich Seidels Bilder-Sammlung. Berlin 1751. S. 181; vgl. auch Ernst Friedrich Haupt: Wilhelm und Konrad, Brüder Nesen, Nikolaus von Dornspach u. Procopius Naso, Zittau 1843, S. 102 und S. 132.

Ein wichtiger Teil der Familie ließ sich bald in Zittau in der Oberlausitz nieder. Sie stellten dort mehrere Ratsherren und Bürgermeister sowie den brandenburgischen Vizekanzler Andreas von Kohl.Johann Benedikt Carpzov: Analecta fastorum Zittaviensium, oder historischer Schauplatz der löblichen alten Sechs-Stadt des Marggraffthums Ober-Lausitz Zittau. Zittau 1716. S 128f., 271f., Ratsherren und Bürgermeister von Zittau. Vgl. auch Peter Bahl: Der Hof des Großen Kurfürsten. Studien zur höheren Amtsträgerschaft Brandenburg-Preußens (= Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, Beiheft 8). Böhlau, Köln, Weimar, Wien 2001, S. 522. 1774 starb die Familie in männlicher Linie aus.

Am 18. Oktober 1655 erfolgte zu Wien für den Fähnrich Michael Friedrich Hopffstock auf Arnsdorf die Bestätigung des seinen Voreltern unter Kaiser Rudolf II. verliehenen rittermäßigen Adelsstandes. Dabei wurde auch eine Wappenbesserung zuerkannt, nämlich die Vereinigung mit dem Wappen der Mutter seines Vaters, einer geborenen Haus auf Kummersberg, und dem Wappen seiner Mutter, einer geborenen Kohloni auf Kohlo, sowie dem Wappen seiner Ahnfrau, einer geborenen von Langeschin auf Hörnitz.Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 198.27

Wappen mini|hochkant|Wappen derer Kohlo („Kohloni auf Kohlo“), Skizze bei der Adelsakte für Michael Friedrich Hopffstock von 1655 Der Schild ist von Silber über Rot geteilt und zeigt oben einen aus der Teilungslinie wachsenden, naturfarbenen Gämsbock (in manchen historischen Darstellungen einem Ziegenbock ähnlicher). Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Helmdecken der wachsende Bock wie im Schild.Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien, 1856, S. 274–276.

Familienmitglieder Albin von Kohlo, 1556 Bürgermeister in Guben Augustin(us) von Kohlo (1502–1598), königlicher Richter und Bürgermeister in Zittau Andreas von Kohl (1568–1655), brandenburgischer Vizekanzler Anton von Kohlo (1597–1674), Bürgermeister von Zittau

Literatur Götz von Houwald: Die Niederlausitzer Rittergüter und ihre Besitzer. Band 2 Kreis Sorau (= Bibliothek familiengeschichtlicher Quellen, Band 26), Degener, Neustadt an der Aisch 1981, ISBN 3-7686-4094-9, S. 329–333 Johann Gottfried Kneschke: De gente Kohliana. 1805 Hermann Knothe: Geschichte des Oberlausitzer Adels und seiner Güter, Leipzig 1879, S. 306 f. Neue Lausizische Monatsschrift. 1806. S. 158 Christian Adolph Pescheck: Handbuch der Geschichte von Zittau. 2 Bände. Schöps, Zittau 1834, 1837 Band 1, 2 unter Kohlo, Kohl Erich Pröwig: Die Familien von Kohlo in Zittau. In: Mitteldeutsche Familienkunde Bd 9, 1988–1990, S. 256–269

Einzelnachweise

Kategorie:Zittauer Geschichte Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Preußisches Adelsgeschlecht