Der Sprenkelkauz (Strix virgata), auch Südamerika-Sprenkelkauz genannt, ist eine Eulenart der Gattung Strix aus den tropischen Waldgebieten Mittel- und Südamerikas von Mexiko bis in den Norden Argentiniens.
Merkmale Der Sprenkelkauz erreicht Körpergrößen von 30 bis 35 Zentimetern. Sein Gefieder ist oberseits dunkelbraun mit hellen Flecken, die Unterseite ist weiß oder gelbbraun mit deutlichen dunkelbraunen Streifen. Dabei gibt es mehrere regional begrenzte Farbvarianten, bei denen die Sprenkelung der Oberseite in eine Streifung übergeht. Die Vögel der Amazonasniederung sind dagegen rötlichbraun, etwas größer und haben eine orangegelbe Streifung. Der Gesichtsschleier ist sehr gut ausgebildet und durch weiße Federn abgegrenzt.
Lebensweise Der Sprenkelkauz ist in seinem Verbreitungsgebiet sehr häufig. Er ist nachtaktiv und meistens Einzelgänger. Die Brutzeit startet im April bis Mai und das Weibchen legt zwei schmutzigbraune Eier in eine Baumhöhle oder einen verlassenen Greifvogelhorst.
Der Sprenkelkauz jagt vor allem Kleinsäuger, kleine Vögel und Reptilien sowie Insekten.
Systematik Der Sprenkelkauz wurde früher gemeinsam mit drei weiteren, ebenfalls in den tropischen Regionen Südamerikas lebenden Käuzen – Bindenhalskauz (Strix nigrolineata), Zebrakauz (Strix huhula) und Rötelkauz (Strix albitarsus) – sowie mit dem Afrikakauz (Strix woodfordii) in eine eigene Gattung Ciccaba gestellt, die jedoch aufgelöst und mit der Gattung Strix vereinigt wurde.
Unterarten Es werden sechs Unterarten unterschieden.IOC World Bird List Owls Strix virgata squamulata (, 1850)Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1850), S. 53 kommt im Westen Mexikos vor. Strix virgata tamaulipensis , 1911John Charles Phillips (1911), S. 76–77 ist im Nordosten Mexikos verbreitet. Strix virgata centralis (, 1929)Ludlow Griscom (1929), S. 159 kommt vom südlichen Mexiko bis ins westliche Panama vor. Strix virgata virgata (, 1849)John Cassin (1849), S. 124–125 ist im Osten Panamas bis Kolumbien, Ecuador, Venezuela und auf Trinidad verbreitet. Strix virgata macconnelli (, 1916)Charles Chubb (1916), S. 290–291 ist in Guyana, Suriname und Französisch-Guayana verbreitet. Strix virgata superciliaris (, 1863)August von Pelzeln (1863), S. 1125–1126 kommt im nördlichen zentralen und nordöstliche Brasilien vor. Strix virgata borelliana (, 1901)Arnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 176–178 ist im südlichen Brasilien verbreitet.
Strix virgata sneiderni , 1971Siegfried Eck (1951), S. 211, Ciccaba virgata occidentalis , 1957Kjell Eriksson von Sneidern (1951), S. 35–36 und Ciccaba virgata minuscula , 1940Leon Hugh Kelso (1940), S. 1 werden heute alle als Synonyme zur Nominatform betrachtet.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Sprenkelkauzes erfolgte 1848 durch John Cassin unter dem wissenschaftlichen Namen Syrnium virgatum. Als Verbreitungsgebiet gab er Südamerika an. Bereits 1758 führte Carl von Linné die Gattung Strix ein.Carl von Linné (1758), S. 92 Der Begriff leitet sich vom lateinischen strix, strigis oder griechischen für Eule ab.Strix The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname »virgata« stammt von ab.virgata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Tamaulipensis bezieht sich auf Tamaulipas. Macconnelli ist Frederick Vavasour McConnell (1868–1914) gewidmet, borelliana Alfredo Borelli (1858–1943). Squamulata hat seinen Ursprung in squamulata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, superciliaris in .superciliaris in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur zweifelte er an, dass Hans Hermann Carl Ludwig von BerlepschHans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1887), S. 122 mit Syrmium suida Louis Pierre Vieillot (1817), S. 34 bzw. Aves nocturnas de rapiña del suindáFélix de Azara (1802), S. 205–210. von Félix de Azara wirklich die Sumpfohreule (Asio flammeus suida) meinte, sondern vielmehr den Sprenkelkauz. Laubmann bezog sich hierbei auf Leon Hugh Kelso und Estelle Henderson Kelso zum Verbreitungsgebiet dieser Unterart in ihrem Werk über die Eulen Amerikas.Leon Hugh Kelso u. a. (1934), S. 49. Somit sah er in Bertonis S. v. borelliana aus Puerto Bertoni den einzigen Nachweis für das Land Paraguay.Alfred Laubmann (1939), S. 228–229
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Strix (Gattung)